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  • 18.06.2014           51      Teilen:   |

Nur vier Gegenstimmen

Luxemburg öffnet Ehe für Schwule und Lesben

Artikelbild
Der liberale Premierminister Xavier Bettel ist - wie auch sein sozialdemokratischer Vize - selbst schwul

Mit großer Mehrheit spricht sich das Parlament für die Gleichstellung aus. Auch Jean-Claude Junckers konservative Partei steht hinter der Ehe-Öffnung.

Am Mittwochabend hat die Abgeordnetenkammer mit 56 zu 4 Stimmen der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben zugestimmt. Das Gesetz sieht eine vollständige Gleichstellung vor und umfasst auch die Gleichbehandlung im Adoptionsrecht, gegen die es zuvor Widerstand aus konservativen Kreisen und von der katholischen Kirche gegeben hatte (queer.de berichtete).

Dem Gesetz stimmten die Regierungsfraktionen der liberalen Demokratesch Partei (DP), der Sozialistesch Aarbechterpartei (LSAP) und der Grünen (Déi Gréng) zu. Auch die größte Oppositionspartei, die Chrëschtlech Sozial Vollekspartei (CSV) des ehemaligen Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker, votierte für die Gleichstellung. Einziger Gegner war die rechtskonservative Alternativ Demokratesch Reformpartei (ADR).

Die Redner der CSV gaben sich in der Parlamentsdebatte versöhnlich. Man müsse mit der Zeit gehen und gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragen. Diese Aussage fand große Zustimmung bei den Rednern der Regierungs-Koalition und der luxemburgischen Linkspartei Déi Lénk. Ein Vertreter der ADR beklagte dagegen, eine Gleichstellung von lesbischen und schwulen Paaren würde Vielweiberei, Vielmännerei und Gruppenehe die Tür öffnen.

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Unaufgeregte Debatte

Der Ehe-Öffnung war eine langjährige Debatte vorausgegangen, die anders als etwa in Frankreich äußerst zurückhaltend geführt wurde. So hatte die damalige konservativ-sozialdemokratische Regierung bereits Anfang 2010 die Gleichstellung angekündigt (queer.de berichtete).

Luxemburg ist damit nach den Niederlanden, Belgien, Spanien, Schweden, Portugal, Dänemark und Frankreich das achte Land in der Europäischen Union, das Schwule und Lesben im Eherecht gleichstellt. Auch die britischen Landesteile England und Wales erlauben Homosexuellen inzwischen die Eheschließung, aber noch nicht Schottland und Nordirland. In Europa sind gleichgeschlechtliche Eheschließungen außerhalb der EU zudem in Norwegen und Island möglich.

Das Großherzogtum, in dem mit 550.000 Einwohnern weniger Menschen leben als in Stuttgart, hat eine lange Tradition als homofreundliches Land. Gleichgeschlechtliche Handlungen wurden bereits 1794 legalisiert – und damit 175 Jahre, bevor Deutschland diesen Schritt wagte. Seit 2004 gibt es eingetragene Lebenspartnerschaften.

Eine große Mehrheit der Bevölkerung steht hinter der Entscheidung der Regierung. So befürworteten laut einer Umfrage der Zeitung "Luxemburger Wort" und des Senders RTL im vergangenen Jahr 83 Prozent der Luxemburger, dass Schwule und Lesben Ehen schließen dürfen. Nur neun Prozent sprachen sich dagegen aus. Allerdings ist die Zustimmung zur Gleichstellung im Adoptionsrecht geringer: Hier äußerten nur 55 Prozent der Bevölkerung Unterstützung. (dk)

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Tags: luxemburg, ehe-öffnung
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Reaktionen zu "Luxemburg öffnet Ehe für Schwule und Lesben"


 51 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
18.06.2014
19:08:20


(-6, 10 Votes)

Von Oliver43


Es war in der Tat eine sehr unaufgeregte Debatte und es ist erfreulich, dass es nur vier Gegenstimmen von der ADR gab.

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Was die beiden Redner der ADR anging (Roy Reding und Fernand Kartheiser), so kamen wieder die üblichen bescheuerten Gegenargumente. Erstaunlich nur, dass sich Reding ausgerechnet in seiner Rede auf ein Dokument von Volker Beck stützte, in dem er referierte, die Eheöffnung sei falsch, weil homosexuelle Paare weniger treu als heterosexuelle Paare seien. Schon sehr strange, wie hier Herr Reding sich auf Volker Beck berief.

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Amüsant war auch der Redner der Linken, Justin Turpel, der seine Rede mit dem Klassenkampf und Marx und Engels anfing und meinte, dass jeder Gesellschaftskampf, wie auch dieser, mit Marx und Engels zusammenhängt. Aber sehr erfreulich die Linken in Luxemburg waren klar für die Eheöffnung.

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Gute Reden hielten auch die beiden Redner der sozialdemokratischen Partei (Marc Angel und Alex Bodry), Insbesondere Brody kritisierte in seiner Rede die Haltung der Katholischen Kirchenleitung sehr scharf.

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Auch die Rede von Vivianne Loschetter von den Grünen hat mir gut gefallen.

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Doch wirklich erfreulich für Luxemburg ist, dass die Christdemokraten dort zugestimmt haben. Leon Gloden von der CSV hielt die Rede als Zweiter und hielt sich tapfer.

Fazit: Deutschland kann sehr viel von Luxemburg lernen und inbesondere die CDU von Frau Merkel sollte nach Luxemburg schauen und davon lernen, wie dort ihre Schwesterpartei CSV der Eheöffnung zugestimmt hat.

Jens Spahn und Stefan Kaufmann sollte in ihrer weiteren Arbeit im Bundestag klar die CDU von Merkel dahinführen, wo die Schwesterpartei CSV in Luxemburg bereits ist.


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#2
18.06.2014
19:15:21


(+7, 9 Votes)

Von goddamn liberal


Das Land ist nicht hipp und nicht ultralinks, es ist ländlich-katholisch geprägt und die Leute sprechen einen ähnlichen moselfränkischen Dialekt wie meine Oma. Und eine Monarchie ist es noch dazu.

Wenn Deutschland noch an unserem Untermenschenstatus festhält, dann liegt das nicht an irgendeiner diffusen Rückschrittlichkeit.

Es liegt klar an den politischen Zeiten, die den Begriff des Untermenschen in mörderische Politik umgesetzt haben.

Die sind eben lebendiger, als man so denkt.

In den Köpfen von Kauder u. Co.


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#3
18.06.2014
19:28:21


(+5, 7 Votes)

Von ehemaligem User Robby


Bravo! Na also, geht doch! Da sollte sich die homophobe GroKom mal eine Scheibe davon abschneiden!


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#4
18.06.2014
19:38:41


(+6, 8 Votes)

Von stephan
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Herzlichen Glückwunsch nach Luxemburg!

"Die Redner der CSV gaben sich in der Parlamentsdebatte versöhnlich. Man müsse mit der Zeit gehen und gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragen."

Wie weise, denn die ewig-gestrigen und k*ckbraunen werden es hierzulande noch einmal bereuen, ihre diskriminierende Gesinnung nie überdacht zu haben!

Dass der Leiter des Bundeskanzleramtes sogar gegen das Hissen der Regenbogenflagge interveniert, spricht Bände. Aber sein erster Vorgänger, Globke, war eben auch Mitverfasser der Nürnberger Gesetze und in der gleichen Partei wie Altmeier, Merkel, Kauder, Steinbach, etc.

Es ist aber - trotz der fortgesetzten Diskriminierung hierzulande - schön zu sehen, dass unsere Nachbar toleranter und offener sind und das Verbrechen der Diskriminierung abräumen!


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#5
18.06.2014
19:55:26


(+7, 9 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #4 von stephan


"Es ist aber - trotz der fortgesetzten Diskriminierung hierzulande - schön zu sehen, dass unsere Nachbar toleranter und offener sind und das Verbrechen der Diskriminierung abräumen!"

Unsere westlichen Nachbarn wurden als Demokratien von der NS-Diktatur überfallen und unterdrückt, deren Ungeist hierzulande immer noch nachwirkt.

Schwule und Luxemburger haben eben mehr gemein, als man denkt.


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#6
18.06.2014
20:39:08
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(+7, 9 Votes)

Von myystery


Länder mit Eheöffnung: Niederlande, Schweden, Kanada, Spanien, Norwegen, Großbritannien, Frankreich, Dänemark, Island etc.

Länder ohne "Homo-Ehe":
Irak, Iran, Afghanistan, Russland, Syrien, Saudi-Arabien, Turkmenistan, Kasachstan, Deutschland etc.

Merkel-Deutschland ist in formidabler Gesellschaft!


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#7
18.06.2014
20:39:18
Via Handy


(+5, 7 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Herzliche Gratulation an unsere Freunde in Luxembourg!

Heute Abend gibts zu diesem freudigen Anlass bei uns als Bettmümpfeli ein paar feine Luxemburgerli !

Link:
m.gutekueche.ch/rezept/6193/luxemburgerli.html


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#8
18.06.2014
21:55:02


(+6, 8 Votes)
 
#9
18.06.2014
23:19:03


(+6, 6 Votes)

Von Sebi


Bravo!

Ein weiteres Land, das fortschrittlicher als Deutschland ist.


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#10
19.06.2014
10:12:11


(+5, 7 Votes)

Von Marek


Das freut mich für Luxemburg und seine Bürger.

Aber es ist natürlich auch ein weiteres Armutszeugnis für Deutschland, wo die CDU/CSU dank Unterstützung der SPD weiterhin jeden noch so kleinen Fortschritt blockiert.

Das werden wir denen NIE vergessen!


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