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Charline Labonté outet sich zum Ende ihrer Karriere (Bild: Hockey Canada)

Nach vier Olympia-Siegen hat die frankokanadische Sportlerin Charline Labonté ihr Coming-out – und kritisiert die Homo-"Propaganda"-Gesetze in Russland.

Die Eishockey-Nationaltorhüterin Charline Labonté hat sich am Mittwoch im Portal Outsports als lesbisch geoutet: "Ich bin gay und stolz darauf, authentisch zu sein", erklärte die Kandierin in dem persönlichen Schreiben. Labonté hatte bei der Winterolympiade in Sotschi mit ihrem Nationalteam im Finale die USA bezwungen und damit die Goldmedaille gewonnen. Es war bereits ihr vierter Olympiasieg nach 2002 in Salt Lake City (damals als Ersatztorhüterin), 2006 in Turin und 2010 in Vancouver. Außerdem gewann sie zwei Mal die Weltmeisterschaft und erhielt dort vier Mal eine Silbermedaille. Gegenüber ihren Mitspielerinnen habe sie sich bereits vor langer Zeit geoutet, so Labonté.

Die 31-Jährige erklärte auch, dass sie mit der Eisschnellläuferin Anastasia Buscis liiert ist, die zu den wenigen offen lesbischen Sportlerinnen bei der Winterolympiade in Russland gezählt hatte. Bucsis engagiert sich seit vergangenem Jahr in der Gruppe "Athlete Ally", die sich gegen Homophobie im Sport einsetzt.

"Abschreckende Wirkung" des russischen "Propaganda"-Gesetzes

In ihrem Coming-out-Text beschreibt Labonté, dass in ihrem Leben der Sport im Mittelpunkt stehe. Sie erklärte auch, wie belastend die homophoben Gesetze in Russland während der Olympiade in Sotschi gewesen seien: "Natürlich haben die Gesetze, inklusives des homofeindliche 'Propaganda'-Gesetzes, eine abschreckende Wirkung gehabt, sowohl für Heteros als auch für Homos", so Labonté. "Hatten wir Angst? Klar! Waren wir in Gefahr? Keine Ahnung". Eine LGBT-Aktivistin wollte sie nie sein und hat deshalb auch erst jetzt ihr Coming-out: "Wir hatten nie vor, zu protestieren oder über Homosexualität zu sprechen. Wir sind nur nach Sotschi gekommen, um im Wettkampf unser Bestes zu geben. Wir haben zu hart an unserem ultimativen Traum gearbeitet, als uns von anderen Dingen ablenken zu lassen".

Erst vor zwei Wochen hatte sich der kanadische Rennrodler John Fennell als schwul geoutet (queer.de berichtete). Er hatte kritisiert, dass es während der Olympiade in Sotschi keinerlei Hilfe für homosexuelle Athleten gab, obgleich der Gastgeber Russland Schwule und Lesben verfolgen lässt. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 schwarzerkater
  • 14.06.2014, 08:31h
  • die grössere sensation bei handballerinnen, fussballerinnen und eishockeyspielerinnen wäre doch: "ja, ich bin hetero"
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#3 ElbeAnonym
  • 14.06.2014, 10:15h
  • Wurde schon einmal eine Schlagzeile daraus gemacht, dass eine Handballspielerin einen Freund hat?
    Wäre die Labonté im dt. Team, dann hätte man ihr angeraten, sich nicht zu outen. Siehe
    www.zeit.de/2014/07/oplympia-sotschi-damen-eishockey/seite-2

    Ist also bei Frauen eindeutig alles supi und völlig unproblematisch.

    Für junge Mädchen, die Hand-, Fussball, Hockey spielen, ist es auch wichtig, mit der Freundin nicht nur in der Sporthalle zusammensein zu können. Labonté hat da ihr Zeichen gesetzt.
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