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  • 19.06.2014           66      Teilen:   |

Unterstützung aus der Union

Heibel schimpft auf die "Homolobby"

Artikelbild
Auch nach der Rückgabe seines CDU-Parteibuch will Sven Heibel weiter in der Politik mitmischen

Weil er sich den Paragrafen 175 zurücksehnte, drängte die CDU Sven Heibel zum Parteiaustritt. Während der Lokalpolitiker in der "Jungen Freiheit" nun sein Leid beklagt, springt ihm ein Landtagsabgeordneter bei.

Das Machtwort der Parteichefin hielt nur eine Woche. Unmittelbar nachdem bekannt wurde, dass Sven Heibel, der mittlerweile ehemalige Chef der CDU von Wallmerod im Westerwaldkreis, in einem Facebook-Post die Abschaffung des Paragrafen 175 vor 20 Jahren kritisierte, verbreitete die CDU-Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, eine "klare Distanzierung" auf Twitter. Doch nun kommt aus der Union erstmals auch öffentliche Unterstützung für den homophoben Ortsbürgermeister von Herschbach, der bereits sein Parteibuch zurückgegeben hat.

Für ihre klare Haltung hatte die CDU zuvor viel Respekt erhalten. So hatte die regionale Junge Union Heibel noch am Abend vom Amt des Beisitzers enthoben. Selbst ausgewiesene Gleichstellungsgegner wie Erika Steinbach hatten die Äußerungen des Lokalpolitiker kritisiert.

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Landtagsabgeordneter vermisst "kontroverse Debatten" in der CDU

Der CDU-Landtagsabgeordnete Michael Billen findet den Umgang mit Sven Heibel unfair - Quelle: CDU Rheinland-Pfalz
Der CDU-Landtagsabgeordnete Michael Billen findet den Umgang mit Sven Heibel unfair (Bild: CDU Rheinland-Pfalz)

In einem Interview mit dem SWR beklagte nun der Landtagsabgeordnete Michael Billen, dass mit Heibel unfair umgegangen worden sei: "Man hat versucht, sich von Herrn Heibel in einer Form zu distanzieren, (die) einer Volkspartei nicht würdig ist." Billen kritisierte außerdem, dass kontroverse Debatten in der Union nicht mehr geführt würden. "Ich bedauere, dass wir in der CDU versuchen, jegliche Diskussionen zu unterbinden", erklärte der Landtagsabgeordnete aus der Eifel im SWR.

Billen ist außerdem der Auffassung, dass niemand in der CDU Homosexualität wieder unter Strafe stellen möchte. Allerdings gebe es viele Parteimitglieder, die mit der Gleichstellung homosexueller Paare nicht einverstanden seien.

Heibel selbst sieht sich unterdessen als Opfer einer "Homolobby" und in seinem Recht auf Meinungsfreiheit eingeschränkt. In einem Interview mit der rechtsextremen Zeitung "Junge Freiheit" sagte der Ex-CDU-Politiker wörtlich: "Schwulenfeindlich bin ich natürlich nicht. Auch Homosexuelle dürfen sich frei entfalten und ihre Meinung äußern. Ich habe allerdings etwas gegen die sogenannte Homolobby. Nicht alles, was aus dieser Richtung kommt, muß unterstützt werden, und ich denke, der Staat sollte die Homosexualität nicht noch fördern und ein Stück weit glorifizieren."

Der CDU warf Heibel vor, "zu schnell und zu uninformiert reagiert" zu haben und auf einen "Zug der Entrüstung" aufgesprungen zu sein. "Ich bin von weiten Teilen der Partei maßlos enttäuscht", sagte der noch vor dem Skandal abgewählte Ortsbürgermeister, der im Juli aus dem Amt scheidet. "Auch in der CDU ist die Lobby für Homosexualität größer als das Einstehen für die Meinungsfreiheit, und das in einer christlichen Partei. Das ist ein Armutszeugnis." Das "C", so Heibel, habe in der CDU "nichts mehr verloren". (cw)

Mehr zum Thema:
» CDU-Politiker bedauert Abschaffung von Paragraf 175 (12.06.2014)
» Sven Heibel aus CDU ausgetreten (16.06.2014)
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Tags: sven heibel, westerwald, paragraf 175, michael billen
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Reaktionen zu "Heibel schimpft auf die "Homolobby""


 66 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
19.06.2014
19:23:48


(+17, 19 Votes)

Von goddamn liberal


Homo-Lobby, jüdische Lobby, Weltverschwörung - ein alter Hut.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Protokolle_der_Weisen_von_Zi
on


Es gibt Gestalten und es müssen nicht ungedingt Hinter- und Westerwälder sein, für die ist die Gleichstellung einer Minderheit, auf der man bis vor kurzem auch als Mindergestellter und Minderbemittelter sorglos herumtrampeln konnte, ein Riesenskandal.

Etwas, das sie nicht begreifen können.

Das kann dann nicht mit rechten Dingen zugehen und finstere Mächte müssen dahinterstehen.

