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  • 06.08.2014           32      Teilen:   |

Uganda: Homosexualität "kein Menschenrecht"

Artikelbild
Der ugandische Abgeordnete David Bahati - auf dem Bild in einem Interview im US-Nachrichtensender MSNBC - wollte mit seinem homosexuellenfeindlichen Gesetz ursprünglich die Todesstrafe für Schwule und Lesben durchsetzen

Abgeordnete und Würdenträger der Kirchen setzen sich dafür ein, ein vom Verfassungsgericht aufgehobenes homophobes Gesetz wieder in Kraft zu setzen.

In Uganda soll der Verfolgungsdruck auf Homosexuelle wieder erhöht werden: Rund 100 Abgeordnete sollen laut einem Bericht von "BuzzFeed" binnen weniger Tage eine Petition unterzeichnet haben, in der sie das Parlament auffordern, eine Gesetzesverschärfung gegen Schwule und Lesben erneut zu beschließen. Der Abgeordnete Latif Sebagala führt die homosexuellenfeindliche Kampagne an. Er gab an, dass bis Ende der Woche eine Parlamentsmehrheit stehen würde.

Die international kritisierte "Anti-Gay-Bill" war vergangene Woche vom Verfassungsgericht aus verfahrensrechtlichen Gründen für ungültig erklärt worden. Zum Zeitpunkt des Beschlusses im Dezember 2013 seien nicht genügend Abgeordnete bei der Parlamentsabstimmung anwesend gewesen, so die Richter (queer.de berichtete).

Nach dem für ungültig erklärten Gesetz drohte Schwulen und Lesben eine lebenslängliche Haftstrafe selbst für versuchten Geschlechtsverkehr. Zugleich wurden weitere Straftaten geschaffen, etwa eine Art verschärftes Gesetz gegen Homo-"Propaganda". Mit der Aufhebung des Gesetzes vergangene Woche ist derzeit "nur" die alte britische Kolonialgesetzgebung gültig, die in der Regel Haftstrafen von bis zu sieben Jahren für Homosexualität vorsieht.

Fortsetzung nach Anzeige


Schnellverfahren im Parlament möglich

Zwar muss der Gesetzgebungsprozess erneut von vorne in Gang gesetzt werden, der Abgeordnete David Bahati hofft jedoch, dass die Regeln wegen des aktuellen "Notstandes" nicht so eng interpretiert werden müssten: "Wir können Verfahrensregeln außer Kraft setzen, wenn es sich um ein besonders wichtiges Thema handelt". Bahati hatte das homophobe Gesetz 2009 erstmals ins Parlament eingebracht – damals sah es noch die Todesstrafe für Homosexualität vor (queer.de berichtete). Diese Maximalstrafe wurde jedoch nach internationalen Protesten in eine lebenslängliche Freiheitsstrafe umgewandelt.

"Ob morgen, in einer Woche oder einem Monat, wir werden uns die nötige Zeit nehmen, damit die Zukunft unserer Kinder, der Familie und unserer souveränen Nation gesichert ist", so Bahati in dieser Woche. "Homosexualität ist in Uganda kein Menschenrecht". Der Politiker hatte in der Vergangenheit immer wieder argumentiert, dass Homosexualität von europäischen Kolonialherren importiert wurde und diese Verhaltensweise "unafrikanisch" sei. Umfragen zufolge will eine deutliche Mehrheit der Ugander Homosexualität verbieten lassen.

"Homosexualität verstößt gegen Gottes Gesetz"

Pfarrer Martin Ssempa kämpft sogar mit Hilfe von Schwulenpornos gegen Homosexuelle
Pfarrer Martin Ssempa kämpft sogar mit Hilfe von Schwulenpornos gegen Homosexuelle

Unterstützung erhalten die Homo-Gegner von christlichen Würdenträgern. Bischof Stanley Ntagali von der anglikanischen Kirche erklärte am Montag: "Die meisten ugandischen Kirchenführer sagen, Homosexualität verstößt gegen Gottes Gesetz und widerspricht der afrikanischen Kultur". Gesetze müssten daher Familien, Kinder und Jugendliche schützen, so Ntagali. "Ich fordere daher alle gottesfürchtigen Menschen und alle Ugander auf, im Kampf gegen Homosexualität aufrecht zu bleiben".

Der evangelikale Pastor Martin Ssempa, einer der lautstärksten Homo-Hasser im Land, hat am Wochenende Verschwörungstheorien über die Entscheidung des Verfassungsgerichts geäußert. So behauptete er, dass der Präsident wegen des internationalen Drucks das Gericht angewiesen habe, das Gesetz für ungültig zu erklären. Ssempa hatte jahrelang für die Hinrichtung von Homosexuellen geworben – um Homo-Hasser von der Minderwertigkeit von Schwulen zu überzeugen, hatte er während einer Pressekonferenz sogar einschlägige Pornofilme gezeigt (queer.de berichtete).

