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  • 01.08.2014           109      Teilen:   |

Rechtspopulismus

Ex-AfD-Sprecher: Partei will sich gegen Homosexuelle "austoben"


Auf seiner Website ziert sich Franz Eibl noch mit dem Parteilogo der Rechtspopulisten


Vielen AfDler wird die Hetze der Partei gegen Ausländer und Homosexuelle zu viel: Jetzt ist der bayerische Parteisprecher ausgetreten.

Der Wahlkampfauftakt für die Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg war zu viel für Franz Eibl, den AfD-Bezirksvorsitzenden von Oberfranken und Pressesprecher der bayerischen Landespartei. Das frühere FDP-Mitglied rechnet in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung mit der AfD ab und beklagt, dass die Partei "nach rechts blickt" – und dabei eben am liebsten gegen Ausländer und Homosexuelle hetzt.

Hier seine Klage:

Jedes Mal, wenn [Parteichef Bernd] Lucke ermutigt, auch "Meinungen abseits des Mainstreams" zuzulassen, ist das der Freifahrtschein für einige in der Partei, sich mal so richtig auszutoben – gegen Ausländer und Asylanten, wahlweise auch den "Ami" oder Homosexuelle. Man habe zwar nichts gegen die, so heißt es, aber sie sollen sich doch bitteschön nicht so provokativ in der Öffentlichkeit zeigen.



Er wolle nicht länger Mitglied einer Partei sein, die sich "konträr zu den Prinzipien und Werten eines pluralistischen und liberalen Landes" positioniert.

Unterdessen wirbt Bernd Lucke ununterbrochen um Stimmen von Rechtsaußen. Eine Kostprobe lieferte er am Mittwoch auf kath.net. Dort umschrieb er den Hass auf Transsexuelle als normale Meinung, die man als guter Deutscher eben haben kann. Er stilisierte sich dabei wieder einmal zum Opfer einer Hexenjagd.

Die Frage lautete: "Ist Transphobie eine Form von Rechtsextremismus?" Daraufhin Lucke:

Das ist natürlich Unfug. Das ist Teil der Unsitte, alles, was dem eigenen Weltbild missfällt, gleich mit Rechtsextremismus zu assoziieren. So ungefähr, wie man früher jedes alte Weib, das ein bisschen seltsam war, gleich zur Hexe erklärt und entsprechend behandelt hat.



Und natürlich konnte er sich wie viele Rechtspopulisten nicht verkneifen, "die traditionelle Familie" vor bösen Homos zu verteidigen. Natürlich wieder in Opfer-Pose:

Dass Mann und Frau heiraten und gemeinsam Kinder aufziehen, ist zwar zum Glück immer noch der Normalfall, gilt aber in manchen tonangebenden Kreisen unserer Gesellschaft, die sich als fortschrittlich verstehen oder auf schickimicki machen, als langweilig, verstaubt, spießig oder uncool. […]

Wenn wir uns für die klassische Familie einsetzen und betonen, dass die Familie eine gute und unterstützenswerte Form des Zusammenlebens ist, diffamiert man uns als rückwärtsgewandt, erzkonservativ, frauenfeindlich und homophob. Und die Liste der politisch inkorrekten Themen lässt sich fast beliebig fortsetzen.



Seine Forderung an Homosexuelle hatte er ja schon bei einem abwertenden Kommentar über das Coming-out von Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger dargelegt. Damals sagte er: "Ich hätte es gut gefunden, wenn Herr Hitzlsperger sein Bekenntnis zu seiner Homosexualität verbunden hätte mit einem Bekenntnis dazu, dass Ehe und Familie für unsere Gesellschaft konstitutiv sind". Schwule und Lesben sind also offenbar nur akzeptabel, solange sie brav zugeben, dass Heterosexuelle wertvollere Menschen sind.

