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  • 18.06.2014           12      Teilen:   |

Nachzügler

Italien: Neuer Anlauf für Lebenspartnerschaften

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Ministerpräsident Matteo Renzi ist erst seit Februar im Amt

Im Herbst will die Mitte-Links-Regierung einen erneuten Anlauf zur Anerkennung von Homo-Paaren starten – der letzte Versuch scheiterte vor sieben Jahren kläglich.

Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hat angekündigt, dass die Debatte um die Einführung von eingetragenen Lebenspartnerschaften im italienischen Parlament im September diesen Jahres beginnt. Wie die Zeitung "La Reppublica" am Dienstag berichtete, habe der Sozialdemokrat Renzi erklärt, dass homosexuelle Paare "die selben Rechte erhalten sollen wie verheiratete heterosexuelle Paare". Seine Demokratische Partei habe Homosexuellen während des Wahlkampfes im letzten Jahr eine Anerkennung ihrer Partnerschaften versprochen und müsse jetzt liefern. Es gebe bereits mehrere Entwürfe, die in der Regierungskoalition zirkulierten.

Das neue Gesetz soll sich am britischen und deutschen Lebenspartnerschaftsgesetz orientieren. Es sollen auch im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen automatisch als italienische Lebenspartnerschaften anerkannt werden. In allen Bereichen sollen homosexuelle Paare mit Hetero-Ehepaaren gleichgestellt werden, allerdings mit einer Ausnahme: Das Adoptionsrecht soll weiterhin nur auf verschiedengeschlechtliche verheiratete Paare begrenzt sein. Das neue Gesetz könnte aber ein Recht auf Stiefkindadoption enthalten.

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"Regenbogenrevolution"

Die Ankündigung wurde von LGBT-Aktivisten vorsichtig begrüßt. Auch der offen schwule Vizepräsident von Renzis Demokratischer Partei, Ivan Scalfattorotto, zeigte sich positiv überrascht, dass Renzi vier Monate nach seiner Amtsübernahme bereits das Projekt Gleichstellung angeht. Er erklärte allerdings auch: "In einer idealen Welt würde Italien die Ehe öffnen, aber mir ist es lieber, wenn wir sofort Lebenspartnerschaften erhalten als später die Ehe öffnen". Italienische Zeitungen sprechen bereits von der "rivoluzione Arcobaleno" (Regenbogenrevolution).

Italien ist der letzte größere Staat im politischen Westeuropa, der gleichgeschlechtliche Paare nicht anerkennt. Grund ist insbesondere der starke Einfluss der katholischen Kirche auf die italienische Politik. Auch der langjährige konservative Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte eine Anerkennung von homosexuellen Paaren stets abgelehnt. Noch im letzten Jahr hatte er während des Wahlkampfes mit homophoben Sprüchen um Stimmen geworben (queer.de berichtete).

Zuletzt versuchte die Regierung des linksgerichteten Ministerpräsidenten Romano Prodi im Jahr 2007, eingetragene Partnerschaften einzuführen. Das Projekt scheiterte aber am Streit in der damaligen Neunparteien-Koalition (queer.de berichtete). Insbesondere der Widerstand einer kleinen katholischen Partei trug zum Scheitern bei. Noch ist unklar, ob sich die Geschichte sieben Jahre später wiederholen wird: So wird Renzi etwa auch von der kleinen konservativen Partei "Nuovo Centrodestra" (Neue rechte Mitte) unterstützt, die LGBT-Rechten sehr kritisch gegenüber steht.

Richter könnten der Regierung dieses Mal Druck machen: So entschied in April ein toskanisches Gericht, dass eine in den USA geschlossene Ehe von einer Stadt in der Region anerkannt werden muss (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: italien, matteo renzi, homo-ehe, lebenspartnerschaft
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Reaktionen zu "Italien: Neuer Anlauf für Lebenspartnerschaften"


 12 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
18.06.2014
16:33:47


(+7, 7 Votes)
 
#2
18.06.2014
17:33:46


(+5, 5 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Langsam aber immerhin!


