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Dieses Buch hatte bereits vor Jahren in den USA für Aufregung gesorgt - jetzt haben sich die Zensoren in Singapur auf die schwulen Pinguine eingeschossen

Staatliche Bibliotheken müssen drei Kinderbücher aus dem Verkehr ziehen, weil darin Homosexuelle vorkommen.

Die Behörde National Library Board (NLB) hat am Wochenende angekündigt, drei LGBT-freundliche Kinderbücher aus den 26 öffentlichen Büchereien des Stadtstaates zu entfernen. Die Bücher sollen danach "zerstört" werden, erklärte die NLB nach AP-Angaben. Allerdings hat die Behörde nicht bekannt gegeben, ob die Bücher verbrannt oder anderweitig unbrauchbar gemacht werden.

Bei einem der verbotenen englischsprachigen Bücher handelt es sich um "And Tango Makes Three" von Justin Richardson und Peter Parnell. Hier wird die Geschichte eines männlichen Pinguin-Paars erzählt, das gemeinsam ein Kind großzieht. Das Buch hatte bereits während der Bush-Jahre in den USA für Aufregung gesorgt (queer.de berichtete). Homofeindliche Eltern forderten damals, das Buch aus amerikanischen Bibliotheken zu entfernen.

Die anderen zensierten Bücher sind "The White Swan Express: A Story About Adoption" und "Who's In My Family: All About Our Families". In beiden Büchern tauchen Regenbogenfamilien auf.

Diese drei Bücher entsprächen nicht den moralischen Anforderungen Singapurs, erklärte Informationsminister Yaacob Ibrahim: "Nach den vorherrschenden Normen, die von einer großen Mehrheit der Bürger Singapurs akzeptiert werden, unterstützen wir, dass Kinder etwas über konventionelle Familien lernen, aber nicht über alternative, nichttraditionelle Familien", so Ibrahim. Zwar könnten sich die gesellschaftlichen Normen ändern. Es sei aber nicht die Aufgabe von Bibliotheken, diese Normen zu verändern.

Petition gegen Singapur gestartet

Gegen die Entscheidung des Behörde NLB ist bereits eine Online-Petition gestartet worden. Darin wird argumentiert, dass Zensur in einer modernen Gesellschaft nichts zu suchen habe und dass es nichts bringe, so zu tun, als ob Homosexuelle nicht existierten.

Im 4,5 Millionen Einwohner zählenden Stadtstaat Singapur steht auf Homosexualität nach Paragraf 377a bis zu zwei Jahre Haft. Im vergangenen Jahr hatte der Oberste Gerichtshof des Landes entschieden, dass das auf den britischen Kolonialrecht beruhende Gesetz rechtens sei (queer.de berichtete). Das Land, das einen enormen wirtschaftlichen Boom und ein doppelt so hohes Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt aufweist als Deutschland ist auch in anderen rechtlichen Bereichen rückständig: So gibt es dort weiterhin die Prügel- und sogar die Todesstrafe. (dk)



#1 NachdenkerAnonym
  • 14.07.2014, 16:23h
  • "Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen. (Heinrich Heine)

    Religioten bei dem, was sie am liebsten tun: Menschen zerstören, die nicht so gestört sind wie sie selbst.
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#2 HugoAnonym
  • 14.07.2014, 18:09h
  • Statt abzunehmen, nimmt die menschliche Dummheit immer zu.

    "Zwar könnten sich die gesellschaftlichen Normen ändern. Es sei aber nicht die Aufgabe von Bibliotheken, diese Normen zu verändern."

    Was soll der Schmarren? In diesem Satz wiederspiegelt sich die ganze Verlogenheit der homophoben vorgestrigen.
    Für mich klingt das übersetzt so: Ich hab Dich nicht lieb und werd Dich bis zu deiner Vernichtung bekämpfen.
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#3 Robby69Ehemaliges Profil
  • 14.07.2014, 18:31h
  • Antwort auf #1 von Nachdenker
  • Mich erinnert diese Büchervernichtungsaktion ebenfalls sehr stark an die NS-Zeit. - Wenn es hier in Deutschland mit dem Zulauf der rechten Homo-Hasser so weitergeht, dann wird es auch in unserem Land wieder zu Bücherverbrennungen kommen, fürchte ich.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 Robby69Ehemaliges Profil
#6 HugoAnonym
#7 sperlingAnonym
  • 14.07.2014, 19:43h
  • Antwort auf #3 von Robby69
  • solche bücher werden hierzulande vielleicht nicht verbrannt - das wäre sogar den abgebrühtesten reaktionär_innen noch zu offensichtlich, selbst wenn sie es gerne täten.

    aber es geht ja viel eleganter: man verhindert per bildungsplan-beerdigung schon im vorfeld, dass sie auch nur gedruckt werden.
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#8 ChrissAnonym
  • 14.07.2014, 20:08h
  • die brauchen dringend den Bildungsplan. Da sollten die Grünen mal vorsprechen und der Regierung in Singapur Hilfestellung geben. Der Aussenpolitiker Ströbele hat in der Vergangenheit ja schon viel erreicht und würde sich bestimmt bereit erklären, auch dorthin zu fahren und für den Bildungsplan zu werben.
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#9 TheDadProfil
#10 YannickAnonym