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Ulrike Lunacek zeigte sich in einer ersten Reaktion empört über die laxe Haltung der Staatsanwaltschaft (Bild: award2008 / flickr / by-sa 2.0)

Ein Mann, der mit Buttersäure einen Anschlag auf die Grünenpolitikerin beim Wiener CSD verübte, erhält für die versuchte Körperverletzung keinerlei Sanktionen von der österreichischen Justiz.

Die Wiener Staatsanwalt hat am Montag bestätigt, dass die Attacke auf Ulrike Lunacek bei der diesjährigen Regenbogenparade in Wien ohne Konsequenzen bleibt. Die Politikerin der österreichischen Grünen, die erst vergangene Woche zur Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments gewählt wurde, war auf dem Paradewagen ihrer Partei von einem Mann mit Buttersäure angegriffen worden (queer.de berichtete). Die lesbische Abgeordnete blieb jedoch unverletzt, es entstand lediglich Sachschaden.

Der Täter sei nach Angaben der Staatsanwaltschaft ausfindig gemacht und überführt worden. Ein Gutachten habe aber ergeben, dass er nicht zurechnungsfähig sei. Daher könne er nicht angeklagt werden. Er könne, so die Staatsanwaltschaft, aber auch nicht in eine Psychiatrie eingewiesen werden, da bei seiner Tat niemand zu Schaden gekommen sei.

In einer ersten Reaktion zeigte sich Lunacek "empört" über den Freibrief für den Täter. Sie kündigte an, weitere rechtliche Schritte zu prüfen.

Angriff während eines Interviews

Lunacek war von dem unbekannten Mann mit Buttersäure angegriffen worden, als sie auf dem Wagen der Gruppe "Grüne Andersum" ein Interview für den ORF gab. "Zunächst habe ich gedacht, das ist Wasser. Dann hab' ich gemerkt, es stinkt. Die ganze Kleidung war voll", berichtete sie mehrere Tage nach dem Überfall. Der Täter konnte zunächst entkommen, obwohl Passanten versucht hatten, ihn festzuhalten. Er wurde erst später von der Polizei gestellt.

Gegen den Mann liegt noch eine Anzeige wegen schwerer Sachbeschädigung vor, da die Kameraausrüstung des Fernsehteams während des Angriffs in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dabei soll Medienberichten zufolge ein Schaden in Höhe von 50.000 Euro entstanden sein.

Lunacek schrieb als erste offen lesbische Nationalratsabgeordnete Geschichte in Österreich. Sie gehörte dem Parlament von 1999 bis 2009 an und zog anschließend ins Straßburger Europaparlament ein. Bei der letzten Europawahl war sie die Spitzenkandidatin der österreichischen Grünen. In Straßburg ist die in Krems geborene 57-Jährige Sprecherin für Gleichstellung für LGBT ihrer Fraktion. (dk)



#1 Robby69
  • 08.07.2014, 14:57h

  • Echt zum Kotzen! Das wird die Homo-Hasser mal wieder darin bestärken, dass sie LGBTIs ungestraft schikanieren und angreifen können, ohne dass der Staat eingreift.
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#2 zeitlosAnonym
#3 Robby69
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 08.07.2014, 17:55h
  • Da ist aber einer auf Grund seines Geisteszustands gerade noch einmal seiner Strafe entkommen, da werden auch Frau Lunaceks rechtliche Schritte an dieser Situation nichts ändern!
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#5 YannickAnonym
  • 08.07.2014, 18:21h
  • Das ist ein echter Justiz-Skandal.

    Muss es erst Tote geben, bevor die homophobe Justiz mal aufwacht und solche Attentäter endlich angemessen bestraft?
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#6 RobinAnonym
#7 SkandalAnonym
  • 08.07.2014, 19:07h

  • Das größte Skandal an der Sache ist mMn, dass es sich scheinbar um einen polizeibekannten Wiederholungstäter handelt - derselbe Typ hat zuvor schon mehrere zig (!!!) Male u.a. Tierschutz- und andere Demos mit Buttersäute attackiert hat, und jedes Mal wurde er wiederauf freien Fuss gesetzt weil er angeblich unzurechnungsfähig ist! (Siehe z.B. hier
    www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1089444)
    Unverantwortlicher gehts echt nicht, die österreichische Justiz wird wohl erst dann einschreiten, wenn jemand ernsthaft zu Schaden kommt...
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#8 JeyeAnonym
  • 08.07.2014, 22:14h

  • Muss ich das jetzt verstehen? Der Mann handelt mit Vorsatz (Buttersäure kauft man sich nicht mal schnell im Laden von nebenan) und in böswilliger Absicht. Auch wenn niemand verletzt wurde, so entsteht dem Opfer ein Schaden, sowohl sachlich, als auch psychisch. Selbst wenn er nicht zurechnungsfähig ist, dann gehört er doch in eine Psychiatrie. Denn wer vor solchen feigen Attacken nicht zurückschreckt, hat es bis zum nächsten Schritt nicht weit. Wäre ein hochrangigerer Politiker der Regierung betroffen gewesen, wäre der Mann doch sofort zu Boden gerungen und in Gewahrsam genommen worden. Aber hier natürlich nicht?
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#9 WiesoAnonym
  • 09.07.2014, 09:16h
  • Wie praktisch:
    man macht einfach einen auf geisteskrank und schon darf man alles...

    Aber mal eine Gegenfrage:
    wenn ein Geisteskranker gefährliche Anschläge mit Chemikalien macht, also eine Gefahr für die Gesellschaft ist, wieso wird der dann nicht in die geschlossene Anstalt eingeliefert?!
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#10 TonitoAnonym
  • 09.07.2014, 09:56h
  • Antwort auf #8 von Jeye
  • Zumal da genauso gut auch ein körperlicher Schaden hätte entstehen können.

    Und über die gesundheitlichen Langzeitfolgen von Buttersäure weiß man auch nichts.

    Das ist ein Justiz-Skandal ohnegleichen. Wäre es ein anderes Opfer gewesen, wäre das wohl ganz anders ausgegangen...
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