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Israel will auch im Einwanderungsrecht Schwule und Lesben gleich behandeln (Bild: Andrew Ratto / flickr / by 2.0)

Es wird leichter für gleichgeschlechtliche Paare, in den jüdischen Staat einzuwandern: Die Tore Israels stünden "für jeden Juden und seine Familie" unabhängig von der sexuellen Orientierung offen.

Israel stellt Schwule und Lesben auch im Einwanderungsrecht weitgehend gleich: Innenminister Gideod Saar von der rechtsgerichteten Likud-Partei hat am Dienstag bekannt gegeben, dass Juden künftig mit ihrem gleichgeschlechtlichen nicht-jüdischen Partner nach Israel einwandern dürfen und beide ein Anrecht auf die israelische Staatsbürgerschaft erhalten. Bislang haben dieses Recht nur die nicht-jüdischen heterosexuellen Partner von Juden oder andere nahe Verwandte, nicht aber gleichgeschlechtliche Partner.

Bei homosexuellen Paaren gab es in den vergangenen Jahren Fälle, in denen nur nach Klageandrohungen nichtjüdische Ehepartner von lesbischen oder schwulen Israelis eingebürgert worden sind. Mit der neuen Regelung solle den Familien von allen Juden die Rückkehr nach Israel erleichtert werden, erklärte Saar. "Die Tore Israels sind für jeden Juden und seine Familie offen, ohne einen Lebensstil zu diskriminieren", sagte der 47-Jährige.

Bislang keine Zivilehe eingeführt


Innenminister Gideod Saar (Bild: Wiki Commons / Levy Dudy / CC-BY-SA-3.0)

Der jüdische Staat erkennt schon seit 2006 im Ausland geschlossene Ehen von schwulen und lesbischen Israelis an. Es ist allerdings nicht möglich, in Israel zu heiraten, da keine Zivilehe angeboten wird, sondern Eheschließungen nur von Religionsgemeinschaften durchgeführt werden dürfen.

Damit müssen auch heterosexuelle Paare mit unterschiedlicher Religionszugehörigkeit oder Nichtgläubige im Ausland heiraten. Besonders Zypern ist beliebt für den Ehetourismus. Es gibt im Land derzeit eine Debatte über die Einführung einer Zivilehe, die sowohl Hetero- als auch Homosexuellen geöffnet sein soll (queer.de berichtete).

Israel ist mit Abstand das LGBT-freundlichste Land im Nahen Osten. Trotzdem ist der gut acht Millionen Einwohner zählende Staat, der gerade einmal so groß ist wie Hessen, wegen seiner Politik gegenüber Palästinensern auch in der LGBT-Szene umstritten. Zuletzt gab es in der LGBT-Gruppe der Linkspartei einen Streit, weil Parteimitglieder mit Antisemiten und Homo-Hassern gemeinsam gegen die Politik Israels protestiert hatten (queer.de berichtete).

Israel-Gegner bezeichnen die homofreundliche Politik des jüdischen Staates als "Pinkwashing", die der Staat nur betreibe, um sich von Menschenrechtsverletzungen gegen Palästinenser reinzuwaschen. Unterstützer Israels verweisen dagegen darauf, dass auch der jüdische Staat seine Bürger vor Angriffen der islamistischen Hamas verteidigen dürfe und die im Vergleich zu anderen Krisenregionen sehr lautstarke Kritik an Israel hauptsächlich auf Juden-Hass beruhe. Erst vergangene Woche kritisierte Eurovision-Siegerin Dana International die israelfeindliche Haltung der Europäer (queer.de berichtete). (dk)



#1 hot er gesogtAnonym
  • 13.08.2014, 13:41h
  • "Obwohl der Zentralrat der Juden in Deutschland ebenfalls einen wachsenden Antisemitismus beklagt, ist bei der Jewish Agency [in Israel] davon nichts zu spüren. Die Zahl der jüdischen Einwanderer [nach Israel] aus der Bundesrepublik bewegt sich konstant im niedrigen zweistelligen Bereich - pro Jahr."
    (Spiegel)

