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Kommentare zu:
Rücktritte bei queeren Gruppen der Linken


#71 saltgay
  • 06.08.2014, 20:55h
  • Uff, 70 Kommentare und ich frage mich, wer kennt von Denen wirklich die Linkspartei?

    Im Westen gibt es die Redaktionsstatuten eines Axel-Cäsar Springer. In der Springerpresse wird eindeutig vorgegeben, dass in den Medien des Konzerns keine Israel-Kritik geübt werden darf.

    Im Osten wurde Israel zunächst unterstützt, weil es ein sozialistisches Gesellschaftssystem basierend auf den Idealen des Zionismus schaffen wollte.

    Der kalte Krieg jedoch spaltete die Welt auch in Israelfreunde und -feinde. So hat die DDR und der Rest der Staaten des Warschauer Paktes eine antiisraelische Haltung bis zum Ende dieser Staatengemeinschaft bewahrt.

    Das Tätervolk, die Deutschen, waren im Westen nun unendlich dankbar, dass die lieben Väter und deren Nazissen nur vereinzelt zur Rechenschaft gezogen wurden. Der Rest fand sich sehr schnell wieder in ihren Positionen, die sie dank Partei und SS zuvor inne hatten. Im Osten gab es einfach keinen Faschismus mehr, weil alle ja die ruhmreiche Partei des Arbeiter- und Bauernstaates wählten. Nur im Ministerium für Staatssicherheit existierte eine Fachabteilung, die sich mit dem totgeschwiegenem Neonazismus in der DDR auseinander setzte.

    Aus diesem Bevölkerungsgemisch setzt sich nun die Partei "die Linke" zusammen. Man ahnt bereits, was da für eine nette Mischung zusammenkommt. Die Einen liefen jahrelang mit Nato-Parka, Jeans und Palästinenser-Feudel herum, die Anderen solidarisierten sich mit dem palästinensischen Volk, wie mit zahlreichen anderen Befreiungsfronten, was gerade so auf dem Dienstplan stand. Dass der alte Che Guevara noch aus dem Grabe diese Partei heraus eint, ist bestimmt kein Verdienst der Mitglieder.

    Die Medien finden aber ein dankbares Fressen vor. Sobald sie einen Ansatz entdecken um diese Partei anzufeinden, nützen sie das aus. Das Niveau ist an Primitivität nicht zu unterbieten. Klatsch über Sarah Wagenknecht auf "Bild der Frau"-Ebene taugt genau so gut dazu, wie das Ausschnüffeln der Privatsphäre von Linken-Politikern durch den thüringer Verfassungsschutz. Jener, der durch zwielichtige V-Männer die Straftaten der NSU zu vertuschen half. Die Medien bedienen den pathologischen Antikommunismus, der nach Kriegsende eigentlich nur als Ventil diente den Nationalsozialismus zu übertünchen und so braunen Dampf ablassen zu können. Das Bedürfnis scheint bis heute noch existent oder gar notwendig zu sein.

    Die Reaktion der queeren Arbeitsgruppe ist aber nachvollziehbar. Das hat aber weniger mit dieser Demonstration zu tun, als vielmehr mit dem gesamten Landesverband. Man vergesse bitte nicht, dieser Landesverband hat den Einzug in den Landtag vergeigt. Das war bei den sozialen Problemen im Ruhrgebiet unverzeihlich. Selten habe ich einen so uninteressierten Landesverband kennen gelernt. Die haben sich Grabenkämpfe geliefert, wie der Vorstand des Taubenzuchtvereins "Heimatfreunde-Emschertal". Für die brennenden Fragen der Wähler hatten sie kein Ohr. So konnte die Sekte der "MLPD" munter linke Wähler für sich gewinnen, deren Stimmen dann verloren für die Linke waren.

    Bei einer so diffusen Politik ist es auch kein Wunder, wenn es auf Demonstrationen auch zu solchen Zwischenfällen kommt. Alles dies zusammen stößt natürlich auch den schwulen Wähler ab.

    Jedoch frage ich mich am Ende, ob die Mitarbeit in den politischen Parteien als LGBT-Gruppe wirklich effektiv ist. Diese Gruppen sind bei Tageslicht betrachtet doch reine Feigenblätter. Die Parteien schmücken sich mit ihnen, damit man ihnen keine Homophobie vorwerfen kann - aber die politische Wichtigkeit für eine echte LGBT-Politik rangiert noch unter der Schröderschen-Einschätzung "Gedöns". Selbst die CDU/CSU empfindet noch mehr Bedeutung für ihre Frauenvereine, was bei dieser Union schon ganz "unten" heißt.
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#72 Adami
  • 07.08.2014, 07:55h
  • Antwort auf #71 von saltgay
  • "Die Medien finden aber ein dankbares Fressen vor. Sobald sie einen Ansatz entdecken um diese Partei anzufeinden, nützen sie das aus."

