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  • 27.06.2014           76      Teilen:   |

Arbeitspapier

Katholische Kirche will "respektvoll" mit Homosexuellen umgehen

Artikelbild
Die katholische Kirche lehnt unter Führung von Papst Franziskus gleiche Rechte für Homosexuelle weiterhin ab, will aber zumindest "respektvoll" mit Schwulen und Lesben umgehen (Bild: George Martell / flickr / cc by-nd 2.0)

Der Vatikan fordert zum ersten Mal "Respekt" gegenüber Homosexuellen ein, will aber gleichzeitig Jugendliche vor dem "Phänomen der Homosexualität" schützen.

Die katholische Kirche spricht erstmals in einem Arbeitspapier von einem respektvollen Umgang des Vatikans mit Homosexuellen. In dem am Donnerstag veröffentlichten "Instrumentum laboris", einen Vorbereitungsdokument für eine kirchliche Generalversammlung im Oktober, geht der Vatikan ausführlich auf eine Befragung der Gläubigen ein, in der der Umgang mit Schwulen und Lesben zu den Hauptthemen gehört. Bereits Anfang des Jahres hatte die Deutsche Bischofskonferenz nationale Ergebnisse der Umfrage veröffentlicht (queer.de berichtete), die der Vorbereitung einer Synode zum Thema Familie dient.

In dem Text heißt es unter anderem, dass es "immer notwendiger" erscheine, dass katholische Seelsorger "vom Respekt vor diesen irregulären Situationen geleitet" werden sollen. In dem Text werden zudem mehr als ein Dutzend Mal Worte wie "Homosexualität" oder "homosexuell" erwähnt, sogar "schwul" und "lesbisch" kommen je einmal vor.

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"Gleiche Zuneigung, Sorge, Liebe"

Das Papier kritisiert, dass Kinder aus Regenbogenfamilien in der Kirche schlechter behandelt werden als Kinder "regulärer" Familien. Die Antworten aus den Fragebögen hätten unterstrichen, "dass ein Kind, für den Fall dass Partner einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft seine Taufe erbitten, mit der gleichen Zuneigung, Sorge und Liebe angenommen werden muss wie die anderen Kinder".

In dem Text heißt es aber auch, dass homosexuelle Paare nach dem Willen der Kirche weiterhin diskriminiert werden sollen: So spricht sich der Vatikan weiterhin gegen eine Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht aus. Dies wird als "Neudefinition der Ehe zwischen Mann und Frau" bezeichnet. Gleichzeitig wird eine "respektvolle, nicht verurteilende Haltung gegenüber den Menschen" gefordert, die in solchen Gemeinschaften leben".

Kritik an "aggressiven" Homosexuellen

Die "Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche" (HuK) begrüßte das Papier als Fortschritt: Die Forderung nach "Respekt" vor Nicht-Heterosexuellen sei "deutlich mehr als die seit 1992 gebräuchliche Formulierung 'Achtung, Mitleid und Takt'" im Umgang mit Homosexuellen, wie sie im aktuell gültigen Katechismus festgehalten ist.

HuK-Sprecher Markus Gutfleisch kritisierte jedoch "schwere Mängel" im Papier: "Es blendet aus, dass viele Lesben und Schwule sehr glücklich leben, dass Kinder in Regenbogenfamilien ein gutes Zuhause haben und die heterosexuelle Ehe sowie die Gesamtgesellschaft sogar gewinnen, wenn Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen und Intersexuelle in vergleichbaren Lebensformen gleiche Verantwortung übernehmen."

Ärgerlich findet es Gutfleisch, dass in einer "Pastoralen Leitlinie" zwischen denjenigen Homosexuellen, die im Stillen leben, und jenen, deren Verhalten manchmal "aggressive Züge" trage, unterschieden werde. "So etwas ist unerträglich. Es zeigt, dass in den Kirchen noch viel mehr Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen und Intersexuelle selbstverständlich auftreten und ihre Rechte einfordern müssen," erklärte Gutfleisch. "Das Sekretariat der römischen Bischofssynode ist offenbar der Meinung, man müsse junge Menschen vor der Gendertheorie ebenso bewahren wie vor dem 'Phänomen der Homosexualität'". (dk)

Links zum Thema:
» Instrumentum laboris (auf Deutsch)
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Tags: katholische kirche, vatikan, regenbogenfamilien
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Reaktionen zu "Katholische Kirche will "respektvoll" mit Homosexuellen umgehen"


 76 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
27.06.2014
13:31:03
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(+7, 11 Votes)

Von Gerrit


Würden die es ernst meinen, würden sie nicht im selben Atemzug fordern, dass man Kinder davor schützen muss.


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#2
27.06.2014
13:35:56


(+12, 16 Votes)

Von ehemaligem User Defragmentierung


Danke, aber ich brauche keinen Respekt von kriminellen Organisationen.


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#3
27.06.2014
13:36:10
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(+10, 14 Votes)

Von Alex


Das übliche Marketing-Blabla um von der Wahrheit abzulenken.

Und während man für die Medien Kreide frisst und sich ganz zahm gibt, wird dann hintenrum munter weiter gehetzt, diskriminiert und alles für die weitere Unterdrückung gemacht.


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#4
27.06.2014
13:36:44


(-21, 23 Votes)

Von Olliver43


Tja die katholischen angeblich zölibatären römisch-katholischen Bischöfe und Kardinäle sind oftmals Klemmschwestern und vertragen es halt nicht, dass andere homosexuelle Menschen offen glücklich auftreten, sich einen Freund suchen, am Standesamt heiraten und manche dieser Paare Regenbogenfamilien gründen.

Das katholische Zölibatssystem und die Klöster der Katholiken beruhen darauf, dass homosexuelle Männer sich diesem Obrigkeitssystem unterordnen und sich zu einem Singletum lebenslang verpflichten.

Da lobe ich doch die liberaleren und die linken christlichen Kirchen wie die Protestantische Kirche der Niederlande, die reformierten Kantonskirchen der Schweiz, die Norwegische Kirche, die Schwedische Kirche, die Isländische Kirche, die United Church of Canada, die United Church of Christ, die Metropolitan Community Church, die Quäker, die Altkatholiken, die Presbyterian Church in USA, die Evangelical Lutheran Church in America, die Anglican Church of Canada, die anglikanische Episkopalchurch in den Vereinigten Staaten, die Anglican Church of Wales oder auch die reformierten, lutherischen und unierten Landeskirchen der EKD. In allen diesen anderen Kirchen werden homosexuelle Paare ethisch und theologisch anerkannt, homosexuelle Handlungen werden dort nicht als sündhaft bewertet, offen homosexuelle Geistliche sind dort tätig und wohnen mit ihren Lebenspartnern im Pfarrhaus und manchmal so wie Eva Brunne im Bischofssitz. Dort erhalten homosexuelle Paare einen öffentlichen Segnungsgottesdienst und in einigen dieser Kirchen Trauungsgottesdienste.

Schämen sollte sich die Katholiken in der katholischen Kirche für ihre homophoben Bischöfe und Kardinäle, die oftmals versteckt ein Doppelleben als schwule Männer leben.


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#5
27.06.2014
13:37:30
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(+10, 14 Votes)

Von Timon


Fehlt nur noch, dass die wieder mal zu Mitleid aufrufen...


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#6
27.06.2014
13:41:24


(+11, 15 Votes)

Von sperling


>"Die große Herausforderung wird darin bestehen, eine Pastoral zu entwickeln, der es gelingt, das rechte Gleichgewicht zwischen der barmherzigen Annahme der Menschen und ihrer schrittweisen Begleitung hin zur authentischen menschlichen und christlichen Reife zu wahren. Einige Bischofskonferenzen beziehen sich diesbezüglich auf bestimmte Organisationen als gelungene Beispiele einer solchen Pastoral."

verbirgt sich in diesem wortnebel der wohlwollende hinweis auf wüstenstrom und co?


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#7
27.06.2014
13:42:14
Via Handy


(+8, 12 Votes)

Von Felix


Jetzt tun die wieder so, als hätten die eigentlich gar nichts gegen uns und es ginge nur ums Kindeswohl, für das wir dann angeblich eine Gefahr seien.

Und wenn wir dann was gegen diese perverse, durchtriebene Taktik sagen, spielen die wieder die unschuldigen Opfer und stellen uns als die Bösen hin, denen man es angeblich nie recht machen könne.


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#8
27.06.2014
13:49:50


(+9, 13 Votes)
 
#9
27.06.2014
13:52:41


(+10, 14 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #2 von Defragmentierung


Zumal der 'Respekt' mühsam von 'aggressiven' Homosexuellen erkämpft wurde, ohne die Rom sich nicht einen Millimeter bewegt hätte.

Genauso wie die Demokratie 1776 und 1789 von 'aggressiven' Revolutionären erkämpft wurde, auf dass sich Rom dann in den 60ern des 20. Jh. so langsam mit ihrer Existenz abfand.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Gaudium_et_Spes


Es lebe der 'Gleichheitswahn'!


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#10
27.06.2014
13:53:11
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von Simon H
Antwort zu Kommentar #7 von Felix


Ja, genau diese Taktik fängt schon an, indem man die Schwulen, die diese Taktik durchschauen und sich nicht mit Almosen abspeisen lassen, die die eh nicht mehr verhindern können, dann als "aggressive Schwule" verleumdet.

Und nebenher versucht man damit auch noch, einen Keil zwischen uns zu treiben.


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