Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 30.06.2014           11      Teilen:   |

Urteil

Israel: Radikale Gläubige müssen Lesben Entschädigung zahlen

Artikelbild
Dieses schicke Anwesen sollte nur heterosexuellen Kunden vorenthalten bleiben - das verstößt in Israel aber gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz

Wenn eine Religionsgemeinschaft im Heiligen Land Dienstleistungen anbietet, muss sie Schwule und Lesben gleichbehandeln.

Ein Jerusalemer Bezirksgericht hat vergangene Woche eine radikale Gemeinschaft von messianischen Juden und evangelikalen Christen zur Zahlung von 60.000 Schekel (rund 13.000 Euro) an ein lesbisches Paar verurteilt. Die Gemeinschaft Yad Haschmona hatte vor rund drei Jahren das Paar als Gäste ihres privat betriebenen Hotels abgelehnt. Das sah Richter Moshe Cohen Yoad als Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung an, die in Israel seit 2001 per Gesetz verboten ist. Er bestätigte damit das Urteil eines Amtsgerichtes aus dem Jahr 2012.

Das Paar hatte sich 2008 in Großbritannien kennengelernt und wollte für seine israelischen Freunde eine Hochzeitsfeier veranstalten. Daher hatten die Frauen die große Hotel-Anlage am Stadtrand von Jerusalem gemietet, in der oft Hochzeitsfeiern abgehalten werden. Als die Betreiber jedoch von der Homosexualität des Paares erfuhren, stornierten sie die Reservierung und erklärten, dass sie aus religiösen Gründen Homosexualität ablehnten.

Fortsetzung nach Anzeige


Yad Haschmona: Die Bibel ist halt so, wie sie ist

Hotel-Sprecherin Ayelet Ronen hatte das gegenüber der Presse mit folgenden Worten begründet: "Wir hassen Homosexuelle oder Lesben nicht. Wir lieben sie. Wir glauben einfach, dass es Gottes Wort ist, wenn in der Bibel Homosexualität als Abscheulichkeit bezeichnet wird". Diese Glaubensgrundsätze beträfen nicht nur Homosexuelle: Schließlich erlaube man auch keine Abtreibungen oder keine Yoga-Veranstaltungen auf dem Gelände.

Während des Verfahrens erklärte die christlich-jüdische Einrichtung, dass sie zwar auch säkulare Hochzeitsfeiern erlaube. Allerdings könnten gleichgeschlechtliche Eheschließungen mögliche Kunden abhalten, die in der Mehrzahl gläubige Christen seien und Homosexualität aus diesem Grund ablehnten. Vertreter der Gemeinschaft hatten in dem Prozess wiederholt aus dem Alten und Neuen Testament zitiert.

Der Anwalt des lesbische Paares beschuldigte die Glaubensgemeinschaft der "Homophobie", weil im Verfahren erklärt wurde, das Anwesen werde in keinem Fall an eine "homosexuelle oder lesbische Organisation" vermietet. Inzwischen erlaubt die Organisation seit 2012 überhaupt keine Hochzeitsfeiern auf ihrem Grundstück mehr.

Yad Haschmona kündigte nach dem Urteil an, nicht in Berufung gehen zu wollen. Die Glaubensgemeinschaft kritisierte aber, dass in Israel die Relgionsfreiheit nach diesem Urteil nicht mehr gesichert sei. (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 11 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 186             2     
Service: | pdf | mailen
Tags: israel, homo-ehe, gericht
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Israel: Radikale Gläubige müssen Lesben Entschädigung zahlen"


 11 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
30.06.2014
16:59:36
Via Handy


(+11, 11 Votes)

Von Gerrit


Richtig so. Anders verstehen die das leider nicht.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
30.06.2014
17:06:50
Via Handy


(+11, 11 Votes)

Von Alex


"Yad Haschmona: Die Bibel ist halt so, wie sie ist"

Und die Menschen sind halt so wie sie sind.

Und wieso beachten die dann nicht auch die Passauer, die z.B. sagen, dass man seine Tochter in die Sklaverei verkaufen darf?!

Aber in Israel gibt es wenigstens Gerichte, die sowas verhindern / bestrafen. In Deutschland darf man ja aus religiösen Gründen diskriminieren...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
30.06.2014
17:54:20


(+5, 5 Votes)

Von OliverZi


Ich frage mich, was wohl mehr potentielle Gäste abschreckt:

Gleichgeschlechtliche Eheschließungen oder das Verweigern dieser.

Ich denke eher letzteres. Eher wenige Gläubige sind so borniert und radikal, dass sie direkt sagen, sie gehen irgendwo nicht mehr hin, weil dort die bösen ekligen Homosexuellen erlaubt sind.
Im Gegensatz wird es aber viele geben, die diese Ignoranz ablehnen. Bei Hochzeiten geht es ja auch um Liebe und wer, außer Radikalen, will schon an einem Ort heiraten, der Liebe bekämpft?

Dieses sympathische kleine Hotel wird bestimmt keine Eheschließungen mehr anbieten, weil einfach so gut wie niemand mehr kommt, seit der berühmte "Shitstorm" über sie hereingebrochen ist


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
30.06.2014
17:57:59


(+5, 7 Votes)

Von Hugo


"Die Glaubensgemeinschaft kritisierte aber, dass in Israel die Relgionsfreiheit nach diesem Urteil nicht mehr gesichert sei."

Aber mir das Recht auf mein Leben absprechen.
Da sieht man wie verlogen die erzreligiösen sind, sie wollen leben können wie sie wollen, aber andersdenkende müßen nach ihren vorgestrigen Vorstellungen leben.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
30.06.2014
18:24:12


(-2, 4 Votes)

Von Eytan


"Christlich-jüdische Einrichtung"
Nur christliche Einrichtung. Die Einrichtung ist mir bekannt und hat mit Judentum mal rein gar nichts zu tun.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
30.06.2014
18:42:35


(+9, 11 Votes)

Von Finn


Wieso gehen von Religionen immer so viel Hass und Intoleranz aus?

Eigentlich sollte man doch als gläubiger Mensch alle Menschen lieben und nur den Hass hassen? Statt dessen hassen die jeden, der auch nur ein wenig anders denkt, als sie selbst.

Das zeigt, dass es dort gar nicht um irgendeinen "guten Glauben" geht, sondern nur um Ausgrenzung, Macht und Unterdrückung.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
30.06.2014
18:43:13
Via Handy


(+5, 7 Votes)

Von Paddy78


Was hat Dienstleistung mit Religionsfreiheit zu tun?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
30.06.2014
19:54:20


(+1, 3 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #7 von Paddy78


Für die ist Diskriminierung eben auch ein Gottesdienst.

Gottseidank ist da die Demokratie davor.

Im Land, das das Copyright auf Gottesdienste hält.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
30.06.2014
20:08:08


(+5, 7 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Gute Entscheidung des Gerichts!

Aber am meisten erschreckt an solchen Diskriminierungsversuchen doch die Selbstverständlichkeit, mit der Personen ihre Haltung mit religiösen Anschauungen rechtfertigen wollen und es für selbstverständlich halten, dass Religion Ausnahmen legitimieren könnten und das Recht andere zu diskriminieren!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
30.06.2014
23:48:11


(+4, 6 Votes)

Von ehemaligem User Defragmentierung
Antwort zu Kommentar #5 von Eytan


Welche Rolle spielt abrahamitische Interna in diesem Fall? Für die Opfer ist es doch belanglos, welche Geschmacksrichtung welcher Untersekte nun fallspezifisch die toxisch wirksame ist. Vergiftet sind sie alle.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12  vor »


 Ort: Jerusalem


 POLITIK - INTERNATIONAL

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Holpriger Start für Stefan Evers als Generalsekretär der Berliner CDU Kein sicherer Listenplatz: NRW-Grüne strafen Volker Beck ab Grüne NRW schicken Sven Lehmann in den Bundestag Kein Termin für LGBTI-Aktivisten: Kultusminister redet lieber mit Homo-Hassern
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt