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Nach den TürkGays haben jetzt auch die schwulen Schwarzen in Deutschland eine eigene Community, die gegen Vorurteile kämpft.

Von Tanja Reinsfelder

In der Schwulenszene in Deutschland werden Schwarze noch immer mit vielen Klischees, vor allem wegen angeblicher körperlicher Ausmaße, in Verbindung gebracht. Eine neue Community, die AfroGays, hat sich jetzt zusammengeschlossen, um gegen diese Vorurteile zu kämpfen, die aufgrund von Unwissenheit oder oberflächlicher Betrachtung entstehen. Seit Oktober gibt es das Internetportal der Gruppe, das sich an alle schwarzen Schwulen im deutschsprachigen Raum richtet. "Wir wollen einerseits als Kontaktbörse für Beziehungen und Freundschaften dienen, aber auch eine Austauschmöglichkeit über ein Forum bieten", so Benny Harder von den AfroGays.

Immer mehr Schwarze, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, wollen als Deutsche akzeptiert werden und sich nicht für ihre Hautfarbe rechtfertigen müssen. "Unser Ziel ist es, die Schwulenszene zu bereichern. Wir wollen Vielfalt und eine starke Gemeinschaft schwarzer Schwuler, die sich bei uns zeigen können, wie sie wirklich sind", erklärt Harder weiter. Neben der Akzeptanz in der Schwulenszene haben schwarze Schwule auch mit anderen Minderheitengruppen in Deutschland aufgrund ihrer Homosexualität um Anerkennung zu kämpfen. Auch gegen diese doppelte Diskriminierung wollen die AfroGays etwas tun, indem sie auch in der Öffentlichkeit zu ihrem Schwulsein stehen. "Wir sind zwar keinesfalls eine politische Gruppe, aber wir arbeiten auch mit der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland zusammen, um für die Interessen von Schwarzen einzutreten."

Neben der Internetplattform soll in Zukunft regelmäßig, wahrscheinlich alle drei Monate, ein Bundestreffen in einer jeweils anderen Stadt stattfinden. Erstmals trafen sich die AfroGays Anfang Dezember in Essen, das nächste Treffen ist in Stuttgart geplant, auch Köln und Berlin stehen auf der Liste. Nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken und Essen in geschlossener Runde können sich die Teilnehmer untereinander kennenlernen, bevor am Abend dann gefeiert wird.

Bei der Entstehung der Gruppen haben sich die AfroGays von der Black Gay Community in Großbritannien beeinflussen lassen, die bereits sehr groß und vielfältig ist. In welche Richtung sich die Community in Deutschland entwickeln wird, wissen die AfroGays noch nicht, "aber wir sind uns sicher, dass alle davon profitieren werden, wenn wir durchhalten und stark sind," ist Harder überzeugt. Schon jetzt sind über 50 User registriert und sicherlich werden es noch viel mehr werden.

22. Dezember 2004



35 Kommentare

#1 MichaelAnonym
  • 22.12.2004, 23:51h
  • Tolle Idee...und wie wirds enden? Mit ner black4black-Nummer wo andere auch nur maximal geduldet werden. Man brauch sich ja nur auf amerikanischen Internet-Seiten umschauen(finde da mal ein Profil eines Afros wo nicht blk4blk drinsteht...viel Glück.)....oder man kann auch wahlweise die deutsche Bärenszene oder Lederszene hernehmen. Alle mal irgendwann als ein Minderheitenverein enstanden mit dem Ziel für Toleranz in der schwulen Community zu kämpfen....heute sind sie etwa so tolerant wie die, über die sie sich mal beschwert haben. Trägt letztlich wohl alles nur zu ner weiteren Aufsplittung der Community bei...
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#2 skydiverProfil
  • 22.12.2004, 23:52hStuttgart
  • Mich stört auf der Eingangsseite unter black ore white der Hinweis:

    "diese plattform ist eigentlich schwarzen und deren freunden vorbehalten. alle anderen nichtschwarzen, die einen schwarzen schwulen kennenlernen wollen, können sich unter vorbehalt anmelden. wir müssen allerdings auf ein gesundes gleichgewicht achten".

    Warum schreiben die Macher nicht gleich und unmissverständlich" Weisse unerwünscht!"

    Die Idee eine Plattform zu schaffen finde ich eigentlich schon ok... aber ich kenne eine Menge Leute die ausschlieslich auf Farbige abfahren. Also wird es schwer werden die Faker zu entfernen und ein gesundes Gleichgewicht zu schaffen (!!!)
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#3 skydiverProfil
  • 22.12.2004, 23:57hStuttgart
  • Michael... ein sehr interessanter Aspekt und toller Beitrag (!!!) Dem kann ich nur zustimmen (!!!)
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#4 ein EuroGayAnonym
  • 23.12.2004, 01:49h
  • Wenn ich als schwuler schwarzer Deutscher amerikanische Vorfahren habe, bin ich dann nur AfroGay oder nicht vielmehr AfroAmericanGay? Sind weiße schwule Amis EuroAmericanGays? Und Mischlinge EuroAfroAmericanGays? Oder nur EuroAfroGays? Und warum muß eigentlich jede Gruppe und Untergruppe ihr eigenes Süppchen kochen? (Zudem: Schwule, die sich darüber beschweren, daß man ihnen eine üppige "Ausstattung" unterstellt! Mann, Jungs, Ihr habt Sorgen!)
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#5 SimonAnonym
  • 23.12.2004, 02:53h
  • Freue mich sehr über die Debatte. Kann nur eine Bereicherung sein.
    Den Vergleich mit der Lederszene halte ich für nicht ganz richtig. Menschen die Leder tragen können das Leder ausziehen und sehen dann (meist) so wie alle anderen aus. Das geht bei einer Hautfarbe nicht. Die Erfahrungen die schwarze Schwule gemacht haben sind in der Hinsicht ähnlich dass sie von klein auf wegen ihrer Hautfarbe aufgefallen sind (zumindest wenn sie in Deutschland aufgewachsen sind).

    Ob der Inhalt des Vorurteils wohlwollend oder abwertend ist, ist doch gleich. Immer wenn jemand den anderen in eine Schublade steckt nur wegen der Hautfarbe, dann ist das schlecht, auch wenns die "gute" Schublade ist.
    Was die Sache mit AfroAmericanGays usw. angeht: Ich glaube, AfroGays will alle Schwarzen in Deutschland ansprechen, die schwul sind, egal was für einen Pass sie haben. Egal ob Afroamerikanisch, afrodeutsch, afroniederländisch, afronorwegisch oder afrojapanisch.
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#6 TomAnonym
  • 23.12.2004, 11:54h
  • Zu Zeiten Martin Luther King´s hätte der oben abgedruckte Beitrag meine volle Zustimmung und Symphatie erhalten wenn es um Anerkennung und Integration von Minderheiten geht. Akzeptanz und Integration entstehen sicherlich nicht, wenn sich AFRO GAYS nicht nach Aussen hin öffnen, sich abschotten, ihr eigenes Ding durchziehen und den Kontakt ausschliesslich zu ebenfalls AFRO GAYS suchen. Als weisser in einem afrikanischen Land arbeitender Europäer würde ich nicht auf die Idee kommen, einen Interessenverband zu gründen, nur weil ich in einem afrikanischen Land als WEISSER bedingt durch meine Hautfarbe nunmal eine exotische Ausstrahlung habe. Ich denke mal, das sich AFRO GAYS mit dieser Aktion selber zum AUSSENSEITER machen...
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#7 MichaelAnonym
  • 23.12.2004, 13:46h
  • @Simon: Okay...und Bären können abnehmen und sich Ganzkörper-Epilieren. Ein Schelm wer jetzt an Afro und Michael Jackson denkt....=)

    Aber ernsthft....sicher hinkt jeder Vergleich etwas....aber es ging mir ja auch eher darum herauszustellen, dass es schon andere Gruppen gab, die entstanden sind um sich gegenseitig zu unterstützen gegen die ach so fiese Umwelt...und letztlich selbst zu voruteilsbehafteten Ausschlussgesellschaften mutierten. Ist natürlich subjektiv viel besser wenn man selbst die Voruteile gegen andere hat(wobei jede dieser Gruppen in ihrem Selbstverständnis waaaaaahnsinnig tolerant ist. Ignoranz ist da auch ne Tugend, die das Leben erleichtert.) als das Opfer solcher Vorurteile zu werden....

