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  • 07.07.2014           23      Teilen:   |

Ausschluss von Schwulen

Dank Westerwelle: Mehr (heterosexuelle) Knochenmarkspender

Artikelbild
Ex-Bundesaußenminister Guido Westerwelle befindet sich derzeit in Behandlung (Bild: World Economic Forum / flickr / cc by-sa 2.0)

Die Leukämie-Erkrankung von Guido Westerwelle führt zu einer Solidaritätswelle in der Öffentlichkeit – aber Schwule dürfen immer noch nicht mitmachen.

Im zentralen Knochenmarkspender-Register wird detailliert aufgeführt, wer spenden darf und wer nicht: "Personen, deren Sexualverhalten oder Lebensumstände ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten (z.B. Hepatitis B und C oder HIV) bergen". Auf Deutsch bedeutet das: Wer schwul ist, ist automatisch als Risikogruppe gebrandmarkt, während sich Heteros einiges erlauben dürfen, bevor auch sie der Bannstrahl der Bundesärztekammer trifft. Schwule stehen damit in den Augen der Ärzte generell auf einer Stufe mit Drogenabhängigen und Häftlingen. Auch Menschen wie Guido Westerwelle dürften kein Knochenmark spenden, obwohl der FDP-Politiker wohl eher in stickigen Konferenzzimmern hinter Leitz-Ordnern seine Abende verbracht hat als in Darkrooms.

Westerwelles Erkrankung hat das Thema Knochenmarkspende wieder in die Hauptnachrichten gehievt, obwohl Blutkrebs in Deutschland nicht so selten ist, wie man denkt: So erkrankt alle Viertelstunde ein Mensch an Leukämie. Es gibt nun Berichte, dass sich die Zahl der Knochenmarkspender seit Bekanntwerden der Westerwelle-Erkrankung verdoppelt hat. Ironischerweise durch den Fall eines Politikers, der sich selbst nie in den Knochenmarkspender-Register hätte eintragen lassen dürfen.

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Veränderungen auf EU-Ebene angestrebt

Damit dürfte die Debatte über den generellen Ausschluss von Schwulen von Knochenmark- und Blutspenden erneut aufflammen. Die Bundesärztekammer hat bereits im letzten Jahr erklärt, sie wolle "im Rahmen ihrer Möglichkeiten" auf eine Veränderung der Blutspenden-Regulierung auf EU-Ebene hinwirken (queer.de berichtete). Allerdings hält der Spitzenverband bis jetzt am generellen Ausschluss aufgrund der sexuellen Orientierung fest. Andere europäische Länder haben ihre Angst vor schwulem Blut inzwischen ein wenig überwunden und die Regelungen liberalisiert, so zum Beispiel Großbritannien (queer.de berichtete). Hier dürfen aber selbst verheiratete Schwule nur spenden, wenn sie ein Jahr lang keinen Sex gehabt haben – selbst Geschlechtsverkehr mit dem eigenen Ehepartner ist ein Ausschlussgrund.

Gegen das generelle Verbot gibt es in Deutschland Widerstand: So haben etwa die Länder Bremen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt gefordert, dass schwule und bisexuelle Männer beim Blutspenden nicht mehr diskriminiert werden dürften. Auch die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) wirbt vermehrt dafür, das Spende-Verbot aufgrund der sexuellen Orientierung zu beenden. Geschäftsführerin Sandra Bothur erklärte vor wenigen Tagen, dass man zwar verpflichtet sei, die Regelungen der Bundesärztekammer umzusetzen – aber: "das entspricht nicht unserer persönlichen Meinung", so Bothur weiter.

Ironischerweise könnte Guido Westerwelle selbst eine Knochenmarkspende von jemandem erhalten, der wie er eigentlich nicht spende dürfte. Sein Bruder Kai, der sich kurz nach Guido ebenfalls als schwul geoutet hatte, kommt Medienberichten zufolge als Spender in Betracht. Eine derartige direkte Spende ist – im Gegensatz zur Fremdspende – nach Absprache mit den behandelnden Ärzten erlaubt, auch wenn es sich "nur" um schwules Knochenmark handelt.

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Tags: guido westerwelle, knochemarkspende, blutspende, dkms
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Reaktionen zu "Dank Westerwelle: Mehr (heterosexuelle) Knochenmarkspender"


 23 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
07.07.2014
15:55:53


(-15, 19 Votes)

Von Bad Homburg


Gut, daß Er gläubig ist. Auch das wird Ihm in dieser schwierigen Situation sicherlich sehr helfen.


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#2
07.07.2014
16:03:53


(+3, 9 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


BLUT- UND KNOCHENMARKSPENDEVERBOT FÜR SCHWULE SOFORT AUSLÖSCHEN!!!


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#3
07.07.2014
17:58:51


(+6, 10 Votes)

Von ehemaligem User Defragmentierung
Antwort zu Kommentar #1 von Bad Homburg


Oh ja, es ist sicher sehr hilfreich davon auszugehen, dass der selbst befruchtende Zombie im Himmel Dir den Krebs mit Vorsatz bescherte.


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#4
07.07.2014
18:22:43


(+2, 8 Votes)

Von Mea Chulpa
Antwort zu Kommentar #1 von Bad Homburg


Gesundbeten?
Youtube-Video:


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#5
07.07.2014
18:38:31


(+6, 8 Votes)

Von Enyyo


Mmh, was Erkrankte wohl antworten würden, wenn man sie vor die Alternative stellt, kurzfristig am Blutkrebs zu verrecken oder VIELLEICHT (die Gefahr dürfte verschwindend gering sein, wenn man vor einer Transplantation noch entsprechend testet) sich mit HIV zu infizieren und dies behandeln lassen zu müssen?

Und wie ist es eigentlich mit den "normalen" Organspendern? Sieht man es da nicht so eng, wenn es bspw. einen schwulen Biker zerlegt hat?


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#6
07.07.2014
19:04:47


(+5, 9 Votes)

Von Hugo


"aber Schwule dürfen immer noch nicht mitmachen"

In was für einer Zeitrechnung leben wir?
Und ausgerrechnet die Ärzte, wollen keine Änderung, schämt Euch!!
Ich dachte die AIDS Hysterie der 80er währe vorbei.
Wenn die Ärtzte so argumentieren, dann dürften die wennigsten spenden, auch Heteros haben Sex, oder nicht?


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#7
07.07.2014
21:08:05


(+4, 6 Votes)

Von BellaDonna
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Antwort zu Kommentar #6 von Hugo


Heteros haben Sex???
Ich bin schockiert


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#8
07.07.2014
21:22:02


(+6, 8 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Bad Homburg


Blödsinn !


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#9
07.07.2014
21:22:58
Via Handy


(+4, 4 Votes)

Von Nick
Antwort zu Kommentar #7 von BellaDonna


Sex würde ich das nicht nennen.
Bei denen heißt das Beischlaf!


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#10
07.07.2014
21:51:12


(+3, 3 Votes)

Von Sveni Mausi


Interessant, vor ein paar Jahren, muss so 2010 gewesen sein, sagte man mir, dass es kein Problem sei und auch ich als Schwuler Knochenmark spenden darf.
Das hatte mich da schon sehr gewundert und auf Nachfrage hieß es, ja Blut ist verboten, aber Knochenmark ist erlaubt.


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