    Hast du den Artikel überhaupt gelesen? Es geht darum dass mehrere Sprecher Queerer Gruppen in der Linken gleichzeitig zurückgetreten sind. Und zwar weil sie interne Angriffe, Beleidigungen (Stichworte: Homo-Lobby, Pinkwashing, Homonationalismus), Pranger und Hetzjagden ausgesetzt sind.
    Zudem ist mitnichten geklärt, warum auf einer linken Veranstaltung homophobe Kleinstparteien auftreten dürfen. Die vorhersehbaren Ausschreitungen und antisemitische Ausrichtung der Demonstrationen ist ein Treppenwitz der Linken. Und man muss schon beide Augen, Ohren und den Mund zudrücken, um davon im Nachhinein überrascht zu sein bzw. zu glauben, dass das nicht gewollt war.

    Nein, es sind nicht die bösen Medien, die die Partei anfeinden, die Partei muss sich langsam an die eigene Nase fassen und sich die Frage gefallen lassen ob sie überhaupt Queere Menschen vertritt, wenn sie deren Sprecher um die Ecke bringt.
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#73 Adami
#74 Andreas RauAnonym
  • 12.08.2014, 15:58h
  • Eine Replik auf selbst ernannte Aktivisten und medialen Mainstream

    Wie homophob ist die LINKE?

    Glauben wir David Berger oder verfolgen wir manchen Shitstorm gegen die LINKE oder den Aussagen in mehr oder weniger qualifizierten Beiträgen über die LINKE in den Medien durch selbst ernannte Publizisten, müsste ich mich fragen, was ich eigentlich als schwuler Mann und erklärter Antifaschist noch hier mache.

    Ich habe mich das tatsächlich auch gefragt und habe Antworten gefunden. Aber lest selber.

    Es mag richtig sein, dass die LINKE auch homophobe Mitglieder hat welche Partei hat die eigentlich nicht? Als Spiegel der Gesellschaft, die politische Parteien nun einmal sind, bleibt das auch uns nicht erspart. Es mag auch richtig sein, dass es in Landesverbänden bei der LINKEn ein Kommunikationsproblem gibt und dass sich beispielsweise im Zuge der Auseinandersetzung um die Kundgebung in Essen einiges ereignet hat, was eine Mehrheit der LINKE und der Mehrheit der Queers nicht gutheißen kann und gegen die sich reichlich interner Widerstand regt.

    Das eine sind aber die unsäglichen Ereignisse in Essen, und in deren Nachgang - das andere sind Vorwürfe eines grundsätzlichen Antisemitismus und grundsätzlicher Homophobie, die nun der eine oder andere LINKEN-Basher reflexartig verbreitet nach dem Motto "Habe ich ja schon immer gesagt".

    Die Kritik daran haben wir uns durch eigenes Agieren und Reagieren verdient eingehandelt und wir haben uns damit auseinander zu setzen und Konsequenzen zu ziehen.

    Daraus aber nun eine generelle Tendenz zur Homophobie abzuleiten, ist schon abenteuerlich.

    Noch abenteuerlicher finde ich aber die angeführten Belege, die der eine oder andere Aktivist und selbst ernannter Publizist dafür liefert: "Verbannung verdienter LGBT-Politiker auf hintere Listenplätze" Es ist schon spannend, was da in einen grundsätzlichem normalen demokratischen Vorgang und Stimmungen von einem Parteitag hineininterpretiert wird.

    Oder das Heranziehen eines internen Konflikts, bei dem es wohl mehr um Personen, als um Themen geht und auf den mancher, der es ja schon immer wusste nur gewartet hat.

    Aber am abenteuerlichsten finde ich die Herleitung von Homophobie durch David Berger - mit der ureigenen Interpretation von David Hallerin,

    Queer" hat erreicht, dass Menschen, die von sich sagen, dass sie lesbisch oder schwul sind, tatsächlich faschistisch erscheinen, weil sie sich an eine Identität klammern, und auf diese Weise funktioniert queer homophob.[1]

    Ich kann als S C H W U L E R Mann nur sagen, ich bin so wie ich bin in der LINKEN und auch im Verbund mit den anderen "Queers" gut aufgehoben.

    Die Partei bleibt für mich die beste Alternative im Wettbewerb um die Forderung nach Gleichberechtigung aller L(i)Lebensweisen von Menschen im parlamentarischen Kontext. Seit an Seit mit den Interessensverbänden und vereinzelten Queers aus dem Alltag, der Emanzipationsbewegung und der Selbsthilfe.

    Eben weil Queerpolitik und LGBT-Rechte mehr sind als eine Diskussion um Ehe oder Adoption. Mehr sind, als mittelschichts-orientierte Anpassung an Kleinbürgertum und Spießigkeit, die ich bei anderen Parteien finde. Weil unsere Queer-Politik herkömmliche Familienbilder und Genderthemen hinterfragt. Weil sie Emanzipation von Lesben, Schwulen und Transgendern nicht isoliert von sozialer Gerechtigkeit und anderen Lebensentwürfen sieht und dadurch letztlich wieder in Schubladen von angepassten und nicht angepassten Schwulen.

    Emanzipation kann man nämlich gar nicht anders denken als im Kontext von gleichen Rechten, gleicher Verantwortung und Partizipation ALLER. Das ist gute und gelungene Homopolitik, weil es gute "Queer-Politik" ist - und das ist gute Politik für und vor allem MIT Menschen.
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