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  • 16.06.2014           72      Teilen:   |

Neues Interview

Volker Kauder: Mit Gott gegen die Gleichstellung

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Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, steht der evangelikalen Bewegung nah, in der sich auch "Homoheiler" tummeln (Bild: CDU/CSU-Bundestagsfraktion)

Im aktuellen "Spiegel" wettert der CDU/CSU-Fraktionschef erneut gegen ein Adoptionsrecht für Homo-Paare. Die christliche Ethik sei eine "wichtige Richtschnur" der Politik.

Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion von CDU/CSU, Volker Kauder, hat in einem Interview mit dem Hamburger Magazin "Der Spiegel" sein Nein zu einem Adoptionsrecht für homosexuelle Paare bekräftigt. In dem Gespräch über Glaubensfragen sagte der 64-Jährige: "Beim Adoptionsrecht kann es meiner Ansicht nach nur ein Kriterium geben – das Kindeswohl".

"Ich meine, es ist am besten, wenn Kinder in einer Familie – wie die Psychotherapeuten sagen – das mütterliche und das väterliche Prinzip vorfinden", so Kauder weiter. Es gebe keinen Rechtsanspruch auf ein Kind, "auch nicht für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Andere sehen das anders. Für Politiker ist das eine klassische Gewissensfrage."

Bereits im Januar hatte Kauder mit ähnlichen Formulierungen gegenüber der "Berliner Zeitung" das Adoptionsrecht abgelehnt – wie auch die Ehe-Öffnung (queer.de berichtete). Während die Zeitung den Politiker kritisch befragte, hatte der "Spiegel" das Thema damit eingeleitet, dass das "C" im Namen der Partei längst nicht mehr "verlässliche Orientierung" in der Familienpolitik böte und die Gleichstellung von Lebenspartnerschaften als Beispiel angeführt.

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Freund der Evangelikalen

In dem Interview mit dem "Spiegel" wurde auch unkritisch die Beziehung Kauders zur evangelikalen Bewegung beleuchtet. So fragten Redakteuren Peter Müller und Christiane Hoffmann, warum Freikirchen "so viel attraktiver als die etablierten Kirchen" seien und akzeptierten ein Nein Kauders zu der Frage, ob es sich bei der Bewegung um "christliche Fundamentalisten" handele. Dass in der von Kauder erwähnten Evangelischen Allianz Homo-"Heilung" angepriesen wird, fand so etwa keine Erwähnung.

Kauder, so erfährt man in dem Interview, betet jeden Tag und versucht "als Politiker, nach den Grundsätzen meines Glaubens zu handeln". Die christliche Ethik sei eine "wichtige Richtschnur" der politischen Arbeit. Zugleich seien "Mehrheitsentscheidungen" zu akzeptieren.

Im letzten Jahr hatte Kauder die Homo-Ehe u.a. noch als "Fehlentwicklung" bezeichnet, die er "radikal" ablehne – und dafür von dieser Redaktion die Homo-Gurke erhalten (queer.de berichtete). Vor der Bundestagswahl versprach er, "in keiner Koalition" ein vollständiges Adoptionsrecht für Homo-Paare einzuführen (queer.de berichtete). Die schwulen SPD-Politiker Johannes Kahrs und Ansgar Dittmar reagierten auf diese Aussage mit einer Pressemitteilung, wonach es mit ihrer Partei keine Koalition geben werde, "in der die Gleichstellung von Lesben und Schwulen nicht durchgesetzt wird" (queer.de berichtete).

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Tags: volker kauder, cdu, evangelikale
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Reaktionen zu "Volker Kauder: Mit Gott gegen die Gleichstellung"


 72 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
16.06.2014
16:57:29


(+17, 17 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Gott ist meines Wissens kein Verfassungsorgan, weder gewählt noch sonstwie legitimiert. Da gibt es immer nur fragwürdige Geschichten aus zweiter, dritter oder vierter Hand.

Kinder sollten in einem gewissen Alter über Religion aufgeklärt werden, ebenso wie über Drogen, damit sie einen Bogen darum machen können und erfahren, dass solcherart "kauderisierte" Personen (siehe HomoHeiler, Dieter Blechschmidt und Sven Heibel) sich außerhalb des Wirkungsbereiches von Menschenrechten bewegen.


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#2
16.06.2014
17:05:17


(+5, 11 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Sehr geehrter Herr Kauder, folgen Sie dem Beispiel von Herrn Heibel und verlassen Sie die CDU! Wenn Sie schon mit Evanglikalen sympathisieren, warum wechseln Sie dann nicht zur "Partei Bibeltreuer Christen", die genauso antiquierte Vorstellungen von Familien und Kindeswohl haben?


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#3
16.06.2014
17:21:08


(+12, 12 Votes)

Von itcheb


als logische Konsequenz der mittleralterlichen und wissenschaftlich schon x-mal widerlegten Thesen dieses veralteten Greises muss er dann auch die Abschaffung der (Hetero)Scheidung verlangen. Die ist nämlich million mal schädlicher für das Kindeswohl als zwei sich liebende Menschen des selben Geschlechts als Eltern zu haben.

Aber Themen zu Ende zu denken war ja noch nie die Stärke religiös verblendeter Spinner.


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#4
16.06.2014
17:23:26
Via Handy


(+11, 11 Votes)

Von Felix


"Die christliche Ethik sei eine "wichtige Richtschnur" der Politik."

Und ich dachte, in einer Demokratie herrscht Trennung von Staat und Kirche...


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#5
16.06.2014
17:24:56


(+11, 11 Votes)

Von Michelle
Aus Wohlde (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 11.11.2013


die "christliche Ethik", du A....schloch, steht seit Jahrhunderten für Diskriminierung, schlimmste Menschenrechtsverletzungen, Folter, Mißbrauch von Schutzbefohlenen, Machtmißbrauch, Vergewaltigung, Körperverletzung, Mord und die meisten Kriege. Wenn das deine Auffassung von Menschlichkeit sein sollte, gehörst du bis an dein Lebensende in den Bau.


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#6
16.06.2014
17:29:33
Via Handy


(+10, 10 Votes)

Von Timon


"Ich meine, es ist am besten, wenn Kinder in einer Familie wie die Psychotherapeuten sagen das mütterliche und das väterliche Prinzip vorfinden"

Will er denn auch Alleinerziehenden die Kinder wegnehmen?

Im übrigen:
wenn er sich schon auf Psychologie bezieht, sollte er auch erwähnen, dass alle seriösen, unabhängigen Studien zu dem Schluss kommen, dass Kinder in gleichgeschlechtlichen Familien genauso gut aufwachsen, wie in gegengeschlechtlichen.

Entscheidend ist nicht das Geschlecht der Eltern, sondern die Liebe.


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#7
16.06.2014
17:33:07


(+11, 11 Votes)

Von ist doch der


Jenem evangelischen Christen raunte am Tag nach der BT-Wahl die Katholikin Julia Klöckner im Adenauerhaus in Berlin wisserisch -vor SWR-Kameras- laut genug zu, dass der Tarek in Hessen das machen wird.


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#8
16.06.2014
17:36:37


(+9, 9 Votes)

Von Carsten AC


Muss wieder mal jemand mit null Sachkenntnis seine ideologisch verklärten Theorien zum besten geben und als angebliche Fakten verkaufen?!


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#9
16.06.2014
17:39:49


(+12, 12 Votes)

Von Julian S


Würde es ihm wirklich ums Kindeswohl gehen, würde er das befürworten. Denn das Kinder in Regenbogenfamilien aufwachsen ist Fakt - ob es ihm passt oder nicht und ob das gesetzlich geregelt ist oder nicht.

Aber wie allen fundamentalistischen Fanatikern geht es ihm gar nicht wirklich ums Kindeswohl, sondern er instrumentalisiert Kinder, um auf deren Kosten Hass zu schüren.


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#10
16.06.2014
17:43:47


(+9, 11 Votes)

Von Yannick


Hat der das Urteil des höchsten deutschen Gerichts noch nicht mitbekommen?

Oder ignoriert er das einfach und meint, er definiere was wahr ist und was nicht. Getreu dem Motto "Die Erde ist eine Scheibe."


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