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  • 04.08.2014           74      Teilen:   |

Nach Anti-Israel-Demo in Essen

Rücktritte bei queeren Gruppen der Linken

Artikelbild
Die queere Linke noch geeint beim diesjährigen CSD in Düsseldorf (Bild: nb)

Der Streit um Antisemitismus im Landesverband NRW spaltet die Partei und deren homopolitische Arbeitsgruppen weiter.

Im Zuge des anhaltenden Streits um Antisemitismus bei den Linken anlässlich des Israel-Gaza-Konfliktes sind am Sonntag auf Bundes- und Landesebene mehrere Sprecher der queeren Gruppen der Partei zurückgetreten.

Hintergrund ist eine von der Jugendorganisation der NRW-Partei organisierte Demo am 18. Juli, die trotz Kritik und Warnungen im Vorfeld durchgeführt wurde und bei der es zu zahlreichen antisemitischen Parolen kam. Auch durfte Bilal Wilbert von der BIG-Partei sprechen, die durch Antisemitismus und Homophobie aufgefallen war.

Nachdem schwule Bundespolitiker der Partei wie Harald Petzold, der auf einer Gegendemo teilnahm, und Berliner Landespolitiker wie Klaus Lederer den Landesverband öffentlich kritisiert hatten, zog in der letzten Woche auch die Landesarbeitsgemeinschaft Die Linke.Queer NRW mit einer ausführlichen Kritik auf Facebook nach (queer.de berichtete).

Darin wurde gefordert, dass Vertretern der BIG-Partei wie "anderen Vertretern einer rechten Partei oder Gruppierung" kein Podium der Linken mehr geboten werden dürfte. Die Demo sei aufzuarbeiten, der Landessprecher der Partei müsse dafür Verantwortung übernehmen. Auch müsse sich der Landesverband von Angriffen gegen die queere Arbeitsgemeinschaft distanzieren; man sei als "Homo-Lobby" beschimpft worden, die "Pinkwashing" und "Homonationalismus" betreibe. Meinungspluralität sei zuzulassen, aber "ohne antizionistische, antisemitische und antiqueere Meinungen".

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LAG Queer in NRW verliert fünf Sprecher

Das Statement hatte offenbar die gegenteilige Wirkung: Am Sonntag hat es die queere Landesarbeitsgemeinschaft der Partei zurückgezogen, zugleich wurde der Rücktritt des fast gesamten Sprecherrates bekannt gegeben. Die sei nötig geworden "aufgrund der heftigen Anfeindungen seitens der mitgliederstarken AG Queer im Rhein-Kreis Neuss, Teilen des Landesvorstands (u.a. Ruth Tietz) aber auch aus der Mitgliedschaft".

Der amtierende Sprecherrat könne sich, anders als Einzelpersonen im queeren Sprecherrat, im Landesvorstand der Partei sowie der Neusser Gruppe, "mit Antizionist*Innen wie Bilal Wilbert und Organisatoren seiner Rede nicht solidarisieren", so das Statement von vier der sechs Sprecher; auch ein fünfter war am Sonntag zurückgetreten (s.u.). Da man für diese Position keine Mehrheit sehe, gebe man die Mandate als queere Landessprecher und Delegierte für die Bundesarbeitsgemeinschaft ebenso zurück wie die zum Landesparteitag und Landesrat. Die verbliebene Sprecherin Sefika Minte müsse nun wohl eine Neuwahl einberufen.

"Wenn Queerthemen für Kriege, Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten geopfert werden, ganze Basisteile der Queer dies begrüßen und unhinterfragt eine unkritische Sicht auf Geschehenes uneingeschränkt akzeptieren", so das Statement der Zurückgetreten, "wenn queere Aufklärungsarbeit sogar offen behindert und Genoss*Innen in ihrem queeren Wirken beschimpft oder gar an den Pranger gestellt werden, ist ein konstruktives Wirken und Werken innerhalb der LAG Queer nicht mehr möglich." Selbst kritische Stimmen aus Parteivorstand, Bundestag und Ländern würden kategorisch ignoriert, Bundestagsabgeordnete sogar teils öffentlich beleidigt.

Queerer Bundessprecher aus NRW zurückgetreten

Zuvor hatte die LAG bereits bekannt gegeben, dass Christian Piest, Sprecher in der Bundesarbeitsgemeinschaft Queer der Partei, von allen Mandaten auf Bundes- und Landesebene "nach den Angriffen der letzten Wochen und der Hetzjagd auf ihn" zurückgetreten sei.

In einem Statement zu seinem Rücktritt, der "von Einigen sehnlichst erwünscht, von vielen mindestens geduldet und von wenigen befürchtet" gewesen sei, erklärte Piest, er könne nicht verstehen, "wie queere Genoss*Innen sich mit dem Auftritt Bilal Wilberts (BIG-Partei) in Essen auf der Demo solidarisieren können."

"Wer sich mit Homohassern solidarisiert, nur um dabei Israel einem palästinensischen Staat vom Mittelmeer bis Transjordanien zu opfern, ist meines Erachtens weder Links noch demokratisch", so Piest. "Antizionismus, egal wie politisch oder wissenschaftlich untermauert, ist keine Meinung, keine politische Aussage – sondern ein Verbrechen!"

Er "wünsche den Linken Queers alles Gute, den Jüd*Innen innerhalb der Linken Gesundheit und allen Leisen eine Stimme – gegen Homofeindlichkeit, gegen Antizionismus und Antisemitismus innerhalb der eigenen Reihen", so Piest. (nb)

Mehr zum Thema:
» Queere Gruppe besorgt über Antisemitismus bei der Linken (31.07.2014)
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Tags: die linke, israel, antisemitismus
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Reaktionen zu "Rücktritte bei queeren Gruppen der Linken"


 74 User-Kommentare
« zurück  12345678  vor »

Die ersten:   
#1
04.08.2014
14:19:52


(+13, 27 Votes)
 
#2
04.08.2014
14:24:34
Via Handy


(0, 32 Votes)

Von Alex


Richtig so.

Wer gemeinsam mit Homohassern und Nazis demonstriert und ihnen ein Forum bietet, kann dann nicht mehr auf GLBTI zählen. Es gibt nichts auf der Welt, das das rechtfertigt oder entschuldigt.

Man kann nicht auf allen Hochzeiten tanzen...


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#3
04.08.2014
14:26:24


(-12, 22 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Kommentar gelöscht


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#4
04.08.2014
14:34:05


(-2, 8 Votes)

Von South Kensington


Es ist glaube ich nicht so sehr eine frage des ehrlichen engagements, das sollte man niemandem ohne solide beweisfuehrung absprechen. Sondern was genau das ziel ist fuer das man sich einsetzt. Wo man hin will und ob die voraussetzungen fuer die entscheidung auf welchem weg man dorthin gelangt so haltbar sind wie man es gern haette.

In jedem fall ist es schade dass langjaehriges intensives und zaehes bemuehen so sehr in enttaeuschung und bitternis endet.


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#5
04.08.2014
14:34:38


(-13, 31 Votes)

Von Adami
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich möchte gar nicht wissen wie groß der interne Druck geworden ist, dass diverse Sprecher der queeren Gruppe der Linken gleichzeitig zurück getreten ist. Wenn schon von Behinderungen, Hetzjagd, Pranger und Angriffen die Rede ist, dann kann ich die Abschlussworte nur so verstehen, dass man als Jude oder Homosexueller die Partei dringend verlassen sollte.
Schade, dass die LAG wegen den richtigen Worten zerschlagen wird.


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#6
04.08.2014
14:41:07


(-2, 32 Votes)

Von Finn
Antwort zu Kommentar #2 von Alex


Ja, wer das Hofieren von Neonazis mit irgendwelchen hanebüchenen Ausreden relativiert, ist so sehr in seiner ideologischen Verklärung gefangen, dass er jeden Bezug zur Realität verloren hat.

Und ja, es ist erlaubt, gegen Krieg zu demonstrieren, aber es ist nochmal was anderes, mit Faschos gemeinsame Sache zu machen, Hass zu schüren und die Vernichtung eines Landes zu fordern.


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#7
04.08.2014
14:44:58
Via Handy


(-6, 30 Votes)

Von Tobi


Gut so. Die laue Distanzierung der Linken von Antijüdischen Tendenzen und deren Duldung von hasserfüllten Äußerungen ihrer Anhänger und Wähler haben die Partei für queere Menschen unwählbar gemacht.


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#8
04.08.2014
14:46:08


(-6, 26 Votes)

Von Thorin


Richtig, man kann man linken Gruppe, die sich mit Neonazis, Antisemiten, Islamisten, Hamasanhängern und Homohassern solidarisieren, nicht zusammen arbeiten. Ich glaube jeder Schwule hier weiß, wie es mit Homorechten in Israel einerseits aussieht und wie mit Homorechten in den islamischen Ländern!


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#9
04.08.2014
14:52:05


(+6, 18 Votes)

Von m123


Meiner Ansicht nach sind für den Nahostkonflikt alle beteiligten Religionen verantwortlich, bzw. Religion allgemein.

