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  • 24.07.2014           78      Teilen:   |

Osnabrück

Schwuler Arzt mit Outing erpresst

Artikelbild
Aus Panik, an seinem Arbeitsplatz geoutet zu werden, übergab ein schwuler Mediziner tausende Euro an Erpresser (Bild: Images Money / flickr / cc by 2.0)

In Osnabrück versuchten zwei Männer, aus der Homosexualität eines Arztes Kapital zu schlagen – beide Täter erhielten wegen Erpressung Geldstrafen.

Das Amtsgericht Osnabrück hat zwei Männer wegen Erpressung zu einer Geldstrafe von 900 und 2.400 Euro verurteilt, weil sie einen schwulen Arzt mit dem Outing beim Arbeitgeber gedroht hatten. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Die Geldstrafe fiel geringer aus, weil die Angeklagten zum Zeitpunkt des Verbrechens noch Heranwachsende waren.

Demnach hatten die beiden 24-jährigen Angeklagten vor mehreren Jahren sexuelle Kontakte mit dem Arzt und versuchten zwischen 2010 und 2013, mehrere tausend Euro von ihrem Opfer zu erpressen. "Ich hatte Angst, vor meinem Arbeitgeber bloßgestellt zu werden", erklärte der Mediziner im Verfahren. Ein Angeklagter sei auch immer wieder an seiner Arbeitsstelle vorbeigekommen und habe mit der "Herstellung von Öffentlichkeit" gedroht, wie der Arzt als Zeuge erklärte. Der Arzt habe dann jeweils mit 50-Euro-Scheinen das Schweigen erkauft.

Im Verfahren behauptete einer der Angeklagten jedoch, es sei nie zum Geschlechtsverkehr mit dem Arzt gekommen.

Fortsetzung nach Anzeige


4.500 Euro an Erpresser übergeben

Der Arzt habe nach der Forderung von 5.000 Euro Schweigegeld insgesamt 4.500 Euro in bar an einen unbekannten Dritten übergeben, der von den Angeklagten als Haupttäter beschrieben wurde. Sie wollten allerdings nicht dessen Identität preisgeben.

Neben den sexuellen Kontakten hatte der Arzt nach Aussage der Angeklagten auch erotische Bilder von den Männern gemacht und sie für das Modeln entlohnt. Einer der Männer ist später unerlaubt in die Wohnung des Arztes eingedrungen, um die Bilder wieder zurückzuerhalten. Der Einbruch soll zu erheblichen Angstzuständen bei dem Opfer geführt haben.

Ein Teil des Verfahrens vor einem Jugendschöffengericht fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil einer der Angeklagten in einer schlechten psychischen Verfassung war. (cw)

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Tags: osnabrück, outing, erpressung, gericht
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Reaktionen zu "Schwuler Arzt mit Outing erpresst"


 78 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
24.07.2014
13:30:40


(+9, 13 Votes)

Von skandaljustiz


diese "strafen" können nur als weiterer freibrief und geradezu einladung für homophobe hassverbrechen betrachtet werden.


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#2
24.07.2014
13:56:09


(+9, 11 Votes)

Von TomBerlin
Aus Koblenz (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 20.03.2013


Der beste Weg, sich wegen seiner Homosexualität nicht erpressbar zu machen, ist dazu zu stehen und offen zu leben - auch wenn's anfänglich aufgrund des beruflichen und privaten Umfeldes schwer sein mag.


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#3
24.07.2014
13:58:47


(+8, 12 Votes)

Von ehemaligem User Defragmentierung


"Ich hatte Angst, vor meinem Arbeitgeber bloßgestellt zu werden"

Was für ein Arbeitgeber ist das denn, vor dem man sich 2014 in Osnabrück verstecken muss? Vor dem man Angst haben muss? Oder liegt Osnabrück im Iran?
Ich sehe in der kurzen Schilderung dieses Falls den Arbeitgeber als Ursache. Ob sich aus Angst auch dessen farbige Mitarbeiter weiß anmalen und Muslime sich Kreuze zur Tarnung um den Hals hängen müssen?
Wieso wird der Name des Arbeitgebers von QUEER nicht genannt?


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#4
24.07.2014
14:00:38
Via Handy


(+11, 11 Votes)

Von Seti


Wie alt waren die jungen Männer zu Beginn der sexuellen Kontakte, dass sie es schafften den Arzt zu erpressen?

Davon mal ausgehend das sie volljährig waren, finde ich es krass das es in Deutschland noch möglich ist Menschen nur wegen ihrer Homosexualität erpressen zu können.
Wie feindlich ist in Betrieben das Klima für schwule Mitarbeiter, dass diese auf Erpressungsversuche eingehen anstatt sich zu outen?


