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Letizia und Felipe (2010) (Bild: Wiki Commons / Holger Motzkau / CC-BY-SA-3.0)

Nur wenige Tage nach seiner Amtseinführung hat der neue spanische König Felipe VI. am Dienstag gemeinsam mit Königin Letizia eine Delegation von LGBT-Aktivisten im "El Pardo"-Palast empfangen – ein Novum in Spanien.

Das Königspaar hatte Vertreter mehrerer Nichtregierungsorganisationen, darunter auch Boti García von der "Federación Estatal de Lesbianas, Gais, Transexuales y Bisexuales" (FELGTB) sowie José María Núñez-Blanco von der LGBT-Gruppe "Fundación Triángulo", zu dem Empfang eingeladen.

García zeigte sich nach dem Treffen in der Tageszeitung "Publico" zufrieden. Sie erklärte, dass sie besonders intensiv mit der Ehefrau des Königs gesprochen habe: "Wir denken, dass unser Anliegen verstanden wurde". Sie habe Königin Letizia insbesondere darum gebeten, dass sich das Königspaar bei Staatsbesuchen in homophoben Ländern gegen die Verfolgung von Schwulen und Lesben aussprechen solle. Sie habe sich sehr offen gegenüber den Sorgen und Nöten von sexuellen Minderheiten gezeigt.

Die Offenheit des Palastes steht in Kontrast zum vorherigen Königspaar: So gab es 2008 Proteste von schwul-lesbischen Aktivisten, als sich Königin Sofía in einer Biografie als Gegnerin der Gleichbehandlung von Homosexuellen im Eherecht outete und erklärte, dass sie CSDs grundsätzlich ablehne (queer.de berichtete). Später erklärte der Königspalast, Sofía sei in dem Buch falsch zitiert worden (queer.de berichtete). Die damalige Kronprinzessin Letizia verteidigte zu diesem Zeitpunkt ihre Schwiegermutter diplomatisch als "Frau ihrer Zeit".

Das spanische Königshaus befindet sich nach dem Abtritt des zuletzt ungeschickt agierenden Juan Carlos I. in einer tiefen Krise. Viele Spanier sprechen sich inzwischen dafür aus, das Land in eine Republik umzuwandeln. Allerdings ist das neue Königspaar, insbesondere Letizia, in der Öffentlichkeit beliebt. (dk)



#1 Torsten_Ilg
  • 25.06.2014, 14:53h
  • Eine schöne Geste und ein Beleg dafür, dass wertkonservative Ansichten und die Akzeptanz homosexueller Menschen kein Widerspruch bedeutet. Partnerschaftliche Liebe, Treue, Verantwortung und Pflichgefühl sind zutiefst konservative Werte, die in Spanien für Homosexuelle trotz starker Wiederstände aus Reihen der katholischen Kirche, schon vor Jahren rechtlich umgesetzt wurde.
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#2 YannickAnonym
  • 25.06.2014, 16:05h
  • Das ist doch mal ein tolles Zeichen!

    Wirkliche Macht haben die zwar nicht, aber schon eine gewisse Präsentationsfunktion.

    Und alleine schon, dass sie so kurz nach der Amtseinführung Homo-Aktivisten empfangen, ist ein deutliches Zeichen!
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#3 Das zeigt ToleranzAnonym
#4 Willem-AlexanderAnonym
#5 gatopardo
  • 25.06.2014, 17:33h
  • Doña Letizia war vor ihrer Ehe mit Felipe Fernsehreporterin und gehörte zum linken Spektrum. Felipes Weltanschauung ist sehr liberal und bei Homo-Rechten sind wir gut bei ihm aufgehoben. Ein Referendum gegen die Monarchie hätte heute weniger Erfolg als zu Zeiten von Juan Carlos. Übrigens ist die vollzogene Homo-Gleichstellung in allen europäischen Monarchien eine Tatsache, was uns Republikaner eigentlich zum Nachdenken veranlassen müsste.
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#6 Zarah LeanderAnonym
#7 BölverkrAnonym
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 TheDadProfil
  • 25.06.2014, 19:52hHannover
  • Antwort auf #1 von Torsten_Ilg
  • ""dass wertkonservative Ansichten und die Akzeptanz homosexueller Menschen kein Widerspruch bedeutet. Partnerschaftliche Liebe, Treue, Verantwortung und Pflichgefühl sind zutiefst konservative Werte,""..

    Das klingt schon alles grausam..

    Partnerschaftliche Liebe ist wertkonservativ ?

    Kuck an..
    Gleichberechtigte Partnerschaft, Offene Beziehungen, Dreier-Bezehungen kratzen dann wohl eher an den Grundpfeilern der Wertkonservativen ?

    Verantwortung und Pflichtgefühl beziehen sich dann worauf ?
    Durchhalten in der Ehe um jeden Preis ?
    Bloß keine Partnerschaft lösen, aus falsch verstandener Rücksicht auf die Kinder ?

    Das was Leute als Wertkonservativ verstehen ist mMn nach nichts weiter als die Verschwurbelte Version religiös motivierter gesellschafts-formender Familienpolitik, die mit einer offenen, toleranten und freien Gesellschaft nichts zu tun hat..
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#10 TheDadProfil
  • 25.06.2014, 19:59hHannover
  • Antwort auf #5 von gatopardo
  • Interessanter Gedanke..
    Danke..

    Was ist mit Monaco, Lichtenstein, Andorra ?

    Haben die Monarchisten die Ehe geöffnet um die Parteien im Land zu ärgern, oder um das Coming Out eines Mitgliedes der Herrscherfamilie vorzubereiten ?

    Meines Wissens nach ist immer noch niemand aus diesen Familien des Hochadels offziell als Schwuler, Lesbe, Transgender oder Intersexuell bekannt, obwohl dies doch dann sehr viel einfacher möglich sein sollte..

    Allerdings sollten nicht nur Republikaner (und ich weiß das da der Begriff anders genutzt und besetzt ist, als allgemein bei uns) darüber nachdenken, warum die Verwirklichung von Gleichberechtigung in diesen Ländern so viel weiter fortgeschritten ist, als anderswo..
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