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  • 30.07.2014           46      Teilen:   |

Sprache wird fairer

Schweden wird geschlechtsneutral

Artikelbild
Auch Toiletten sind in Schweden oft geschlechtsneutral - hier ein Beispiel von der Universität Göteborg

Im schwedischen Duden wird es künftig nicht nur die Personalpronomen "er" und "sie" geben, sondern auch eine geschlechtsneutrale Variante.

Die Schwedische Akademie hat angekündigt, in der nächsten Ausgabe ihres Wörterbuchs ein drittes persönliches Fürwort aufzunehmen, das geschlechtsneutral verwendet werden kann. Neben "han" für er und "hon" für sie soll es dann neben Begriffen für "es" auch das Wort "hen" geben. Das Wörterbuch, das die gleiche Bedeutung im skandinavischen Land hat wie der Duden in Deutschland, soll im April 2015 erscheinen.

Das Wort "hen" ist bereits seit den 1960er Jahren in Schweden im Umlauf, als es von Linguisten erfunden wurde. Damit sollte der Geschlechterdiskriminierung entgegengewirkt werden. Allerdings ist "hen" erst um die Jahrtausendwende zunächst von Transgendern genutzt worden und schließlich im Mainstream angekommen.

Es gab in den letzten Jahren viele kontroverse Debatten um das Wort. So wurden 2012 in einem populären Kinderbuch erstmals alle geschlechtlichen Personalpronomen durch "hen" abgelöst. Manche Linguisten zeigten sich besorgt, dass das neue Wort Kinder verwirren könnte.

Auch in der Parteipolitik ist "hen" angekommen: Die schwedischen Grünen benutzen in ihrem neuen Parteiprogramm ausschließlich das erfundene Wort. Während manche Befürworter argumentieren, dass "hen" Transgender beschreiben könne oder Personen, deren Geschlecht nicht bekannt ist, setzen sich andere Politiker und Aktivisten insbesondere in linksalternativen Kreisen dafür ein, geschlechtliche Personalpronomen gänzlich abzuschaffen.

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"Keine Modeerscheinung"

Sven-Göran Malmgren - Quelle: Göteborgs universitet
Sven-Göran Malmgren (Bild: Göteborgs universitet)

Professor Sven-Göran Malmgren, der Chefredakteur des schwedischen Wörterbuchs, erklärte bei "Sveriges Radio", warum die Akademie mit der Eintragung des Wortes viele Jahre gewartet habe: "Wir wollten sicherstellen, dass es nicht nur eine Modeerscheinung ist.". Jetzt sei es aber etabliert und habe eine klar definierte Funktion.

Im Deutschen gibt es ein derartiges Wort bislang nicht, ebenso wie die Anerkennung eines dritten Geschlechts. Einwohnermeldeämter verlangen hierzulande immer die Information "männlich" oder "weiblich" – einzige Ausnahme sind seit vergangenem Jahr intersexuelle Kinder, deren Geschtszugehörigkeit in der Geburtsurkunde freigelassen werden kann (queer.de berichtete).

Allerdings gibt es gegen die starre Zweigeschlechtlichkeit Widerstand: So hat eine 25-jährige Person aus der Nähe von Hannover beim Standesamt beantragt, die Angabe "weiblich" zu streichen und stattdessen "inter/divers" einzutragen. Zur Not will die Person bis zum Bundesverfassungsgericht ziehen, um die Änderung zu erstreiten. (dk)

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Tags: schweden, sprache, geschlechtsneutralität
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Reaktionen zu "Schweden wird geschlechtsneutral"


 46 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
30.07.2014
15:06:13
Via Handy


(+1, 5 Votes)

Von Robby69
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Na also, geht doch! Da könnte sich die ewiggestrige 'Bundesmutti' und ihre Diskriminierungsregierung mal eine dicke Scheibe abschneiden!