In einer Pressekonferenz der Partei am Mittwoch hatte Sachsens AfD-Chefin Frauke Petry gesagt, man toleriere Lebenspartnerschaften, gleichgeschlechtliche Paare seien aber keine Ehe. Ihr Thüringer Amtskoellege forderte eine Entfernung der "Gender-Mainstream-Ideologie" aus Schulen und Universitäten; vielmehr sollte die "klassische Familie als gesellschaftliches Leitbild in unseren Erziehungs- und Bildungsanstalten" vermittelt werden. (dk)

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Tags: afd
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Reaktionen zu "Ex-AfD-Sprecher: Partei will sich gegen Homosexuelle "austoben""


 109 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
01.08.2014
14:45:59
Via Handy


(+11, 15 Votes)

Von Alex


Wie alle Rechtspopulisten nutzt auch die AfD jede Stimmung irgendwelcher Frustrierten, um daraus Kapital zu schlagen. Ob Euro, Ausländer oder Schwule ist egal, Hauptsache man hat etwas, was man als Feindbild aufbauen kann und wogegen man hetzen kann.


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#2
01.08.2014
14:49:08
Via Handy


(+11, 13 Votes)

Von Petter


Wenn man sich mal ansieht, auf welche guten Listenplätze man in dieser Partei mit offenem Homohass gewählt wird, sagt das doch schon alles...


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#3
01.08.2014
15:09:42


(+12, 16 Votes)

Von Just me
Antwort zu Kommentar #2 von Petter


Und es gibt immer noch Menschen, die - auch hier bei queer.de - den Stand auf dem schwul-lesbischen Stadtfest in Berlin verteidigen und der Ansicht sind, die AfD sei irgendwie queerfreundlich. Unfassbar...

Link zu www.queer.de


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#4
01.08.2014
15:10:30


(-16, 20 Votes)

Von Torsten_Ilg
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Der Austritt jedes Liberalen ist für die AfD ein herber Verlust. Trotzdem sollte man dieses Interview von Prof. Lucke, in seiner Lesart hart aber fair kritisieren. Die Haltung des Landesverbandes Sachsen zum Thema Homosexualität ist untragbar und entspricht nicht mehr den aktuellen Forderungen seitens des Bundesverfassungsgerichts. Da aber der Freistaat Sachsen über dieses Thema nicht zu entscheiden hat, erübrigt sich die Debatte. Entsprechende Forderungen aus der Sachsen-AfD sind natürlich blanker Unsinn und unter der Rubrik peinlich zu verbuchen. - Was die Äußerungen von Prof. Lucke betrifft. Peinlich ist hier der "Hexen-Vergleich". Natürlich ist es nicht tolerabel, wenn jemand eine homophobe Einstellung hat. Die Frage ist halt wie sich Homophobie messen lässt. Der "Hass" auf Homosexuelle und andere Minderheiten ist sicher eine Form des Extremismus, vor allem wenn er gewalttätige Formen annimmt. Bloße Ablehnung aus religiösen Gründen sicher noch nicht automatisch. Sicher falsch ist der Vergleich, dass eine homophobe Einstellung auch automatisch eine rechtsextreme Gesinnung beinhaltet. Das Überstrapazieren der sogenannten "Faschismuskeule" ist kein gutes Mittel zur Lösung politischer Debatten. Richtig ist die Forderung, dass man neben der Abschaffung von Diskriminierung Eingetragener Lebenspartnerschaften, auch den Wert der klassischen Familie mit mehreren Kindern für unsere Gesellschaft insgesamt stärker betonen sollte. Das eine schließt das andere ja nicht aus.


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#5
01.08.2014
15:30:00


(-8, 14 Votes)

Von Reverser


Wäre es den etablierten Parteien vor der Bundestags- bzw. Europawahl gelungen, die AfD in die Schmuddelecke zu stellen, natürlich ganz uneigennützig, gäbe es die Partei eh nicht mehr.


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#6
01.08.2014
15:51:24


(+14, 18 Votes)

Von Franz Eibl


Liebe Queer-Redaktion,
Ihr bemängelt in der Bildunterschrift, dass ich mich auf meiner Homepage noch mit dem AfD-Logo ziere. Ebenso ist meine Funktion als Bezirksvorsitzender noch nicht entfernt.

Der Grund ist sehr simpel: Ich bin technisch nur in der Lage, Texte auf meiner Homepage zu verändern. Ich habe daher den Ersteller der Homepage gebeten, dies für mich zu machen. Er ist aber leider im Moment im Krankenhaus, so dass dies erst nach seiner Entlassung möglich ist.

Dass meine Behauptungen nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigt sich z.B. an folgendem Posting wegen meines Rücktritts auf der Facebook-Seite meines bisherigen Heimatkreisverbandes Bamberg:
"Muss man Leute toll finden die jedem erzählen, wie schön es ist als lesbische Transe durchs Leben zu taumeln? Oder wie wunderbar doch zwei küssende und f..... Männer sind?"

Link zu www.facebook.com


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#7
01.08.2014
16:04:54


(-15, 19 Votes)

Von Torsten_Ilg
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Franz Eibl


Lieber Herr Eibl, ich bedauere es persönlich wirklich sehr, dass einige prominente Liberale wie Sie, die AfD wieder verlassen haben. Nichts desto Trotz erachte ich es als falsch und mutlos, weil eben die Basis der Partei sehr heterogen und regional verschieden ist. Ich erfahre z.B. hier im Stadtverband Köln kaum Gegenwind. Auch im Landesverband Berlin verorte ich mehrheitlich Mitglieder ohne homohobe Gesinnung (unabhängig von der Personalie Frau von Storch, die ja keine Funktion innerhalb der Partei inne hat). Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist der Landesvorstand sehr homofreundlich gesinnt. Das Problem ist halt nur, wenn alle Liberalen das Boot verlassen, ist das Projekt gescheitert.


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#8
01.08.2014
16:15:14


(+13, 17 Votes)

Von sperling
Antwort zu Kommentar #4 von Torsten_Ilg


Ihr reservoir an nebelbomben ist erstaunlich groß.

>"Da aber der Freistaat Sachsen über dieses Thema nicht zu entscheiden hat, erübrigt sich die Debatte."

dass Sie das homophobie-problem in ihrer partei wieder einmal lieber unter den tisch kehren würden, war klar. glauben Sie wirklich, wir machen da mit?

>"Forderungen aus der Sachsen-AfD sind natürlich blanker Unsinn und unter der Rubrik peinlich zu verbuchen"

peinlich? nein, sie sind gefährlich. gruppenbezogene menschenfeindlichkeit ist kein harmloser faux pas, sondern gewalt.

>"Richtig ist die Forderung, dass man neben der Abschaffung von Diskriminierung Eingetragener Lebenspartnerschaften, auch den Wert der klassischen Familie mit mehreren Kindern für unsere Gesellschaft insgesamt stärker betonen sollte. Das eine schließt das andere ja nicht aus."

in Ihrer partei offenbar doch. aber das werden Sie nicht kapieren, wenn Sie sich weiterhin die ohren zuhalten und singen, sobald Ihre partei"freund_innen" homophobes zeug schwafeln.


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#9
01.08.2014
16:23:44


(-12, 16 Votes)

Von Torsten_Ilg
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #8 von sperling


Nein Herr Sperling, es geht darum für die eigenen Positionen zu Kämpfen und Stellung zu beziehen und nicht gleich nach jedem "Windhauch" die Segel zu streichen.


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#10
01.08.2014
16:29:42


(+15, 19 Votes)

Von sperling


lucke im interview mit kath.net:

>"Schauen Sie, wie es Thilo Sarrazin, Eva Herman oder auch Christa Meves ergangen ist. Jeder von denen hat viel Nachdenkenswertes zu sagen."

worin dieses "nachdenkenswerte" besteht, sagt lucke vorsichtshalber nicht. aber wer jetzt noch zweifelt, wohin die reise geht, der ist blind.

die partei wird genau ausloten - und dabei hoffentlich noch oft genug auf die fresse fallen -, wie deutlich man eine einladung an rechtsexteme wähler_innen aussprechen kann, ohne dabei SO deutlich zu werden, dass es wirklich allzu angreifbar wird.


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