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  • 13.07.2014           53      Teilen:   |

Interview mit Channel 10

Ian Thorpe: 277.000 Euro fürs Coming-out

Artikelbild
Australiens erfolgreichster Athlet hat am Sonntag sein jahrelanges Versteckspiel beendet: Ian Thorpe holte fünf Goldmedaillen bei Olympischen Spielen und stellte 13 Weltrekorde auf (Bild: The Australian)

"Ich bin ein schwuler Mann und ich möchte nicht, dass junge Leute sich so fühlen müssen wie ich", sagte der Ex-Profischwimmer im australischen Fernsehen. Von Channel 10 erhält er 400.000 Dollar.

Das späte Coming-out des fünffachen Goldmedaillen-Gewinners Ian Thorpe hat einen bitteren Beigeschmack. Wie die australische Zeitung "The Sunday Telegraph" berichtet, erhielt der Ex-Profischwimmer vom Sender Channel 10 für sein Interview, das bereits vor der Ausstrahlung weltweit für Schlagzeilen sorgte (queer.de berichtete), ein Honorar in Höhe von 400.000 australischen Dollar (umgerechnet knapp 277.000 Euro). Mit dem großzügigen Betrag wurde Thorpe vom Sender allerdings auch als Kommentator der 20. Commonwealth Games verpflichtet, die vom 24. Juli bis 3. August im schottischen Glasgow stattfinden.

In dem am Sonntag um 18 Uhr Ortszeit ausgestrahlten Interview mit dem bekannten britischen Talkmaster Michael Parkinson sprach der 32-jährige Ex-Profischwimmer erstmals über seine zuvor stets geleugnete Homosexualität: "Ich bin ein schwuler Mann und ich möchte nicht, dass junge Leute sich so fühlen müssen wie ich". Auch gegenüber seinen Freunden und der Familie habe er sich erst in den vergangenen beiden Wochen geoutet, so Thorpe.

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"Die Lüge war so groß geworden"

Der mehrfache Olympiasieger Ian Thorpe ist auch auf mehreren australischen Briefmaken verewigt
Der mehrfache Olympiasieger Ian Thorpe ist auch auf mehreren australischen Briefmaken verewigt

Auf die Frage Parkinsons, warum er sich so lange versteckt habe, meinte Thorpe: "Ich hatte das Gefühl, die Lüge war so groß geworden. Ich wollte nicht, dass die Leute meine Integrität infrage stellen." Noch vor zwei Jahren hatte der australische Schwimmstar in seiner Biografie "This Is Me" Zweifel an seiner Heterosexualität als "verletzend" bezeichnet (queer.de berichtete).

In dem Interview sprach der vielfache Weltmeister auch ausführlich über seine Depression, an der er jahrelang gelitten hat. Nach der Ausstrahlung schrieb er auf Twitter: "An alle, die mir aufmunternde Worte geschickt haben; vielen Dank!"

Medienwirbel wie einst bei Hitzlsperger

In Australien hat Ian Thorpe mit seinem Interview in etwa soviel Wirbel erzeugt wie im Januar das Coming-out von Ex-Profifußballer Thomas Hitzslperger in Deutschland. Zahlreiche Prominente und Sportlerkollegen begrüßten den Schritt, darunter auch der schwule Sänger Ricky Martin, der sich ebenfalls in einem Fernsehinterview geoutet hatte. "Glückwunsch, Ian Thorpe!", twitterte der Latinostar. "Mutiger Mann! Ich bin glücklich für dich! Millionen wissen deinen Schritt zu schätzen! Ich bin stolz auf dich!"

Glückwünsche kamen auch von US-Basketballer Jason Collins, der sich 2013 als erster NBA-Spieler als schwul geoutet hatte. "Cheers Ian Thorpe. Deine Geschichte wird anderen helfen und sie inspirieren", schrieb Collins auf Twitter. Thorpes vier Jahre jüngerer Landsmann, der Wasserspringer Matthew Mitcham, hatte sich schon vor seinem Turm-Olympiasieg vor sechs Jahren geoutet. Dem "Daily Telegraph" sagte er: "Ich kann vollkommen verstehen, wie schwierig dieser ganze Prozess für ihn ist. Ich hoffe wirklich, diese Entwicklungen bringen ihm etwas Frieden, und die Medien und die Öffentlichkeit geben ihm den gleichen Respekt und die gleiche überwältigende Unterstützung, die ich 2008 bekommen habe."

