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  • 05.08.2014           53      Teilen:   |

Gerichtsurteil

US-Schwulenclub angezündet: 10 Jahre Haft

Artikelbild
Nach dem versuchten Anschlag suchte die Polizei mit Bildern aus Überwachungskameras fieberhaft nach dem Täter

Eigentlich hatten Verteidigung und Anklage in einem Deal fünf Jahre Haft für einen 31-jährigen Brandstifter beantragt – weil er die Tat aber offenbar aus purem Schwulenhass begangen hatte, verdoppelte der Richter die Strafe.

In Seattle hat ein Bundesgericht den Angeklagten Musab M. vergangenen Donnerstag zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt, weil er zum Jahreswechsel 2013/14 den Schwulenclub "Neighbours" anzünden wollte. Der libyischstämmige Amerikaner hatte kurz nach Mitternacht den Eingang des Clubs mit Benzin begossen, während im "Neighbours" 750 Gäste das neue Jahr begrüßten. Das Feuer konnte schnell mit einem Feuerlöscher unter Kontrolle gebracht werden, es wurde niemand verletzt.

Der Angeklagte konnte wenige Tage nach der Tat auf dem Weg zum Flughafen festgenommen werden. Er hatte ein Einwegticket in die Türkei gebucht.

M. erklärte während des Verfahrens, er sei wegen seiner Alkoholsucht nicht voll schuldfähig. Er habe am Abend des 31. Dezember eine Flasche billigen Whiskeys konsumiert und könne sich nicht daran erinnern, das Feuer gelegt zu haben. In einem Brief an das Gericht schrieb er: "Ich glaube nicht, dass ich ein schlechter Mensch bin, aber wenn ich betrunken bin, habe ich schon schlimme Sachen gemacht". Daraufhin schwor er, dass er nie wieder einen Tropfen Alkohol anrühren werde.

Fortsetzung nach Anzeige


"Unerträglicher Hass" gegenüber Schwulen

Laut FBI hatte sich aber im Januar diesen Jahres ein Freund von M. gemeldet und ihn als potenziellen Terroristen beschrieben, der Homosexuelle "ausrotten" wolle. Die Staatsanwaltschaft erklärte aufgrund dieser und weiterer Aussagen, dass M. aus Abneigung gegenüber Schwulen gehandelt habe. Laut Ankläger Todd Greenberg sei seine Motivation "unerträglicher Hass" gewesen. M.s Verteidiger nannten dagegen die Alkoholsucht als alleinigen Grund für die Brandstiftung. Beide einigten sich während des Verfahrens auf eine Freiheitsstrafe in Höhe von fünf Jahren.

Richter Richard Martinez nahm den Deal allerdings nicht an – ein recht seltener Vorgang in US-Gerichten. Er verdoppelte stattdessen die Freiheitsstrafe zu zehn Jahren Haft, weil M. aus "Ignoranz und Intoleranz" heraus gehandelt habe. "Das Gericht muss eine klare Botschaft liefern: Ein solches Verhalten kann nicht akzeptiert werden", so Martinez. Ohne die rasche Reaktion von Gästen und Mitarbeitern des "Neighbours" hätte das Feuer in einer Katastrophe enden können.

M. ist das Kind wohlhabender Eltern aus Libyen und wurde in Los Angeles geboren, während sein Vater Filmwissenschaften an der städtischen Universität studierte. Er wuchs in Libyen auf und kam 2008 nach Washington. Nach Gerichtsakten konnte er aber nicht im Arbeitsmarkt Fuß fassen und hatte große Alkoholprobleme. Er war deswegen bereits mehrfach mit der Polizei in Kontakt gekommen. Im Verfahren erklärte er, ihm tue der Anschlag leid und er sei froh, dass niemand zu Schaden gekommen sei. (dk)

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Tags: seattle, homophobie
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Reaktionen zu "US-Schwulenclub angezündet: 10 Jahre Haft"


 53 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
05.08.2014
17:50:17


(+11, 13 Votes)

Von Yannick


Richtig so!

Wer den eventuellen Tod von Menschen billigend in Kauf nimmt oder gar erreichen will, muss so eine Strafe her.


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#2
05.08.2014
17:52:48


(+7, 13 Votes)

Von Peer


In Deutschland wäre der wohl mit Verweis auf schwere Kindheit, Alkohol und ähnlichem Blabla mit einer Ermahnung rausgekommen.

Gut, dass anderswo Attentate auf Schwule strenger bestraft werden...

Wenn da jemand stirbt, macht ihn die schwere Kindheit des Täters auch nicht mehr lebendig. Und auch bei ach so schwerer Kindheit muss man nicht anderen Menschen nach dem Leben trachten. Denn die anderen können da nichts für.


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#3
05.08.2014
17:54:12


(+7, 11 Votes)

Von Robby69
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Richtig so! Wer uns Schwule töten will, der gehört auch verknackt!
Die homophoben deutschen Richter sollten sich an diesem Richter in Seattle echt mal ein Beispiel nehmen! Das ist wirklich Gerechtigkeit und RECHTs-Sprechung.
Stattdessen kuschen sie in Deutschland vor den Homo-Hassern aus CDU/CSU und den Rechten, sprechen gewalttätige Homo-Hasser teilweise sogar noch frei und versuchen die schwulen Opfer dieser Gewalttaten auch noch als "Täter" hinzustellen.


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#4
05.08.2014
17:59:13


(+13, 15 Votes)

Von Timon


Deutschland braucht endlich auch Gesetze gegen Hassverbrechen!!


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#5
05.08.2014
18:00:11


(+6, 8 Votes)

Von Tonito


Im Knast wird er genug Zeit haben, über seine Meinung nachzudenken und mal ein bisschen was für seine Bildung zu tun.


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#6
05.08.2014
18:01:09


(+10, 12 Votes)

Von Robin


Gut, dass der noch vor seiner Flucht in die Türkei (mit einem Einweg-Ticket!) gefasst wurde.


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#7
05.08.2014
18:09:37


(+5, 9 Votes)

Von Robby69
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Antwort zu Kommentar #4 von Timon


Völlig richtig. Nur fürchte ich, dass das auf "normalem Weg" an der homophoben Bundesmutti und ihren Henkersknechten scheitern wird. - Da bleibt uns wahrscheinlich als letzte Hoffnung nur das Bundesverfassungsgericht.


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#8
05.08.2014
18:13:29


(+1, 9 Votes)

Von seb1983
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Antwort zu Kommentar #3 von Robby69


Es ist immer ein zweischneidiges Schwert.
So ist allgemein nachgewiesen dass härtere Strafen zwar dem Gerechtigkeitsgefühl genügen aber eine abschreckende Wirkung eben nicht besteht, grade bei der Todesstrafe wird das immer wieder behauptet.

In Deutschland und anderen Ländern steht die Rehabilitierung im Vordergrund. Zugegeben sind die Erfolge bescheiden aber es ist die einzig vernünftige Lösung.

In den USA war und ist ein erheblicher Teil der Bevölkerung in Haft.
Dort ist die Meinung dass sich Menschen ohnehin nicht ändern, also sperren wir sie so lange wie möglich weg damit sie wenigstens in der Zeit nichts anstellen können.
Die Menschen werden ganz einfach weggeschmissen und aussortiert.

Im Gefängnis wird er das dort übliche Maß an Gewalt kennen lernen und sich daran gewöhnen, auch Vergewaltigungen sind dort sehr viel häufiger als hier.

2024 wird er dann entlassen und wieder auf die Straße gekippt als "gereifte" Persönlichkeit. Vielleicht klappt es dann ja besser mit dem zündeln.


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#9
05.08.2014
18:42:58


(-5, 7 Votes)

Von m123


Was ich ziemlich krass finde und was mir irgendwie kaum wie Zufall vorkommt, aber Zufall sein muss, ist die Tatsache, dass es hinsichtlich der Eheöffnung international immer im Wechsel eine längere Phase gibt, in dem keingrößeres Land die Ehe öffnet und dann aber kommt im Anschluss immer eine Phase in dem es in kürzester Zeit regelrecht Eheöffnungen hagelt, darunter dann meist ein größeres Land.

2000: Niederlande
2001:
2002:
2003: Belgien
2004:
2005: Spanien, Kanada
2006: Südafrika
2007:
2008: Norwegen
2009: Schweden
2010: Portugal, Island, Argentinien
2011:
2012: Dänemark
2013: Brasilien, Frankreich, Uruguay, Neuseeland, UK
2014: Luxemburg
2015: Irland, USA, Finnland (möglich), Australien (möglich), Taiwan (möglich), Thailand (möglich), Kolmbien (möglich), Nepal (möglich), Vietnam (möglich), Schweiz (möglich), Mexiko (möglich)
2016:
2017: Deutschland (möglich), Österreich (möglich), Tschechien (möglich), Chile (möglich)

Momentan befinden wir uns im Jahr 2014 wieder in einer "Trockenphase", in der bisher nur das winzige Luxemburg die Ehe geöffnet hat und in dem wahrscheinlich sowohl Finnland als auch Australien im Parlament die Eheöffnung ablehnen werden, wohingegen es im Jahr 2013Eheöffnungen hagelte. Davor waren dann 2011 und 2012 wieder "Trockenjahre", wo nur das kleine Dänemark die Ehe geöffnet hat. Davor waren dann 2009 und 2010 wieder Jahre wo es wieder viele Eheöffnungen gab. Dann wieder eine Pause im Jahr 2007. Und davor dann 2005 und 2006 wieder ein Cluster.

2015 wird wohl wieder so ein Clusterjahr.

Und 2016 könnte dann wieder ein "trockenes Jahr" werden.

Und 2017 dann wieder ein Schub.

Just some thoughts. Ich kann mich natürlich auch irren. Aber irgendwie ist dieser bisherige regelmäßige Wechsel zwischen vielen Eheöffnungen in kurzer Zeit und langen Phasen ohne bedeutende Eheöffnung schon auffällig.

Schreibt euch mal meine Vermutungen auf und vergleicht sie in den kommenden Jahren mal mit der Realität. Ich glaub es könnte in etwa hinkommen.


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#10
05.08.2014
18:47:05


(+10, 14 Votes)

Von Joonas


In Deutschland darf man ja sogar offen gegen Schwule hetzen und wird dann sogar noch von der CDU/CSU eingeladen...


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