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  • 18.07.2014           21      Teilen:   |

Erneuter Sieg vor Gericht

Auch Florida auf dem Weg zur Ehe-Öffnung

Artikelbild
LGBT-Aktivisten kommen vor lauter Erfolgen vor Gericht gar nicht mehr aus dem Sekttrinken heraus (Bild: Colm Britton / flickr / cc by 2.0)

Ein weiterer Sieg für Homo-Aktivisten in einem der wichtigsten Bundesstaaten – die republikanische Regierung von Florida will aber weiter gegen die Gleichstellung kämpfen.

Ein Bezirksrichter in Tavernier (Florida) hat am Donnerstagnachmittag das Verbot von gleichgeschlechtlicher Ehe und eingetragenen Lebenspartnerschaften für ungültig erklärt. Die Entscheidung von Richter Luis M. Garcia bezieht sich nur auf den Bezirk Monroe, der hauptsächlich aus den Florida Keys besteht. Das Urteil ist allerdings noch nicht in Kraft, weil die republikanische Justizministerin von Florida, Pam Bondi, sofort Widerspruch eingelegt hat und das Urteil bis zur endgültigen Entscheidung damit vorerst ausgesetzt wird.

Richter Garcia argumentierte, dass das Verbot der Eheschließung für Schwule und Lesben gegen den 14. Verfassungszusatz verstößt, der einen verklausulierten Gleichbehandlungsgrundsatz enthält. Dieser war 1868 eingeführt worden und sollte wenige Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs und der Abschaffung der Sklaverei die Gleichbehandlung der schwarzen US-Bevölkerung sichern.

In allen Bundesstaaten, in denen derzeit die Ehe für Schwule und Lesben untersagt ist, sind derartige Gerichtsverfahren anhängig, teilweise bei mehreren Gerichten. Von rund 20 Verfahren haben LGBT-Aktivisten bis jetzt kein einziges verloren. Auch im "Sunshine State" gibt es ein ähnliches Verfahren im Bezirk Miami-Dade sowie vor einem Bundesgericht.

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Homo-Gegner sehen direkte Demokratie ausgehebelt

Die bereits zwei Mal geschiedene republikanische Justizministerin Pam Bondi glaubt, dass Schwule und Lesben die Ehe zerstören wollen - Quelle: Florida AG Office
Die bereits zwei Mal geschiedene republikanische Justizministerin Pam Bondi glaubt, dass Schwule und Lesben die Ehe zerstören wollen (Bild: Florida AG Office)

Gegner der Gleichbehandlung von Homosexuellen in Florida argumentieren jedoch, dass das Eheverbot durch einen Volksentscheid abgesegnet worden sei und die Entscheidung des Gerichtes eine "Tyrannei der Justiz" sei, wie eine konservative Vereinigung evangelischer Pfarrer erklärte. Die Bevölkerung von Florida hatte 2008 mit 61 Prozent der Stimmen "Amendment 2" angenommen, das die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert und sogar "eheähnliche" Institutionen wie eingetragene Lebenspartnerschaften verbietet. Das Büro von Justizministerin Bondi kritisierte nach der Entscheidung, das Gericht habe die direkte Demokratie missachtet.

Florida war bereits in den 70er Jahren ein Zentrum im Kampf um LGBT-Rechte. 1977 erließ der Bezirk Miami-Dade eine bahnbrechende Antidiskriminierungs-Verordnung, die auch das Merkmal "sexuelle Orientierung" einschloss. Damals gab es eine aggressive Gegenreaktion: Unter Führung der Schönheitskönigin Anita Bryant wurde ein Volksentscheid zur Aufhebung des Gesetzes organisiert, dem schließlich mehr zwei Drittel der Wähler zustimmten. Bryant warnte damals: "Falls Schwule Rechte erhalten, müssen wir auch Rechte an Prostituierte, an Leute, die mit Bernhardinern schlafen, und an Nagelkauer verteilen". Es brauchte weitere zwei Jahrzehnte, bis der Bezirk die Verordnung wieder in Kraft setzte.

Inzwischen haben 19 Bundesstaaten und die Hauptstadt Washington die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. Voraussichtlich wird sich demnächst der Supreme Court eines Falles annehmen und entscheiden, ob die Ehe-Öffnung auf das ganze Land ausgedehnt wird. (dk)

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Tags: florida, homo-ehe, ehe-öffnung, usa
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Reaktionen zu "Auch Florida auf dem Weg zur Ehe-Öffnung"


 21 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
18.07.2014
13:26:08
Via Handy


(+4, 4 Votes)

Von Felix


Wäre toll, wenn auch dort die Ehe geöffnet würde...


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#2
18.07.2014
13:30:24
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von Simon H


"Homo-Gegner sehen direkte Demokratie ausgehebelt"

Die Abschaffung oder Verhinderung demokratischer Grundrechte und demokratischer Grundprinzipien wie dem Gleichheitsgrundsatz hat nichts mit Demokratie zu tun...

Die Homohasser sind die Feinde der Demokratie, nicht umgekehrt...


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#3
18.07.2014
13:35:08
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von Gerrit
Antwort zu Kommentar #2 von Simon H


Ja, die Vertauschung von Täter und Opfer ist eine altbekannte Taktik der Homohasser.

So können die ungehindert hetzen und sich gleichzeitig als arme, unterdrückte Opfer positionieren...


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#4
18.07.2014
13:40:47


(+4, 4 Votes)

Von m123


Entscheidend wird sein wann und wie der US Supreme Court urteilen wird, das höchste Gericht der USA.

Alles Andere ist nur Geplänkel.

Mein Tipp: Der US Supreme Court öffnet im März 2015 die Ehe in den gesamten USA mit einer 6-3 Entscheidung, wobei Richter Scalia, Richter Thomas und Richter Alito die drei Gegenstimmen sein werden. Wäre cool, wenn die queer.de-Redaktion diesen Kommentar hier irgendwie konservieren und am Tag der Bekanntgabe der Entscheidung des US Supreme Court wieder rauskramen könnte um zu sehen ob ich mit meiner Prognose Recht hatte.


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#5
18.07.2014
13:58:25


(-2, 8 Votes)

Von Oliver43
Antwort zu Kommentar #4 von m123


@m123
"Mein Tipp: Der US Supreme Court öffnet im März 2015 die Ehe in den gesamten USA mit einer 6-3 Entscheidung, wobei Richter Scalia, Richter Thomas und Richter Alito die drei Gegenstimmen sein werden."

Mein Tipp: es wird eine 5:4 Entscheidung sein. Neben Richter Scalia, Richter Thomas und Richter Alito wird auch Richter Roberts dagegen stimmen.

Die entscheidende befürwortende Richterstimme wird Kennedy sein, der mit den vier von den Demokraten nominierten Richtern stimmen wird.

Wichtig aber ist es derzeit schon, das so viele Bundesstaaten wie möglich derzeit vor den bundesstaatlichen Gerichten "kippen", denn das ermöglicht dann den Sieg vor dem Supreme Court.


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#6
18.07.2014
14:10:35


(+1, 5 Votes)

Von ein anfang


das freut mich! es ist für mich aber nur ein anfang, mehr nicht.
es ist sehr wichtig, aber wann zeigt sich die gewonnene freiheit auch in der realität, nicht nur in gesetzen und nicht nur in den generationen die heiraten, sonder den heranwachsenden genrationen, die zwar wissen, dass sie als schwule und lesben mal heiraten können wenn sie erwachsen sind, bis dahin aber die immer noch sehr homophobe schule durchstehen müssen?

zumindest in deutschland.
zb eben in der mittagspause im café:
am nachbartisch pubertierende mädchen, sind schulferien hier. beide ultrakurze hosen, am rand noch kürzer geschnitten, so dass mindestens der ansatz vom hintern frei liegt, die eine dazu bauchfrei mit durchsichtigem knappen oberteil. ( anmerkung: selbst wenn es nicht so heiss ist, ist das die übliche aufmachung.)
dazu über einen jungen aus ihrer klasse sprechend: " diese schwuchtel" ( wohlbemerkt die mädchen selber gekleidet wie die dienstkleidung von prostituierten...in minderjährig.)
die jungs die über den marktplatz laufen alle in weiten, langen, "kurzen" hosen und t shirts.

nicht nur die nachfrage bestimmt bekanntlich das angebot, sondern vor allem umgekehrt.

in den einkaufsläden sieht man es an der mode, extrem in die jeweils andere richtung divigierend. während die mode bei jungs und jungen männern zunehmend prüde wird oder so bleibt, wird es bei mädchen fast jährlich knapper. wohlbemerkt bei mädchen jeder altersklassen.
während sich also mädchen frei fühlen dürfen wie nie, bleibt die selbstmordrate bei schwulen jungs hoch.
mädchen "dürfen" fast nackt händchen haltend durch die stadt ziehen, während jungs durch äußere zwänge, stichwort heterosexismus, sich nicht "schwul" berühren zu trauen.
wenn es eine wirkliche sexualisierung zu verzeichnen gibt, dann betrifft sie mädchen in jder altersklasse.
jungs "dürfen", unabhängig ob hetero oder homo, ihre sexualität und ihren körper nur im verborgenen und/ oder am pc ausleben, mädchen offen und frei mit ihrem körper auf der strasse, inklusive beste freundinnen- geknuddel.

so sehr in vielen islamischen staaten die verschleierung der frau zu recht (!) kritisiert wird, findet hier im westen das gegenextrem statt.
( am ausgeglichensten habe ich es btw in der türkei erlebt, dort waren die unterschiede hinsichtlich des haut zeigens weniger als anderswo:
die jungen frauen genauso locker und lufitig wie die jungen männer.
weder verklemmt, noch sexualisiert.
kurze, modische jeans tragen die frauen hier wie dort, warum auch nicht, aber nicht wie hier den po fast freilegend, also keine hotpants. und das macht den unterschied: mädchen und jungs die sich luftig und hübsch kleiden versus sexistisch wie viele mädchen bei uns.

ich will die türkei nicht loben, deren politik ist mehr als verbesserungsbedürftig, aber gesellschaftlich ist der gemäßigte teil der menschen dort freundlich und nicht so sexualisiert wie bei uns.)

das problem unserer welt ist im endeffekt die neigung vieler gesellschaften zu extremen.
die zu traditionell eingestellten, extrem religiösen menschen und gesellschaften auf der einen und die ultrakapitalistischen systeme mit überwachung und heterosexismus auf der anderen seite.
denn heteroseximus gibt es auch bei uns, in der westlichen welt. hier lässt es sich friedlicher leben und ich bin froh, hier geboren zu sein, aber wir sind alles andere als frei von heterosexismus. er stellt sich hier anders da.
der spiegel ( häufig kritisch zu sehen, diesmal aber treffend) titelte mal "die hundert jungfrauen des kapitalismus".

klar, eine gesellschaft völlig ohne zwänge ist utopisch, aber schade, dass es uns so schwer fällt die ( auch in der westlichen welt) stattfindende xenophobie, seximus und homophobie zu erkennen und anzugehen.
insbesondere der zusammenhang zwischen westlichem sexismus und versteckter homophobie wird von zu wenigen als solcher erkannt, da man weiß, hier ist es immer noch besser als in islamischen staaten und man sich deshalb mit dem was wir hier haben, zufrieden gibt, anstatt unsere eigenen probleme, die wir hier haben, anzugehen.

und diese probleme bestehen, so wichtig der schritt der eheöffnung auch ist, eben nicht nur aus eheöffnung und gesetzen.
viele sehen die eheöffnung als einen der letzten schritte zur gleichstellung...so dass sich viele nach diesem schritt ausruhen werden und denken es ist alles getan.
das ist es aber noch lange nicht.


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#7
18.07.2014
14:22:34


(+4, 4 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #4 von m123


Ich schließe mich der Einschätzung an, dass es - wenn es überhaupt klappt - eine 5:4-Entscheidung wird.

Es ist übrigens auch wahrscheinlich, dass es darauf hinausläuft, dass in Staaten mit 'marriage equality' geschlossene Ehen überall anerkannt werden müssen und dass aber nicht überall Ehen auch vollzogen werden müssen.

Das verhindert dann einen Einsatz der Nationalgarde bei Krawallen in Mississippi.


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#8
18.07.2014
14:28:31
Via Handy


(+3, 5 Votes)

Von Alex


"die republikanische Regierung von Florida will aber weiter gegen die Gleichstellung kämpfen."

Klar wollen die Rechtspopulisten daraus politisch Kapital schlagen und jetzt wieder ihre Hetze gegen die böse Homo-Verschwörung los werden.


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#9
18.07.2014
14:42:41


(-6, 10 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von ein anfang


Du kannst es aber auch anders sehen:

Die Mädchen die du da gesehen hast werden von den Jungs und Männern dann auch genau so wahrgenommen wie sie sich anziehen: nuttig und leicht zu haben. Sowas vögelt man aber will es nicht als Freundin.
Respekt bringt man ihnen schon gar nicht engegen. Bei Leggins wäre ich zudem schon für ein Verbot, da scheint es bei übergewichtigen Frauen einen ungesunden Drang hin zu geben, das beleidigt mein schwules Auge.

Mit Flip Flops habe ich inzwischen meinen Frieden geschlossen, dazu 3/4 Hose und ein Tank Top, schon fühlt Mann sich gut verpackt ohne dass es billig wird.

Sowas muss nämlich echt nicht sein

Link:
tinyurl.com/pw4g8qr


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#10
18.07.2014
14:44:49


(-3, 11 Votes)

Von GeorgB
Antwort zu Kommentar #6 von ein anfang


Dein Kommentar klingt für mich jetzt eher wie eine Provinzzeitung in den 60/70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Da waren die kurzen Hosen der Mädchen auch so kurz, dass man den Po-Ansatz sah, nannte sich "Hot Pants". Und die durchsichtige Bluse eines Mädchens war einer der Aufreger in einer damals neuen TV-Show von Dietmar Schönherr und Vivi Bach. Die Provinz erregte sich, wollte aber immer mehr Bilder davon, und die Großstadt nahm es gelassen zur Kenntnis, und nach ein paar Jahren gab es eine andere Mode, ohne dass auch nur einer wegen "Übersexualisierung" Schäden davongetragen hatte.
Zu deiner Beruhigung: Der nächste Trend, bei dem Jungs und Männer wieder Körper zeigen, ist schon in vollem Gange (vielleicht noch nicht in der Provinz), google mal spornosexuell.

Ich sehe keinen Grund, hier jetzt wegen einer "Übersexualisierung" eine "züchtigere" Kleidung einzufordern. Das erinnert mich viel eher an Regime, unter denen ich nicht leben möchte.


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