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  • 20.06.2014           62      Teilen:   |

Baden-Württemberg

Bildungsplan-Gegner starten neue Petition

Artikelbild
Bei Demos gegen den Bildungsplan wird "krankhafte" Homosexualität immer wieder mit Pädophilie gleichgesetzt.
Bild: Kevin Edwards / flickr / cc by 2.0

Homosexuelle im Unterricht als gleichwertig zu beschreiben, sei verfassungswidrig, argumentieren Homo-Hasser in Baden-Württemberg in einer neuen Petition.

Die Organisatoren der homofeindlichen "Demo für alle" sammeln erneut Unterschriften gegen den Bildungsplan der grün-roten Landesregierung, weil dieser vorsieht, das Thema "sexuelle Vielfalt" fächerübergreifend im Unterricht zu behandeln. In der Petition wirft das christliche Aktionsbündnis der Regierung vor, dass "der Bildungsplan parteipolitische und ideologische Vorstellungen auf dem Rücken der Kinder exekutiert".

In dem an Kultusminister Andreas Stoch (SPD) gerichteten Schreiben heißt es, der Bildungsplan sei nicht grundgesetzkonform: "Das Einfordern von Akzeptanz generell verstößt gegen das Indoktrinationsverbot und ist deshalb verfassungswidrig". Dabei berufen sich die Homo-Gegner auf den Rechtswissenschaftler Professor Ulrich Palm von der Universität Stuttgart-Hohenheim. Er hatte im Mai vor der CDU-Fraktion im Landtag behauptet, dass der Staat auf die weltanschaulichen Überzeugungen der Eltern Rücksicht nehmen müsse und daher keine Akzeptanz von Kindern gegenüber Nicht-Heterosexuellen einfordern dürfe.

Die Homo-Gegner argumentieren insbesondere, dass von Schülern nicht wie im Bildungsplan vorgesehen Akzeptanz für Homosexuelle verlangt werden könne, sondern höchstens Toleranz. Grund: Akzeptanz setze einen "positiven Zustimmungsakt voraus" – und dieser könne von bibeltreuen Christen wegen der im Grundgesetz garantierten Religionsfreiheit nicht verlangt werden.

Freilich wird der Begriff "Akzeptanz" bereits jetzt in Schulen eingefordert, wenn es um andere Minderheiten geht: So verlangt etwa das bayerische Kultusministerium "gegenseitige Toleranz und Akzeptanz" von Schülern mit und ohne Migrationshintergrund. Bislang hat die "Demo für alle" jedoch noch nicht die Akzeptanz von Ausländern mit nichtchristlichen Wurzeln als "Indoktrination" kritisiert.

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Homosexualität als "krankhafte Variante sexueller Identität"

In Kommentaren unter der Petition werden die Motive und Vorurteile der Homo-Gegner deutlich: Dort wird Homosexualität etwa als "krankhafte Variante sexueller Identität" bezeichnet. Die regierenden Grünen werden außerdem als "Verderber der Jugend" und als "Kindersexpartei" diffamiert.

Die Gegner des Bildungsplans wollen am 28. Juni wieder in Stuttgart protestieren (queer.de berichtete). Bei den drei vorangegangenen Demos hatten jeweils bis zu 800 Menschen vor dem Stuttgarter Schloss demonstriert.

Die "Demo für alle" ist ein Bündnis mehrerer christlicher Gruppen wie der "Initiative Schützt unsere Kinder" oder dem "Forum deutscher Katholiken" sowie Einzelaktivisten wie Gabriele Kuby. Auch die Union mischt bei dem Homo-Hassern mit: So ist auch der Evangelische Arbeitskreis der CDU-Kreisverbände Heilbronn, Mannheim und Rems-Murr Mitglied im Bündnis. Die Stuttgarter CDU hatte zudem Anfang des Monats dem politischen Gegner vorgeworfen, Störaktionen bei der "Demo gegen alle" zu planen (queer.de berichtete). Auch die FDP spricht sich im Land gegen den Bildungsplan aus und lehnt eine bessere Aufklärung über sexuelle Vielfalt an öffentlichen Schulen im Land ab.

