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  • 23.06.2014           21      Teilen:   |

Vor Mexiko-Spiel

FIFA: Freibrief für homophobe Sprechchöre

Artikelbild
Hier ein friedlicher (Tor-)Jubel aus dem Spiel Mexiko gegen Kamerun

Nach einer Untersuchung verzichtet der Fußballverband auf eine Bestrafung Mexikos, nachdem Fans den Begriff "Puto" benutzt hatten, der auch "Schwuchtel" bedeutet.

Der Weltfußballverband FIFA, Ausrichter der Weltmeisterschaft in Brasilien, hat Ermittlungen gegen Mexiko wegen homophober Sprechgesänge eingestellt. Wie in der TV-Übertragung des WM-Spiels gegen Kamerun am 13. Juni zu hören war, hatten Fans den gegnerischen Torwart als "Puto" bezeichnet.

Auch beim zweiten Spiel der Mannschaft gegen Brasilien waren entsprechende Chöre zu hören, von Fans beider Teams. "Puto" wird in der Bedeutung "Schwuchtel" klar gegen Homosexuelle genutzt; ein nationales Lexikon definiert den Begriff als "Mann, der Sex mit Männern hat". Andere Bedeutungen hat demnach das Wort nur als Adjektiv, andere Wörterbücher geben noch "Stricher" als Möglichkeit an ("Puta" enspricht etwa dem Wort "Nutte"). "Puto" ist in Mexiko offenbar bereits seit Jahren von Fußballfans zu hören, wenn der gegnerische Torwart zum Abschuss ansetzt.

Die FIFA hat nun entschieden, in der Nutzung des Begriffes kein "ungeeignetes Verhalten" zu sehen, was zu einer Bestrafung geführt hätte. Der Begriff werde "in diesem spezifischen Kontext nicht als beleidigend angesehen".

Youtube | Ein Videobeweis aus dem Spiel Mexiko gegen Kamerun
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Stigmatisierende Nutzung

Zuvor hatte bereits der Trainer von Mexiko, Miguel Herrera, die Sprechgesänge als "nicht ernst" bezeichnet. Schiedsrichter oder Spieler würden in jedem Spiel von allen Seiten beleidigt. "Es gibt wichtigere Dinge, als Sprüche aufzuklären, die gegen Torhüter in Mexiko seit Jahren gesagt werden."

Allerdings hatte die landeseigene Antidiskriminierungsstelle die Nutzung des Begriffes durchaus kritisiert: Er werde im Sinne von "Schwächling" oder "Feigling" benutzt und werte dadurch Homosexuelle ab und stigmatisiere sie. Auch der mexikanische Schauspieler Diego Luna, bekannt unter anderem durch die Filme "Y tu mamá también" und "Milk", hatte die Nutzung des Schimpfwortes kritisiert.

Mexiko trifft am Montag Abend auf Kroatien (dessen Fans rassistische Sprüche vorgeworfen werden), während Brasilien gleichzeitig gegen Kamerun spielt. Die beiden Länder, gegen die wegen "Puto"-Chören ermittelt wurde, gehen mit einem Punkt Vorsprung zu Kroatien in die letzten Spiele der Gruppe A, Kamerun ist bereits ausgeschieden.

Derzeit laufen noch Ermittlungen wegen rassistischer Beleidigungen durch Fans unter anderem gegen Kroatien. Auch gegen Deutschland könnte ermittelt werden, nachdem sich einige Fans beim Spiel gegen Ghana das Gesicht schwarz gefärbt hatten. (nb)

 Update  22.30h: FIFA-Weltbild zelebriert neue "Puto"-Rufe
Im Spiel Kroatien – Mexiko waren bis jetzt mehrfach "Puto"-Rufe der Massen zu hören, bei Ab- und sogar bei Eckstößen. Die Vorbereitung darauf, ein längeres Zittern mit hochgehaltenen Händen, wurde sogar von der TV-Regie eingeblendet. Auf Twitter fühlten sich viele mexikanische Fans als Sieger gegenüber der FIFA.
In den letzten Tagen hatten mexikanische Medien eine Debatte über die Nutzung des Begriffes geführt. Fans argumentieren (analog etwa zu deutschen Rappern), der Begriff habe quasi eine Entwicklung gemacht und sei nicht homosexuellenfeindlich gemeint; andere betonen, dass er trotzdem eine Wirkung erzielt. In einer Umfrage gaben rund zwei Drittel der Mexikaner an, sie hielten die Nutzung des Begriffes während Spielen für nicht homophob.

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Tags: fußball, sport, brasilien, mexiko, fußball-wm
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 Fußball
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Reaktionen zu "FIFA: Freibrief für homophobe Sprechchöre"


 21 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
23.06.2014
20:56:31


(+5, 9 Votes)
 
#2
23.06.2014
23:36:42


(-3, 13 Votes)

Von m123


Ich schau höre mir gerade die mexikanischen Fans im Spiel Mexiko gegen Kroatien an.

"Puto!"


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#3
24.06.2014
09:24:30


(+1, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die FIFA wird sich nie ändern und hoffentlich wird den mexikanischen Fans die Fresse mal ordentlich poliert, wenn ihr Land im Achtelfinale gegen die Niederlande mit wehenden Fahnen untergeht! Bei mir hätten diese Cabróns lebenslang Stadionverbot!


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#4
24.06.2014
11:08:05


(+8, 8 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Vielleicht sollten wir mit Sammelbüchsen Geld reinholen! Dafür ist die FIFA - wie man so hört - immer zu haben ;)


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#5
24.06.2014
11:08:14


(+11, 11 Votes)

Von Robin


Die FIFA unterstützt Homophobie!

So wird sich nie was ändern können, wenn man weiterhin Fußball als homophoben Sport präsentieren will.


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#6
24.06.2014
11:34:21


(+6, 10 Votes)
 
#7
24.06.2014
12:18:08


(+6, 8 Votes)

Von business today


The fans' anti-discrimination network, Fare, accuses stadium security of giving racists a free pass at games and not doing enough to prevent a neo-Nazi sympathizer from storming the field during Saturday's second half.

Link zu www.nydailynews.com


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#8
24.06.2014
13:36:47


(+5, 9 Votes)
 
#9
24.06.2014
13:43:57


(+6, 8 Votes)

Von werterkatalog
Antwort zu Kommentar #7 von business today


rassismus wird angeprangert - das ist gut.

homophobie wird heruntergespielt - das ist schlecht.


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#10
24.06.2014
14:04:14


(+4, 12 Votes)

Von sperling


>"Zuvor hatte bereits der Trainer von Mexiko, Miguel Herrera, die Sprechgesänge als "nicht ernst" bezeichnet. Schiedsrichter oder Spieler würden in jedem Spiel von allen Seiten beleidigt."

und genau das ist eines der probleme, die ich mit dem ganzen drumrum dieser sportart habe. beleidigungen bis hin zur verbalen gewalt scheinen hier nicht die ausnahme, sondern eher die regel zu sein. die armselige selbstaufwertung durch abwertung anderer wird durch floskeln von "entspanntem patriotismus" oder "fan-tum" nur nordürftig verbrämt.

homophobie reiht sich hier nur ein in eine ganze linie von anderen psychopathologien, die keine nebenprodukte, sondern inhalte dieses "spiels" sind.

Link zu www.lenz-online.org


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