Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 21.06.2014           80      Teilen:   |

Der Tag der drei Paraden

CSD Berlin: Selbst Kreuzberg schlägt Aktionsbündnis

Artikelbild
Soviele Schilder und Transparente wie auf der Demo des Aktionsbündnisses dürfte es bei einem Berliner CSD seit langem nicht mehr gegeben haben (Bild: Dominik Dierich)

Gleich drei CSD-Demos zogen am Samstag durch die Hauptstadt. Die Massen blieben dem Ur-CSD treu, der Marsch des Aktionsbündnisses war eher traurig. Überraschungsteilnehmer beim Kreuzberger CSD war Thomas Hitzlsperger.

Von Micha Schulze

Die übergroße Mehrheit der Lesben und Schwulen marschiert zum Berliner CSD lieber zu hämmernden Beats mit der Deutschen Bank und Daimler als mit Transparenten, dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. Allein die Menschenmenge, die am Nollendorfplatz auf den Marsch der Berliner CSD e.V. wartete, war größer als die Gesamtteilnehmerzahl bei der Demo des neugegründeten Aktionsbündnisses.

Offensichtlich war der Streit unter den Berufs-LGBTs, der zur Abspaltung führte, trotz nachvollziehbarer Gründe dem gemeinen Homo schwer zu vermitteln: Nur 2.000 bis 3.000 Menschen versammelten sich um 12 Uhr mittags vor der Ugandischen Botschaft zum Start des Aktionsbündnis-CSDs – mit dabei neben Wowereit und Schwesig alle großen Parteien außer den Piraten, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der LSVD und die Berliner Aids-Hilfe. Die S/M-Gruppe Quälgeist fiel da schon deutlich aus dem Rahmen.

Fortsetzung nach Anzeige


Punktsieg bei politischen Schildern und Transparenten

Die schönsten Outfits gab es wie eh und je auf der Parade der Berliner CSD e.V. - Quelle: Dominik Dierich
Die schönsten Outfits gab es wie eh und je auf der Parade der Berliner CSD e.V. (Bild: Dominik Dierich)

Das Flair erinnerte etwas an einen CSD in Düsseldorf oder Dresden. Alles ging etwas kleiner und gesitteter zu – und man zeigte Mut zu Inhalten. Einen Punktsieg bei politischen Schildern und Transparenten konnte das Aktionsbündnis auf jeden Fall für sich verbuchen.

Auch einen Mini-Eklat gab es: "Die SPD auf dem CSD: Pure Heuchelei" hieß es auf einem Transparent neben dem Riesen-Truck der Sozialdemokraten. Die CDU durfte dagegen protestfrei mitrollen.

Dank CSD-Pendlern wuchs der Marsch auf dem Weg in Richtung Nollendorfplatz noch etwas an (die Veranstalter selbst glaubten 10.000 Menschen gesehen zu haben), doch die Abschlusskundgebung in der Motzstraße fiel wegen des einsetzenden Regens buchstäblich ins Wasser. Nicht einmal hundert Menschen lauschten am Ende der alkoholisierten Moderation von Jurassica Parka und Gloria Viagra, die es auf der Bühne nicht lassen konnten, gegen den Berliner CSD e.V. zu ätzen.

Nackedeis und Zugedröhnte beim Ur-CSD

Das schlechte Wetter versaute zwar auch den krönenden Abschluss der Parade des Berliner CSD e.V. an der Siegessäule, doch allein auf dem Kurfürstendamm marschierten deutlich über 100.000 Menschen. Die Demo mit 30 Trucks war laut und bunt wie eh und je, wenn auch etwas kleiner als in den Vorjahren. Die großen Partyveranstalter GMF und Propaganda hielten dabei dem Ur-CSD die Treue.

