Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 24.06.2014           49      Teilen:   |

Anhörung im Innenausschuss über die Reform des Melderechts

Haltung der katholischen Kirche "ethisch verstörend"

Artikelbild
Bei einer Anhörung im Bundestag wurde die Befürchtung geäußert, dass Kirchen es auf die Meldedaten abgesehen haben können, um homosexuelle Mitarbeiter zu entlarven und zu feuern

Die Kirchen sollen zukünftig Zugriff auf Familienstandsdaten ihrer Mitglieder haben – und könnten so die sexuelle Orientierung ihrer schwulen und lesbischen Schäfchen und von deren Lebenspartnern herausfinden. Daran gibt es Kritik.

Wenn die Kirchen von der Homosexualität ihrer Mitarbeiter erfahren, kann das für sie ernste Konsequenzen haben: Da die Glaubensgemeinschaften nur beschränkt an das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gebunden sind, können sie Schwule und Lesben nach Gutdünken feuern. In der Vergangenheit hatte die katholische Kirche sogar eine Putzfrau entlassen, nachdem ihre Homosexualität publik geworden war (queer.de berichtete).

Diese Praxis könnte nun mit einem Gesetzentwurf der Bundesregierung vereinfacht werden: Dieser sieht vor, Eingetragene Lebenspartner im Melderecht wie Eheleute zu behandeln – und damit auch ihre Familienstandsdaten an Kirchen weiterzugeben (queer.de berichtete). Der Bundesrat hatte in seiner Stellungnahme zu dem Regierungsentwurf bereits eine Prüfung verlangt, ob die Neuregelungen "schutzwürdige Interessen" der Bürger verletze.

Am Dienstagvormittag kritisierten auch mehrere Experten bei einer Anhörung im Rechtsausschuss dieses Vorhaben. So forderte Manfred Bruns, ehemaliger Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof und jetzt LSVD-Aktivist, die betreffende Passage des Gesetzentwurfes um eine Vorschrift zu ergänzen, dass die öffentlich-rechtliche Religionsgesellschaft die Daten "nur für Zwecke der Steuererhebung verwenden" dürfe. Sollte die Kirche einem Beschäftigten wegen seines Familienstandes kündigen, soll sie nach dem Vorschlag von Bruns nachweisen müssen, "dass sie die Kenntnis von dem Familienstand auf anderem Weg erlangt hat".

Der Berliner Beauftragte für Datenschutz und das Informationsfreiheitsgesetz, Alexander Dix, sagte, er teile die Bedenken des Bundesrates. Das Melderecht solle es den Betroffenen überlassen, "ob und wann sie dem kirchlichen Arbeitgeber Informationen zu ihrem Familienstand zukommen lassen".

Fortsetzung nach Anzeige


Kirchenrechtler: Rausschmiss von Homosexuellen kein "Automatismus"

Die katholische Kirche hält die Kritik für ungerecht: So wandte sich der katholische Staatskirchenrechler Ansgar Hense gegen die "Unterstellung", dass "mit der Erhebung des Familienstandes ein doppelter Automatismus erfolgt, nämlich einerseits die Nutzung für arbeitsrechtliche Zwecke und andererseits mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass der Einsatz der Information über den Familienstand gleichsam automatisch arbeitsrechtliche Konsequenzen – sprich: die Kündigung – hat". Familiendaten dürften von katholischen Arbeitgebern nicht einfach an die Personalabteilung weitergeleitet werden.

Der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Prälat Karl Jüsten, argumentierte, die Familienstandsdaten seien für die Kirchen sehr wichtig. Eine sinnvolle Betreuung der Mitglieder lasse sich "nur durchführen, wenn die familiäre Situation des einzelnen Mitgliedes zumindest in Umrissen der jeweiligen Kirche bekannt ist". Zugleich wies Jüsten die Befürchtung zurück, die Meldedaten zum Familienstand würden vom kirchlichen Arbeitgeber für arbeitsrechtliche Zwecke genutzt. Die Bistümer würden nochmals in ihrem Amtsblättern darauf hinweisen, dass die Meldedaten nicht zu Beschäftigungszwecken verwendet werden dürfen.

Glaubensgemeinschaften hoffen auf Mehreinnahmen

Hintergrund der Debatte: Die Kirchen haben ein finanzielles Interesse an den Daten, weil sie sich von verpartnerten Homosexuellen Einnahmeverbesserungen versprechen. Denn von einem Nichtkirchenmitglied muss sogenanntes Kirchgeld abgeführt werden, wenn sein Lebenspartner Kirchenmitglied ist und wenn beide gemeinsam veranlagt sind.