Im April gab es auch einen Bericht, dass der katholische Bischof Charles Wamika das harte Vorgehen gegen Homosexuelle in seiner Osterbotschaft begrüßt hatte (queer.de berichtete). (dk)

Youtube | LGBT-Aktivist Julian Onziema erklärt im Interview in der Fernsehsendung "Last Week Tonight with John Oliver" im US-Sender HBO, dass amerikanische Evangelikale jahrelang Stimmung gegen Homosexuelle machten. Damit wurden Schwule und Lesben zum Sündenbock.
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Reaktionen zu "Uganda: Homosexualität "kein Menschenrecht""


 32 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
06.08.2014
15:35:15


(+13, 13 Votes)

Von stephan
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Homosexualität "kein Menschenrecht"

Ach was?

Na, dann stelle ich mal die Aussage dagegen, dass eine schwarze Hautfarbe auch kein Menschenrecht ist! Anständige Menschen können ja (wie Michael Jackson) ihre Haut deutlich aufhellen. Also los!
(Ironie aus!)

Uganda muss viel stärker international geächtet werden und jede Unterstützung dieses Verbrecherstaates muss eingestellt werden. Wer Menschen aufgrund ihrer gegebenen Dispositionen (sei es die sexuelle Orientierung oder die Hautfarbe) diskriminiert, verfolgt, mit Strafen belegt, darf keinerlei internationale Hilfe erwarten können!


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#2
06.08.2014
15:42:21


(+14, 16 Votes)

Von m123


Sowas passiert, wenn fundamentale Christen in Afrika Gehirnwäsche betreiben.

Sowas passiert, weil die Menschen zu doof dafür sind um zu erkennen, dass Religion das Dümmste ist, was die Menschheit je hervorgebracht hat.


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#3
06.08.2014
15:48:16


(+13, 13 Votes)

Von Clapham South


Kultur wird gern als argument verwendet wenn es darum geht einen mangel an zivilisiertheit zu entschuldigen.


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#4
06.08.2014
16:01:21


(+2, 10 Votes)

Von Sabelmann
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Boahh!Denen würde ich auch so ein paar Menschenrechte aberkennen!Hier wird die Verachtung mit Dummheit geschlagen!


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#5
06.08.2014
16:37:03


(+10, 14 Votes)

Von Hamdienknall


Der Pfarrer Martin Ssempa ist hundertprozent eine Klemmschwester. Weil er gerne schwule Pornos sieht, hat er jetzt einen Grund, sich die anzusehen. Aber nur aus Anschauungsgründen oder Lernzwecken oder was - ja ganz gewiß! Das Schokotörtchen (so darf ich den nennen, der nennt mich noch mit ganz anderen Bezeichnungen) geilt sich dann richtig schön an den Pornos auf. Will er nicht, er ist sozusagen dazu gezwungen worden, ganz genau hinzusehen und ganz viele Pornos anzuschauen!


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#6
06.08.2014
16:50:30
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(-2, 8 Votes)

Von Martin28a
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Streng genommen haben die dort Recht: Homosexualität ist int. kein anerkanntes Menschenrecht


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#7
06.08.2014
16:57:08
Via Handy


(+7, 9 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #6 von Martin28a


menschen deshalb zu verfolgen ist auch kein menschenrecht.


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#8
06.08.2014
17:00:29
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(+4, 8 Votes)

Von Ralph
Antwort zu Kommentar #6 von Martin28a


Martin Martin......


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#9
06.08.2014
17:31:49


(+9, 11 Votes)

Von hypathia
Aus Baden (Österreich)
Mitglied seit 18.11.2012


>Der Politiker hatte in der Vergangenheit immer wieder argumentiert, dass Homosexualität von europäischen Kolonialherren importiert wurde und diese Verhaltensweise "unafrikanisch" sei.<

Ach ja?! Und was ist mit der christlichen Religion? Die ist ja wohl auch von europäischen Kolonialherren eingeschleppt worden und noch viel mehr als unafrikanisch!
Diese verdummbibelten, gehirnparasitverseuchten Religioten sind doch echt der allergrößte Abschaum!
Und Religionen im Allgemeinen sind das größte Übel dieser Welt!


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#10
06.08.2014
17:45:58


(+7, 13 Votes)

Von martin st
Antwort zu Kommentar #8 von Ralph


www.kirchenaustritt.de


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