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#5
24.07.2014
14:10:56


(+8, 10 Votes)

Von sperling
Antwort zu Kommentar #3 von Defragmentierung


die naheliegendste vermutung wäre, dass der arbeitgeber eine katholische einrichtung sein könnte.

selbst die grünen finden das problem, dass einige staatlich finanzierte einrichtungen ganz unverhohlen diskriminieren und offen lebende schwule und lesben ohne weiteren grund einfach rausschmeißen dürfen, ja heute nicht mehr so besonders erwähnenswert.

leider gibt der bericht in der osnabrücker zeitung diese info auch nicht her. über die gründe dafür kann man ebenfalls nur spekulieren.


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#6
24.07.2014
14:21:10


(-8, 14 Votes)

Von Reverser
Antwort zu Kommentar #3 von Defragmentierung


Was da genau beim Arbeitgeber dahintersteckt, kann man mangels näherer Infos nicht beurteilen.

Du stellst dir das aber alles ziemlich einfach vor.
Man kann jemandem auch ohne konkreten Bezug zu seiner Homosexualität das Leben schwer machen (z.B. Mobbing).

Die Nennung des Arbeitgebers, falls dessen Name überhaupt bekannt ist, dürfte aus rechtlichen Gründen nicht in Betracht kommen.


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#7
24.07.2014
14:22:04


(-22, 24 Votes)

Von Oliver43
Antwort zu Kommentar #2 von TomBerlin


"Der beste Weg, sich wegen seiner Homosexualität nicht erpressbar zu machen, ist dazu zu stehen und offen zu leben - auch wenn's anfänglich aufgrund des beruflichen und privaten Umfeldes schwer sein mag."

--> Das ist vollkommen richtig.

Ausserdem stelle ich mittlerweile hier in Deutschland zumindest fest, dass die Ängste vor beruflichen Problemen oftmals unbgegründet sind. Von meinen schwulen Freunden, die alle geoutet sind ("mit Ausnahme eines katholischen Priesters") hat keiner grosse Schwierigkeiten am Arbeitsplatz gehabt. Die gesamtgesellschaftliche Situation ist im Jahre 2014 doch eher größtenteils, was das Arbeitsleben angeht, positiv für schwule Männer. Es ist sogar so, dass eine Reihe meiner geouteten schwulen Freunde, gerade deswegen auch so ein tolles und fast familiäres Arbeitsumfeld haben, weil sie am Arbeitsplatz geoutet sind.

Ich denke Schwierigkeiten hat man im Jahre 2014 am Arbeitsplatz nur noch, wenn der Arbeitgeber römisch-katholische Kirche lautet.


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#8
24.07.2014
14:35:34


(-20, 22 Votes)

Von Oliver43


@Defragmentierung
"Was für ein Arbeitgeber ist das denn, vor dem man sich 2014 in Osnabrück verstecken muss? Vor dem man Angst haben muss? Oder liegt Osnabrück im Iran? "

---> Ohne das ich es weiß und nur vermuten kann:

Da er Artz ist und an einem Krankenhaus tätig ist, dürfte es sich wahrscheinlich um ein Krankenhaus in römisch-katholischer Trägerschaft handeln.

Und beim römisch-katholischen Arbeitgeber wird es nunmal in Deutschland auch im Jahre 2014 noch schwierig, weil es die "Kirchenklausel" im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz gibt und beispielsweise die Verpartnerung ein Kündigungsgrund bei den Katholiken ist ("nicht bei den Lutheranern, Reformierten, Unierten oder Anglikanern"). Und leider ist es so, dass die römisch-katholische Kirche im Krankenhaussektor, im Kindergartensektor und bei den Altenheimen der größte und wichtigste Arbeitgeber in Deutschland ist.


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#9
24.07.2014
14:35:49
Via Handy


(+5, 7 Votes)

Von Robby69
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #7 von Oliver43


Nicht ganz. In Biliotheken gibts auch nicht gerade viel Toleranz uns Schwulen gegenüber.


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#10
24.07.2014
14:44:44


(+11, 13 Votes)

Von sperling
Antwort zu Kommentar #8 von Oliver43


ergänzt sei wieder einmal, dass die "kirchenklausel" selbstverständlich auch für evangelisch getragene einrichtungen gilt und regelmäßig zur einschüchterung, kündigung bzw. nichteinstellung von arbeitnehmer_innen angewandt wird, die z.b. während ihrer anstellung aus der kirche austreten, einer anderen weltanschauung angehören oder gar für eine religionskritische organisation tätig sind.

für mich ist dieser skandal kein stückchen kleiner.


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