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  • 30.06.2014           31      Teilen:   |

Fußball

WM: Wieder homophobe Sprechchöre von Mexiko-Fans

Artikelbild
Mexikanische Fans nach der zwischenzeitlichen Führung ihrer Mannschaft gegen die Niederlande (Bild: Screenshot ARD)

Nachdem die FIFA mexikanischen Fans einen Freibrief für homophobe Sprechchöre gegeben hat, beschimpften die Anhänger auch im letzten ihre Gegner als "Schwuchteln".

Am Sonntag haben Anhänger der mexikanischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft Spieler des Achtefinalgegners Niederlande mit "Puto" beschimpft, wie Videoaufnahmen des Spiels aus Fortaleza belegen. Mexikanische Fans standen bereits in den ersten drei Gruppenspielen in der Kritik, weil sie immer wieder dieses Wort als Beleidigung benutzten. Allerdings befand die FIFA, dass die Nutzung dieses Wortes in Zusammenhang mit Fußball keine beleidigende Äußerung darstelle – und ermutigte so die mexikanischen Fans, das Wort weiter zu nutzen (queer.de berichtete).

"Puto" wird in der Hauptbedeutung "Schwuchtel" eindeutig gegen männliche Homosexuelle genutzt; ein nationales Lexikon definiert den Begriff als "Mann, der Sex mit Männern hat". Andere Bedeutungen hat demnach das Wort nur als Adjektiv, andere Wörterbücher geben noch "Stricher" als Möglichkeit an. Das Wort ist offenbar in mexikanischen Stadien so verbreitet, dass sich kaum noch Widerstand dagegen regt.

In der mexikanischen Presse war in den letzten Tagen immer wieder zu lesen, dass das Wort zwar in der echten Welt gegen Schwule gerichtet sei, aber während Fußballspielen als harmlos eingestuft werden könne. So schrieb eine Journalistin der Zeitung "Milenio" am Montag: "Wir mussten drei Wochen lang erklären, dass wir ein Recht auf das Wort 'Schwuchtel' haben. Wir haben auf tausende Arten erklärt, dass das ein Schrei der Euphorie ist und keine homophobe Beleidigung". LGBT-Aktivisten setzen sich dagegen dafür ein, homophobe Sprache genauso zu ahnden wie rassistische Ausdrücke, gegen die die FIFA rigoros vorgeht.

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US-Sender warnen vor homophoben Sprüchen

In den USA sind die WM-Fernsehsender ESPN und Univision inzwischen dazu übergegangen, vor Mexiko-Spielen die Zuschauer zu warnen, dass es während der Übertragung zu beleidigenden Äußerungen durch Fans kommen könne. Während der englischsprachige Sportkanal ESPN die Sprechchöre verharmlosend als "Tradition" bezeichnet, verurteilt der spanischsprachige Sender Univision ausdrücklich derartige Fan-Äußerungen: "Wir setzen uns dafür ein, dass unsere Berichterstattung und unsere Kommentare respektvoll gegenüber allen Menschen sind und das schließt die Gay Community ein", so der in Los Angeles angesiedelte Sender in einer Pressemitteilung. Da man keine Kontrolle über die von FIFA gelieferten Bilder und die Tonspur habe, sei es schwierig, diese Gesänge auszublenden.

Immerhin scheint sich das Problem mit den mexikanischen Fans auf dem Spielfeld gelöst zu haben. Die Niederlande besiegten die Mittelamerikaner mit 2:1, nachdem das Oranje-Team noch bis drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit zurückgelegen hatte. Damit ist Mexiko zum sechsten Mal in Folge im Achtelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft ausgeschieden. (dk)

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Tags: fußball, fußball-wm, fifa, mexiko, brasilien, niederlande
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Reaktionen zu "WM: Wieder homophobe Sprechchöre von Mexiko-Fans"


 31 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
30.06.2014
14:41:51


(+8, 12 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Wenn die FIFA schon nicht ihre Hausaufgaben macht, die Niederlande haben Mexiko gezeigt wo es hingehört, Bravo!


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#2
30.06.2014
14:45:23
Via Handy


(+12, 14 Votes)

Von Timon


Wundert mich nicht, wenn die FIFA demonstrativ wegsieht und denen quasi einen Freibrief gibt.

Wenn man sowas nicht im Keim erstickt, wird das immer mehr und mehr...


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#3
30.06.2014
14:49:00
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von Alex


Tja, wenigstens haben die "Schwuchteln" sie besiegt...


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#4
30.06.2014
14:59:07


(+4, 8 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Endlich wurde diesen Provincianos (spanisch für Hinterwäldler) mit dem Ausscheiden Mexikos im Achtelfinale die homophobe Fresse poliert!


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#5
30.06.2014
15:05:20
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von Simon H


Und ein weiterer Schlag ins Gesicht ist es dann, wenn irgendwelche Funktionäre solche Hetze dann auch noch als "Tradition" zu rechtfertigen versuchen.

Ist dann auch rassistische Hetze Tradition?


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#6
30.06.2014
15:11:56


(-6, 10 Votes)

Von Rechtsstaat


Zu Nrn. 1, 3, 4:

Ich weiß ja nicht, wie die Bevölkerung allgemein tickt, aber diese sollte eigentlich nicht das Verhalten solcher "Fans" ausbaden müssen.


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#7
30.06.2014
15:22:26


(+12, 12 Votes)

Von Bewegung
Antwort zu Kommentar #5 von Simon H


Die FIFA und die milliardenschweren Profiteure machen das, weil sie nach aktuellem Stand der Dinge von den AnbiederInnen und OpportunistInnen, die die internationale LGBTI-Community weitgehend dominieren und kontrollieren, keine nennenswerte Störung ihres Geschäftsbetriebes, keinerlei nenenswerten Widerstand zu befürchten haben.

Oder hat nach Sotschi und NULL breitenwirksamer Proteste und Störung der Veranstaltungen etwa jemand erwartet, dass dies von den betreffenden Geschäftetreibern (Konzernen, einschl. Medienkonzernen + "Gremien") nicht händereibend registriert wird?!


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#8
30.06.2014
15:24:10


(+10, 12 Votes)

Von Aufklärer


Dreckiges Katholenchristenpack*!

* Ist keine Beleidigung, sondern in meiner Herkunftskultur ein ganz harmloser Begriff für jemanden, mit dem man sich in Dissenz befindet.


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#9
30.06.2014
15:27:36


(-7, 15 Votes)

Von Luis Suarez


Das sind Fußballfans, was erwartet ihr? Fußball war schon immer ein Sport von Prollheten, für Prollheten, mit Prollheten über Prollheten. Dann ergibt der Spruch mit "Homophobie ist bei uns Tradition" schon Sinn.


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#10
30.06.2014
15:37:21


(+8, 12 Votes)

Von dee eff bee
Antwort zu Kommentar #7 von Bewegung


Der DFB zieht ja auch keinerlei Konsequenzen aus widerlichst homophoben Ausfällen leitender Funktionäre. Und niemanden stört's.

2011:

Link zu www.queer.de

2014:

Bild-Link:
0eed7e19bebd6a771d6fd7151728e62b_5.jpg


Bild-Link:
007_2014_006_0_001_0-e1400680755793.jpg


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