Bereits im April feierten die Homo-Gegner einen ersten Erfolg, nachdem die Landesregierung den Bildungsplan um ein Jahr auf die Zeit nach der Landtagswahl 2016 verschoben hatte (queer.de berichtete). Kultusminister Stoch erklärte damals, die Proteste hätten mit der Verschiebung nichts zu tun – es sei lediglich notwendig, weitere Praxistests durchzuführen. (dk)

Links zum Thema:
» Petition der "Demo für alle"
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Tags: bildungsplan, andreas stoch, cdu, demo für alle
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Reaktionen zu "Bildungsplan-Gegner starten neue Petition"


 62 User-Kommentare
« zurück  1234567  vor »

Die ersten:   
#1
20.06.2014
14:50:02


(+10, 12 Votes)
 
#2
20.06.2014
14:54:08


(+10, 12 Votes)

Von goddamn liberal


Der Vortrag von Palm geht davon aus, dass in BW eine Art fachübergreifender Sexualkundeunterricht geplant sei. Dem sind die Grundlegeungen der Gender bzw- Queer-Theorie einfach nicht bekannt. Die Menschenrechte auch nicht.

Deswegen schürt er nach dem Motto 'Schwaben haben keinen Sex' irrationele Ängste.

Zu einem Mindestmaß an wissenschaftlicher Redlichkeit würde es gehören, die internationale Rechtsentwicklung und die Rechtsprechung des BVG zur Kenntnis zu nehmen. Dann könnte man leicht erkennen, dass der Bildungsplan nicht nur verfassungsgemäß, sondern sogar verfassungsmäßig geboten ist.

Youtube-Video:


Alles andere wäre die Fortsetzung einer Entrechtungs- und Vernichtstradition, in der sich gerade die deutsche Justiz blutige Hände geholt hat.


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#3
20.06.2014
14:58:13


(+13, 13 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Genau das ist jetzt die logisch konsequente Antwort der Homohasser auf das Einknicken der Regierung hinsichtlich des Bildungsplanes - war absolut nicht anders zu erwarten.

Gibt man dieser durch und durch (im ursächlichen Sinne) unchristlichen (!!) Bagage auch nur den Fingernagel, haben sie sofort die Hand und daraufhin den ganzen Arm etc.............

Dass die Entwicklung nach dem bisherigen "Erfolg" in Siebenmeilenschritten weitergehen wird, lag doch auf der Hand.

Die ganze Angelegenheit hätte - wie geplant - ohne wenn und aber durchgezogen werden müssen, auch wenn dies dann der Untergang der Fantasiewahnwelt der Religioten bedeutet hätte - und gut wär's - aber nein, man musste einknicken.
"Recht so", wie es jetzt kommt...............

Charakter und Rückgrat hätten anders ausgesehen!


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#4
20.06.2014
15:14:39


(+9, 13 Votes)

Von AntiFanti
Aus Berlin
Mitglied seit 02.04.2013


...alleine das diese leute homosexualität mit pädophilie gleichsetzen zeigt welchen geistes kind sie sind.
wovor haben diese leute eigentlich angst? muss man sich nun wieder durch alle instanzen klagen? wie dieses thema mich doch ankotzt.


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#5
20.06.2014
15:35:14
Via Handy


(+10, 10 Votes)

Von libary


800 Menschen,die Scheisse auf Kosten anderer reden,sind meiner Meinung nach nicht representativ für die Meinung vieler.Ich lebe in Berlin und komme ursprünglich aus Baden-Württemberg.Ich habe mir dort schon eine Menge homophoben Mist anhören müssen und oft diskutiert,aber so etwas hat sich mir gegenüber noch keiner getraut zu sagen.Je liberaler das Land wird,umso konservativer wird das"Ländle",scheint es mir.


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#6
20.06.2014
15:37:17
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von Felix


Die schrecken vor keiner Lüge zurück um doch noch irgendwie genug Leute für ihre Petition zusammen zu bekommen.

Die alte Taktik:
Fear, Uncertainty, Doubt.


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#7
20.06.2014
15:48:53
Via Handy


(+11, 13 Votes)

Von Gerrit


Das zeigt, dass Artikel 3 GG erweitert werden muss, damit selbst diese Hinterwäldler kapieren, dass die Gleichheit aller Menschen nicht gegen das Grundgesetz verstößt, sondern sogar daraus resultiert.


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#8
20.06.2014
15:50:43
Via Handy


(+12, 14 Votes)

Von Simon H


Ist eine Petition eigentlich wirksam, wenn sie mit einer Lüge erschlichen wurde und noch dazu verfassungswidrig ist?


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#9
20.06.2014
15:52:38
Via Handy


(+12, 14 Votes)

Von Petter


Wieso werden solche Fundamentalisten und Extremisten nicht vom Verfassungsschutz beobachtet? Und wegen Volksverhetzung verklagt?


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#10
20.06.2014
15:56:14
Via Handy


(+13, 15 Votes)

Von Felix


Die werden wohl niemals mit ihrer Hetze aufhören. Aus denen spricht der pure Menschenhass.

Diese Faschisten hätten wohl am liebsten das Dritte Reich zurück, wo sie uns ins KZ stecken könnten.


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