    Der englische Kolumnist Dominic Lawson hat in einer Kolumne in der Londoner Zeitung Sunday Times vor acht Monaten darauf hingewiesen, dass in den letzten Jahren aus Israel knapp 20.000 Juden allein nach Berlin gekommen seien. Dieser Trend lasse nicht nach.
    (Sunday Times)

    "Graumann zieht Vergleich zur Nazi-Zeit
    Für Juden sei es die schlimmste Zeit seit 1945"
    (ZEIT, 08.08.2014)
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#2 Oliver43Anonym
  • 13.08.2014, 13:44h
  • Eine weitere sehr erfreuliche Meldung aus Israel, das finde ich gut.

    Israel ist sowieso im gesamten ansonsten islamisch dominierten Nahen Osten der einzige Staat, wo homosexuelle Paare überhaupt rechtlich anerkannt werden und wo es eine gut ausgebaute LGBT-Szene in Tel-Aviv gibt.

    In anderen islamisch dominierten Staaten in der Region hingegen landen homosexuelle Menschen im Gefängnis und dort sind homosexuelle Handlungen mit langjährigen Hatfstrafen belegt (Ägypten, Saudi-Arabien, Syrien, Katar, Vereinigte Arabische Emirate).

    Daher unterstütze ich das Exisenzrecht Israels zu 100 Prozent und lehne gerade als Deutscher mit unserer Staatsräson und unserer Geschichte, die dem jüdischen Volk viel Leid zugemutet hat, JEDE Form von Kritik an Israels Regierungen ab.

    Lang lebe Israel !!!
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#3 geschäftsmodellAnonym
#4 garantenAnonym
#5 ollinaieProfil
#6 ollinaieProfil
  • 13.08.2014, 15:00hSeligenstadt
  • Antwort auf #2 von Oliver43
  • "Daher unterstütze ich das Exisenzrecht Israels zu 100 Prozent..."

    Ach, und wenn gleichgeschlechtliche Partnerschaften in Israel nicht akzeptiert würden hätte der Staat Israel kein Existenzrecht?! Dümmer kann mensch es nicht formulieren!

    " ... und lehne gerade als Deutscher mit unserer Staatsräson und unserer Geschichte, die dem jüdischen Volk viel Leid zugemutet hat, JEDE Form von Kritik an Israels Regierungen ab."

    Erbsünde war und ist schon immer Scheiße, nicht nur in diesem Zusammenhang:

    Ob ich jemanden kritisieren darf oder gar muss hängt von dessen Verhalten ab, nicht davon was mein Opa getan oder eventuell nicht getan hat!

    ---
    Unabhänig vom vorgenannten:
    Ich halte den Umgang der israelitischen Regierung mit den Palästinensern für kritikwürdig, wie auch den umgekehrten Raketenbeschuß und Selbstmordattentate. Wenn aber jede Seite ihr Handeln mit den Greultaten der anderen rechtfertigt wird es nie Frieden geben, den ja angeblich alle wollen!
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#7 annahmeAnonym
#8 respektAnonym
#9 GeorgGAnonym
#10 goddamn liberalAnonym
  • 13.08.2014, 15:28h
  • Antwort auf #3 von geschäftsmodell
  • Ja, ja, Juden und ihre "Geschäftchen..."

    Um diese Klischees aus Opas doitscher Mottenkiste geht es aber hier nicht.

    Es geht um Rechte.

    Und darum, dass die israelische Gesellschaft eben nicht nur aus Rechten und Rechtsreligiösen besteht (so ist das Meinungsspektrum in den Nachbarstaaten).

    "According to Pew Research Center 95% Egyptians believe that homosexuality should not be accepted by society.[2]" (wiki)

    Israel ist in derselben Umfrage zumindest gespalten 40% Ja, 47% Nein.

    www.pewglobal.org/2013/06/04/the-global-divide-on-homosexual
    ity/
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