Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 10.08.2014           40      Teilen:   |

Ein Jahr "Open your Mouth"

Wie weiter mit "Enough is Enough"?

Artikelbild
Am 17. Mai beging Enough is Enough zusammen mit anderen Organisationen den Internationalen Tag gegen Homophobie in Berlin (Bild: Enough is Enough (wie vier weitere))

Ist die junge Bewegung ein erfolgreiches Vorbild für alle Organisationen oder nimmt sie den wichtigeren die Aufmerksamkeit? Ein Streitgespräch.

In diesen Tagen feiert "Enough is Enough" den einjährigen Geburtstag. Aus einer Gruppe von Berliner Freunden um Alfonso Pantisano (40), die eine Demo gegen Russland organisieren wollten, ist trotz der Ehrenamtlichkeit eine große Organisation geworden, die mit weiteren Protesten wie der Rainbow Flame für Schlagzeilen sorgte, in diesem Sommer auf CSDs in vielen Städten Deutschlands für sich wirbt und auf Facebook die Massen informiert und mobilisiert, darunter auch viele Heterosexuelle.

Aber fehlt der neuen Bewegung Substanz? Elmar Kraushaar (64), ein seit vier Jahrzenten engagierter und unabhängiger Aktivist und Journalist, kritisierte kürzlich in der "taz" in einem Rundumschlag zur Homo-Bewegung, Enough biete zwar fantasievolle Aktionen, sei aber nicht politisch. Die Gruppe bediene sich "der Sprache der Werber, als gelte es, ein neues Produkt zu etablieren".

Kraushaar wurde daraufhin teilweise angefeindet, wie auch Enough oft kritisiert wird. Auf Einladung von queer.de haben sich Pantisano und Kraushaar am Donnerstag zu einem lockeren Streitgespräch getroffen, das von dem Journalisten Dirk Ludigs (früher "Front", "Du & Ich", TIMM) moderiert wurde.

Das fast einstündige Gespräch lässt sich am Ende des Artikels auch anhören.


Mit einer Demo am 31. August 2013 zur russischen Botschaft in Berlin machte sich die neue Bewegung erstmals bemerkbar


Dirk Ludigs: Ein Jahr ist vielleicht ein guter Zeitpunkt, um ein erstes Resümee zu ziehen. Was habt ihr deiner Meinung nach erreicht?

Alfonso Pantisano: Wir haben zunächst mit unserer ersten Demo unserer Wut Luft gegeben. Dann kam die GQ-Kampagne zur Mundpropaganda, die Rainbow Flame. Ich glaube, wir haben für sehr viel Aufmerksamkeit gesorgt für das Thema Russland. Und wir haben Solidarität gezeigt gegenüber den Menschen in dem Land. Das ist dort angekommen! Die Leute wissen: Sie sind nicht alleine, sondern da draußen bildet sich eine Koalition, die versucht, ihnen Unterstützung zu geben – und sei es nur eine moralische.

Dirk: Elmar, da sind jüngere Menschen, die sich engagieren, Demonstrationen organisieren. Was kann man denn dagegen haben?

Elmar Kraushaar: Na, nichts! Gar nichts, das muss ich klarstellen. Ich war auf dieser Demo auf dem Ku'damm dabei, auch bei der Flame. Ich habe das sehr genau verfolgt und zum Teil eine richtige Begeisterung verspürt für das, was da passiert. Es gab aber Momente, wo ich mit Nachrichten aus Russland konfrontiert war, die mir sehr nahe gegangen sind. Das hat eigentlich immer den Impuls ausgelöst: Da muss was passieren. Aber aus den Demos von Enough folgerte für mich nichts. Das war ein sehr großes Aufpoppen von Aktionen, von Bildern, von Menschen, aber dabei blieb es dann.

Anfang dieses Jahres haben im Roten Rathaus Vertreter russischer LGBT-Gruppen über ihre Situation geredet. Im Vorfeld habe ich von der "Berliner Zeitung" eine ganze Seite bekommen, um Wanja Kilber von Quarteera zu porträtieren und um damit für diese Veranstaltung zu werben. Und ich war dann völlig frustriert, dass an dem Tag niemand von den Mainstreammedien da war.

Und die Reaktionen auf die Veranstaltung waren für mich sowas von minimal. Da war für mich ein Gefühl von Scham dabei: Da reisen diese Menschen aus Nowosibirsk, aus Moskau, aus St. Petersburg an, erzählen uns zum Teil schreckliche Geschichten, und da sitzt fast niemand, der das, was er hört, auch umsetzen kann. Wie hängt das zusammen? Da sind einerseits tausende Menschen auf dem Ku-Damm, die sich von dem Thema haben ansprechen lassen, dann aber, wo das eine andere Stufe erreicht – da ist kaum noch jemand da.

Fortsetzung nach Anzeige


Elmar Kraushaar sorgt seit Jahren mit seiner "taz"-Kolumne "Der homosexuelle Mann" für Kontroversen - Quelle: Sven Gebert
Elmar Kraushaar sorgt seit Jahren mit seiner "taz"-Kolumne "Der homosexuelle Mann" für Kontroversen (Bild: Sven Gebert)

Dirk: Elmar, wenn ich dich richtig verstanden habe, ist dein Vorwurf in der "taz" so eine Art "Empörungsaktivismus", der ein Ventil bietet für die Frustration, die sich breit macht, aber keine Nachhaltigkeit bietet.

Alfonso: Das würde ich so nicht sagen. Die Menschen in Russland kriegen die ganzen Aktionen mit, die Solidarität. Nach der ersten Demo haben wir einen Brief von verschiedenen Organisationen bekommen, die geschrieben haben: Glaubt gar nicht, dass es folgenlos ist, was ihr da tut. Wir dürfen im Moment unsere Stimme nicht auf den Straßen erheben. Wir bitten euch: Tut es für uns.

Ich kann die Gesetzgebung nicht ändern. Die Menschen, die demonstriert haben, werden vielleicht nicht die Welt verändern können, aber sie haben ein besseres Bewusstsein bekommen, was um sie herum passiert. Diese Leute sind wiederum Multiplikatoren dieser Nachrichten. Das hat schon eine Nachhaltigkeit.

Dirk: Elmar, du hast ja den Vorwurf erhoben, Enough sei nicht politisch. Ist dein Begriff des Politischen vielleicht in 30 Jahren Aktivismus, Journalismus etwas arg eng geworden?

Elmar: Ob sich da etwas verändert hat, weiß ich nicht, aber es geht um die Erfahrung. Jetzt kommt wieder der Vorwurf, ich wäre ein alter, verbitterter Mann [u.a. ein Chefredakteur eines schwulen Magazins hatte diesen Vorwurf erhoben, d. Red.] – ich bin das nicht. Aber ich weiß aufgrund meiner Erfahrung, dass mir das nicht mehr reicht. Ich habe die Situation zu oft so erlebt, und ich weiß genau, dass das die Situation nur marginal verändert. Ich denke, dass Leute wie ich auch zu Wort kommen und in den Diskurs eingreifen müssen, damit so eine Sache nicht nur für den Moment lebt.


Im Februar organisierte "Enough is Enough" mit der Rainbow Flame am Potsdamer Platz eine Dauermahnwache während der gesamten Winterspiele in Sotschi


Alfonso: Aber unsere Arbeit ist politisch. Es ist politisch, wenn ich mit meinem Mann Hand in Hand durch die Stadt laufe, wenn wir uns küssen, wenn ich einen Regenbogen-Button trage. Das ist eine klare Aussage.

Die Rainbow Flame war politisch. Wir haben mit der Frage "Wann haben Sie entschieden, hetero zu sein?" die Leute zum Nachdenken gebracht. Wir hatten da auf dem Potsdamer Platz ein Ehepaar aus Abu Dhabi, sie in voller islamischer Montur, und sie haben eine halbe Stunde lang unsere Botschaften gelesen. Sie haben uns danach erzählt, sie hätten die ganze Zeit diskutiert, wie sie damit umgehen würden, wäre einer der drei Söhne homosexuell. Und sie haben beschlossen, dass sie das Kind akzeptieren, respektieren und beschützen würden. Das war für mich politisch, auch das Johannes Kahrs diese "Wann haben sie entschieden"-Frage im Bundestag stellte.

Dirk: Kann es sein, dass die etablierte Bewegung diese ganz einfachen Fragen etwas aus dem Blickwinkel verloren hat, weil man selbst schon so viele Jahre jenseits dieser Fragen ist?

Elmar: Ich kann mich da wiedererkennen als junger Mann. Offensichtlich scheint es so zu sein wie bei anderen gesellschaftlichen Gruppen auch, dass jede Generation wieder von vorne anfängt, neue Erfahrungen machen muss und nicht zurückgreift auf das, was da wäre. Genau wie wir damals: Wir haben 1971 gedacht, wir sind die allerersten Homosexuellen auf dieser Welt. Die ersten, die nicht mehr unter der Bedrohung des Paragrafen leben müssen.

