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  • 12.07.2014           84      Teilen:   |

Spätes Coming-out

Schwimmstar Ian Thorpe outet sich in TV-Interview

Artikelbild
Acht Jahre nach Ende seiner Profi-Karriere wagt der bis dato erfolgreichste australische Athlet den Schritt aus dem Schrank (Bild: The Australian)

Jahrelang hatte der australische Ex-Profisportler seine Homosexualität geleugnet – jetzt fand er im Gespräch mit "Channel 10" doch noch den Mut zum Coming-out.

In seiner Biografie "This Is Me", die vor zwei Jahren erschien, nannte der fünfmalige Olympiasieger Ian Thorpe Zweifel an seiner Heterosexualität noch "verletzend" (queer.de berichtete) – jetzt hat sich der 32-jährige Schwimmstar doch noch als schwul geoutet. Dies berichten übereinstimmend australische und britische Medien.

Thorpe nutzte für sein Coming-out demnach ein Interview mit dem australischen Fernsehsender "Channel 10". Das aufgezeichnete Gespräch mit dem renommierten britischen Talkshow-Moderator Sir Michael Parkinson soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden. Der Wortlaut ist noch nicht bekannt, vorab wurde nur ein Trailer veröffentlicht: "Sie haben immer gesagt, dass Sie nicht schwul sind. Ist das wahr?", fragt darin Parkinson. Statt einer Antwort ist ein sichtlich nervöser Thorpe im Bild, der nach den richtigen Worten sucht.

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Homo-Gerüchte mal ignoriert, mal abgestritten

Ian Thorpe (re.) im Gespräch mit Michael Parkinson - Quelle: Channel 10
Ian Thorpe (re.) im Gespräch mit Michael Parkinson (Bild: Channel 10)

Gerüchte über eine Homosexualität Ian Thorpes hatte es seit Jahren geben. In seiner Biografie schrieb der Ex-Profisportler: "Es wird immer Menschen geben, die skeptisch sind; Menschen, die wollen, dass ich schwul bin, und andere, die versuchen, das gegen mich zu verwenden. Das Thema hätte längst erledigt sein sollen, aber die Leute sind nach wie vor besessen damit. Sie suchen nach einer Erklärung, die zu ihrem Blickwinkel passt."

Im Interview mit dem australischen Fernsehsender ABC hatte sich Thorpe auch einmal beklagt, dass er anders behandelt werde, weil er sich nicht wie ein Durchschnittssportler verhalte: "Die Gerüchte kommen auf, weil ich nicht das typische Klischee eines australischen Athleten erfüllt habe", so Thorpe. Er bezeichnete sich als "Streber", der "halt auch gut im Sport ist". Die Öffentlichkeit würde das jedoch als Homosexualität missdeuten.

Als Thorpe sportlich erfolgreich war, erklärte er stets, dass ihm die Gerüchte nichts ausmachten. So sagte er 2006, dass die Mutmaßungen "keine große Sache" seien, weil sie sein Leben nicht beeinflussten (queer.de berichtete). 2009 gab er eine Pressemitteilung heraus, in der er die Homo-Gerüchte haltlos nannte. Zuvor hatten australische Zeitungen Bilder eines gemeinsamen Urlaubs mit einem befreundeten Schwimmer veröffentlicht und die Gerüchteküche angefacht (queer.de berichtete).

Ian Thorpe ist der bis dato erfolgreichste australische Athlet. Seit den Olympischen Spielen im Jahr 2000 in Sydney gehörte er zur Spitze im internationalen Schwimmsport. Neben dem Gewinn von fünf Goldmedaillen bei Olympischen Spielen stellte er 13 Weltrekorde auf. Ende 2006 trat Thorpe vom aktiven Sport zurück. 2011 versuchte er zwar ein Comeback, um sich für die Olympiade 2012 in London zu qualifizieren, scheiterte jedoch an der nationalen Qualifikation. (cw)