Dass diese Angstfantasie für die betreffenden Minderheiten gefährlich ist, ist klar.

Brandgefährlich, wenn politische Brandstifter auftauchen.


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#2
19.06.2014
19:33:33


(-22, 26 Votes)

Von Handwerker


Was sagte doch der Heibel ?
Zunächst bedauerte er die Straffreiheit von Homosexualität und sagt nun:

"Auch Homosexuelle dürfen sich frei entfalten und ihre Meinung äußern. Ich habe allerdings etwas gegen die sogenannte Homolobby. Nicht alles, was aus dieser Richtung kommt, muß unterstützt werden, und ich denke, der Staat sollte die Homosexualität nicht noch fördern und ein Stück weit glorifizieren."

Jemand der die Straffreiheit von Homosexualität bedauert, lügt wenn er sagt, dass sich Homos frei entfalten können sollten.

Aber er hat Recht mit "Nicht alles, was aus dieser Richtung kommt, muß unterstützt werden".
Als Beispiel würde ich diese schwachsinnige Gender-Ideologie anführen, womit dann auch noch die Kinder in der Schule verblödet werden sollen.

Homo-Rechte JA- Gender-Schwachfug NEIN !

PS:
Die Wochenzeitung "Junge Freiheit" lese ich auch regelmäßig und die ist allenfalls als konservativ zu bezeichnen, jedoch bei weitem nicht als "rechtsextrem".
Es wird darin keinerlei völkische Propaganda verbreitet.


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#3
19.06.2014
19:37:08


(+5, 7 Votes)

Von Kakaotrinkerin
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Link zu www.spiegel.de


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#4
19.06.2014
19:37:43


(+7, 9 Votes)

Von immer witzig


Die Aufforderung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Christian Baldauf, auf sein Landtagsmandat zu verzichten....

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Michael_Billen


CDU in Frankenthal

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Christian_Baldauf


Link:
de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Ries


Link zu www.welt.de


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#5
19.06.2014
19:40:22


(-20, 22 Votes)

Von Handwerker


Achso wegen der Jungen Freiheit:

Die steht Homosexualität eher ablehnend gegenüber.
Da hab ich mal bei einer Gelegenheit in einem Leserbrief an diese Zeitung dagegen gehalten und das wurde dann bei den Leserbriefen auch abgedruckt, sogar als erster Leserbrief.

Eine wirklich "rechtsextreme" Zeitung hätte das wohl nicht gemacht.


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#6
19.06.2014
19:48:25


(-22, 24 Votes)

Von Dont_talk_about
Aus Frankfurt (Hessen)
Mitglied seit 14.01.2014


Heibel hat einen Fehler gemacht. Aber wir brauchen Politiker mit Ecken und Kanten, die auch mal provozieren können und nicht immer nur den Weg des geringsten Widerstands suchen. Solche Politiker haben in den 70er Jahren für Homorechte gekämpft, als das noch nicht gesellschaftsfähig war, und die stellen heute eben auch mal was in Frage


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#7
19.06.2014
19:52:04


(+15, 17 Votes)

Von Robin


Es ist typisch, dass sich Fundamentalisten, nachdem sie entlarvt wurden, immer als Opfer stilisieren und den anderen die Schuld zuschieben wollen.

Man selbst ist immer der Gute und die Bösen sind grundsätzlich nur die anderen.

Würden die das mal kritisch hinterfragen, wäre das ihr psychischer Untergang, weil sie sich dann ihr Lebenslüge eingestehen müssten.


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#8
19.06.2014
19:52:29


(+17, 19 Votes)

Von sperling


>"Ich bedauere, dass wir in der CDU versuchen, jegliche Diskussionen zu unterbinden"

ja, genau. ob man schwule nicht doch besser einsperren sollte, ob andere rassen minderwertig sind, ob die juden vielleicht zu viel geld haben - das muss man doch alles diskutieren! wo kämen wir hin, wenn gleichheit, freiheit und würde des menschen nicht immer wieder mutig und konsequent in frage gestellt würden!


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#9
19.06.2014
19:54:26


(+13, 15 Votes)

Von Peer


Jaja, die böse "Homo-Lobby" und die armen Konservativen.

Wenn es wirklich so wäre und es wirklich eine so mächtige Homo-Lobby gäbe, hätten wir längst die volle Gleichstellung. Und die Homohasser könnten es nicht verhindern. Ist aber (leider) nicht so...

Verschwörungstheorien sind das erste Anzeichen für das komplette Abdriften in eine Phantasie-Welt.


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#10
19.06.2014
19:56:08


(+13, 15 Votes)

Von Yannick


War doch klar, dass der aus der CDU Rückendeckung bekommt.

Ich wage auch mal die Behauptung: wäre der nicht von sich aus ausgetreten, hätte die CDU den niemals rausgeschmissen.

Wer Nazi-Paragraphen zurück haben will, ist doch in der CDU der Held.


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