Wir dachten, wir erfinden das Rad ganz neu: Wir suchten uns ein neues Wort, "schwul", haben neue Inhalte in die Diskussionen gebracht, von "neuen Lebensformen" gesprochen. Wir haben es abgelehnt, in schwule Kneipen zu gehen, haben die Klappe oder den Park gehasst, die Sauna, weil wir das menschenunwürdig fanden. Wir haben natürlich im Laufe der Jahre gemerkt, dass das so einfach auch nicht geht.

Als Aktivist und Journalist habe ich die Bewegung immer begleitet. Daher glaube ich bestimmten Dingen nicht mehr so einfach, sondern will tiefer gehen. Ich habe in dem Artikel ja auch nicht nur Enough angesprochen.

Dirk: Alfonso, von euch habe ich das nie direkt gehört, aber es wird durchaus ein Gegensatz konstruiert, vor allem auch in einigen schwulen Medien: Hier die neue, junge Bewegung, da das Establishment, müde, angepasst und gekauft von Parteipolitik und Staatsknete. Teilweise werdet ihr ausgespielt gegen das Etablierte. Wäre es nicht wichtiger, die Seiten zu verbinden?

Alfonso: Mein Gefühl ist, dass wir von Anfang an von außen auf eine Seite platziert worden ist, die einer anderen gegenüberstand. Dabei suche ich das Gespräch, auch zu Leuten, von denen ich was lernen kann. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, was mich wahnsinnig traurig macht, dass die Zusammenarbeit oft nicht gewünscht wird.

Dirk: Von wem?

Alfonso: Von etablierten Organisationen. Wie hart es ist, mit denen ins Gespräch zu kommen. Da ist eine Gruppe von jungen Menschen, die schaffen es, einen Haufen Menschen hinterher zu schleppen. Nutzt doch diese Energie! Ihr habt die Räumlichkeiten, ihr habt die Gelder, ihr habt die Konzepte. Nutzt diese Leute. Ladet sie ein, sprecht mit ihnen.

Es war so schwer, zum Internationalen Tag gegen Homophobie, wo jede Organisation ihren Teil beigetragen hat, alle gemeinsam für eine Aktion zu bündeln, bei der jeder seine Individualität behält, man aber gemeinsam an einem Strang zieht. Bei einer Organisation habe ich weiß nicht wie viele Mails geschickt und Anrufe hinterlassen, und es kam nie etwas [auf Nachfrage handelt es sich um das schwule Überfalltelefon Maneo, Red.]. Und dann höre ich noch: Ihr seid eine Bedrohung für all diese Organisationen.


Mit professionellen Buttons, Postkarten und Plakaten wirbt Enough derzeit auf vielen CSDs


Dirk: Ich glaube, dass ein Teil der "Bedrohung" ist, dass man weiß, dass der Topf für Spenden relativ begrenzt ist. Da ist eine große Angst. Ihr kommt alle aus dem Werbe-, Agenturenbereich…

Alfonso: Überhaupt nicht, obwohl uns der Vorwurf immer gemacht wird. Ich bin Moderator. Ich habe einen Flugbegleiter dabei, einen jungen Fotografen, einen Elektrotechniker, einen Kellner und einen Interior Designer.

Dirk: Es ist jedenfalls eine gewisse Angst da: Die ziehen mit diesem Wind, den sie machen, eine Menge Spendengelder ab und dann bleibt etwa für Stiftungen, die seit Jahren konkret mit Gruppen vor Ort in Russland oder Uganda arbeiten, weniger im Topf, weil das Geld an "Stop Homophobia"-Plakate geht.

Alfonso: Die Gelder der großen Gruppen kommen ja oft von staatlichen Organisationen. Wir bekommen Spenden von Leuten, die mal einen Abend nicht ausgehen und uns das gesparte Eintrittsgeld vom GMF geben. Wir haben viele Spenden über einen Euro. Das ist nicht das Geld, das den Organisationen fehlen wird. Auch konnten wir Gelder spenden, etwa aus Überschüssen der Rainbow Flame: 5.000 Euro gingen an Quarteera und fast 5.000 Euro an das LGBT Network in Russland.

