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  • 08.08.2014           9      Teilen:   |

Verstoß gegen Antidiskriminierungsgesetz

Italien: Geldstrafe für homophoben Ex-Politiker

Artikelbild
Ein Gericht hat Carlo Taormina bei Homo-Hetze Grenzen aufgezeigt (Bild: Wiki Commons / Roberto Vicario / CC-BY-SA-3.0)

Zum ersten Mal ist in Italien ein Arbeitgeber wegen abwertender Äußerungen über Homosexuelle verurteilt worden.

Der frühere konservative Abgeordnete Carlo Taormina ist am Mittwoch von einem Gericht im norditalienischen Bergamo wegen diskriminierender Äußerungen zur Zahlung von 10.000 Euro an die LGBT-Gruppe Arcigay verurteilt worden. Der Anwalt hatte laut "La Stampa" im Oktober 2013 in einem Interview mit dem privaten Nachrichtensender "Radio24" gesagt, dass sich Schwule und Lesben "wider der Natur" verhielten und dass er "niemals" eine homosexuelle Person in seiner Anwaltskanzlei einstellen würde. "Homosexuelle sind körperlich und mental abnormal, das weiß doch jeder", so Taormina in dem Interview. Wenn sein eigener Sohn schwul wäre, würde er nicht mit ihm unter einem Dach leben wollen.

Richterin Monica Bertoncini erklärte, die generelle Abwertung von Homosexuellen im Zusammenhang mit dem Arbeitsleben sei diskriminierend und verstoße gegen ein Antidiskriminierungsgesetz aus dem Jahr 2003, in dem auch das Merkmal "sexuelle Orientierung" im Arbeitsrecht erwähnt wird. Daher verpflichtete die Richterin den 73-Jährigen zusätzlich zur Geldstrafe, auf eigene Kosten in den Medien darzustellen, dass seine Äußerungen ungesetzlich gewesen seien.

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Arcigay: Taormina außerhalb "zivilisierter Gesellschaft"

Arcigay-Chef Flavio Romani zeigte sich über das Urteil "sehr zufrieden". Es sei die erste derartige Verurteilung aufgrund des Antidiskriminierungsgesetzes in Italien. "Taormina hat eine Sache gelernt, die er vorher nicht wusste. Rüpel sind so stolz auf ihre rassistischen und homophoben Witze. Jetzt hat das Gericht in Bergamo ihnen aber hinter die Ohren geschrieben, dass sie sich damit außerhalb der zivilisierten Gesellschaft bewegen."

Taormina war jahrelang für die Berlusconi-Partei "Forza Italia" Mitglied des italienischen Parlamentes. Er brachte es bis zum Staatssekretär im Innenministerium.

In Italien berät die Mitte-Links-Regierung unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi derzeit über die Einführung von eingetragenen Lebenspartnerschaften nach deutschem Vorbild (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: italien, carlo taormina, bergamo
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Reaktionen zu "Italien: Geldstrafe für homophoben Ex-Politiker"


 9 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
08.08.2014
16:55:58


(+6, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die Geldstrafe hätte noch deutlich höher ausfallen können!


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#2
08.08.2014
16:58:14


(+8, 8 Votes)

Von Robby69
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Bravo - völlig richtig so!


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#3
08.08.2014
17:04:53


(-1, 5 Votes)

Von Reverser


Ist das Urteil denn rechtskräftig?

Ansonsten sollte man mit einer Bewertung zuwarten (vgl. Berlusconi-Freispruch in der Berufung).


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#4
08.08.2014
21:27:12


(+9, 9 Votes)

Von Felix


Richtig so!

Das ist die einzige Sprache, die diese Fanatiker verstehen...


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#5
09.08.2014
00:59:48


(+9, 9 Votes)

Von Just me


"Wenn sein eigener Sohn schwul wäre, würde er nicht mit ihm unter einem Dach leben wollen."

Wenn mein Vater homophob, transphob, rassistisch oder frauenfeindlich wäre, wäre er schneller mutterseelenallein als es ihm lieb ist. So ein Verhalten würde ich in meiner Familie sicherlich nicht dulden.


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#6
09.08.2014
09:22:36


(+8, 8 Votes)

Von Tobi Cologne


Sehr gut, dass immer mehr Gerichte klar machen, dass Hetze gegen andere und Diskriminierung nichts mit Redefreiheit zu tun haben.

Persönliche Rechte finden ihre Grenzen immer dort, wo andere in ihren Rechten eingeschränkt werden.

Die Geldstrafe hätte aber gerne auch noch etwas höher ausfallen dürfen, damit es so richtig weh tut. Denn für solche Leute sind 10.000 Euro zwar auch ärgerlich, aber letztlich kein wirklich dramatischer Verlust.


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#7
09.08.2014
09:33:18


(+8, 8 Votes)

Von Angel
Antwort zu Kommentar #6 von Tobi Cologne


'zusätzlich zur Geldstrafe, auf eigene Kosten in den Medien darzustellen, dass seine Äußerungen ungesetzlich gewesen seien'

Dies ist der wirklich wichtige und fuer ihn schmerzhafte teil.


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#8
09.08.2014
12:29:22


(0, 4 Votes)

Von Oliver43


Sehr lobenswert die Organisation "Arcigay" in Italien

Hoffentlich kommt nunmehr im Herbst die Einführung des Lebenspartnerschaftsinstitut in Italien. Bin gespannt ob die Regierung von Matteo Renzi dies umsetzt.


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#9
09.08.2014
17:53:07


(+4, 4 Votes)

Von Hugo


"Daher verpflichtete die Richterin den 73-Jährigen zusätzlich zur Geldstrafe, auf eigene Kosten in den Medien darzustellen, dass seine Äußerungen ungesetzlich gewesen seien."

Ein Urteil nach meinem Geschmack.
Nachahmer dringenst erwünscht.


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