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  • 21. Dezember 2004, noch kein Kommentar

Die Rock-Legenden veröffentlichen ihre Alben vorrangig in Amerika. Exklusiv für Europa stellt queer.de das neue Weihnachtsalbum vor.

Von Jan Gebauer

In Europa und besonders in Deutschland ist es schon lange ruhig um Ann und Nancy Wilson alias Heart geworden. Die beiden Rock-Ladys, die in den 70er und 80er Jahren viele Hits landen konnten ("Barracuda", "Never", "Alone") und zu den erfolgreichsten Musik-Exporten Kanadas gehörten, haben in Deutschland in den letzten Jahren - wenn überhaupt - nur Compilations veröffentlicht. Erst dieses Jahr waren sie wieder mit dem Studio-Alben "Jupiter's Darling" in der Musik-Szene präsent. In Amerika haben die ehemaligen Superstars in den letzten 15 Jahren weiterhin regelmäßig getourt, Alben veröffentlicht und als The Lovemongers sogar ein neues Band-Projekt auf die Beine gestellt (ab 1997). queer.de bekam von Hearts Plattenlabel Sovereign Artists aus den USA eine Scheibe des neuen Weihnachtsalbum "Heart presents A Lovemongers' Christmas" zugeschickt – exklusiv für ihre vielen lesbischen und schwulen Fans, die ihnen stets die Treue gehalten haben.

Das Album enthält sowohl Aufnahmen aus der 98er Weihnachts-CD der Lovemongers sowie einige neue Stücke. Musikalisch gehen die Wilson-Schwestern mit ihren Band-Kollegen Sue Ennis, Frank Cox und Ben Smith eine ruhige, melancholische Folk-orientierte Richtung an. Diese Einflüsse waren auch schon auf ihren ersten Alben in den 70er Jahren deutlich zu hören, insbesondere bei den Balladen. Löblich ist besonders, dass für das Weihnachtsprojekt extra neue Songs komponiert wurden, als auf die üblichen Heiligabend-Klassiker zu vertrauen. Neben "O Holy Night", sind nur "Ave Maria" und "Balulalow" älteren Datums – Franz Schuberts "Ave Maria" passt allerdings überhaupt nicht zu Ann Wilsons rauem Organ. Viel besser dagegen die eindrucksvolle Hymne "It's Christmas Time" mit ihrem Rock-Christmas-Charme, die über die Jahre ein Evergreen werden könnte. Weiterhin sind die ruhigen Songs "Mary" (eine Patty-Griffin-Komposition) und "How Beautiful" sehr gelungen. Bleibt zu hoffen, dass Heart auch wieder in Europa eine Scheibe auf den Markt bringen, damit die Fans nicht nur auf Importe zurückgreifen müssen.

Portrait:

Heart gehörten in den 70er und 80er Jahren zu den absoluten Superstars des Arena-Rocks, dem auch Jouryney, Foreigner und nicht zuletzt auch Bon Jovi angehörten. Auch wenn wechselnde männliche Mitglieder zu der Gruppe gehörten, standen stets die Schwestern Ann (* 19.6.1951) und Nancy Wilson (* 16.3.1954) im Mittelpunkte des Interesses – insbesondere Ann mit ihrer gewaltigen tiefen Stimme. Zwischen 1976 und 1990 verkauften Heart rund 25 Millionen Platten mit ihrem melodischen, zwischen Hard-Rock, Folk und Bombast-Balladen pendelndem Sound. In dieser Zeit landeten sie Hits wie "Magic Man" (1976, USA # 9), "Barracuda" (1977, D # 8, USA # 11), "Never" (1985 USA # 4), "These Dreams" (1986, USA # 1), "Alone (1987, D # 18, USA # 1) und "All I Wanna Do Is Make Love To You" (1990, D # 23, USA # 2). Nach 1993 schwand der Erfolg von Heart, was vor allen Dingen am nachlassenden Interesse am Arena-Rock lag, der vom Grunge abgelöst wurde. Heart hielten aber weiter fest am Keyboard-dominierten Mainstream-Rock. Ihr letztes reguläres Studio-Album "Jupiter's Darling" konnte dieses Jahr zwar nicht an alte Erfolge anknüpfen, erreichte aber immerhin die Top-100 der US-Charts.

11. Dezember 2004