Elmar: Ich glaube, es ist nicht nur eine Frage des Geldes. Ihr seid einfach auch attraktiv. Ihr bindet eine Menge an Aufmerksamkeit, die den anderen abgeht. Maneo oder LSVD sind so lange auf dem Markt, die werden nie mehr diese Aufmerksamkeit haben. Das spielt eine große Rolle, wenn ihr auf diese Organisationen zugeht und sagt: Wir möchten mit euch kooperieren. Die werden denken: Da müssen wir uns hinten anstellen.

Alfonso: Aber wäre es nicht gut gewesen, wir hätten am 17. Mai auf der Bühne die wichtige Arbeit von Maneo erklärt?

Elmar: Das kannst du sagen, weil du in der besseren Situation bist. Ihr steht im Mittelpunkt, nicht Maneo. Und dann werdet ihr andauernd als die junge Bewegung dargestellt. Wenn ich mir zum Beispiel die Berichterstattung der "Männer" über euch angucke, dann ist das eine reine Projektionsgeschichte, weil "Männer" fährt auf alles ab, was jung daherkommt. Und dann sieht natürlich alles andere im wahrsten Sinne des Wortes alt aus. Das ist wirklich ein großes Problem.

Alfonso: Ich sehe das Problem von der anderen Seite. Ich bin jetzt 40, aber ich habe sehr junge Teamkollegen, einer ist mit uns zum ersten Mal auf einen CSD gegangen. Und diese Jungen denken sich: Ich engagiere mich, in meiner freien Zeit, um die Welt etwas besser zu machen. Und ich werde die ganze Zeit nur attackiert. Wir Enough-Leute haben inzwischen gelernt, damit umzugehen. Aber andere könnten Sorgen haben, sich zu engagieren.

Wir arbeiten aber auch anders heute und das ist auch ein Grund, warum viele andere etablierte Organisationen, die immens wichtig sind, einfach nicht in den Köpfen der Menschen da draußen so präsent sind. Wenn ich frage, was macht der LSVD, wissen das wahrscheinlich viele nicht. Wir haben auf Facebook über 40.000 Menschen in 137 Ländern, die uns folgen, und wenn wir Nachrichten von queer.de oder Gay Star News teilen, werden viele Menschen darauf aufmerksam. Der Berliner CSD, den Abertausende von Menschen besuchen, hat 8.000 Follower. Da müssen wir alle noch lernen, wie wir diese neuen Medien nutzen.

Alfonso Pantisano am letzten Samstag beim Hamburger CSD
Alfonso Pantisano am letzten Samstag beim Hamburger CSD (Bild: Sert Willert)

Dirk: Aber habt ihr selbst Leute, die sich in Kommissionen setzen, die als Experten diese Kärrnerarbeit in Ausschüssen machen? Die sich mit Religionsvertretern zusammensetzen? Ich habe immer wieder erlebt, dass Bewegungen kamen, die Leute auf die Straße gingen. Da blieben vielleicht am Ende hundert oder zehn übrig, die dann die konkrete, mühsame politische Arbeit gemacht haben.

Alfonso: Deshalb sind diese anderen Organisationen auch so wichtig. Sie haben immens dazu beigetragen, wo wir heute sind. Etwa Maneo: Die Arbeit, da zu sein, Menschen in Arm zu nehmen, wenn sie einer Gewalttat ausgesetzt worden sind, sie zu begleiten – diese Arbeit, die kein Mensch mitbekommt, weil es anonym abläuft. Die können damit nicht großartig Werbung machen. Aber: Nutzt doch unsere Energie. Wenn wir egal wen unterstützen können, dann nutzt es!

Elmar: Ihr solltet nach diesem Jahr eine ernsthaftere Analyse machen und euch fragen: Was ist wirklich daraus gefolgt? Wie soll es weitergehen? Einen guten Ansatz fand ich, dass du nach Köln zu dieser Denkfabrik zur Entwicklung der Homo-Bewegung gegangen bist. Leider gibt es solche Termine viel zu selten.

Vielleicht können wir versuchen, auch so etwas zu organisieren, hinter den Kulissen die verschiedenen Stränge zusammenzubringen, damit die Neid- und übrigen Faktoren sich erübrigen. Aber da reicht es nicht aus, sich mit einem Lautsprecher auf eine Demo zu stellen, sondern das ist eine Arbeit in den Hinterzimmern, im kleinen Rahmen. Aus dem Enough-Erfolg wächst auch Verantwortung.