Die Teilnehmer waren im Durchschnitt jünger als beim Aktionsbündnis, deutlich mehr aufgefummelt, einige wenige komplett nackt und manche auch ordentlich zugedröhnt. Ironie der Geschichte: Das Stonewall-Konzept, dass den CSD politischer machen sollte, führte nun ausgerechnet dazu, dass politische Botschaften – mit Ausnahme an den offiziellen Veranstalterwagen – zur Mangelware wurden.

"Analverkehr statt Kapitalverkehr" in Kreuzberg

Suchte sich für sein CSD-Debüt den links-alternativen Kreuzberger CSD aus: Ex-Fußballprofi Thomas Hitzlsperger (li.) mit Begleitung
Suchte sich für sein CSD-Debüt den links-alternativen Kreuzberger CSD aus: Ex-Fußballprofi Thomas Hitzlsperger (li.) mit Begleitung (Bild: Dominik Dierich)

Als wahre Alternative zum "kommerziellen CSD" entpuppte sich da der Kreuzberger CSD, der sich erst um 16 Uhr am Oranienplatz in Bewegung setzte und in Trippelschritten die kurze Strecke zum Heinrichplatz zurücklegte – mit deutlich mehr Teilnehmern als beim Aktionsbündnis. "Analverkehr statt Kapitalverkehr", stand etwa auf den wenigen Schildern – in der Oranienstraße hielt man lieber die Bierflasche oder den Joint in der Hand. Drei notdürftig dekorierte Laster spielten Punk und Songs aus der Rocky Horror Picture Show und hielten die Teilnehmer bei Laune.

Passend zum Motto "Die Oranienstraße ist keine Einbahnstraße – und Solidarität auch nicht" wurde die Abschlusskundgebung auf Deutsch und Türkisch moderiert. Doch auch in Kreuzberg setzte der Regen ein – und so war auch der prominenteste Teilnehmer der alternativen Demo schnell wieder verschwunden. Mittenmang zwischen die schwarzen Kapuzenpullis, Lederjacken und bunten Haare hatte sich ausgerechnet Thomas Hitzlsperger gemischt, mit netter Begleitung. Das Witzige dabei: Nur wenige haben den Ex-Fußballprofi hier überhaupt erkannt.

Event-Galerie
3x CSD Berlin 2014

122 Bilder
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 80 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 617             6     
Service: | pdf | mailen
Tags: csd berlin, aktionsbündnis, kreuzberger csd, berliner csd e.v.
Schwerpunkte:
 CSD Berlin
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "CSD Berlin: Selbst Kreuzberg schlägt Aktionsbündnis"


 80 User-Kommentare
« zurück  12345678  vor »

Die ersten:   
#1
21.06.2014
23:34:26


(+10, 12 Votes)
 
#2
21.06.2014
23:53:53


(+17, 19 Votes)

Von MArio


wer hätte das gedacht, dass es ein fussballspieler sein würde, der stil beweist: keine reißerische talkshow-runde macht und sich dem mainstream entsagt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
21.06.2014
23:56:40


(-29, 31 Votes)

Von Dont_talk_about
Aus Frankfurt (Hessen)
Mitglied seit 14.01.2014


Hitzlsberger scheint sich auf seinem ersten CSD nicht wirklich wohl zu fühlen. Vielleicht war es schon sein letzter


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
22.06.2014
00:05:53
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #3 von Dont_talk_about


Ach, was du nicht sagst. Kannst du mal ne vernünftige begründung geben, anstatt wieder **** zu reden?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
22.06.2014
00:11:03


(+11, 13 Votes)
 
#6
22.06.2014
00:22:04


(-15, 25 Votes)

Von m123


Wer völlig nackt zum CSD erscheint, der will sich selbst nur inszenieren, in den Mittelpunkt stellen und bedient mal wieder das Klischee von Schwulen in den Medien. Peinlich!

Wer sich in den glitzerndsten, tuntigsten, draggigsten Fummel wirft, der wird garantiert in der Tagesschau gezeigt, will sich in den Mittelpunkt stellen und bedient mal wieder das Klischee von Schwulen in den Medien. Nicht peinlich, aber unklug!