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#2
30.07.2014
15:35:37


(+3, 7 Votes)

Von Adam


Nicht vergessen Die "Bundismutti" entscheidet über Menschenrechte mit dem Bauch Gefühl ....

Recht und unrecht ist der CDU völlig unbekannt wie nun auch der SPD


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#3
30.07.2014
15:43:16


(-1, 9 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Wenn sich das durchsetzt... was hab ich mich in italienisch mit den grammatischen Geschlechtern manchmal schwer getan da dort wie im deutschen auch die Adjektive angepasst werden müssen usw usw...

Allerdings kennt auch das italinische kein Neutrum, nur il und la.


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#4
30.07.2014
16:15:36


(+5, 9 Votes)
 
#5
30.07.2014
16:51:37


(+1, 7 Votes)

Von Linguist


Da da kein neues Wort erfunden wurde, sondern ein Wort genommen wird, das bereits seit längerem genutzt wird und man auch jahrelang gewartet hat, ob es sich durchsetzt und nicht nur ein vergänglicher Trend ist, ist da aus linguistischer Sicht nichts einzuwenden.

Es ist sogar aus linguistischer Sicht geradezu notwendig, da Wörterbücher deskriptiv arbeiten. Und wenn sich dieser Ausdruck eben durchgesetzt hat, dann ist er auch aufzunehmen.


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#6
30.07.2014
17:08:28


(-1, 5 Votes)

Von Timon


Wenn jetzt aber nur Trans- und Intersexuelle mit diesem neuen Wort belegt werden (selbst wenn sie es gar nicht wollen und sich selbst einem der beiden klassischen Geschlechter zugehörig fühlen) und für alle anderen doch weiterhin das klassische "er" und "sie" verwendet werden, dann finde ich das aber auch wieder ganz schön diskriminierend.


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#7
30.07.2014
17:47:58


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


WOW!


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#8
30.07.2014
17:51:37


(+1, 5 Votes)

Von sperling
Antwort zu Kommentar #1 von Robby69


naja, zum ersten ist es (glücklicherweise) nicht die aufgabe der regierung, über sprache zu entscheiden, und zum zweiten steckt das geschlecht so tief in der deutschen grammatik, dass es mit einem einzelnen neuen wort leider nicht getan wäre.

wir bräuchten neue wörter für der_die, dessen_deren, dem_die, den_die, er_sie, sein_ihr, ihm_ihr, ihn_sie, dieser_diese, dieses_dieser, welcher_welche usw.
ich kann hier nicht mal alle formen aufzählen, jedenfalls ist es mit einer einzigen form nicht getan.

der witz ist wirklich: im deutschen ist es nahezu unmöglich, genderneutral über irgendwen zu sprechen. selbst dort, wo man den namen nicht nennt oder das geschlecht gar nicht kennt, zwingt uns unsere grammatik fast immer, ein geschlecht sprachlich festzulegen.

andere sprachen haben dieses problem bekanntlich nicht. im finnischen z.b. muss man sich im gegenteil eher anstrengen, wenn man das geschlecht einer person sprachlich benennen will, wenn man nicht gerade einen gendertypischen vornamen nennt. im alltag ist es üblich, dass man z.b. vor einem geschäftlichen treffen nur einen familiennamen, vielleicht mit titel oder funktion genannt bekommt und das geschlecht erst dann erkennt, wenn die person vor einem steht.

ich bin mir ziemlich sicher, dass die sprache auswirkungen auf das nicht-/diskriminierungsverhalten hat.


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#9
30.07.2014
17:53:43


(+3, 7 Votes)

Von sperling


was herauskommen kann, wenn man versucht, genderneutrale sprache ins deutsche einzuführen, das kann man hier ungefähr ahnen:

Link:
annaheger.wordpress.com/2013/09/16/pronomen-ohne-g
eschlecht-3-2/


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#10
30.07.2014
18:10:22


(+4, 8 Votes)

Von simply better
Antwort zu Kommentar #9 von sperling


das gauck, das merkel, das steinbrück, das gabriel,...


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