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  • 03.07.2014           2      Teilen:   |

Das fünfte Soloalbum

"1000 Forms of Fear": Sia lässt das Tier raus

Artikelbild
Mag nicht gern berühmt sein: Die bisexuelle Musikerin Sia Kate Isobelle Furler, kurz Sia genannt, präsentiert sich in der Öffentlichkeit neuerdings am liebsten mit Papiertüte auf dem Kopf. In ihren Songs ist sie weniger schüchtern (Bild: Sony Music)

Sia ist mit verantwortlich für große Hits von David Guetta und Rihanna. Jetzt veröffentlicht die öffentlichkeitsscheue Australierin ein so kompromissloses wie brillantes Album.

"Diese Künstlerin ist verantwortlich für über zwölf Millionen Mal verkaufte Tracks, hat eine neue Single und will nicht berühmt werden." Diese Botschaft verbreitete Sia im Oktober 2013 mittels über dem Kopf gestülpter Papiertüte – ihrem neuen Markenzeichen – auf dem Cover der US-Musikbibel "Billboard".

Bis dahin hatte die bisexuelle Musikerin, die lange mit Kollegin JD Samson von Le Tigre zusammen war, schon alle denkbaren Karriere-Aufs und Abs hinter sich. Sia veröffentlichte zwei von der Kritik wohlwollend aufgenommene und moderat erfolgreiche Soloalben mit Radiohits wie "Clap Your Hands".

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Das neue Album ist kein Formatradiofutter

Das Album "1000 Forms of Fear" erscheint am 4. Juli 2014 bei Sony Music
Das Album "1000 Forms of Fear" erscheint am 4. Juli 2014 bei Sony Music

Der damit verbundene Ruhm, das Leben im Scheinwerferlicht, die angeschlossenen Tourneen machten der so auf Häuslichkeit bedachten Australierin schwer zu schaffen. Ihr wurde eine bipolare Störung diagnostiziert. Nur mühsam befreite sie sich aus einer daraus resultierenden Alkohol- und Tablettenabhängigkeit. Ihr neuer Manager Jonathan Daniel ersann eine neue Einnahmequelle: Statt selbst im Fokus zu stehen, sollte sie fortan andere mit Songs beliefern.

Das mit dem Rückzug klappte leider weniger gut als erhofft: David Guetta verwendete ihre eigentlich nur für das Demo gedachten Vocals für den finalen Mix von "Titanium", und auch Flo Rida bediente sich ihrer Stimme für "Wild Ones". Prompt fand sich Sia wider Willen weltweit in den Top Ten wieder. Das immerhin beförderte ihre Songwriterkarriere: Beyoncé, Katy Perry, Britney Spears, Christina Aguilera und Kylie Minogue finden sich auf der Liste ihrer hochkarätigen Kundinnen. Die Wertschätzung ist hoch: Rihanna klingt auf ihrem globalen Hit "Diamonds" schon wie ein Sia-Klon.

Auf ihrem eigenen neuen Album, dem ersten seit vier Jahren, geht Sia dagegen keine Kompromisse ein. Nur wenige ausgesuchte Interviews sind gestattet, in den Videos selbst taucht sie gar nicht auf. Und der Albumtitel verrät schon, dass hier kein Formatradiofutter zu erwarten ist: "1000 Forms of Fear" (1.000 Formen der Angst) besingt die jetzt 38-Jährige in sehr gekonnten Textwendungen.

Alkohol und Drogen aus Angst vor der Einsamkeit

Älteres Pressefoto ohne Papiertüte: Nach Depressionen, einem Selbstmordversuch und Drogeneskapaden geht es Sia wieder besser
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Die aktuelle, im Refrain beinahe hymnische Single "Chandelier" erzählt von nächtlichen Alkohol- und Drogenausschweifungen aus Angst vor der Einsamkeit daheim. Die anrührende Ballade "Big Girls Cry" bricht eine Lanze für alle Mädchen, die sich auch mal trauen, hässlich zu sein, wenn sie ein gebrochenes Herz beweinen. "Elastic Heart" beschwört "mit dicker Haut und biegsamen Herzen" die Selbstbehauptungskräfte im Angesicht aller Stürme.

Und natürlich kommt die Liebe in all ihren dunkleren Facetten nicht zu kurz: "Eye of the Needle" erzählt vom Festhalten an einer Beziehung, die in Wahrheit schon längst vergangen ist. "Fire With Gasoline" (einer der Höhepunkte des Albums) erzählt von einer explosiven Kombination, die eigentlich gar nicht gut gehen kann. "Free the Animal" entfesselt dann sämtliche dunklen Mächte: Wahlweise vom Dach werfen, würgen oder in Treibsand aussetzen will Sia ihre/n Partner/in vor lauter Liebe, im Gegenzug dazu darf sie selbst enthauptet oder in sauren Regen getaucht werden. Will man vielleicht nicht unbedingt haben.

Alles andere als luftig-leichte Sommerkost also, auch wenn die Themen noch so sehr in sprachliche Bonmots verpackt sind. Dafür ist die Musik dazu allererste Sahne. Unter den zwölf Songs findet sich kein einziges Füllsel. "1000 Forms of Fear" ist von den bislang fünf Soloalben das bei Weitem ausgereifteste. Wer sich darauf einlassen mag, wird mit nachhaltigem Genuss belohnt. (to)

Youtube | Sia präsentiert die Single "Chandelier" in der "Ellen Show"
Links zum Thema:
» In das Album bei Amazon reinhören
» Offizielle Homepage von Sia
» Fanpage auf Facebook
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Tags: sia, chandelier, 1000 forms of fear
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Reaktionen zu ""1000 Forms of Fear": Sia lässt das Tier raus"


 2 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
03.07.2014
15:15:59


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Mit ihrer Musik braucht sie sich jedenfalls nicht zu verstecken!


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#2
03.07.2014
23:25:45


(0, 2 Votes)

Von Schade


Sie möchte sich nicht mehr zeigen und ihr kramt ein altes Bild raus. Sehr respektvoll von euch.


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