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In Deutschland nicht zugelassen

WHO empfiehlt Schwulen "Pille davor"


Die Weltgesundheitsorganisation hat ihren Sitz im schweizerischen Genf (Bild: United States Mission Geneva / flickr / by-nd 2.0)

Die Weltgesundheitsorganisation will die sogenannte Prä-Expositionsprophylaxe populärer machen. Allerdings sind die Studien zum Thema noch nicht abgeschlossen.

Von Dennis Klein

Der New Yorker Governeur Andrew Cuomo hat vor kurzem einen ambitionierten Plan im Kampf gegen HIV vorgestellt: Neben Aufklärungsprogrammen will er insbesondere das antiretrovirale Medikament Truvada (mit den Wirkstoffen Tenofovir und Emtricitabin) einsetzen. Dieses Arzneistoff hemmt bei Positiven die Ausbreitung des Virus. In den USA ist Truvada aber bereits seit 2012 als Tablette für HIV-Negative zugelassen, um das Risiko einer Ansteckung zu senken. Diese sogenannte Prä-Expositionsprophylaxe reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Infektion selbst bei nicht-safem Sex erheblich.

Am Wochenende hat auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Empfehlung für Truvada ausgesprochen: Sie empfiehlt in ihren neuen Richtlinien sexuell aktiven HIV-negative Schwulen, das Medikament einzunehmen. Kondome sollten aber weiter eingesetzt werden. Die WHO glaubt, dass durch die neuen Richtlinien eine Reduzierung von 20 bis 25 Prozent der Neuinfektionen erreichbar wäre, das wären innerhalb von zehn Jahren eine Million Menschen weniger, die sich anstecken.

Kein Wundermittel


Truvada-Pillen (Bild: Wiki Commons / Jeffrey Beall / CC-BY-SA-3.0)

Ein Wundermittel ist das Medikament freilich nicht: Zwar senkt es Studien zufolge die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung erheblich, in einer Studie des National Institute of Health der USA etwa um 99 Prozent. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um ein Tic Tac, sondern um ein starkes Produkt der Pharmaindustrie, das auch Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Magenprobleme mit sich bringt. Außerdem beklagen viele LGBT-Aktivisten, dass dieses Medikament Schwule in falscher Sicherheit wiegen und zu unsafem Sexverhalten verführen könnte – und damit sogar zu mehr HIV-Infektionen führen könne.

In Europa ist Truvada ohnehin noch nicht als "Pille davor" zugelassen worden. Die WHO-Entscheidung sieht Holger Wicht, Sprecher der Deutschen Aids-Hilfe, insbesondere als "politische Aussage", um das Medikament besser zu nutzen. Er rät gegenüber queer.de ohnehin zum Abwarten: Zuerst müsse die "Ipergay"-Studie beendet werden, die vor knapp zwei Jahren in Frankreich gestartet ist. Hier soll untersucht werden, ob das Medikament überhaupt sinnvoll für die schwule Zielgruppe ist – etwa wenn man es vor einer Sexparty am Wochenende einnimmt. Bei der Studie gibt es aber Probleme: Es finden sich zu wenige Teilnehmer.

Post-Expositionsprophylaxe bereits erhältlich

Außerdem verweist die Deutsche Aids-Hilfe darauf, dass es bereits die Post-Expositionsprophylaxe in Deutschland gebe, also die Behandlung nach einem Risikokontakt. Diese sollte aber schnell vonstatten gehen, idealerweise 24 Stunden nach der möglichen Ansteckung. Auch hier wird einen Monat lang Truvada eingesetzt in Kombination mit einem anderen Medikament. Die Kosten für die Behandlung haben es in sich: mehr als 1.000 Euro. Hier gab es in der Vergangenheit manchmal Probleme mit der Kostenübernahme durch Krankenkassen.

Weit mehr HIV-Infektionen könnten nach Ansicht der WHO ohnehin über eine Veränderung der Politik gegenüber Homosexuellen statt durch solche Medikamente verhindert werden. Schwule würden in vielen Ländern mit hohen HIV-Raten diskriminiert und hätten daher weder Zugang zu Informationen noch zu Medizin. Zielgruppenspezifische Prävention wird aber als wichtigster Faktor im Kampf gegen HIV angesehen.

Die neuen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation sollen auf der am Samstag beginnenden 20. Internationalen Aidskonferenz im australischen Melbourne beraten und verabschiedet werden.



#1 lollipopAnonym
  • 15.07.2014, 16:25h
  • Ich teile die Sorge der im Artikel angesprochenen LGBT-Aktivisten.

    Ich denke, das führt noch häufiger dazu, dass ohne Gummi gepimpert wird. Dass es viele geben wird, die das Zeug schlucken und trotzdem noch ein Kondom verwenden, kann ich mir nur schwer vorstellen.
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#2 BegleitwissenAnonym
#3 ThorinAnonym
#4 jhgkAnonym
  • 15.07.2014, 16:41h
  • Ich empfehle heterosexuellen die Pille davor und DANACH ...!

    AO-SEX ist ja schon faktisch Routine ,bei vielen heterosexuellen Männern ... also schön die PILLE davor und für danach schlucken , eine pille gegen hiv , eine gegen Schwangerschaft. Wobei es beo AO-Liebhabern auch welche gibt ,die bewusst schwängern wollen und das HIV-Risiko ausblenden,leugnen oder nicht interessiert(Unterhaltszahlungen werden nicht geleistet,da die Prostituierte selbst mit dem Kind klar kommen soll).
    Schön füR das Neugeborene! Natürlich glaube ich da natürlich ,auch direkt an das MÄRCHEN,dass Kinder in einer M+W-Familie besser aufgehoben wären.Von wegen!
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#5 MarcAnonym
  • 15.07.2014, 16:55h

  • Wer ohne Gummi poppt, weil er vor geilheit die Tüte vergisst, der braucht auch vorher keine Pille fressen. Dumm bleibt dumm.
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
#7 LoLokAnonym
  • 15.07.2014, 17:02h

  • Ich nehme truvada für / gegen meine hiv infektion... Es wirkt!
    Das medi ist aber auch schweine teuer und sollte es sich alls "die pille davor" durchsetzten, ein guter verdienst für die pharma obschon der nutzen nicht bewiesen ist.
    truvada für ärmere länder?... Sicher nicht, da gibt's ja nicht mal anständige medis für die angesteckten.
    1 million ansteckungen weniger in 10 jahren?... dieses "kleine" Anzahl könnte billiger zu haben sein, indem regierungen und kirchen umdenken.
    Aber aufgepasst... Die Lobby der pharma ist stark und diese pharma macht nichts umsonst, somit werden sie versuchen, dieses als notwendig durchzudrücken.
    Immer noch besser und billiger; aufklärung, verständnis, akzeptanz und diesen einfluss und die kohle dazu benützen, einige länder, wie russland, Uganda und all die anderen 77 Länder, bei denen "to be gay" immer noch ein verbrechen ist, auf Kurs zu bringen.
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#8 Holger SweersAnonym
#9 daVinci6667
  • 15.07.2014, 17:32h

  • Die WHO ist ein korrupter Haufen der schön jede Menge Unsinn empfohlen hat. Bei dieser Organisation geht es hauptsächlich um Geld, Politik und Machtinteressen, sehr wenig um Gesundheit. Bis 1992 führten die Homosexualität noch als Krankheit. Das sagt doch schon alles!

    Hier soll nun Europa unter Druck gesetzt werden dieses Medikament freizugeben.

    Ich erinnere mal wieder daran, jedes Medikament hat Nebenwirkungen und sollte nur eingenommen werden wenn es wirklich nötig ist. Schon deshalb sind solche "Empfehlungen" völlig absurd.
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#10 puschelchenProfil
  • 15.07.2014, 17:46h irgendwo in nrw
  • Antwort auf #6 von FoXXXyness

  • "Da helfen auch keine neuen Medikamente!"

    Da hilft nur Aufklärung, oder wie die Kelles, Kubys und Launs sagen würden: "Sexunterricht".

    Aber bei einigen sind eh Hopfen und Malz verloren. Wenn ich an die Trullas auf Mallorca denke, die möglichst viele, wildfremde Kerle für ein paar Gratisübernachtungen ungeschützt oral befriedigen, wundert mich überhaupt gar nichts.

    Ich plädiere für einen jährlichen Test auf SÜK im Rahmen von anderen Vorsorgeuntersuchungen oder Check Ups. Irgendwann wird auch der unverantwortlichste merken, dass Fremdenverkehr ohne Gummi Harakiri ist.
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