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  • 10.07.2014           96      Teilen:   |

Neuer Erzbischof von Köln

Kardinal Woelki wird Meisners Nachfolger

Artikelbild
Kardinal Rainer Maria Woelki kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück - es bestehen Zweifel, dass er dort zum Reformer wird (Bild: Erzbistum Berlin)

Der Absolvent einer Opus-Dei-Uni hat in den letzten Jahren sanftere Töne gegen Homosexuelle angeschlagen – dennoch glaubt er, dass die Kirche gleichgeschlechtliche Zärtlichkeiten nicht billigen dürfe.

Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki soll nach WDR-Informationen Nachfolger des Hardliners Joachim Meisner als Kölner Erzbischof werden. Demnach könnte Papst Franziskus bereits am Freitag die Ernennung für Deutschlands größtes und mächtigstes Bistum bekanntgeben. Woelki galt einst als Ziehsohn Meisners und als äußerst konservativer und homofeindlicher Geistlicher. Seit er 2011 Erzbischof von Berlin wurde, mäßigte er seinen Ton gegenüber Homosexuellen, beharrte jedoch darauf, dass sexuell aktive Schwule und Lesben gegen das "natürliche Gesetz" verstießen.

Woelki hatte an der Römischen Universität vom Heiligen Kreuz promoviert, die zur fundamentalistischen Laienorganisation Opus Dei gehört. Als sein Motto gibt Woelki aus, "ein ganz entschiedenes Christentum" zu leben. Mehrere Jahre arbeitete er als Sekretär von Joachim Kardinal Meisner, 2003 wurde er zum Kölner Weihbischof ernannt. Acht Jahre später ernannte ihn der damalige Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof der deutschen Hauptstadt. Dabei erhielt Woelki den Titel "Kardinal".

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Nominierung für Respektpreis

In Berlin protestierten LGBT-Verbände zunächst gegen die Ernennung. Woelki ging jedoch auf den Lesben- und Schwulenverband zu und traf sich wenige Monate nach seiner Ernennung mit Aktivisten zu einem offiziellen Treffen (queer.de berichtete). Die Aktivisten lobten seine Dialogbereitschaft. 2012 wurde Woelki sogar vom "Bündnis gegen Homophobie" für den Respektpreis nominiert, weil er sich als hochrangiger Geistlicher erstmals öffentlich für ein neues Miteinander mit Homosexuellen in der Gesellschaft ausspreche. Woelki lehnte jedoch die Nominierung ab und erklärte, er habe nur eine Selbstverständlichkeit geäußert (queer.de berichtete).

In Interviews als Berliner Erzbischof gab sich Woelki bei LGBT-Themen offen, beharrte aber stets darauf, dass homosexuelle Handlungen "nicht gebilligt werden könnten", wie er 2012 gegenüber der "Frankfurter Rundschau" erklärte. Im selben Jahr sagte er in einem rbb-Interview: "Wir begegnen als Christen auch homosexuell veranlagten Menschen natürlich mit Achtung, mit Würde. Wie jeder andere Mensch ist das für mich ein Mensch, der liebenswert ist, ein Ebenbild Gottes ist." Der jetzt 57-Jährige setzt sich aber in der Öffentlichkeit weiterhin gegen eine weiterführende Anerkennung von Homo-Paaren ein. Vor der Bundestagswahl 2013 sagte er, dass der Ausschluss von homosexuellen Paaren von der Ehe für die Kirche genauso wichtig sei wie das Thema soziale Gerechtigkeit. (dk)

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Tags: katholische kirche, rainer maria woelki, köln, erzbischof
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Reaktionen zu "Kardinal Woelki wird Meisners Nachfolger"


 96 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
10.07.2014
12:35:35


(+14, 16 Votes)

Von konkreter


- vor der letzten Bundestagswahl:

"Für uns als katholische Kirche ist die Ehe eindeutig beschränkt auf die sakramentale Beziehung zwischen Mann und Frau. Ich wende mich insofern sehr eindeutig gegen eine Ausweitung des Ehe- oder Familienbegriffes"

Link zu www.queer.de

- jetzt:

Die Düsseldorfer Landesregierung [SPD/Grüne] stimmte der Ernennung Woelkis laut dpa bereits zu. Sie muss nach dem Preußenkonkordat feststellen, dass gegen den neuen Erzbischof "keine Bedenken politischer Art" bestehen.

