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Walerija Nowodworskaja

Die Dissidentin, Bürgerrechtlerin und Publizistin Walerija Iljinitschna Nowodworskaja war eine der wichtigsten Stimmen gegen Homophobie.

Die russische Menschenrechtlerin Walerija Iljinitschna Nowodworskaja ist tot. Die populäre Aktivistin starb am Samstag in Moskau im Alter von 64 Jahren an den Folgen mehrerer chronischer Krankheiten. Medienberichten zufolge hatte sie bereits seit Tagen auf der Intensivstation gelegen.

Ihren Kampf für Menschenrechte hatte die im heutigen Weißrussland geborene Nowodworskaja bereits zu Uni-Zeiten begonnen. Für die Gründung einer oppositionellen Hochschulgruppe in Moskau wurde sie vom KGB festgenommen und für fast zwei Jahre in eine geschlossene Psychiatrie gesteckt. Auch später wurde sie für oppositionelle Tätigkeiten mehrfach festgenommen und verurteilt.

1998 war die Dissidentin Mitbegründerin der ersten oppositionellen politischen Partei der Sowjetunion, die jedoch bei späteren Wahlen ohne Erfolg blieb. Als Publizistin wurde Nowodworskaja jedoch eine wichtige Stimme, die zunehmend das Putin-Regime hart kritisierte.

Nowodworskaja wurde zugleich zu eine der prominentesten Befürworterinnen von LGBT-Rechten in Russland. Sie kritisierte die orthodoxe Kirche für ihre kompromisslose, gewaltverherrlichende Haltung zum Thema oder setzte sich für das Filmfestival "Side by Side" ein.

Als vor der Duma LGBT-Aktivisten verhaftet und verprügelt wurden, sagte sie: "Man darf sich nicht auf eine Minderheit einschießen, erst recht nicht auf eine so harmlose Minderheit". Schwule und Lesben hätten "ein Recht auf ihre Vereinigungen und ein Recht auf die rechtliche Anerkennung ihrer Beziehungen".

Das "Gewissen der Nation" (lenta.ru), die ihr Leben lang Single blieb, befürwortete auch ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare – gerade angesichts der Verhältnisse in russischen Waisenhäusern. Zum Gesetz gegen Homo-"Propaganda" hatte sie zuletzt gesagt, es habe Russland zu "einem noch weniger freien und weniger demokratischen Land" gemacht.

Youtube | Bericht von Euronews


#1 TorbyAnonym
#2 RobinAnonym
  • 13.07.2014, 13:55h
  • Eine starke Frau und mutige Stimme ist viel zu früh verstummt...

    Sie war, ist und bleibt ein echtes Vorbild!

    Gerade Russland bräuchte mehr Menschen wie sie...
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#3 YannickAnonym
#4 trauerAnonym
  • 13.07.2014, 14:00h
  • Gut, dass sie nicht mehr erleben muss, wie immer mehr Menschen in ihrem Umfeld meinungs- und faktenscheu werden, weil sie spüren, dass sich die technischen Möglichkeiten des Oligarchen-Regimes immer mehr dem Standard der NSA nähern.

    Ihr Tod ist ein Verlust.

    "Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,
    Und würd' er in Ketten geboren.
    Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,
    Vor dem freien Menschen erzittert nicht!"
    Zitiert aus:

    www.heise.de/tp/artikel/42/42247/1.html
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#5 XDASAnonym
  • 13.07.2014, 14:02h
  • Bei solchen Staaten weiß man nie, ob das wirklich ein natürlicher Tod war oder ob da jemand nachgeholfen hat, weil sie immer unbequemer wurde, irgendwem auf den Schlips getreten ist oder irgendwas rausgefunden hat.

    Die wissen ja durchaus wie man sowas so aussehen lassen kann, als sei es ein natürlicher Tod gewesen.
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#6 Simon HAnonym
  • 13.07.2014, 14:04h
  • Vielen Dank an queer.de für diesen ausführlichen und informativen Nachruf. Und auch dank an Euronews, die darüber berichtet haben.

    Ansonsten werden die meisten Medien wohl dazu leider nichts bringen...
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#7 JoonasAnonym
  • 13.07.2014, 14:33h
  • Was für ein großer Verlust. Nicht nur menschlich, sondern gerade auch gesellschaftlich und politisch.

    Eine wichtige Frau und eine der letzten Stimmen der Vernunft in Russland ist für immer verloren.

    Sie hat sich nie gescheut, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen und sich dafür auch mit den ganz Großen und Mächtigen aus Politik, Wirtschaft und Kirche angelegt...

    Was für eine mutige, starke und intelligente Frau...
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#9 userer
  • 13.07.2014, 16:10h
  • Antwort auf #5 von XDAS
  • XDAS: "ob das wirklich ein natürlicher Tod war oder ob da jemand nachgeholfen hat"

    Das war vermutlich nicht mehr nötig. Wer zwei Jahre in der geschlossenen sowjetischen Psychiatrie gefangen gehalten wurde, hat so viel Chemiekalien zwangsweise verabreicht bekommen, dass er sie noch Jahrzehnte danach verdaut.
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#10 AlexAnonym