Der religionspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, kritisierte nach der Anhörung die Haltung der katholischen Kirche scharf: "Es ist ethisch verstörend, wenn [die Kirche] das familienrechtliche Institut der Lebenspartnerschaft heranzieht, um ihre Einnahmen zu verbessern, und im eigenen Arbeitsrecht das Eingehen der Lebenspartnerschaft als schweren Loyalitätsverstoß wertet, der eine Kündigung bei Kirche und Caritas begründet." Diese Problematik betreffe dabei nicht nur die katholische Kirche, sondern potenziell auch andere Religionsgemeinschaften, die Körperschaft des öffentlichen Rechtes sind. Als Beispiele nannte Beck die Mormonen-Sekte, die Zeugen Jehovas sowie muslimische Religionsgemeinschaften. (dk/hib)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 49 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 270             22     
Service: | pdf | mailen
Tags: katholische kirche, bundestag, manfred bruns, volker beck, eingetragene partnerschaft, lebenspartnerschaft
Schwerpunkte:
 Römisch-katholische Kirche
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Haltung der katholischen Kirche "ethisch verstörend""


 49 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
24.06.2014
15:28:50


(+14, 16 Votes)

Von merlinOGXXL


Bevor ich mein eigenes Geld verdiene, trete ich aus der katholische Kirche aus. Ich unterstütze keine Kinderschänderverein.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
24.06.2014
15:41:06


(+18, 18 Votes)

Von m123


Wieso gibt es Kritik daran, dass der Kirche Familienstandsdaten übermittelt werden?

Es sollte vielmehr daran Kritik geben, dass die Kirche sich nicht an den Gleichbehandlungsgrundsatz halten muss.

Oder noch allgemeiner, es sollte Kritik daran geben, dass die Kirche überhaupt Kindergärten, Krankenhäuser etc. kontrolliert.

Die mangelnde Trennung von Staat und Kirche ist der Grund für unnötiges Leid.

Meiner Meinung nach soll die Kirche und sollen die Kirchenmitglieder doch bitte unter sich bleiben und ihren kranken Gotteswahn untre sich ausüben. Dass Kirche und Kirchenmitglieder aber mit dem Staat zusammenarbeiten und anderen Menschen einen Glauben aufzwingen, das ist pervers, menschenverachtend und eine Verletzung der Religionsfreiheit.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
24.06.2014
15:44:21
Via Handy


(+16, 18 Votes)

Von cara


Austritt aus dieser menschenverachtenden Institution ist das einzige was geht.....


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
24.06.2014
15:51:35


(+12, 12 Votes)

Von Gegenhehler
Antwort zu Kommentar #2 von m123


Staatliche Institutionen - insbesondere die, bei denen ich mich gesetzlich melden MUSS - sollten generell nicht als Datenhehler auftreten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
24.06.2014
16:01:07


(+13, 13 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Nee, iss klar. Zahlen darf man als schwules Mitglied der Kirche, das ist in Ordnung. Darauf spekuliert der Laden.

Ich bin längst ausgetreten. Und es ist eigentlich auch unverständlich, als Schwuler sein erarbeitetes Geld den geweihten Röckchenträgern in den A ... zu schieben. Es sei denn, man braucht unbedingt das Gefühl, von diesem verlogenen Haufen so behandelt zu werden wie die Kirche und ihre Vertreter Schwule ausserhalb der Szene nunmal behandelt.

Bäh! Geh mir einer mit den Pfaffen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
24.06.2014
16:14:25


(+2, 8 Votes)

Von Guy Fawkes


Der Kinderfickerverein entblödet sich mal wieder komplett!

Ein Fall für den Datenschutz:

Link zu www.datenschutz-berlin.de




Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
24.06.2014
16:14:45


(+10, 14 Votes)

Von m123


Ich würd jedem von euch, der noch Kirchenmitglied ist, raten, sofort aus der Kirche auszutreten. Kostet perverserweise in manchen Bundesländern auch noch Geld, in NRW etwa 30 Euro, aber das ist nichts gegen die Tatsache, dass viele Menschen noch Kirchenmitglieder sind, arbeiten, und mit ihrem hart erarbeiteten Geld über die Kirchensteuer die Kirche finanzieren, und zwar mit vielen hundert Euro im Jahr. Lieber einmal die perversen 30 Euro "Bearbeitungsgebühr" bezahlen als die Kirche mit eurer Arbeitskraft finanzieren. Die ganzen geistlichen Spinner machen sich mit dem hart erarbeiteten Geld anderer Menschen ein Luxusleben à la Tebartz von Elst und hetzen gegen Homosexuelle, brandmarken Homosexuelle immer noch als schwere Sünder. Wollt ihr Mitglied einer solchen Kirche sein?

Wie dumm kann man eigentlich sein, dass man für seinen Glauben einer Sekte auch noch Geld bezahlt. Wenn ihr an Gott glaubt, dann könnt ihr das auch ohne die Kirche tun und ohne der Kirche euer hart erarbeitetes Geld in den Rachen zu werfen.

Ich hab schon eine ganze Reihe Schwuler kennengelernt, die tatsächlich Kirchenmitglied sind. Als ich mal danach gefragt hab, warum sie Kirchenmitglied sind und die Kirche finanzieren, haben sie rumgedruckst und konnten mir keine klare Antwort geben, haben aber einen Kirchenaustritt klar verneint. Wenn man nicht für einen kirchlichen Arbeitgeber arbeitet und somit ohne negative Konsequenzen aus der Kirche austreten kann, warum machen die das nicht? Für mich völlig unverständlich.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
24.06.2014
16:25:03


(+15, 15 Votes)

Von GeorgB


Wieso werden Meldedaten überhaupt an die Kirchen weitergeleitet? Wenn die Kirchen etwas über ihre Schafe wissen wollen, sollen sie die doch fragen. Jeder Kaninchenzüchterverein muss seine Mitglieder auch nach deren Daten fragen und bekommt sie nicht vom Staat frei Haus geliefert.

Es ist widerlich, wie die Christenlobby in Bundestag und Bundesrat hemmungslos ihre Kirchen mit Unsummen von Geld und persönlichen Daten der Bürger versorgen. Wahrscheinlich meinen sie, sie bekommen dadurch einen besonders tollen Platz in ihrem Himmel. Das ist nichts anderes als Veruntreuung von Steuergeldern und Datenmissbrauch.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
24.06.2014
16:31:30


(+11, 13 Votes)

Von m123


Merkt denn niemand, dass die Kirche nur euer Geld haben will??? Wollt ihr wirklich dieses ganzen geistenkranken Opis euer hart verdientes Geld in den Arsch blasen, damit die sich ein Luxusleben leisten und gegen Homosexuelle hetzen obwohl sie selbst meist homosexuell sind, Kindesmissbrauch vertuschen und Afrikaner auffordern auf ein Kondom zu verzichten, was dann zu vielen AIDS-Toten in Afrika führt?

Die Kirche ist die perverseste Institution der Welt. Sie will nur euer Geld haben!

Ich hatte mal den Fall, dass ein Freund von mir, der vor langem aus der Kirche ausgetreten war, plötzlich damit konfrontiert wurde, dass irgendjemand sein Kirchensteuermerkmal wieder auf römisch-katholisch gesetzt hat. Und jetzt kommt das Perverse. Die Kirche hat dann für all die Jahre eine Nachzahlung der Kirchensteuer von über 10.000 Euro verlangt und es ist rechtlich so, dass derjenige, der aus der Kirche ausgetreten ist, später nachweispflichtig für seinen Kirchenaustritt ist. Dieser Freund von mir hatte aber seine Kirchenaustrittsbescheinigung verloren. Er wollte sich wehren, aber die Kirche ist unerbittlich rechtlich vorgegangen und er musste der Kirche mehr als 10.000 Euro nachzahlen, obwohl er für all die Jahre, für die er nachzahlen musste, schon aus der Kirche ausgetreten war.

Mir ist es auch mal passiert, dass plötzlich mein Kirchensteuermerkmal wieder auf römisch-katholisch gesetzt wurde. Zum Glück bewahre ich meine Kirchenaustrittsbescheinigung stets sorgsam auf und so konnte ich verhindern, dass die Kirche von mir Geld bekommt. Ich könnte darauf wetten, dass das ganze System hat und dass die Kirche ganz bewusst Mitarbeiter in den Behörden hat, die die Kirchensteuermerkmale von aus der Kirche ausgetretenen Menschen wieder auf kirchensteuerpflichtig setzen, mit dem Kalkül, dass dann einige ihre Kirchenaustrittsbescheinigung nicht aufbewahrt haben und dann die Kirche unglaublich viel Geld fordern kann und wegen der perversen Rechtslage dann auch meist auch bekommt.

Die Kirche will nur euer Geld und der Kirche ist jedes Mittel recht um an euer Geld zu kommen! Und der Staat hilft der Kirche dabei, indem die Gesetzeslage so ist wie sie ist.

Es ist ein Unding, dass Kirchenaustreter für ihren Kirchenaustritt nachweispflichtig sind und dass die Behörde diese Information nicht zusätzlich zur Absicherung der Kirchenaustreter aufbewahren darf.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
24.06.2014
16:35:29


(-16, 16 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


"Ethisch verstörend" so ein schlimmes Geschwurbel kann nur aus einem Politikermund kommen (das ausgerechnet vom LGBTI-Säulenheiligen Volker Beck)! Arme deutsche Sprache, wer hat Dich so verhunzt???


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Berlin: Zwei Männer im U-Bahnhof homophob beleidigt und verletzt Die SPD und der Paragraf 175 Österreich: Van der Bellen ist neuer Bundespräsident Von Drogen und Dreiern
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt