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Der UN-Menschenrechtsrat in Genf (Bild: United States Mission Geneva / flickr / by-nd 2.0)

Eine erfolgreiche Resolution autokratischer Staaten könnte den Kampf um LGBT-Rechte erschweren.

Der UN-Menschenrechtsrat hat am Donnerstag trotz vorheriger Kritik eine Resolution zum "Schutz der Familie" verabschiedet. Diese fordert zunächst nur den Menschenrechtsbeauftragten dazu auf, eine Studie über den Stand der Familie zu erstellen und dazu eine Podiumsdiskussion abzuhalten. Allerdings könnte langfristig das Ziel sein, gegen LGBT-Rechte vorzugehen.

Das liegt auch an der Wortwahl: Familie sei die natürliche Umgebung für das Wohlbefinden ihrer Mitglieder und insebsondere von Kindern, sei eine wichtge Gruppe der Gesellschaft und bedürfe dem Schutz des Staates, heißt es in der Resolution. Oft wird ähnlich ein besonderer Schutz der Familie argumentiert, der zur Herabstufung anderer Lebensmodelle wie auch homosexueller Partnerschaften führt.

Zwar scheiterte ein Zusatzantrag von Saudi-Arabien und Pakistan, in der Resolution die Ehe als Verbindung von Mann und Frau zu definieren. Ein Antrag von Chile, Uruguay, Irland und Frankreich, den Familienbegriff vielfältig zu erweitern, scheiterte allerdings ebenfalls mit 22 zu 20 Stimmen. Der Vertreter Großbritanniens erklärte nach der Entscheidung, neben homosexuellen Paaren würden so auch Familien diskriminiert, die von Singles oder Großeltern geführt werden.

Die Resolution wurde mit 26 zu 14 Stimmen bei sechs Enthaltungen angenommen. Insbesondere autokratisch regierte Staaten wie China, Russland, Venezuela, Katar und Vietnam stimmten für das Papier, das von Ägypten und Sierra Leone eingebracht worden war. Zu den Befürwortern zählten ansonsten vor allem arabische und afrikanische Staaten. Gegen die Resolution stimmten insbesondere europäische Länder sowie Chile, Japan, Südkorea und die Vereinigten Staaten.

Kritik an Realitätsverweigerung

Menschenrechtsaktivisten kritisierten die Entscheidung scharf: "Es ist schrecklich, dass die UN die Augen vor der Wirklichkeit schließt", erklärte Julie de Rivero vom Human Rights Watch. Man erkenne nicht an, dass Familien in vielen Formen existierten. "So zu tun, als ob es bestimmte Familienformen nicht gibt, schadet Kindern und Erwachsenen, die in solchen Familien in aller Welt leben", so de Rivero.

Die österreichische Europaabgeordnete Ulrike Lunacek (Grüne) zeigte sich "entsetzt" über die "Taktik von Russland und 21 anderen Regierungen, die sich weigerten, eine Debatte über die Vielfalt von Familien anzustoßen".

Der Menschenrechtsrat überwacht und fördert als Unterorgan der UN-Vollversammlung die Menschenrechte in aller Welt. Seit seiner Gründung im Jahr 2006 gab es immer wieder Kampfabstimmungen zum Thema LGBT-Rechte. Erstmals erzielte 2011 eine entsprechende Abstimmung eine Mehrheit: Damals kritisierte das Gremium die Diskriminierung von Schwulen und Lesben in aller Welt (queer.de berichtete). (dk)

Abstimmungsverhalten

Für die diskriminierende Resolution stimmten: Äthiopien, Algerien, Benin, Botswana, Burkina Faso, China, Elfenbeinküste, Gabon, Indien, Indonesien, Kasachstan, Kenia, Kongo, Kuwait, Malediven, Marokko, Namibia, Pakistan, Philippinen, Russland, Saudi-Arabien, Sierra Leone, Südafrika, Venezuela, Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam

Dagegen stimmten: Chile, Deutschland, Estland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Japan, Montenegro, Österreich, Rumänien, Südkorea, Tschechien, USA

Enthaltungen: Argentinien, Brasilien, Costa Rica, Mazedonien, Mexiko, Peru
Nicht teilgenommen: Kuba



#1 Sabelmann
  • 27.06.2014, 14:58h
  • Wieso heisst das dann Menschenrechtsrat?
    Aber wie so oft von der UNO nur blablabla!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 27.06.2014, 14:59h
  • Ausgerechnet Argentinien und Brasilien, in denen es die Homoehe gibt, enthalten sich statt dagegen zu stimmen! Von Südafrika, das dafür stimmte, bin ich maßlos enttäuscht! Auch da gibts die Homoehe und ich hatte erwartet, daß dieser Staat dagegen und nicht dafür stimmt! Von den Schurkenstaaten Rußland und China habe ich nix Anderes erwartet!
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#3 amnestyAnonym
  • 27.06.2014, 14:59h
  • Todesstrafe, Haftstrafe, Folter, Vergewaltigung,...

    Die österreichische Europaabgeordnete Ulrike Lunacek (Grüne) zeigte sich "entsetzt" über die "Taktik von Russland und 21 anderen Regierungen, die sich weigerten, eine Debatte über die Vielfalt von Familien anzustoßen".
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#5 GerritAnonym
  • 27.06.2014, 16:01h

  • Es kann doch wohl nicht sein, dass ausgerechnet ein angeblicher Menschenrechts-Rat der UNO die Diskriminierung von Menschen beschließt...

    In dem Fall würde die UNO sich komplett lächerlich und unglaubwürdig machen. Dann könnte man die gleich abschaffen, wenn dort sowas möglich ist.
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#6 standardsAnonym
#7 timpa354Ehemaliges Profil
  • 27.06.2014, 17:41h
  • Schafft die UN ab sie hat sich gerade zum Thema Menschenrechte selbst disqualifiziert, die nimmt doch jetzt keiner mehr ernst. Auflösen den verlogenen Laden.
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#8 FennekAnonym
  • 27.06.2014, 17:53h
  • Jetzt wollen die Homohasser-Staaten auch noch anderen Staaten Vorschriften machen, GLBTI diskriminieren zu müssen.
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#10 wanderer LEAnonym
  • 27.06.2014, 18:26h
  • Die UNO sind einzig dazu da, damit die USA der Welt ihre Normen aufzwingen können. In den USA ist jeder Sex außerhalb der Ehe pfui bäh, und unter 18 darf man man gar keine Sex haben, dafür wandert man ab 10 Jahren in den Knast, kriegt lebenslang keine Arbeit, keine Wohnung. USA ist ein Schurkenstaat gleich Nordkorea. Man muß die USA konsequent boykottieren und isolieren.
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