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  • 25. Juli 2014, noch kein Kommentar

DAH-Vorstand Carsten Schatz (Bild: Wiki Commons / A.Savin / CC-BY-SA-3.0)

Zum Ende der 20. Internationalen Aids-Konferenz in Melbourne fordert die Deutsche Aids-Hilfe die Umsetzung der Melbourne-Deklaration auch in Deutschland.

Die Deklaration, die im Vorfeld der Konferenz von Aktivisten erstellt worden war, stellt als Kernsatz die Forderung, niemanden zurückzulassen ("Nobody left behind"). Beklagt wird die Diskriminierung und rechtliche Verfolgung von Bevölkerungsgruppen, etwa von HIV-Positiven oder auch von Schwulen, Drogensüchtigen oder Prostituierten. Stigmatisierung fördere die Umstände, die zu einer HIV-Infektion führen können oder einer erfolgreichen Therapie im Weg stehen.

DAH-Vorstand Carsten Schatz hat am Freitag darauf hingewiesen, dass auch hierzulande noch einiges zu tun sei: "Auch in Deutschland werden noch Menschen zurückgelassen." Als Beispiele nannte er: "Menschen in Haft erhalten keine sauberen Spritzen und teilweise auch keine Substitutionstherapien – sie sind damit von den wirksamsten Maßnahmen gegen HIV und Hepatitis C ausgeschlossen. In zehn Bundesländern gibt es keine Drogenkonsumräume, obwohl solche Einrichtungen nachweislich Leben retten und keinerlei Nachteile haben. Diese Missstände kosten viele Menschen ihre Gesundheit und das Leben". Bund und Länder stünden in der Pflicht, "diese Verstöße gegen die Menschenrechte unverzüglich zu beenden".

Knapp 80 Prozent der Menschen mit HIV gaben bei einer Befragung der Deutschen Aids-Hilfe an, im Jahr vor der Befragung Diskriminierung erfahren zu haben – vom Klatsch und Tratsch über Zurückweisung beim Zahnarztbesuch oder Mobbing bei der Arbeit bis hin zu körperlicher Gewalt.

In diesem Zusammenhang kritisierte die DAH auch, dass eine vollständige rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben in Deutschland nach wie vor von den Unionsparteien blockiert werde. Zudem sei negativ, dass die (potenzielle) Übertragung von HIV in Deutschland noch immer strafbar ist. Durch die Kriminalisierung werde Menschen mit HIV einseitig die Verantwortung für den Schutz übertragen und die Hauptbotschaft erfolgreicher Prävention geschwächt, nach der jeder Mensch für sich selbst die Verantwortung übernehmen müsse. (cw)