Auch Interviewer Michael Parkinson, der vom Sender ein deutliches kleineres Honorar in Höhe von 100.000 australischen Dollar (umgerechnet rund 69.000 Euro) erhielt (und von dem er auch die Produktionskosten zu zahlen hatte), zeigte sich nach der Aufnahme zufrieden: "Ich glaube, es ist eines der besten Interviews, die ich jemals geführt habe, wenn man sich ansieht, wie er über seine Depression und solche Dinge geredet hat." (cw)

Youtube | Ausschnitt aus dem Interview: "I'm not straight"
Links zum Thema:
» Ian Thorpes Biografie "This Is Me" bei Amazon.de
» Fanpage von Ian Thorpe auf Facebook
» Ian Thorpe auf Twitter
Mehr zum Thema:
» Schwimmstar Ian Thorpe outet sich in TV-Interview (12.07.2014)
Wochen-Umfrage: Eignet sich Ian Thorpe als Vorbild für junge Lesben und Schwule? (Ergebnis)

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Tags: ian thorpe, coming-out, michael parkinson, sport, australien
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Reaktionen zu "Ian Thorpe: 277.000 Euro fürs Coming-out"


 53 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
13.07.2014
16:46:25


(+3, 11 Votes)

Von sperling


... was meine prophezeiung bestätigt, dass auch im deutschen profi-fussball das erste coming-out genau dann stattfinden wird, wenn ein sponsor dafür kohle locker macht, und keine minute früher.


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#2
13.07.2014
16:56:22


(+10, 14 Votes)
 
#3
13.07.2014
17:07:39


(-2, 12 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #1 von sperling


Sehen wir es doch als ein nur gerechtes, eher symbolisches, Schmerzensgeld... Fakt ist nunmal, das Sponsoren, und die sichern nunmal den Lebensunterhalt/ Lebensstandard von Spitzensportlern und Sportpromis, beim Thema Sexualität allergisch reagieren; dazu zählt halt auch die sexuellen Orientierung, wohlgemerkt jenseits der wertkonservativen heterosexuellen Zuchtgemeinschaft. So sei es den Sportlern, die zu ihrer nach vor "geächteten" Bi-, Homo, oder Transsexualität offen stehen, doch gegönnt, wenn es mittlerweile Sponsoren, Sender oder andere Medien gibt, welche die Courage unterstützen statt zu deckeln. Im Falle Thorpes wird zudem vor allem eine Arbeitsleistung honoriert.


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#4
13.07.2014
17:22:52


(+3, 17 Votes)

Von Geldgieriger


Da sieht man es. Anstatt sich vorher entgeltlos zu outen um schwulen Jugendlichen als aktiver schwuler Profischwimmer Mut zu machen hat er sich sogar während und nach seiner Profikarriere versteckt wie ein Feigling und offensiv gelogen, indem er gesagt hat er sei heterosexuell und das hat er sogar schriftlich in seinem Buch geschrieben. Eine glatte Lüge.

Ohne die hohe Summe Geld würde er jetzt wahrscheinlich immer noch feige die Öffentlichkeit belügen. Nur wegen der hohen Summe Geld hat er sich geoutet, da bin ich mir ziemlich sicher. Ohne das Geld würde er sich weiterhin hinter einer Lüge verstecken.

Der Typ hat es einfach nicht verdient, dass man ihn für sein bezahltes, viel zu spätes und von zuvor massiven, offensiven Lügen begleiteten Coming Out wie einen Helden feiert.

Das soll ein Vorbild sein? Sollen schwule Jugendliche sich ein Vorbild an so jemandem nehmen, der zuvor die Menschen offensiv belügt und sich dann nur gegen eine hohe Summe Geld outet? Ein fatales Signal.

Feiert ruhig euren "Helden", der jetzt um mehr als eine Viertelmillion Euro reicher ist. Ich feier nicht mit.


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#5
13.07.2014
17:33:38


(-6, 8 Votes)

Von ehemaligem User LangsamLangsam
Antwort zu Kommentar #4 von Geldgieriger


Geld stinkt eben doch nicht.


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#6
13.07.2014
17:36:29


(+2, 12 Votes)

Von janx


Naja, die Überschrift ist natürlich irreführend. Kann man so sehen, durchaus, aber ob und zu welchem Anteil das Geld jetzt für das Coming-out gezahlt wurde, darüber lässt sich nur spekulieren. Obwohl ich nicht abstreiten möchte, dass man es so sehen kann, aber als Newsmeldung - und nicht als Kommentar dazu - finde ich es etwas gewagt. Dass man gerade bei großen Gehältern und Summen von denen wir immer mal wieder lesen bei Stars, Beratern & Co - auch bei uns - ins Staunen geraten kann steht außer Frage. Das würde ich aber jetzt nicht an einer Person festmachen. Da müssen sich die Australier einfach demokratisch für die Zukunft überlegen in wie weit sie solche Honorare versteuern möchten - und wenn dann noch ein gutes Stück für Hr. Thorpe übrig bleibt, soll es mir recht sein - da bin ich neidfrei.

Ich glaube ein großer Trugschluss ist auch immer zu glauben, dass Mitglieder einer unterdrückten Minderheit automatisch sympathisch sein müssen. Weil sie ansonsten gar nicht mehr Rechte verdient hätten. Als Schwule müssen wir aber nicht netter, großzügiger, besser aussehend oder sonst was sein als der Durchschnitt, damit wir Anspruch auf die gleichen Rechte haben. Auf dieses Glatteis sollte man sich bei der DIskussion erst gar nicht begeben. Und auch Herr Ian Thorpe kann gerne so sein wie er will. Nur weil er ein Coming-out hat, muss man sich mit ihm noch lange nicht identifizieren. Sein Coming-out (jede Coming-out) ist wichtig, weil eine falsche gesellschaftliche Fassade bröckelt - nicht mehr und nicht weniger. Wer aber einen Star zum anhimmeln & als Poster für die Wand sucht, liegt hier vermutlich falsch. Nicht schlimm - da gibt's genügend andere...


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#7
13.07.2014
17:44:55


(+7, 15 Votes)

Von Folker Peck


Aus religionspolitischer Sicht kann ich das verstehen.

Bild-Link:
dollar1.jpg


Auch John Steinbeck sprech schon über die Depression:

Bild-Link:
130414_1.gif


Und über Riots....

Hast du schon mal nen Polizisten gesehen, der keinen fetten Hintern hat? Und sie wackeln damit, daß ihre Revolver auf und ab hüpfen. Mutter, sagte er, wenns das Gesetz wär, das uns was will, dann würde ich mirs gefallen lassen. Aber s ist nicht das Gesetz. Sie hauen auf uns ein und wollen uns die Seele aus dem Leib hauen. Sie wollen, daß wir kriechen und uns krümmen, wien geschlagener Hund. Sie wollen uns kaputtmachen. Und, mein Gott, Mutter, da kommt ne Zeit, wo einer nur noch seine Anständigkeit behalten kann, wenn er so nem Bullen eine in die Fresse schlägt. Sie habens auf unsre Anständigkeit abgesehn.
-Früchte des Zorns-
John Steinbeck, 1939


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#8
13.07.2014
18:03:31


(+1, 7 Votes)

Von ehemaligem User Defragmentierung
Antwort zu Kommentar #1 von sperling


Da hast Du sicher recht, aber verstehe ich den Unterton richtig, dass Du im aktuellen Fall die monitäre Nutzung von Thropes Coming Out als bedenklich erachtest?
Es ist mMn nichts anderes als das Verhökern der ersten Fotographien Neugeborener an die Yellow Press gegen Höchstgebot, wie es bei einigen Angehörigen der Prominenz schon lange üblich ist.


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#9
13.07.2014
18:06:37


(+4, 10 Votes)

Von Escort Coach
Antwort zu Kommentar #2 von Franziskus


Sind das die Notgroschen?


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#10
13.07.2014
18:09:10


(0, 10 Votes)

Von ehemaligem User Defragmentierung
Antwort zu Kommentar #4 von Geldgieriger


Ich kann Dir da nicht zustimmen. Siehe meinen Kommentar an >sperling<.

Und bezüglich Vestecken und Lügen: Ich weiss nichts über Thropes Background, aber vielleicht kommt er aus einem religiösen und rechten Umfeld, dass ihn entsprechend konditionierte. Es kann sehr, sehr schwer sein, sich aus den Fängen von Sekten zu befreien. Das bekommt man hier im Forum auch häufig mit.


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