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Lena Valaitis gehört seit über dreißig Jahren zum Schlager-Establishment. Dabei ist sie eine der wenigen Künstlern im Geschäft, die stets am Boden geblieben sind und Starallüren nicht kennen. Im Interview mit Jan Gebauer von queer.de plauderte sie über schwule Fans, ihre neue Single "Morgen soll die Hochzeit sein" und warum sie kein Lied über Meerschweinchen beim Eurovision Song Contest singen wollte.

Wie stehen Sie zu Ihren zahlreichen schwulen Fans?

Da ich nicht nur Fans, sondern auch schwule Freunde habe, die ganz normale liebenswerte Menschen sind, hatte ich nie Probleme und werde sie auch nie haben. Die Frage stellt sich für mich nicht. Es ist für mich so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche.

Immer mehr Schlagerstars outen sich, wie zum Beispiel Leonard oder Patrick Lindner.

Das bleibt jedem selbst überlassen und wenn er das Bedürfnis hat, sein Leben authentisch zu leben, dann soll er das tun. Es ist wahrscheinlich sehr schwer zu leben, wenn man quasi eine Existenz hat. Ich kann Leute verstehen, die irgendwann sagen: "Ich lebe so wie ich möchte und muss mich nicht mehr verstellen." Das ist eine große Anstrengung. Ich bin in jeder Richtung tolerant. Ich versuche jeden auf seine Art und Weise zu verstehen.

Und warum sind es vorrangig Frauen, die Schwule anhimmeln?

Ich weiß nicht, vielleicht liegt es an der starken Beziehung zur Mutter. Aber vielleicht fragt man da besser einen Psychologen. (lacht) Vielleicht fühlen sich Schwule auch nur besser verstanden von Frauen. Eine konkrete Antwort gibt es nicht, da jeder Homosexuelle auch individuell anders gestrickt ist.

Ein sehr prominenter Schwuler, Hape Kerkeling, hat Sie mal vor Jahren am Telefon für eine Radiosendung veräppelt. Er wollte das Sie für Griechenland beim Grand Prix auf griechisch ein Lied über Meerschweinchen singen.

Oh ja, ich erinnere mich gut. Ich war aber sehr vorsichtig, weil ich sofort gemerkt habe, dass etwas nicht in Ordnung ist. Er hat das natürlich fantastisch gemacht mit seinem verstellten griechischen Akzent. Ich habe aber für solche Dinge ein Gespür und merkte irgendwie, dass es eine Verarsche ist. Ich bin nur nicht dahinter gekommen, wer am Telefon ist.

Aber war es nicht ohnehin total abwegig: Lena Valaitis für Griechenland?

Die ganze Sache hat einen Background. Ich werde oft von Griechen angesprochen, weil mein Nachname für griechisch gehalten wird und in dieser Sprache die Endungen "is", "us" und "as" sehr oft vorkommen. Darum habe ich am Anfang auch nichts gemerkt.

Von den Griechen zu den Türken. Ihre letzte Single "Morgen soll die Hochzeit sein" ist türkisch angehaucht.

Nicht nur das. Es ist ein türkisches Volkslied. Ich habe dafür einen neuen deutschen Text von Janine White und Norbert Hammerschmidt bekommen. Ich denke, uns ist da ein guter Wurf gelungen, da es einfach in die Zeit passt, gerade wo viele Deutsche Türken heiraten. Mitbekommen habe ich das Lied, als ich 19 war und noch bei der Post arbeitete. Eine junge türkische Kollegin machte mich über Familienfeste mit dem Lied bekannt. Über die Jahre wollte ich den Titel aufnehmen, hatte ihn auch Produzenten vorgeschlagen, aber keiner sprang drauf an. Erst Jack White nahm sich dem Titel an und seine Frau Janine, die Halbtürkin ist, war sofort begeistert und hat bei der Umsetzung geholfen. Das Interessante bei dem Lied ist, dass die Meisten ihn nicht sofort mögen, sondern die Fröhlichkeit und gute Laune erst bei mehrfachen Hören entstehen.

Gibt es auch Titel, für die Sie sich im Nachhinein schämen?

Also schämen tue ich mich für nichts. Es gibt schon ein paar Lieder, die ich heute weglasse. Eines hat mich immer besonders genervt: "Heinz, lass doch die Pauke steh'n". Als das veröffentlicht wurde, war ich nicht glücklich darüber. Merkwürdigerweise gibt es aber immer noch Leute, die mich gerade auf diesen Titel ansprechen.

Aber der Titel gehört nicht mehr zu ihrem Live-Repertoire?

Der hat noch nie zu meinem Repertoire gehört. Ich habe den Titel einfach mal im Studio gesungen, als Probeding. Aber ich habe mich geweigert, mit diesem Lied Fernsehauftritte zu machen und deshalb ist er dann auch in der Versenkung verschwunden.

Sie haben dreimal bei Vorentscheidungen zum Grand Prix teilgenommen. 1976 das erste Mal, was viele nicht wissen. "Du machst Karriere" hieß der Titel.

Ja, ein wahnsinnig schweres Lied. Es ist irgendwie untergegangen und wenn es das ist, hat es vielleicht die Berechtigung, nicht mehr viel darüber zu sprechen. Es war für mich eine Erfahrung und eine Herausforderung ein solch schwieriges Lied zu singen und es fand eben keinen Anklang. Dann habe ich die Sache abgehakt.

Waren sie überzeugt zu gewinnen?

Nein, überhaupt nicht. In der Hinsicht war ich immer wie ein Sportler – dabei sein ist alles. Beide Möglichkeiten ins Kalkül ziehen, ist wichtig. Man muss immer damit rechnen, nicht zu gewinnen. Wenn man sich zu sehr aufs Gewinnen versteift, kann man nur eine große Enttäuschung erleben. Ich habe mich immer dagegen gewehrt, so enttäuscht zu sein, dass ich daran zerbreche. Mir hat es immer wahnsinnig geholfen, dass ich meine Familie hatte. Ich war eben nie erfolgssüchtig.

22. Dezember 2004



#1 gerdAnonym
#2 RolandAnonym
  • 24.12.2004, 08:59h
  • Bin seit Jahren Fan von Lena Valaitis, eine wirklich symphatische Sängerin mit einer angenehmen Stimme. Fans deutscher Schlager schaut doch mal in meine Seite:
    www.musikbox.ch.tf
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#3 JannyAnonym