    Für ein "ausgewogenes" Verhältnis sorgen zu wollen, ist ja wohl lächerlich. Da ist die Ausgrenzung ja schon angekündigt....das ist doch ein Rückschritt für jeden Afro, der tatsächlich Integration wünscht. Gratulation.
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#8 CyrusAnonym
  • 23.12.2004, 15:26h
  • Michael,
    hast Du Dir schon mal die Seiten angeguckt die mit Schwarzen werben? So gibt es ja unter anderem auf verschiedenen Portalen sog. Fetisch Seiten und andere Clubs. In der Mehrheit dieser Seiten bzw.Portalen finden sich mehr Nicht-Schwarze als Schwarze.
    Somit bilden sie dort die Minderheit. Möchte nun jemand eine Seite bzw. Portal anwählen, wo er ausschließlich Schwarze sucht, würde er wohl überrascht u. enttäuscht sein, wenn sich dort mehr Nicht- Schwarze als Schwarze fänden.
    Daher ist der logische Schritt, die wenigen Schwarzen auf einer eigenen Seite zu vereinen.Ähnlich übrigens wie es z.B. die türkischen Schwulen es bereits getan haben.. Wie sollen sie sich denn sonst definieren und finden, wenn sie es wünschen?Von Ausgrenzung kann da kaum die Rede sein, denn auch alle nicht Schwarzen sind dort zugelassen, und können sich registrieren. Nur behält sich das Portal logischerweise die prozentuale Zuteilung vor. Ich halte das für normal, denn wie wären wohl sonst die Verhältnisse? 90 % Nicht-Schwarze zu 10% Schwarze? Klar, die Macher des Portals sollen so tolerant wie Du sein, und ein Portal für eben alle machen die auf Schwarze abfahren oder so.. Nur was wäre daran neu?

    Daher versucht die Seite zunächst schwulen Schwarzen ein Portal zu bieten, und danach allen anderen. Somit hat sich ausnahmsweise die Präferenz umgekehrt.Vielleicht meldest Du dich gleich selbst an?Dann klappt es noch mit einem Account.
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#9 MichaelAnonym
  • 23.12.2004, 15:47h
  • a) Also da liegt der Hund begraben? Schwarze wollen ne Seite wo sie in der Mehrheit sind? Wofür? Ich dachte es ginge darum Vorurteile abzubauen und sich über Probleme zu unterhalten....dazu muss man aber nicht in der Überzahl sein, oder?
    Kann man sich als Schwuler nur in ner Schwulenkneipe unterhalten wo die Schwulen in der Überzahl sind...oder reicht da nicht auch ne Kneipe wo halt alle homophil sind?

    b) Wo er ausschließlich Schwarze sucht und selbst auch Schwarz ist? Also schreib doch gleich "black4black" drauf und man kann sich das Toleranzgetue, die Integrationssprüche und Vorwürfe gegenüber der Community auch schenken.

    c)Ich bin kein Afro...ich suche keine Afros(wenn es sich mal ergibt, dann ergibt es sich. Ich habe keinen Hautfarbenfetisch)....und wenn ich auf Blacks besonders stehen würde, würde ich mich bei der Seite sicher nicht anmelden. Für mich ist das nicht weiter als ne bear411.com-kopie...die sagen nämlich auch nicht so deutlich das sie eigentlich ausschließlich für Bären sind und andere Profile garnicht erst freischalten(was viele Bären auf dieser Seite nichtmal wissen. Die wundern sich bloss wieso ihre Zielgruppe von unbehaarten, schlanken Kerlen ihnen keine Nachrichten schickt. So kann man das Spiel auch spielen....).
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#10 NikoAnonym
  • 23.12.2004, 15:55h
  • AFRO GAY sollte zuerst einmal selber damit aufhören schwule "Klischees" in die Welt zu setzen (!!!) Wenn ich mir mal das Pic anschaue das im Beitrag eingefügt ist !!! "Black is beautiful... gay is lifestyle" Typisches Klischee: Tank-Top, muskelbepackt, Glatze... den Rest kann Man(n) sich denken wenn der Fotograf seine Kamera etwas tiefer gehalten hätte (!!!) Und dann weiter auf der Seite (Foto) von AFRO GAYS "sowas suchen wir *g* ... (durchtrainierter, muskelbepackter AFRO GAY) und sowas sucht uns!" (bierbäuchiger WEISSER) Finde ich im übrigen ziemlich derbe (!!!) Vorurteile habt Ihr selber genug gegen uns WEISSE sonst würdet Ihr Euch keine so grossen Sorgen um den Fortbestand von AFRO GAYS und das gesunde Gleichgewicht machen und die WEISSEN nicht prozentual reglementieren (!!!)
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