Youtube | Trailer zum Interview. Ausgestrahlt wird es am Sonntag um 18 Uhr Ortszeit
Links zum Thema:
» Ian Thorpes Biografie "This Is Me" bei Amazon.de
» Fanpage von Ian Thorpe auf Facebook
Wochen-Umfrage: Eignet sich Ian Thorpe als Vorbild für junge Lesben und Schwule? (Ergebnis)

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Tags: ian thorpe, coming-out, channel 10, michael parkinson, schwule sportler
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Reaktionen zu "Schwimmstar Ian Thorpe outet sich in TV-Interview"


 84 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
12.07.2014
17:29:37


(+7, 17 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Endlich ist er aus dem Schrank!


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#2
12.07.2014
17:48:14
Via Handy


(-17, 27 Votes)

Von jarjar


Mein gott, was für eine hetzjagd auf den armen schwimmer. Ist doch total egal ob schwul oder nicht und die medien zwingen ihn dazu sich zu outen. Ich würde mir wünschen dass es keine große meldung mehr ist ob jemand homo oder bisexuell ist.


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#3
12.07.2014
17:56:27


(+9, 25 Votes)

Von Feiglingen


Viel zu spät!

Wie viele Jugendliche haben sich seit Beginn seiner Karriere das Leben genommen, weil ihnen selbstbewusste schwule Identifikationsfiguren fehlen?


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#4
12.07.2014
18:08:05


(+11, 17 Votes)

Von anti-verblödung
Antwort zu Kommentar #2 von jarjar


es ist eben keineswegs egal, sondern nur schwule liebe, sexualität und partnerschaft werden gerade im bereich des profisports weiterhin nahezu vollständig unterdrückt und unsichtbar gemacht, während heterosexuelle/-sexistische rituale immer zwanghafter und aufdringlicher inszeniert werden.

aber "queere" medien in deutschland halten es ja nicht einmal für nötig, die chauvinistische, sexistische, mindestens unterschwellig homophobe "berichterstattung" zur fußball-wm, die gerade wieder einmal die "vorbilder" für millionen von jugendlichen auch hierzulande liefert und aggressiv deren wahrnehmung von geschlechterrollen diktiert, auch nur mit einem wort anzugreifen.

geschweige denn dringend notwendige aufrufe wie denjenigen der hohen kommissarin für menschenrechte der UN in irgendeiner weise zu thematisieren:

Link zu www.gaystarnews.com


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#5
12.07.2014
18:13:19


(-7, 27 Votes)

Von Reverser
Antwort zu Kommentar #3 von Feiglingen


"Selbstbewusste schwule Identifikionsfiguren."

Jeder Mensch ist anders. Mit der Titulierung als "Feigling" wäre ich zurückhaltend.

Einerseits haben es diejenigen, die in der Öffentlichkeit stehen, wohl viel schwerer mit ihrem Versteckspiel.
Was nutzt aber das starke Selbstbewusstsein und die Vorbindfunktion bei einem coming-out, wenn die Karriere zu Ende ist, ohne dass man dies noch irgendwie beeinflussen könnte?


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#6
12.07.2014
18:19:30


(-8, 30 Votes)

Von m123


Eine Schrankschwester mehr, die nach Jahren des "Ich will aber nicht raus!" doch noch den Weg aus dem Schrank gefunden hat.

Ich persönlich kann schwule Profisportler, die ihr Schwulsein im Jahr 2014 immer noch verheimlichen, nicht verstehen. Damit tun sie weder sich noch schwulen Jugendlichen etwas Gutes. Das Einzige was schwule Profisportler, die ihre Homosexualität verheimlichen, mit dieser Heimlichtuerei erreichen, ist, dass sie damit das heterosexuelle Weltbild von religiöskonservativen Arschlöchern unterstützen, die weiterhin ihren geistigen Dünnschiss über Homosexuelle verbreiten können. Wenn alle homosexuellen Profisportler sich auf einen Schlag outen würden, dann hätten die religiöskonservativen Arschlöcher nicht mehr viel zu melden.