Alfonso: Ja, plötzlich haben wir Verantwortung. Wenn wir das alles geahnt hätten, als wir die erste Demo geplant haben, hätten wir wahrscheinlich davon die Finger gelassen. Aber wir haben viele Erfolge gehabt und die klare Entscheidung getroffen: Wir machen weiter.


Nicht jede Aktion von Enough wie hier ein Protest gegen die Sponsoren der Sotschi-Spiele brachte einen großen Erfolg


Elmar: Die Entscheidung muss auch sein: Treten wir etwas auf die Bremse, weil es uns zu viel wird? Oder aber: Suchen wir noch vermehrt nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten für das, was wir noch mitteilen wollen, und zwar mit der Beteiligung anderer? Ihr seid die Gruppierung, die sich der neuesten Methoden bedient, um eine Aufmerksamkeit herzustellen. Die anderen Gruppen müssten Teil davon werden und nicht außen vor bleiben. Sie haben unter Umständen völlig andere Aufgaben, die sehr viel kleinteiliger und weniger attraktiv sind. Die Wahrnehmung und Wertschätzung für ihre Arbeit müsste wieder da sein.

Auch dass die Masse nicht nur an einem Tag auf dem Ku'damm zusammenkommt, sondern dass wir das ganze Jahr über eine sichere Basis in allen Aufgaben haben, wäre eine Aufgabe. Das absurde Beispiel der CSDs in diesem Jahr zeigt ja auch, wie schief es läuft, wenn so gar keine Kommunikation mehr da ist – wenn die Leute Community propagieren, aber nur darum kämpfen, wer der Schönste, Größte, der Platzhirsch ist.

Alfonso: Ich glaube, dass die Community durchaus existiert, dass die Menschen da draußen kein Problem miteinander haben. Sie haben ein ganz großes Zusammengehörigkeitsgefühl und wollen sich gemeinsam engagieren, das haben unsere Aktionen gezeigt. Aber ich merke die Barrieren bei den Organisationen. Da muss auch mal einer sagen: Ich mache dir die Türe auf, komm rein. Dann können wir uns zusammensetzen und versuchen, gemeinsam etwas zu tun.

Dirk: Ich hoffe, dieses Gespräch heute war in dieser Hinsicht ein kleiner Anfang. Danke euch beiden!

Enough is Enough – Ein Streitgespräch (mp3, 52:37 min, 36,1 MB)

Links zum Thema:
» Video: Alfonso Pantisanos Rede zur Eröffnung der Rainbow Flame
» Video: Elmar Kraushaar erzählt von früher
» Webseite von Enough is Enough
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 40 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 343             4     
Service: | pdf | mailen
Tags: enough is enough, alfonso pantisano, elmar kraushaar, dirk ludigs, bewegung, berlin, russland
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Wie weiter mit "Enough is Enough"?"


 40 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
10.08.2014
14:10:47


(+9, 11 Votes)

Von nirlem


Ich finde diese Bewegung sehr interessant und ich bin sehr froh, dass sowas in Deutschland gibt.

Ich glaube, wir sollten noch lauter werden, dass die Fräulein Merkel uns auch hört, denn auf der rechte Ohr ist sie taub.

Wir sollten Sie zeigen, dass wir auch nur Menschen sind, für sie sind wir "Kinderschänder".

Wir sollten am besten jeden Parteien-Wahlkampfveranstaltung auftauchen, und lautstark demonstrieren.

Es ist Zeit, dass wir aufstehen und um unsere Rechte verteidigen und kämpfen .


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
10.08.2014
14:25:45


(-3, 21 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Diese E.i.E.-"Bewegung" ist politisch betrachtet ein warmer Furz, der mehr nach Konservatismus und Chauvinismus müffelt als das da wirklich Wind gemacht würde. Auch wenn Kraushaar und Ludigs mit dem Gespräch "aufwertend" Schützenhilfe leisten; dieses unseriöse, substanzlose und homoisolierte Mittelstands-Klientel-Geheische ist mir persönlich schlicht zu primitiv, plump und oftmals auch einfach nur noch peinlich. Heulsusen treffen Hetzer, dabei kann doch nur rosa getünchter Rechtspopulismus bei herauskommen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
10.08.2014
14:30:22


(+5, 7 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #2 von reiserobby


Hauptsache, es gibt sie!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
10.08.2014
14:52:28


(-3, 19 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #3 von FoXXXyness


Ohne wäre besser. Im Prinzip ist das das doch bloß ein Sammelbecken von Leuten, die ihren xenophoben, chauvinistischen Groll unterm Mantel der Homorechte freien Lauf lassen. Wenn Heulsusen auf Hetzer treffen, kommt auch in der "Szene" plumper Rechtspopulismus hinten raus. Muss man sehr kritisch sehen. Mein Ding ist das nicht.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
10.08.2014
15:11:36


(+4, 16 Votes)

Von verheerend


die politische diskussion, die nicht opportun ist:

"Daher ist es so verheerend..."

Link zu www.queer.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
10.08.2014
15:25:45


(+3, 13 Votes)

Von Zeitfenster
Antwort zu Kommentar #4 von reiserobby


Und besagter Chefredakteur schreibt ja gerne über die neue junge Bewegung und die Notwendigkeit einer Homo-Lobby. Wen er da in seiner Selbstverliebtheit an der Spitze sieht, dürfte jedem klar sein.

Ist schon problematisch, wenn das eigene coming out zu spät kam, um noch eine persönliche Bedeutung in der Historie der Schwulenbewegung zu erlangen. Aber so ist das, wenn man im Vatikan die Schränke putzt, während andere die heissen Kohlen aus dem Feuer holen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
10.08.2014
15:37:31


(+4, 12 Votes)
 
#8
10.08.2014
15:37:45


(+5, 11 Votes)

Von sperling


ich finde es gut und wichtig, dass verschiedene gruppen miteinander in kontakt kommen und sich austauschen, so wie das ja z.B. auch hier durch dieses gespräch passiert ist. dank dafür an die redaktion.

selbst wenn man nicht immer inhaltlich übereinkommt, helfen solche kontakte, den eigenen ansatz zu klären und vielleicht den des anderen zumindest etwas mehr zu respektieren. und manchmal hat man ja blinde flecken, die einem nur jemand von außen aufzeigen kann.

sicher hat kraushaar recht, wenn er sagt, dass man vermeiden sollte, einander in die quere zu kommen oder einander zu schaden.

was ich NICHT für sinnvoll halte, ist die idee, dass alle strömungen und bewegungen konkret zusammenarbeiten sollten. wenn sich hier und da synergien inhaltlich oder formal ergeben, dann spricht nichts dagegen. wenn das aber dazu führt, dass man überall nur noch den kleinsten gemeinsamen nenner durchsetzen kann, dann hat irgendwann niemand mehr irgendein politisches profil.

das queere äquvalent zu einer "volkspartei" wäre so ziemlich das schlimmste, was ich mir vorstellen kann. lieber habe ich weiterhin eine vielfalt verschiedener gruppen und ansätze, die, gemeinsam, aber nebeneinander, jeweils ihr ding drehen.

ich glaube sogar, dass der politische effekt so größer ist. das spiel "guter cop / böser cop" klappt besser als "wir sind beide neutral".


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
10.08.2014
15:45:19


(+2, 14 Votes)

Von Felix
Antwort zu Kommentar #5 von verheerend


Stimmt. Eine LGBTIQ-Bewegung, die sich zur zentralen Frage der sozialen (Un-) Gleichheit nicht klar positioniert, ist politisch bedeutungslos. Und macht sich selbst zur Fördererin und Mitvollstreckerin/-verwalterin reaktionärer, antisolidarischer Politiken. Vor allem hat sie auch keine klare Perspektive, mit welchen - objektiv untrennbar mit der Frage sexueller Emanzipation und Gleichberechtigung verbundenen - sozialen Kämpfen sie sich verbinden und mit welchen Verbündeten sie auch nur ihre beschränktesten Forderungen durchsetzen - nicht nur "erbetteln" und herbei"appellieren" - soll.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
10.08.2014
15:58:27


(-6, 14 Votes)

Von Geldnir
Antwort zu Kommentar #8 von sperling


"vielleicht den des anderen zumindest etwas mehr zu respektieren"

Homonationalisten, Faschisten, Pinkwasher, Handlanger des Kapitals, Förderer des Imperialismus, Israelfreunde, Antikommunisten, Heulsusen, Hetzer, vollverbürgerlichte linke Spinner ..

Du bist also gegen etablierte Fachterminologie? Soll man sich anschweigen?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  1234  vor »


 SZENE - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 SZENE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Gericht: Schwule Flüchtlinge aus Marokko haben Anrecht auf Asyl "Star Trek"-Crew vereint gegen Trump Lady Gaga tritt beim Super Bowl auf Jessica Purkhardt will in den Bundestag
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt