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Szenenfoto aus "Coming In": Der schwule Promi-Friseur Tom (Kostja Ullmann) wechselt wegen Heidi (Aylin Tezel) zum anderen Ufer (Bild: Warner Bros. Pictures)

Am 23. Oktober kommt Marco Kreuzpaintners neue Komödie in die Kinos. Kostja Ullmann spielt darin einen schwulen Starfriseur, der sich in eine Neuköllner Kiezfriseuse verliebt.

Dieser Film, mit großem Schauspieleraufgebot produziert, dürfte im Herbst für einige Kontroversen sorgen. Denn in "Coming In" greift "Sommersturm"-Regisseur Marco Kreuzpaintner ein absolutes Tabuthema auf: Was passiert, wenn sich ein bislang zu hundert Prozent schwuler Mann auf einmal in eine Frau verliebt?

Gedacht als Komödie, über die sich Homos wie Heteros gleichermaßen amüsieren können, sind unerwünschte Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen: So könnte die Story so genannten Homoheilern in die Hände spielen. Auch Bisexuelle dürften sich in dem klischeebeladenen Film kaum wiederfinden.

Ihr Coming-out im Kino hat die Komödie erst am 23. Oktober 2014 – doch jetzt hat Warner Bros. Pictures den ersten Trailer veröffentlicht (siehe unten).

Komplikationen bei den ersten Gehversuchen in der Heterowelt


Das offizielle Poster zum Film: Bundesweiter Kinostart ist am 23. Oktober 2014

Die Story laut Pressemappe im Detail: Tom Herzner, gespielt von Kostja Ullmann, ist attraktiv, glamourös und erfolgreich. Er ist Berlins bekanntester Friseur und Star der Schwulenszene. Seine Kosmetikprodukte erobern halb Europa – aber eben nur halb, denn bisher verkauft er lediglich Shampoo für Männer. Um den Markt komplett aufzurollen, muss Tom herausfinden, was Frauen wollen. Seine Feldstudie führt ihn ins tiefste Neukölln, in den Salon der selbstbewussten Heidi. Die zweite Hauptrolle hat Aylin Tezel übernommen.

Kiez trifft Glamour – das kann natürlich nicht gut gehen. Dennoch: Wider Willen ist der eingebildete Tom schwer beeindruckt von Heidis frecher Direktheit. Und sie entdeckt hinter Toms gestylter Fassade sehr bald einen verblüffend einfühlsamen Kollegen. Wie jetzt? Verliebt Heidi sich etwa in einen Schwulen? Auch Tom weiß selbst nicht, wie ihm geschieht. Eine Frau? Was Tom und Heidi fühlen, passt in keine Schublade und Toms erste Gehversuche in der Welt der Heteros bleiben nicht ohne Komplikationen…

Staraufgebot dank üppiger Förderung

Auch in den Nebenrollen ist die Komödie prominent besetzt: Toms Lebenspartner spielt Ken Duken, seinen väterlichen Freund August Zirner, seine Salonchefin Katja Riemann, seinen Fahrer Dennis Moschitto, Bruno Eyron den amerikanischen Kosmetikkonzern-Vertreter, Tilo Prückner Heidis Großvater und Paula Riemann Heidis kleine Model-Schwester. In weiteren Rollen sind Andre Jung, Mavie Hörbiger, Hanno Kofler und Frederick Lau zu sehen. Gefördert wurde der Film vom Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB), der Filmförderungsanstalt (FFA) und dem Deutschen Filmförderfonds (DFFF).

Dass sich schwule Männer in Frauen verlieben, kommt in Mainstream-Komödien übrigens häufiger vor. Bereits 1997 drehte Thomas Bahmann u.a. mit Steffen Wink, Franka Potente und Helmut Berger einen gleichnamigen Film "Coming In", in dem sich der schwule Werbetexter Lorenz in seine Sekretärin Nina verguckt. Vor drei Jahren lief der italienische Film "Mal was anderes?" auch in deutschen Kinos an. Darin verknallt sich der offen schwule Bürgermeisterkandidat und Homo-Aktivist Piero in seine Wahlkampfmanagerin (queer.de berichtete). Im britischen Fernsehen gab es mit "Bob und Rose" gar eine ganze Mini-Serie zum Thema, aus der Feder von Russel T. Davies ("Queer as folk"). (cw)

Youtube | Erster Trailer zu "Coming In"


#1 Danny89Anonym
  • 18.06.2014, 01:07h
  • Also ich finde das echt megascheisse, sorry für die Ausdrucksweise. Kein Schwuler wird plötzlich wieder hetero, das ist doch total unrealistisch.

    Jeder ist wie er ist und so solls auch sein. So wird das Coming-Out, dass für viele schwer ist, lächerlich gemacht.

    Klar, ein schwuler Friseur outet sich erst und setzt alles aufs Spiel um dann wieder hetero zu werden.

    Für mich ist das ein Film, der zur Kategorie "BOYKOTT" gehört. Das ist eine Produktion, die sich einfach nicht gehört.

    Man sollte lieber mehr Filme mit offen Homosexuellen produzieren auch in Hetero-Filmen, dass die Leute langsam merken, dass das normal ist.

    Mit diesem Film denken die Menschen ja immer noch, dass wir Homosexuelle uns jederzeit wieder in Heteros verwandeln und homosexuelle Umerziehungslager werden sich bestätigt fühlen... Sowas geht echt nicht!!!!
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#2 ClaudiaAnonym
  • 18.06.2014, 01:28h
  • Auf so einen klischeebeladenen Schwachsinn kann ich wirklich verzichten. Wäre schön, wenn die Lebenswelten von Schwulen, Lesben und Transgender mal angemessen und klischeefrei und einfach mehr in "Mainstream-Filmen" vorkämen. Aber nein, stattdessen lieber "Schwulsein ist heilbar", damit das Heteropublikum wieder beruhigt ist. Ich hoffe, dieser Müll floppt, aber sowas von!
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#3 MichaelTh
#4 mjoelnirProfil
  • 18.06.2014, 07:56hBonn
  • Natürlich gibt es auch Männer, die sich selbst als schwul identifiziert haben und sich im Laufe ihres Lebens in eine Frau verlieben können. Und das darf auch kein Tabu sein.

    ABER: Ich weiß nicht, was dieser Film eigentlich aussagen will. Ich glaube kaum, dass sich Regisseur, Produzent_innen und Schauspieler_innen ernsthafte Gedanken um die Message gemacht haben.

    Und was soll dieser Titel "Coming In"? "In" worein. In die Hetero-Welt? Zurück in den Schrank?
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 DavidJacobEhemaliges Profil
#7 Harry1972Profil
  • 18.06.2014, 09:10hBad Oeynhausen
  • Nicht nur eine doofe Story sondern auch noch massiv gefördert, damit solche nervigen Gestalten wie Riemann und Konsorten nen Job bekommen.

    Elender Filmförderungs-Klüngel...
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#8 Sam RegenbogenAnonym
  • 18.06.2014, 09:23h

  • Ja, das gibt es. Willkür niemand aus der Szene hören.
    Ich habe mich nach 21 jähriger lesbischer Beziehung (und noch längerem lesbischen Leben) verliebt. In einen Mann. Na und?
    Aber es war (ist jetzt schon über ein Jahr her) sehr interessant zu spüren wie schnell die Szene z.T. an ihre Toleranzgrenzen stößt - obwohl sie doch selbst immer laut danach schreit.
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#9 Heterosexism purAnonym
  • 18.06.2014, 09:58h
  • Die immer aggressivere Inszenierung der gesellschaftlich produzierten Heterosexismen macht anscheinend vor gar nichts mehr halt.

    Während schwule Protagonisten in den Massenmedien, gerade in den Unterhaltungsprogrammen mit größter Breitenwirkung, weiterhin so gut wie unsichtbar sind, auf jeden Fall aber nicht einmal ansatzweise quantitativ und qualitativ gleichberechtigt vorkommen (siehe z. B. 0% Anteil schwuler und lesbischer Haupt- und Nebenrollen in den Primetime-Unterhaltungsprogrammen der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, bei Kino-"Blockbustern" nicht wesentlich höher), müssen Schwule, wenn sie überhaupt mal vorkommen, gleich wieder zwangsheterosexualisiert und "umgepolt" werden.

    Das hier mit einem an Perversität - hinsichltich der Verdrehung gesellschaftlicher Herrschafts- und Unterdrückungsverhältnisse - nicht zu überbietenden Schlagwort ("Coming In") beworbene Machwerk ist damit nichts anderes als Ausdruck einer besonders gewalttätigen und perfiden Form der Schwulenfeindlichkeit in Zeiten der wirtschaftlichen und sozialen Krise, in denen heterosexistische Geschäftsmodelle auf allen Kanälen, an praktisch allen Orten des öffentlichen Raumes usw. als "letzte Rettung" der Marketingabteilungen herhalten müssen und die bürgerliche Gesellschaft immer brutaler ihre unterdrückerische Ordnung reproduzieren muss, um sie noch irgendwie aufrechtzuerhalten.

    Eine verheerende und zutiefst reaktionäre Botschaft gerade an die jugendliche "Zielgruppe", in der junge, homosexuell empfindende Männer von den herrschenden, heterosexistischen Verhältnissen weiterhin serienweise in den Suizid getrieben werden.

    Die Homo-Hasser und -Auslöscher ("-Heiler") jedenfalls werden jubeln!
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#10 kuesschen11Profil
  • 18.06.2014, 10:02hDarmstadt
  • Wenn man bedenkt, was alleine in Europa und beispielhaft hier in Deutschland an Diskriminierung und Homophobie gegen LGBTs läuft, dann ist dieser Film "Coming In" eher unangebracht. Denn Heteros werden wegen ihrer sexuellen Orientierung NICHT und von keinem unterdrückt.

    Es ist eher Vorsicht geboten, dass Homoheiler mit ihren kruden Theorien mit diesem Film werben oder sich bestärkt fühlen.

    Wer als Individuum mit Gefühlen über seinen Schatten springen will, ist schon oft tief gefallen.
    Solche Klischee- Komödien gefallen mir sowieso nicht.
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