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Felix Rexhausen (1932 – 1992)

Der Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen (BLSJ) hat am Sonntag die Nominierungen für seinen diesjährigen Journalistenpreis bekannt gegeben. Der Felix-Rexhausen-Preis, der ein "besonderes publizistisches Engagement bei der Berichterstattung über Lesben, Schwule und Bisexuelle" würdigen soll, wird seit 1998 vergeben.

Nominiert wurden Philipp Brandstädter und Paul Wrusch für "Verliebt, niemals verlobt", der in der letztjährigen CSD-Ausgabe der "taz", der "homo-taz" erschienen ist; die beiden besten Freunde, der eine hetero, der andere schwul, schildern aus ihrer jeweiligen Perspektive ihre Beziehung zueinander.

Ebenfalls nominiert wurde die Reportage "Am Ende des Regenbogens" des Russland-Korrespondenten des "Stern", Johannes Voswinkel, die im Magazin von Amnesty International erschienen ist und die Verschlimmerung der Lage von LGBT in dem Land anhand von Personen genau nachzeichnet.

Das WDR-5-Feature "Und wir nehmen uns unser Recht!" schließt die Nominierungen ab; Monika Mengel erinnert dabei an eine gleichnamige ARD-Dokumentation über die Lesbenbewegung, die vor 40 Jahren lief, und besucht die Akteurinnen von damals.

Eine Rückschau bietet auch ein ZeitZeichen des WDR von Thomas Pfaff, das von der Jury mit einem Sonderpreis geehrt wird und sich ebenfalls mit einer vor 40 Jahren ausgestrahlten Sendung befasst: In einer WDR-Hörfunksatire hatte sich der schwule Journalist Felix Rexhausen (der heute dem BLSJ-Preis seinen Namen gibt) mit einem Ausschluss Bayerns aus der Bundesrepublik befasst.

Der Preis wird am 20. Juli im Rahmen des Frankfurter CSD übergeben – erstmals mit einer auf 1.000 Euro verdoppelten Dotierung; der Sonderpreis ist undotiert. Tim Frühling vom Hessischen Rundfunk wird die Preisverleihung um 15.30 Uhr auf der Hauptbühne moderieren.

Die siebenköpfige Jury wählte die Nominierungen anhand von eingereichten Vorschlägen aus, woran sich jeder beteiligen konnte. Der "Nollendorfblogger" Johannes Krams hatte sich etwa dafür stark gemacht, dass die ZDF-Satiresendung "heute show" den Preis bekommen sollte (eine Idee, auf die dann immerhin der Berliner CSD kam, der die Satiresendung im Rahmen der CSD-Gala mit dem "Soul of Stonewall Award" auszeichnete). Im Jahr zuvor hatte die Jury noch drei TV-Beiträge gleichzeitig nominiert.

Zuletzt hatte es im BLSJ einen heftigen Streit gegeben, ob der Preis seinen Namen behalten könne. Einige Mitglieder bewerteten einen unter Pseudonym des Journalisten verfassten Roman aus den Sechzigern als "pädokriminell", andere nicht. In Folge des Streits war es zu Rücktritten im Vorstand des Vereins gekommen, der derzeit nur kommissarisch besetzt ist. (nb)



#1 Die daAnonym
  • 17.07.2014, 14:51h
  • Stellungnahme des Forums Homosexualität - Lesben und Schwule in Kultur und Geschichte, München, zur Benennung des Preises nach Felix Rexhausen:
    An den Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen e.V.
    Postfach 19 01 39
    50498 Köln

    München, 21.6.2014

    Plädoyer für eine Umbenennung des Felix-Rexhausen-Preises

    Vor einigen Wochen wurde an das Forum Homosexualität München e.V. der Wunsch herangetragen, das Forum möge sich zum Streitfall im BLSJ zur Namensnennung des Medienpreises äußern. Die Person des Namensgebers des Preises, Felix Rexhausen, ist durch seine vielfältigen Verdienste als Schriftsteller, Journalist und als AI-Sektion Deutschland Mitgründer auch als Menschenrechts-Aktivist hervorgetreten. Frühzeitig schrieb er auch für Schwulenzeitschriften. Das prädestinierte ihn zum Namensgeber des lesbisch-schwulen Journalistenpreises.

    Durch Texte, die er in seinem Roman Berührungen pseudonym veröffentlichte, werden Phantasien eines Ich-Erzählers deutlich, die sexuelle Handlungen mit 14-Jährigen Jugendlichen thematisieren. Die Problematisierung dieses Sachverhalts führte zu einem Streit innerhalb des BLSJ, der offenbar nicht gelöst werden konnte. Nun sind Protagonist*innen des BLSJ, die für eine Umbenennung des Preisnamens eintreten, mit der Bitte an das Forum herangetreten, sie in ihrer Aktion zu unterstützen. Das ist eine ungewöhnliche Bitte an einen Verein, der sich um regionale Kultur- und Geschichtsforschung bemüht und sich nicht in Probleme anderer Vereine einmischt. Das Forum hat rein formal nichts mit dem Journalistenpreis zu tun, jedoch sahen es insbesondere einige journalistisch tätige Mitglieder des Vereins als seine Aufgabe an, hier Stellung zu beziehen.

    Dem Forum liegen als Basis zur Stellungnahme ein Plädoyer für die Umbenennung vor, verfasst von Dorothee Winden, BLSJ-Mitglied und ein Gegenplädoyer von Detlef Grumbach, Weder fragwürdig noch pädophil, sowie das indizierte Buch selber.
    Die Argumentationslinie Grumbachs zielt darauf, dass der Text aus einer ironischen Distanz heraus geschrieben zu verstehen ist, der sich gegen den bleiernen Zeitgeist der 1960er Jahre mithilfe von erotischen Fiktionen eine geistige Freiheit zu schaffen versucht. Die Vertreter der Gegenseite argumentieren, dass Rexhausen im Vorwort selber schreibt, dass alles selbst erlebt und nichts frei erfunden sei.

    Eine solche Feststellung wäre bei einer ironischen Distanz jedoch nicht nötig gewesen. Man fragt sich außerdem, weshalb die Provokation des Establishments und der Moralhüter über pädophile Phantasien laufen muss, wenn es zahlreiche weitere Spielarten der Sexualität gibt die Rexhausen wohl zum Teil auch aufgreift. Hauptargument ist wohl, dass der damalige Zeitgeist nicht anstößiges an diesen Texten gefunden hat. Eine Debatte, die jüngst auch die grünen und liberalen Politiker getroffen hat, die in sexualaufklärerischen Texten der 1970er Jahre Texte und Forderungen geäußert hatten, die auf eine erhebliche Senkung der Schutzaltersgrenze hinausgelaufen wären.

    Diese Debatte hat sich jedoch heute einem neu ausgerichteten Zeitgeist zu stellen. Daher können wir dem Argument, es sei eine Hexenjagd oder Rufmord, wenn heutige Maßstäbe angelegt werden, um einen Preis zu vergeben, der auch heutigen Standards genügen soll, nicht folgen.

    Der Vorschlag des Forums lautet daher, dass erstens wegen des offenbar vergifteten Klimas innerhalb des BLSJ im Jahr 2014 keine Preisvergabe stattfinden soll. Zweitens soll eine Umbenennung des Preisnamens eine Aufgabe für die nächsten BLSJ-Sitzungen sein.

    Mit freundlichen Grüßen

    Der Vorstand des Forum Homosexualität München e.V.

    Albert Knoll ,Christine Schäfer, Siri Kuminowski, Peter Grill
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#2 TheDadProfil
  • 17.07.2014, 20:55hHannover
  • Antwort auf #1 von Die da
  • ""werden Phantasien eines Ich-Erzählers deutlich, die sexuelle Handlungen mit 14-Jährigen Jugendlichen thematisieren.""..

    Kuck an..

    Und durch die Feststellung das der Ich-Erzähler sich mit einem 14-Jährigen einläßt, wird unter Weglassen des eigenen Alters des Ich-Erzählers und dem Verweis auf die Erst-Veröffentlichung 1969 dann genau wie eine Pädosexuelle Geschichte, die nun dazu führen soll den Autor zu diskreditieren ?

    Zunächst einmal ist ein 14-Jähriger kein Kind !

    Auch nicht 1969 !

    Er ist ein Teenager, ein Heranwachsender, ein Jugendlicher, was die Erzählung zu einer Coming-of-Age-Geschichte macht, aber garantiert nicht zu einer Geschichte über selbst-erlebte Pädosexualität des Autors..

    Und mit solche Pseudo-Argumenten fordert man dann die Umbenennung des Preises ?
    In WEN ?
    Warum ?

    Das diese "Diskussion" zu Rücktritten in der Jury des BLSJ führte, zeigt nur wie bigott diese Leute denken, die immer noch nicht begriffen haben das man auch in der Rückschau einen Jugendlichen nicht einfach zu einem Kind erklärt, und ihm damit das Recht auf selbstbestimmten Sex mit einem Partner seiner Wahl streitig macht..

    Schon gar nicht unter Auslassen so wichtiger Informationen wie dem Alter des Partners, der retrospektiv nicht viel älter gewesen sein kann, handelt es sich doch nach Aussage des Autors selber um AUTOBIOGRAPHISCHE Erlebnisse..

    Immer wieder spannend wenn sich Leute als Feinde im eigenen Lager entpuppen, die nichts besseres zu tun haben als die Herausragenden einen Kopf kürzer zu machen..
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#3 Peter MAnonym
  • 01.08.2014, 20:43h
  • Antwort auf #1 von Die da
  • Was für eine hochnotpeinliche "Stellungnahme". Beim Lesen des Textes werde ich das Gefühl nicht los, dass das Forum Homosexualität von demjenigen, durch den "der Wunsch herangetragen" wurde, ganz arg vor dessen Karren gespannt wurde. Schade, dass sich das Forum zu dieser Stellungnahme hergegeben hat. Denn damit disqualifiziert es sich vor allen Dingen selbst.
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