Ich würde mir einen CSD mit mehr als einer Million Teilnehmern wünschen, die in Alltagskleidung mit Schildern in der Hand und Protestschlachtrufe für die völlige rechtliche Gleichstellung aktiv werden. Ein solcher Massenprotest wäre sehr viel sinnvoller und effektiver als eine große Party, wo man mit Sektflasche in der Hand halbnackt und hackedicht in schrillem Outfit zu Technobeats auf Stöckelschuhen tanzt.

Ich versteh die ganzen Leute nicht, die den CSD als Party missbrauchen. Es gibt soviele andere Möglichkeiten räumlicher und zeitlicher Natur, um Party zu machen. Warum ausgerechnet beim CSD??? Solange es noch keine gleichen Rechte gibt, ist mir überhaupt nicht zum Feiern zumute. Ich würde wütend vor das Bundeskanzleramt ziehen und mit Schildern und Schlachtrufen die rechtliche Gleichstellung verlangen!!! Das wäre das Richtige!

Dass CDU und SPD mitrollen durften empfinde ich als das Dümmste, was es beim CSD jemals gab. Das ist so wie wenn Politiker in den USA, die damals die Rassentrennung aufrechterhalten wollten, bei der Protestbewegung rund um Martin Luther King Jr. hätten mitmachen dürfen. CDU und SPD haben auf dem CSD nichts mehr verloren, aber wie ich prognostiziert hab, lecken die CSD-Veranstalter den politischen Parteien, die die Diskriminierung von Homosexuellen in Deutschland aufrechterhalten, auch noch die Füße und erlauben ihnen ihre politische, heuchlerische Propaganda auf dem CSD zu verbreiten. ICH KÖNNTE KOTZEN!!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
22.06.2014
01:11:23


(+3, 11 Votes)

Von Na ich
Antwort zu Kommentar #2 von MArio


Kann ja nicht jeder so selbstverliebt, wie David Berger sein. Der Männer-Magazin-Chef-Redakteur muss sich ja ständig in den Vordergrund spielen und benimmt sich wie der geilste Schwule überhaupt. Von dem kommt ja auch nichts mehr - der ruht sich auf seiner Vergangenheit aus. Heiße Luft - aufgeblasen, wie sein Körper.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
22.06.2014
05:13:53


(-8, 14 Votes)

Von Leider


Ich werd einfach wieder hetero. Alles lächerlich.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
22.06.2014
07:32:31


(+8, 16 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012
Antwort zu Kommentar #6 von m123


Dann kotz doch. Und wenn Du fertig bist, liest Du den Artikel noch mal. Vielleicht verstehst Du ihn dann besser.
Und fuers naechste Jahr machst Du Dich an die Arbeit, gruendest einen Klub um Dich herum und organisierst den von Dir gewuenschten Umzug selbst.
Viel Erfolg


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
22.06.2014
08:11:28


(+4, 6 Votes)

Von MArio
Antwort zu Kommentar #7 von Na ich


Ja, Berger ist mir auch eingefallen, denn manch einer landet nach seinem Outing schnell auf dem Cover des unsäglichen Männermgazins oder gibt schnell den Quotenschwulen beim Promi-Dinner. Aber Hitzlsberger? Nix dergleichen. Außerdem hat er sich ja DIE ZEIT für sein Outing ausgesucht. Hallooo? DIE ZEIT! Kann er bitte einen Lebenswerk-preis für das High-Class-Outing überhaupt bekommen?!

Kann denn jemand entziffern, was auf seinem Shirt auf dem Foto steht?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345678  vor »


 SZENE - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 SZENE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Kein sicherer Listenplatz: NRW-Grüne strafen Volker Beck ab Grüne NRW schicken Sven Lehmann in den Bundestag Kein Termin für LGBTI-Aktivisten: Kultusminister redet lieber mit Homo-Hassern Berlin: Straße wird nach Homo-Aktivist benannt
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt