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  • 13.08.2014           87      Teilen:   |

Koblenz

AfD wettert gegen "privilegierte Sonderstellung" von Lesben und Schwulen

Artikelbild
Im vergangenen Jahr hisste Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig (SPD) erstmals am Koblenzer Rathaus die Regenbogenfahne zum CSD (Bild: Förderverein des Koblenzer Christopher Street Days e.V.)

In Koblenz wollte die Alternative für Deutschland verhindern, dass die CDU-Bürgermeisterin am Rathaus die Regenbogenfahne hisst – ohne Erfolg.

Am heutigen Mittwoch um 16 Uhr soll am Koblenzer Rathaus – wie im Vorjahr auch – zum CSD feierlich die Regenbogenfahne gehisst werden. Oberbürgermeister und Schirmherr Joachim Hofmann-Göttig (SPD) weilt zwar im Urlaub, doch seine Stellvertreterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein (CDU) wird ihn vertreten. Nur die Alternative für Deutschland (AfD) scherte aus dem politischen Konsens aus und versuchte im Vorfeld zu verhindern, dass die rheinland-pfälzische Stadt ein Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz setzt.

Für die AfD ist die Hissung der Regenbogenfahne eine "ungebührliche Vereinnahmung des Rathauses und damit unmittelbar des Ansehens der städtischen Verwaltung", heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung des Kreisverbands und der zweiköpfigen Stadtratsfraktion. Darin behaupten die Rechtspopulisten zwar, sich "für die Gleichberechtigung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und gegen jede Form von Diskriminierung" einzusetzen, um gleich im Anschluss Lesben und Schwule als "Lobby" zu diffamieren: "Nach unserer Auffassung darf sich der Stadtvorstand, der alle Bürger repräsentieren soll, nicht mit einer Lobby gemeinmachen und sich auf diese Weise anbiedern."

Fortsetzung nach Anzeige


AfD: Die Stadt soll Rücksicht auf Homophobe nehmen

Die Stadt Koblenz, so heißt es weiter in der AfD-Pressemitteilung, müsse "strikte Neutralität" wahren. "Insbesondere vor dem Hintergrund, dass viele Koblenzer Bürger – ebenso mit gutem Recht – dem CSD skeptisch bis kritisch gegenüberstehen dürften." Im Übrigen laufe ein Teil der Bestrebungen, die mit Regenbogenfahne und CSD verfolgt werden, darauf hinaus, "homosexuellen Lebensentwürfen in der Gesellschaft eine Art privilegierte Sonderstellung zu verschaffen".

Die Unterstellung, man arbeite an einer Privilegierung, wies Andreas Meurer, Vorstandsmitglied im CSD-Förderverein, scharf zurück: "Wir kämpfen nur für unsere Rechte. Der AfD stößt das auf, weil wir Erfolg haben", sagte er gegenüber der "Rhein-Zeitung". Die Kritik der Rechtspopulisten nannte er kleinkariert und borniert, ihr Bekenntnis zur Gleichberechtigung vorgeschoben. Mit der Hissung der Regenbogenfahne setze die Stadt lediglich "ein Signal, dass sie weltoffen und tolerant ist".

Dies sieht CDU-Bürgermeisterin Hammes-Rosenstein genauso: "Auf das Anbringen der Regenbogenfahne am Rathaus werde ich nicht verzichten", sagte sie der "Rhein-Zeitung". Koblenz sei eine liberale Stadt, in der kein Mensch wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden soll: "Der Stadtvorstand vertritt die Interessen aller Koblenzer. Allerdings wird es bei aller gebotenen Neutralität erlaubt sein, mit einem symbolischen Akt für die Gleichberechtigung von Homosexuellen einzutreten."

Der CSD Koblenz findet am Samstag, den 16. August ab 15 Uhr unter der Motto "Mir sin CSD. Un 'Dau och!" auf dem Münzplatz statt. (cw)

Links zum Thema:
» Homepage des CSD Koblenz
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Tags: koblenz, afd, alternative für deutschland
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Reaktionen zu "AfD wettert gegen "privilegierte Sonderstellung" von Lesben und Schwulen"


 87 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
13.08.2014
14:44:16
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(+8, 14 Votes)

Von David77


Herr Ilg, übernehmen Sie!


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#2
13.08.2014
14:46:25


(+9, 15 Votes)

Von sperling


>"Das Grundgesetz im Allgemeinen und das Antidiskriminierungsgesetz im Besonderen sind Grundlagen unserer politischen Arbeit."

untertitel: keine bange. offener rechtsbruch kommt zwar nicht in frage, aber natürlich werden wir keinen millimeter weiter gehen als wir unbedingt müssen.

>"Nach unserer Auffassung läuft ein Teil der mit CSD und Regenbogenfahne verbundenen Bestrebungen jedoch mittlerweile darauf hinaus, homosexuellen Lebensentwürfen in der Gesellschaft eine Art privilegierte Sonderstellung zu verschaffen."

lügen und hetze. passt ins gesamtbild.


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#3
13.08.2014
14:59:27


(+6, 12 Votes)

Von TomBerlin
Aus Koblenz (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 20.03.2013


Das ist wirklich nicht zu glauben!
Am besten jetzt ein Flashmob auf deren Facebookseite:

Link zu www.facebook.com

Mal schauen, wie lange es dauert, bis sie die Kommentarfunktion abschalten :-)


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#4
13.08.2014
15:10:19
Via Handy


(+6, 12 Votes)

Von So What


Nur noch ein kleiner Schritt, bis jemand fordert, dass die Stadt auch auf Antisemiten Rücksicht nehmen möge.


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#5
13.08.2014
15:25:35


(+7, 13 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Die AfD vertritt ein auch in rechtskonservativen amerikanischen Kreisen völlig krudes Verständnis von "Freiheit".

Technokratisch, arrogant und elitär.


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#6
13.08.2014
16:03:01


(-15, 17 Votes)

Von Oliver43


Von der AFD halte ich überhaupt NICHTS, insbesondere was deren Europapolitik angeht und deren Aussagen zum EURO.

Nur deren Haltung zum Türkeibeitritt teile ich, aber dazu brauche ich die AfD nicht, weil auch CDU und CSU als auch die FDP (siehe Aussagen von FPD-Politiker Alexander von Lambsdorff) nur eine privilegierte Partnerschaft zur Türkei wollen. ABER bei dem Thema "Türkeibeitritt" muss ich mir die kommenden Jahre auch keine Sorgen machen: jetzt wo Erdogan dort gewonnen hat, wird er die Türkei noch weiter islamisieren und noch weiter von der EU wegführen. Meinungsfreiheit, Menschenrechte, Demonstrationsrechte und die Säkularisierung werden in der Türkei noch weiter unter Erdogan zerstört werden und das wird dann gottseidank dazu führen, das die Türkei im ganzen nächsten Jahrzehnt sicherlich nicht in die EU hineinkommt und das ist auch gut so.

An der AfD schätze ich nur eines: sie "saugt" die homophobe Klientel auf und die wird dann bei der CDU dann ganz abwandern. Die CDU wird dadurch "ein Stück" weit am rechten Rand gesäubert und das ist nicht unbedingt von Nachteil.

Wer also politisch homophobe Politik machen will, der geht nicht mehr zur CDU, wo er immer nur in der Minderheit war, sondern er wandert künftig zur AfD und das hilft wiederum der CDU, damit sie sich politisch an die Grünen annähern kann, um eine Koalition mit ihnen einzugehen.


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#7
13.08.2014
16:36:15


(-1, 9 Votes)
 
#8
13.08.2014
16:49:42
Via Handy


(+2, 10 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #6 von Oliver43


Nö. Was sich ändert, sind dann deine rechtfertigungsversuche direkt die CDU zu wählen. An der von dir ignorierten tatsache, dass wir mit jeder anderen konstellation OHNE die cdu und besonders csu längst weiter wären, sich aber die fdp auch solchen verweigert, ändert das nix. Die csu wird schon dafür sorgen, dass ihre wähler nicht abwandern.


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#9
13.08.2014
16:55:11
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(+3, 9 Votes)

Von Robby69
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Antwort zu Kommentar #5 von seb1983


Stimmt. Trotzdem halte ich die AfD für wesentlich gefährlicher als die Republikaner, weil die AfD eben nicht 'nur' aus religiotischen Homo-Hassern besteht, sondern vor allem auch ein riesiges Sammelbecken RECHTER Homo-Hasser ist, Und genau diese Neonazi-Komponente macht diese 'Partei' so verdammt gefährlich. Wir wissen ja alle leider zur Genüge, wie sehr sich die AfD und ihre Sympathisanten (wie 'Lucas', 'Adami', 'lig' und Co.) bemühen, uns ein x für ein u vorzumachen, damit sie die RECHTE Gesinnung dieser Homo-Hasser-Partei unter den Teppich kehren können. Doch das wird ihnen nicht gelingen. Wir haben die rechte homophobe AfD längst durchschaut.


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#10
13.08.2014
17:04:50
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von Foxie
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Kann mir lebhaft vorstellen, wie hier gleich die AfD-Fans auflaufen, um dieses rechte, diskriminierende und beleidigende Geschwätz ihrer Öberen zu verharmlosen!

Noch mal zur Erinnerung!
Wir sind keine Menschen 2.Klasse, auch wenn das der AfD und ihren Mitläufern nicht in ihr beschränktes, rückwärts gewandtes Weltbild paßt!


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