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Spanien hat seit der Legalisierung von Homosexualität im Jahre 1979 viel im Bereich Gleichstellung erreicht, allerdings gibt es nach wie vor Probleme mit homo- und transphober Gewalt (Bild: Petter Palander / flickr / by 2.0)

Hass aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität ist in Spanien immer noch weit verbreitet, wie Zahlen der Polizei belegen.

Nach einem Bericht der Zeitung "Público" werden Hassverbrechen in Spanien vor allem gegen sexuelle Minderheiten verübt: Nach Angaben der Polizei richteten sich demnach im ersten Halbjahr 2014 insgesamt 235 der 550 registrierten Gewaltverbrechen, die aus Hass gegen eine bestimmte Gruppe verübt worden sind, gegen LGBT. Das entspricht einem Anteil von 43 Prozent aller registrierten Hassdelikte. An zweiter Stelle folgen mit je 124 Delikten Verbrechen gegen Behinderte oder rassistische Attacken. Zu den gemeldeten Delikten zählte vor allem Diebstahl, aber auch Sexualverbrechen inklusive Vergewaltigungen.

Rund ein Drittel aller Hassvergehen – sowohl aus Homo- und Transphobie als auch aus Hass auf Behinderte oder Rassismus – wurden dabei im südspanischen Andalusien gemeldet. Manche Regionen, wie das Baskenland, werden ihre Fälle erst im Laufe des Jahres nachmelden.

Polizei nicht immer Freund und Helfer

LGBT-Aktivisten weisen darauf hin, dass die Zahlen nicht sehr genau sind, da in manchen Gegenden Hassvergehen von der Polizei nicht als solche registriert werden. "Wir sind skeptisch, wie die Behörden diese Zahlen sammeln", erklärte Paco Ramírez von der LGBT-Gruppe COLEGAS. "Wir waren bei mehreren Polizeistationen, die diese Daten einfach nicht gesammelt haben". Daher seien die Zahlen nur die "Spitze des Eisbergs". Zudem würden viele Opfer ihrer sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität geheim halten, weil sie Angst hätten, dass die Polizei aus Homo- oder Transphobie nichts für sie tun würden.

Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte geht außerdem davon aus, dass innerhalb der EU nur zehn bis 40 Prozent der Opfer homo- oder transphober Gewalt zur Polizei gingen. Darum fordern die Aktivisten direkte LGBT-Ansprechpartner bei der Polizei.

Bereits im Jahr 2013 waren in Spanien Homo-, Bi- und Transsexuelle die nach Fallzahlen größte Personengruppe, die Opfer von Hassverbrechen wurde. Damals machten sie etwas mehr als ein Drittel der 1.172 Fälle aus. Nach den vorläufigen Zahlen deutet sich dieses Jahr eine Erhöhung an.

In Deutschland gibt es keine zentrale Erfassung der aus Hass begangenen Delikte. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) plant aber laut Agenturberichten, nach den Sommerferien härter gegen Hasskriminalität vorgehen zu wollen. Allerdings ist offenbar nicht geplant, ausdrücklich sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität in dem Gesetz zu erwähnen (queer.de berichtete).

Eigentlich gilt Spanien als "Paradies" für LGBT: Im April diesen Jahres kam etwa eine Umfrage zu Homosexualität in 40 Ländern zum Ergebnis, dass die Spanier die toleranteste Einstellung gegenüber Schwulen und Lesben hätten (queer.de berichtete). Auf Platz zwei landete Deutschland. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 gatopardo
  • 29.07.2014, 15:14h
  • Mag sein, dass die spanische Bevölkerung toleranter als die deutsche ist, aber in mediterranen Ländern sind Machos meistens agressiver als in Mittel- oder Nordeuropa.
    Dann denke ich auch, dss sich in der schweren wirtschaftlichen Krise besonders Raubüberfälle auf Schwule vermehrt haben, die ja immer mal wieder streunende und arbeitslose Jungs mit nach Hause nehmen. Pasolini lässt grüssen !
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#3 no commentAnonym
  • 29.07.2014, 15:19h
  • "Wir sind skeptisch, wie die Behörden diese Zahlen sammeln"
    ___________________________________

    "In Deutschland gibt es keine zentrale Erfassung der aus Hass begangenen Delikte. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) plant aber laut Agenturberichten, nach den Sommerferien härter gegen Hasskriminalität vorgehen zu wollen. Allerdings ist offenbar nicht geplant, ausdrücklich sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität in dem Gesetz zu erwähnen."
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#4 CommentAnonym
  • 29.07.2014, 15:36h
  • Antwort auf #3 von no comment
  • Das Strafrecht der BRD kennt überhaupt keine Hassverbrechen bzw. soll diese dank "Gesetzgeber" nicht kennen.

    Und die Mehrheitsbeschaffer für homofeindliche Politik namens "S"PD werden natürlich dafür sorgen, dass das auch so bleibt. Zumindest wenn es um so unbedeutende Hasskriminalität wie diejenige auf Grund der sexuellen Orientierung geht.
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#5 GeorgGAnonym
  • 29.07.2014, 15:39h
  • Spanien steckt in einer wirtschaftlichen Krise, in der die Hälfte der Jugendlichen ohne Arbeit ist. Wenn die dann die reichen nordeuropäischen Schwulen sehen ("double income, no kids"), die in Spanien das Geld mit vollen Händen ausgeben, dann sind solche Hassvergehen zu erwarten.
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#6 DefragmentierungEhemaliges Profil
#7 systemkriseAnonym
#8 ReverserAnonym
  • 29.07.2014, 16:09h
  • Antwort auf #2 von gatopardo
  • Also ich weiß nicht, irgendwie passt das mit der Umfrage vom April nicht so richtig zusammen.
    Wegen fehlender bzw. unbekannter Einzelheiten, auch im obigen Bericht, können doch nur Vermutungen angestellt werden.
    Auch sind Umfragen m.E. mit besonderer Vorsicht zu genießen.
    Wir haben bisher aber keine schlechten Erfahrungen gemacht; allerdings zieht es uns nicht so in die Großstädte, wo die Problematik wohl am ehesten auftreten dürfte.
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#9 kam mir soAnonym
#10 schurnalistAnonym