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#3
18.06.2014
17:46:47


(0, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Besser spät als nie und mal schön der Katholischen Kirche den Wind aus den Segeln nehmen!


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#4
18.06.2014
18:46:28


(0, 4 Votes)

Von Oliver43


Das wurde auch Zeit, dass in Italien zumindest ein Lebenspartnerschaftsinstitut einführt, wie es Deutschland, Schweiz oder Österreich in ähnlicher Weise haben.

Dann wünsche ich der Regierung von Matteo Renzi viel Glück dabei, dass dies endlich umgesetzt wird.

Italien liegt weit zurück; insbesondere wenn man bedenkt, dass heute Luxemburg als 11. Staat in Europa die Eheöffnung durchgesetzt hat.


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#5
18.06.2014
21:08:40
Via Handy


(+3, 3 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Wäre schön, bin aber sehr vorsichtig.

Dieses Land ist einfach extrem katholisch und wenn einmal in einem Telegiornale der Santo Padre nicht vorkommt, fürchten viele Harmagedon habe soeben begonnen. Wenn die von diesem Gesetz hören glauben die das sowieso.


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#6
18.06.2014
22:54:54


(+4, 4 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Ist schon längst extrem peinlich für Italien so zurück zu liegen im Bereich der Menschenrechte. Wo Glaubenseiferer, keine Weiterentwicklung einer Gesellschaft, nur Stillstand bis Rückschritt, die Italiener sollten sich endlich befreien von diesen Märchenbuchvertretern.


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#7
19.06.2014
10:26:21


(+3, 3 Votes)

Von Robin


Hoffentlich klappt das.

Die katholische Kirche wird jetzt natürlich das volle Hetz-Programm auffahren und da Italien ein sehr katholisch geprägtes Land ist werden viele sich da aufhetzen lassen.

Aber wenn Italien wirklich eine Demokratie sein will und kein Gottesstaat, dann darf die Politik sich davon nicht beeindrucken lassen.

Eine Eheöffnung wäre natürlich besser gewesen, aber eien Eingetragene Partnerschaft ist erst mal besser als gar nichts. Und danach kann man ja an der Eheöffnung arbeiten.


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#8
19.06.2014
11:15:37


(+4, 6 Votes)

Von Alex
Antwort zu Kommentar #7 von Robin


Ja, ich fürchte auch, dass die katholische Kinderschänder-Sekte jetzt so richtig aufdrehen wird.

Die werden auch nicht davor zurückschrecken, als geistige Brandstifter zu Gewalt aufzuwiegeln.


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#9
19.06.2014
11:27:46


(+2, 4 Votes)

Von Peer


Ich persönlich finde zwar, dass man in Zeiten, wo weltweit immer mehr Staaten (zumindest in der zivilisierten Welt) die Ehe öffnen, statt diesem Zwischenschritt gleich die Ehe öffnen sollte. Aber wenn das in Italien erst viel später möglich ist, ist dieser Schritt schon mal besser als gar nichts.

Aber eines muss auch klar sein:
das darf nur ein Zwischenschritt sein. Das Ziel muss auch in Italien die Eheöffnung sein!


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#10
19.06.2014
18:51:20


(+3, 3 Votes)

Von gatopardo
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Naja, von ital.Politikern sind wir ja nicht verwöhnt, aber dieser junge und forsche Sozialdemokrat ist immerhin ein Hffnungsschimmer für eventuelle Fortschritte. Nur wird die Durchsetzung einer Lebenspartnerschaft im Schatten des Vatikans wohl wieder eine Durststecke ohne Ende mit ungewissem Ausgang und am Ende wird sie von den allseits wachsamen Religionsfuzzis wieder abgeschafft. Es ist ein Jammer mit diesem so wunderschönen Land, seiner hervorragenden Küche und seinen unvergleichlichen Kunstschätzen.


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