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Schwule und Fußball passen doch zusammen: Seit mittlerweile drei Jahren feuern die Hertha Junxx ihren Verein an.

Seit kurzem sind die Hertha Junxx ein eingetragener Verein. Den homosexuellen Fanklub des deutschen Bundesliga-Klubs Hertha BSC gibt es mittlerweile seit drei Jahren und die 60 Fans der Hertha Junxx zeigen ihre sexuelle Gesinnung auch nach außen hin. Der Klub unterstützt die schwulen Fans in ihren Ambitionen, soweit das im Meer von 600 anderen Hertha-Fangemeinschaften eben möglich ist, meist ideologisch mehr als materiell. Von Seiten der Hertha kommen gratis Merchandising-Artikel wie Fußball-Trikots und Fahnen. Doch die Hertha Junxx geben sich kämpferisch und wollen ihre Aktivitäten ausbauen, meint Gerd Eiserbeck von den Junxx im Gespräch.

Die Junxx stehen zu ihrer Gesinnung und haben bei Spielen von Hertha BSC immer ihre eigene Fahne in Regenbogenfarben mit. Probleme mit anderen Fangruppen hat es laut Eiserbeck bis dato noch nicht gegeben. Das Klima sei in den vergangenen Jahren auch offener geworden. Wenn die Junxx mit der Bahn zu einem Auswärtsspiel fahren, gehe es auch sehr gemäßigt zu. Denn von Prosecco werde man nicht so stark betrunken wie von anderen alkoholischen Getränken, meint Eiserbeck.

Die Hertha Junxx sind nicht der einzige schwule Fanklub der deutschen Bundesliga. Offiziell gibt es weitere in Dortmund, Stuttgart und Dresden. Unorganisierte Gruppen gibt es laut Eiserbeck auch in diversen Chat-Foren. Auch Bayern München besitzt einige wenige Fans, die sich im Netz als schwule Fans geoutet und zusammengeschlossen haben. Für einen Verein, wie die Junxx es sind, reiche es dort jedoch nicht.

Der Fanklub sucht laut Eiserbeck Sponsoren für einen adäquaten Auftritt nach außen hin und bei Festivitäten. Für ein Straßenfest bekamen die Junxx von Hertha BSC in diesem Jahr einen Wagen zur Verfügung gestellt. 50 Unternehmen wurden im Vorfeld ebenfalls angeschrieben, vornehmlich jene, die bereits Sponsoren des Hertha BSC sind. Die Ausbeute war mit zwei Unternehmen, die die Junxx finanziell unterstützen und deren Firmenlogo auf dem Wagen platzierten, eher mager. Alles andere mussten die Mitglieder dann selbst finanzieren. Jetzt hofft die schwule Fangemeinde mit dem neu erlangten Vereinsstatus künftig auch für Unternehmen als Sponsorenplattform attraktiver zu sein.

Die bevorstehende Fußball-WM in Deutschland lässt auch die Hertha Junxx auf einen größeren Auftritt in der Öffentlichkeit hoffen. Parallel zur WM soll ein eigenes schwul-lesbisches Fußball-Turnier auf die Beine gestellt werden. Davor soll mit einem eigenen Wagen auch noch Flagge bei der Parade am Christopher-Street-Day gezeigt werden. Ambitionierte Visionen haben die Hertha Junxx auf jeden Fall. Sie wollen aktiv schwulen Fußball spielen. Für die Umsetzung fehlen jetzt nur noch finanzkräftige Sponsoren. (pte)

21. Dezember 2004