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Im Libanon wurden in den letzten Jahren Anal-Untersuchungen an mutmaßlichen Schwulen durchgeführt, die Menschenrechtsorganisationen für Folter halten (Bild: eusebius / flickr / by 2.0)

Wegen Verdachts auf Homosexualität sitzen 27 Männer in Haft – nun befürchten Menschenrechtsgruppen, dass den Festgenommenen im Gefängnis Folter droht.

Die libanesische Polizei hat am Samstag 27 Männer wegen angeblicher homosexueller Handlungen in einem Hammam in Beirut festgenommen. Zu den Verhafteten gehören der Besitzer, mehrere Angestellte sowie Gäste. Die Behörden hatten zuvor einen Tipp erhalten, dass sich in dem Badehaus Schwule für sexuelle Kontakte treffen sollen. In einer gemeinsamen Erklärung beklagten die schwul-lesbische Gruppe Helem und weitere Menschenrechtsorganisationen, dass die Festnahmen willkürlich verlaufen seien und zum Zeitpunkt der Verhaftung keinerlei sexuelle Kontakte stattgefunden hätten.

Nach Angaben der Polizei sollen keine Anal-Untersuchungen an den Verhafteten durchgeführt worden sein. Diese Methode war in der Vergangenheit von den libanesischen Behörden genutzt worden, um die Homosexualität eines Mannes festzustellen (queer.de berichtete). Aktivisten befürchten aber, dass die Polizei diesen eigentlich verbotenen Test, der von Menschenrechtsaktivisten als eine Form der Vergewaltigung angesehen wird, noch durchführen könnte. Bei der Untersuchung wird unter anderem ein Metallobjekt in Eierform in den Enddarm eingeführt. Der Arzt soll so feststellen können, ob der Patient Analsex gehabt hat. Ärzteverbände halten den Test für nutzlos.

Sofortige Freilassung gefordert

Helem fordert die sofortige Freilassung der Verhafteten: "Wir verurteilen diesen Zwischenfall als homophobe Tat, die zum Ziel hat, die sexuellen Rechte und Freiheiten der Personen einzuschränken, und wir fordern die Staatsanwaltschaft und Polizei auf, die Würde der Gefangenen zu respektieren".

Im Libanon ist Homosexualität nicht direkt verboten, allerdings gibt es einen Gummiparagrafen gegen "widernatürlichen Sex". Dieser sieht eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr vor. Libanesische Gerichte haben bereits mehrfach entschieden, dass sich dieser Paragraf 534 nicht auf einvernehmlichen homosexuellen Sex bezieht. Die Männer könnten aber auch nach Paragraf 521 angeklagt werden, der Unsittlichkeit in der Öffentlichkeit unter Strafe stellt.

In der Region gilt der Libanon als relativ liberal gegenüber Homosexuellen. So gibt es in Beirut eine kleine LGBT-Szene. Allerdings steht die Öffentlichkeit Schwulen und Lesben mehrheitlich feindlich gesinnt gegenüber. Laut einer Umfrage des Pew Research Center aus dem Jahr 2013 sprechen sich 80 Prozent der Libanesen dagegen aus, Homosexualität zu akzeptieren. Die Ablehnung liegt aber – mit Ausnahme von Israel – in anderen Ländern der Region noch höher: So lehnen in Palästina 93 Prozent und in Jordanien 97 Prozent Schwule und Lesben grundsätzlich ab. (dk)



#1 zederAnonym
#2 userer
#3 ThorinAnonym
#4 GeorgGAnonym
  • 14.08.2014, 15:59h
  • "sprechen sich 80 Prozent der Libanesen dagegen aus, Homosexualität zu akzeptieren. Die Ablehnung liegt aber mit Ausnahme von Israel in anderen Ländern der Region noch höher: So lehnen in Palästina 93 Prozent und in Jordanien 97 Prozent Schwule und Lesben grundsätzlich ab."

    Es ist nicht nachzuvollziehen, dass immer noch so viele deutsche Schwule, besonders auch hier bei queer.de, die moslemischen Länder gegen jede Kritik verteidigen.
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#5 Oliver43Anonym
#7 Jan ZAnonym
#8 MaximilianusAnonym
#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
#10 76h66h7Anonym