"keine Bedenken politischer Art"!


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#2
10.07.2014
12:40:27


(+13, 17 Votes)

Von Gerd Nunmehr


"Vor der Bundestagswahl 2013 sagte er, dass der Ausschluss von homosexuellen Paaren von der Ehe für die Kirche genauso wichtig sei wie das Thema soziale Gerechtigkeit."

Eine gute Nachricht, die religiös gebundene, dauerledige schwule Katholiken da nunmehr erreicht.

Vielleicht bekommt die heilige Mutter Kirche ein Fleischkontingent für ein "team.arbeit.woelki" zugeteilt?

Link zu www.heise.de

Fußwaschungen der Selbstlosesten durch Franziskus nicht ausgeschlossen?

Live-Übertragung aus Rom im Dom?


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#3
10.07.2014
12:48:09


(+13, 15 Votes)

Von Finn


"Der Absolvent einer Opus-Dei-Uni hat in den letzten Jahren sanftere Töne gegen Homosexuelle angeschlagen dennoch glaubt er, dass die Kirche gleichgeschlechtliche Zärtlichkeiten nicht billigen dürfe."

Tja, das ist dieselbe Strategie, die die etwas intelligenteren Köpfe der Kinderschänder-Sekte gerne anwenden.

Das macht ja auch der Papst:
aus Image-Gründen nach außen Kreide fressen, dann aber doch klarstellen, dass man Homosexuelle nicht gleichstellen dürfe und dass diese eine Gefahr für Kinder seien (queer.de berichtete).

Und das macht dieser Woelki halt genauso. Aber wie er wirklich denkt, hat er oft genug gezeigt und das ist gerade bei den extrem homophoben Opus-Dei-Anhängern auch kein Wunder..


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#4
10.07.2014
12:50:51


(-18, 22 Votes)

Von Oliver43


Es ist zwar gut, wenn Kardinal Woelki Respekt für homosexuelle Menschen einfordert und dies als Selbstverständlichkeit ansieht.

Es ist auch gut, dass er es akzeptiert, dass es nunmal homosexuelle Menschen gibt und er diese Veranlagung nicht heilen will, sondern auch einen homosexuell veranlagten Menschen als ein Ebenbild Gottes ansieht. Gott hat diesen Menschen so geschaffen.

Das er sexuelle Handlungen unter homosexuellen Menschen ablehnt, war zu erwarten, auch wenn ich es nicht gut finde, dass er so denkt. Ich halte seine Haltung für diskriminierend.

Das er eine Eheöffnung ablehnt, war auch zu erwarten; und auch dies finde ich nicht gut, das er so denkt. Ich halte seine Haltung für diskriminierend.

Entscheidend dürfte sein, inwiefern er sich dazu durchringen kann, zumindest Lebenspartnerschaftsinstitute zu akzeptieren, wie sie in Deutschland, Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Irland, Finnland, Ungarn, Tschechien, Slowenien, Malta, Andorra und nunmehr folgend in Kroatien existieren.

Und ob er nicht aus ethischen und theologischen Gründen genauso wie Papst Franziskus hier staatliche anerkannte Lebenspartnerschaften akzeptiert, weil nunmal Inhalte wie Krankenversicherungsschutz von den Staaten im Hinblick auf homosexuelle Paare geregelt werden müssen.

Diesbezüglich dürfte dieser Herbst nunmehr sehr interessant zu beobachten sein, denn in Italien wird von der sozialdemokratischen Regierung Renzi ein Lebenspartnerschaftsinstitut staatlicherseits eingeführt. Werden Franziskus und andere italienische Kardinäle diese Gesetzesreform in Italien akzeptieren ? Akzeptieren sie homosexuelle Paare in Zusammenhang mit einem Lebenspartnerschaftsinstitut ?

Franziskus hat in seiner Zeit in Argentinien sich positiv gegenüber dem Lebenspartnerschaftsinstitut geäußert und Franziskus lehnt "nur" die Eheöffnung strikt ab.

----------------------

Insgesamt aber sind mir die Positionen der evangelischen Landeskirchen der EKD und anderer protestantischer Kirchenleitungen wie die United Church of Canada, die United Church of Christ, die Unity Church, die Unitarier, die lutherischen Dänische Kirche, die lutherische Schwedische Kirche, die lutherische ELCA in den USA, die Quäker im Vereinigten Königreich, die Waldenser in Italien, die Protstantische Kirche der Niederlande, reformierte Kantonskirchen in der Schweiz, die lutherische Isländische Kirche, die lutherische Norwegische Kirche, die altkatholsichen Kirchen oder auch die Metropolitan Community Church. In allen diesen anderen christlichen Kirchen wurden in den Kirchen öffentliche Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare vor den Altären ermöglicht und in einer ganzen Reihe dieser Kirchen sogar reguläre kirchliche Trauungsgottesdienste.


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#5
10.07.2014
12:51:32


(+12, 14 Votes)

Von Peer


Der eine Hardliner folgt dem anderen Hardliner.

Nur dass der neue Hardliner intelligenter ist und seine wahren Absichten und Meinungen besser verbergen kann.

Die Hass-Sekte lernt halt auch dazu und wird mit ihren rhetorischen Tricks und ihren massen-manipulativen Methoden immer raffinierter...


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#6
10.07.2014
12:52:19


(+9, 13 Votes)

Von m123


Das ändert gar nichts. Die katholische Kirche wird weiterhin gegen Homosexuelle hetzen. Vielleicht nicht mehr ganz so offen, sondern subtiler. Aber nicht minder menschenverachtend.


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#7
10.07.2014
12:55:15


(+12, 14 Votes)

Von userer
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Antwort zu Kommentar #1 von konkreter


Danke für diese Erinnerung, "konkreter"!

Da kann der LSVD diesen Woelki ja auch gleich in in Köln zum Glückwunsch-Kaffeekränzchen einladen.

"Die Vertreterinnen und Vertreter des LSVD begrüßten bei dem Gespräch die neue Dialogbereitschaft."
Link:
berlin.lsvd.de/neuigkeiten/treffen-des-berliner-er
zbischofs-mit-dem-lesben-und-schwulenverband/


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#8
10.07.2014
12:55:59


(+9, 11 Votes)

Von Simon H


"Vor der Bundestagswahl 2013 sagte er, dass der Ausschluss von homosexuellen Paaren von der Ehe für die Kirche genauso wichtig sei wie das Thema soziale Gerechtigkeit."

Falsch:
soziale Gerechtigkeit interessiert die nur in ihren Reden um ihre Anhänger zu beeindrucken. Aber in der Realität ist das denen egal, ob andere verhungern, während sie Wein aus Gold-Kelchen trinken.

Das einzige, was für die Katholen oberste Priorität hat ist die weitere Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuellen.

Das brauchen die um ihre homophoben Anhänger auf Linie zu halten: nur wenn man Feinde aufbaut, gegen die man dann die vorgebliche Lösung hat, folgen die Leute einem weiter uneingeschränkt.

Will man seine Anhänger auf Linie bringen, gebe man ihnen einen gemeinsamen Feind...


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#9
10.07.2014
12:57:27


(+11, 13 Votes)

Von userer
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Antwort zu Kommentar #5 von Peer


"intelligenter"?
Ich finde in diesem Zusammenhang "raffinierter" passender.


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#10
10.07.2014
13:02:44


(+14, 16 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


"Auch seine verhältnismäßig liberale Haltung zur Homosexualität trug ihm den Respekt von Lesben und Schwulen in Berlin ein. Dennoch hielt Woelki auch immer an der reinen Lehre fest. Die katholische Kirche könne ihre Sexualmoral nicht einfach einer geänderten Lebenswirklichkeit anpassen. Sie müsse aber eine verständlichere Sprache für ihre Einstellung zur Sexualität finden, sagte der Kardinal in einem Interview."

Link zu www.faz.net

Ergo alter Hass aus neuen Schläuchen. Sprachlich aufgehübscht und softer, aber inhaltlich weiterhin hart und menschenfeindlich. Und für Lesben und Schwule gefährlich.


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