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Andreja Pejić will Trans-Jugendlichen Mut machen, ihren Weg zu gehen (Bild: GLAAD)

Als androgynes Model verzauberte sie Laufstege in aller Welt – jetzt hat sich Andreja Pejić als transsexuell geoutet.

Das australische Model Andreja Pejić – ehemals Andrej Pejić – hat am Freitag bekannt gegeben, dass sie sich Anfang des Jahres einer Geschlechtsanpassung unterzogen habe. Gegenüber "Style" sagte die 23-Jährige: "Ich wusste schon sehr früh, wer ich bin". Schon als Kind habe sie "eine Ballerina werden wollen".

Mit Hilfe des Internets habe sie herausgefunden, dass sie irgendwann Operationen benötige, um ihren Körper ihrer Geschlechtsidentität anzupassen. Im Alter von 13 Jahren war sie sich sicher, in der Zukunft einen derartige Eingriff vornehmen zu lassen. "Es war aber noch nicht möglich zu diesem Zeitpunkt, also habe ich es hinausgezögert. Ich habe Androgynität genutzt, um meine Weiblichkeit auszudrücken, ohne dass ich viel erklären musste".

Youtube | Pejić stellt sich vor

Spiel zwischen den Geschlechtern

Die 1991 im kriegsgebeutelten Bosnien geborene Pejić war im Alter von neun Jahren mit ihren Eltern nach Australien geflohen und wurde mit 17 Jahren als Angestellte in einem McDonald's-Restaurant in Melbourne von einer Modelagentur entdeckt. Sie war dann erfolgreich auf dem Laufsteg und präsentierte etwa für Jean-Paul Gaultier sowohl Männer- als auch Frauenkleider. 2011 – also drei Jahre vor ihrer Geschlechtsanpassung – wurde sie bereits vom Magazin FHM zu einem der 100 "sexiest women" der Welt gewählt. Im letzten Jahr trat sie an der Seite von Tilda Swinton in David Bowies Musikvideo "The Stars are Out Tonight" auf.

Auf ihrer Facebook-Seite schrieb das Model am Freitag, dass sie nach ihrer Geschlechtsanpassung immer noch die selbe Person sei: "Es gibt keinen Unterschied, nur das Geschlecht ist anders. Ich hoffe, ihr könnt das verstehen". Sie wolle mit ihrem Schritt auch der "nicht genderkonformen Jugend" Mut machen: "Ihr verdient den selben Respekt wie jeder Mensch auf diesem Planeten". Geschlechtsanpassende Operationen bezeichnete sie als "lebensrettenden Prozess". (dk)

Vimeo | David Bowies Musikvideo mit Tilda Swinton und Andreja Pejić


#1 m123Anonym
  • 25.07.2014, 15:56h
  • Dass sie queer ist, war ohnehin klar. Aber ob schwul, bi oder trans war nicht klar. Jetzt ist es klar.
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#2 Stefan AndreAnonym
  • 25.07.2014, 18:16h
  • Weiß nich, man kann ja auch als Mann Ballerina werden, sie denkt man müsse dafür einen Frauenkörper haben. Ganz schön heteronormative Einstellung. Ich sage nicht, dass es keine Transsexualität gibt, aber mir scheint sie resultiere auch aus der dualistischen Betrachtungsweise unserer Gesellschaft auf die Geschlechter und der Konstruktion von klar definierten sozialen Rollen. Wahrscheinlich will sie auch in weiß heiraten. In dem Alter lässt sich das natürlich alles nicht begreifen. Also go for it.
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#3 Kerstin OhlsenAnonym
#4 nix kommt nixAnonym
  • 26.07.2014, 07:44h
  • Find ich gut, je mehr Leute sich als Trans outen, um so besser, so wird das ganze Thema "sichtbarer" und so mach ein Jugendlicher findet Anhaltspunkte. Sehr gut.

    Zu den obigen: Schwul und Bi sind wohl kaum die selbe Kategorie wie Trans.

    Trans hat auch was mit dem eigenen Körperbild zu tun. Vielleicht ist der Satz "ich wollte Ballerina werden" einfach für sie die simpelste Erklärung für Andere, doch ich schätze kein Mensch unterzieht sich nur wegen eines Berufswunsches solchen Operationen und solchen Schritten.
    Was sie da noch alles an Dysphorien auf ihren falschen Körper hatte, das wissen wir nicht weil es nicht im Artikel steht. Doch die körperlichen Veränderungen haben offenbar ihr Leben gerettet. Wenn das Überschreiten von Gendergrenzen heteronormativ sein soll, dann weiß ich auch nicht. Sie hat doch ein Recht auf die selben Träume wie tausende andere Frauen auch, ob man das nun langweilig findet oder nicht.
    Jedenfalls konnte sie wohl nie ein männlicher Tänzer werden, wie man lesen kann ist sie nämlich eine Frau.
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#5 FelixAnonym
  • 27.07.2014, 17:21h
  • Antwort auf #2 von Stefan Andre
  • Die Verknüpfung von heteronormativem bzw. binärem Denken und Transsexualität sollte man in meinen Augen nicht grundsätzlich machen.
    Mich hat meine eigene Transsexualität anfänglich irritiert, weil ich Geschlechter für konstruiert hielt.
    Das soziale Geschlecht halte ich noch immer für grösstenteils konstruiert, aber körperliche Differenzen lassen sich nicht wegreden. Irgendwann habe ich akzeptiert, dass mein Hirn trotz liberaler Einstellung nicht mit meinem Körper zurecht kommt und Trans* nicht einfach nur aus einer Ablehnunge bestimmter Geschlechterstereotypen entsteht.
    Ich muss mich allerdings oft dafür verteidigen, dass ich als Transmann lange Haare habe, oder Schmuck mag.
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