Dieses Buckeln vor einer homophoben Minderheit in der westlichen Gesellschaft geht in meinen Augen gar nicht. Absolutes No-Go. Es gibt keinen Grund mehr seine sexuelle Identität im Jahr 2014 in den westlichen Ländern zu verstecken.

Hoffentlich outen sich jetzt noch viel mehr homosexuelle Profisportler. Hoffentlich endlich auch mal aktive Fußballnationalspieler. Es ist jedenfalls ein absolut katastrophaler Zustand, dass auf der einen Seite die heterosexuellen Fußballnationalspieler ihre Spielerfrauen wie ein Maskottchen zu jedem wichtigen Spiel mitnehmen, während auf der anderen Seite die homosexuellen Fußballnationalspieler ihren Spielermann zuhause lassen. Auch die Fußballfans sollten endlich merken: Some players are gay, get over it. Und ja, sie werden es begreifen. Wir haben das Jahr 2014. Man kann doch nicht warten bis der letzte Idiot auf dieser Welt nicht mehr homophob ist, bevor man sich outet. Niemand braucht Angst haben vor einer homophoben Minderheit, wenn die überwältigende Mehrheit das Coming Out von schwulen Profisportlern begrüßt und unterstützt.


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#7
12.07.2014
18:57:48


(-3, 13 Votes)

Von ehemaligem User LangsamLangsam


Wieder nur "Ex". Vergiss es. Ist nicht der Rede wert.


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#8
12.07.2014
19:09:45


(+14, 20 Votes)

Von myystery
Antwort zu Kommentar #7 von LangsamLangsam


Doch, doch, das ist schon der Rede wert.

Es gibt eben nicht nur plötzliche, sondern auch allmähliche Veränderungen. Jeder ehemalige Top-Sportler (und Thorpe ist mit fünfmal Gold bei Olympia absolute A-Klasse) ist ein Schritt nach vorn, weil er die Existenz von Schwulen im Leistungssport real macht.

Kein Homophober kann dieser Tage mehr ernsthaft behaupten, dass es schwule Profisportler doch "gar nicht" gäbe und eine "Scheindiskussion" geführt würde, weil die (Schwulen) ja "gar nicht leistungsfähig" wären.

Das ist alles Unsinn und inzwischen eben auch widerlegter Unsinn. Ich sehe es auch so, dass sich langsam mal ein aktiver Top-Sportler outen sollte, aber jeder dieser "Ex" zeigt den Homophoben, den Jugendlichen, den Homos und Heteros, dass es sie gibt.

Und was es gibt, das kann man nicht ignorieren.


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#9
12.07.2014
19:12:00


(+10, 20 Votes)

Von sperling
Antwort zu Kommentar #6 von m123


>"Es gibt keinen Grund mehr seine sexuelle Identität im Jahr 2014 in den westlichen Ländern zu verstecken."

diskriminierung wäre demnach nur ein frage des mangelnden mutes der diskriminierungsopfer? alle ängste vor diskriminierung in alltag oder beruf sind völlig unbegründet? es gibt gar keine menschen, die für ein offenes leben einen preis bezahlen?

das ist völlig realitätsfern und eine wenig sinnvolle entpolitisierung eines gesellschaftlichen problem.


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#10
12.07.2014
19:20:24


(+9, 17 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Es ist schön, dass er dazu steht und auch wenn es früher hätte kommen können (und sollen), soll man ihm den Respekt erweisen. Es ist eben seine Entscheidung.
Es sollte keine Rolle spielen, ob er schwul ist oder hetero, und ja, schwule Jugendliche brauchen positive Identifikationsfiguren, die da zeigen, dass man auch als Schwuler eine sehr erfolgreiche Karriere hinlegen kann.
Aber den Stab über ihn zu brechen, weil er dafür so lange gebraucht hat, das steht niemandem zu. Wir kennen sein Umfeld nicht und die Umstände ebensowenig.
Wünschen wir ihm Glück für sein weiteres Leben und anderen Jungs mehr Mut.


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