Ob Christen, Juden oder Moslems, sie alle glauben an irgendein Märchenbuch und behaupten jeweils es sei "die Wahrheit". Und weil ihre jeweilige Wahrheiten im logischen Widerspruch zu den anderen Wahrheiten der anderen Religionen steht, ermorden sie sich gegenseitig, sowie natürlich die "Ungläubigen".

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Je mehr man sich Gedanken über das Konzept Religion macht, desto mehr merkt man wie dumm und primitiv große Teile der Menschheit sind, dass sie dieses Konzept annehmen. Es ist einfach so lächerlich.

Viele Religionsgemeinschaften sind jahrhundertelang über Minderheiten hergezogen, haben Frauen zu Menschen zweiter Klasse degradiert, haben Schwarze versklavt und Homosexuelle zu Tode diskriminiert. Und wenn man dann diese Religionen kritisiert und dabei einfach nur die Fakten nennt, dann fühlen sich diese Religioten angegriffen und wollen dass man mit der Kritik aufhört, weil es angeblich deren religiösen Gefühle verletzt. Religionen schlagen verbal und physisch auf Minderheiten und bestimmte Menschengruppen ein, wenn man das dann aber kritisiert bzw. Fakten nennt, dann schreien sie "Bitte respektiere meine religiösen Gefühle". Fazit: Ich finde es verwunderlich warum sich "Ungläubige" dann oft tatsächlich zurückziehen. Ich finde man muss aggressiv gegen Religionen vorgehen, weil es die größte Gefahr für Menschen ist, und weil Religionen massiv gegen viele Menschengruppen vorgehen, von psychischer Gewalt bis hin zu Mord. Daher wäre es total bescheuert wenn sich die "Ungläubigen" der Welt nicht endlich erheben und konstruktiv und rational das Religionskonzept massiv kritisieren. Es ist längst überfällig, mehr als überfällig, dieses scheiß religiöse Diktat nicht länger hinzunehmen.

Der deutsche Staat bezahlt unter Anderem die Gehälter der deutschen Geistlichen der Kirche mit Steuergeldern, d. h. mit unserem hart erarbeitetem Geld werden Kirchen über den Staat unterstützt. Achja, im Übrigen nur die christlichen Kirchen und andere Religionsgemeinschaften nicht! D. h. dabei bevorzugt der Staat das Christentum massiv. Hier geht es nicht um Kleckerbeträge, sondern um viele Milliarden Euro. Warum macht der Staat sowas, wenn der Staat doch eigentlich weltlich und somit religionsneutral sein muss? Weil die Kirche bis in alle Ewigkeiten jedes Jahr vom Staat viele Milliarden Euro verlangt, vor hunderten von Jahren irgendwann einmal die Kirche vom Staat enteignet wurde. Die Zahlungen des Staates an die christlichen Kirchen sollen also eine Art "Wiedergutmachung" sein. Das Problem: Die Kirche verlangt das, jedes Jahr, für die gesamte Zukunft und der Staat wehrt sich nichtmal dagegen, obwohl der finanzielle Schaden durch die Enteignungen bereits um ein Vielfaches zurückgezahlt wurde. Nein, die christlichen Kirchen dürsten nach mehr und mehr Geld. Immer mehr Geld. Es geht den Kirchen um Geld. Und der Staat macht dabei mit und kann es auch tun, weil es die Bürger einfach nicht so wirklich interessiert. Warum interessiert es die Bürger nicht so sehr? Weil zwei Drittel der Deutschen Kirchenmitglieder sind und vielen davon das Gehirn von der Kirche so gewaschen wurde, dass scheinbar niemand darin ein großes Problem sieht, wenn der Staat die christlichen Kirche jedes Jahr mit vielen Milliarden Euro Steuergeldern unterstützt. Vor allem die Union will an den Zahlungen an die Kirche festhalten. Warum? Weil die Kirche der beste Wahlhelfer der Union ist. Kirche und Politik helfen sich gegenseitig und so entsteht ein Teufelskreis, der nur durchbrochen kann, wenn hinreichend viele Menschen realisieren was da schon seit vielen, vielen Jahren passiert und dagegen protestieren würden.

Religion ist die dümmste und gefährlichste Erfindung der Menschheit.


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#10
04.08.2014
14:59:35


(-6, 28 Votes)

Von Pride
Antwort zu Kommentar #1 von Wikipedia


Lang lebe der ZIONISMUS!

Video: If you voted for Hamas, Israel has a right to kill you, says president of NY Board of Rabbis

Youtube-Video:


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