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  • 15.08.2014           35      Teilen:   |

Höchststrafe verhängt

Russland: Fünf Jahre Haft für Neonazi-Anführer

Artikelbild
Maxim Martsinkewisch war Gründer und Anführer der "Occupy"-Bewegung, die Jagd auf Schwule machte.

Der Gründer der Bewegung "Occupy Pedophilia", Maxim Martsinkewisch, wurde wegen Volksverhetzung verurteilt.

Der russische Neonazi Maxim Martsinkewisch ist am Freitag von einem Gericht in Moskau zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Bereits die Staatsanwaltschaft hatte bei einer Anhörung am Dienstag fünf Jahre gefordert.

Es ist die Höchststrafe für "Anstiftung zu Hass, Feindschaft oder Erniedrigung der Menschenwürde". Der 29-jährige Martsinkewisch hatte bereits ab 2007 wegen Anstiftung zum Hass für dreieinhalb Jahre im Gefängnis gesessen. Er will gegen das neue Urteil in Berufung gehen.

Der frühere Leiter der rechtsextremen Kampfgruppe Format 18 hatte sich in den letzten Jahren als Jäger auf vermeintliche Pädophile einen Namen gemacht. Nach dem Vorbild der von ihm gegründeten Gruppe "Occupy Pedophilia" hatten sich in ganz Russland und zuletzt in weiteren Ex-Ostblockstaaten weitere Gruppen gebildet, die vor allem schwule Männer zu per Online-Kontaktforum zu einem Treffen lockten, um sie dann per Videoaufnahme öffentlich bloßzustellen (queer.de berichtete).

Nachdem Ermittlungen gegen ihn aufgenommen worden waren, hatte Martsinkewisch im letzten Jahr das Land verlassen, wurde aber per internationalem Haftbefehl gesucht und am 17. Januar in einem Hotelzimmer in Havanna festgenommen. Kuba lieferte ihn dann an Moskau aus (queer.de berichtete). Anti-homosexuelle Äußerungen und Handlungen spielten in dem Prozess einigen Medienberichten zufolge keine direkte Rolle, auch wenn sich die Vorwürfe wohl auf ein Video beziehen, in dem das Opfer auch wegen seiner Homosexualität vorgeführt wurde.

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Weitere Ermittlungen

Die brutalen Videos der Occupy-Gruppe aus Kamensk-Uralski, die Schwule im Wohnzimmer ihres Anführers gefoltert hatte, gingen im letzten Jahr um die Welt
Die brutalen Videos der Occupy-Gruppe aus Kamensk-Uralski, die Schwule im Wohnzimmer ihres Anführers gefoltert hatte, gingen im letzten Jahr um die Welt

Derweil hat die Staatsanwaltschaft der Stadt Kamensk-Uralski in dieser Woche bekannt gegeben, dass sie nach langen Ermittlungen Anklage gegen neun Männer der regionalen Gruppe von "Occupy Peadophilia" erheben wird. Offenbar sind einige der Opfer zu einer Aussage vor Gericht bereit.

Die Gruppe war mit besonderer Gewalt gegen Schwule vorgegangen. Auf Videos wurden Schläge und Tritte dokumentiert; Opfer wurden mit Farbe übergossen und mussten mit Dildos posieren. Den Männern wird die Bildung einer extremistischen Gruppe vorgeworfen, mehrere Arten von Körperverletzungen, die Androhung von Mord sowie Raub. Bei Hausdurchsuchungen hatten die Behörden zahlreiche Waffen sichergestellt.

Zum Jahreswechsel hatten die Behörden in Moskau mit einer Hausdurchsuchung auch gegen den erst 16-jährigen Radikalen Philip Razinsky ermittelt, der mit der Gruppe "Occupy Gerontophilia" vor allem Jagd auf minderjährige Schwule machte (queer.de berichtete). Der Freund von Maxim Martsinkewisch hatte danach sein Profil im sozialen Netzwerk vkontakte, über das er die Videos geteilt hatte, gelöscht. Im Februar wurde er festgenommen und inzwischen u.a. wegen Volksverhetzung angeklagt. Noch wenige Monate vorher waren Ermittlungen gegen eine "Occupy Gerontophilia"-Gruppe in Tambow eingestellt worden, obwohl die Jugendlichen selbst einen 12-Jährigen vorgeführt hatten.

Zuletzt war es ruhiger geworden um die "Occupy"-Gruppen, auch wenn einige wohl noch aktiv sind. Selbst die deutschen Jugendschützer gingen in ihrem in dieser Woche vorgelegten Jahresbericht 2013 auf die Schockvideos ein. Während man bei vkontakte keine Erfolge habe erzielen können, habe Youtube auf die Beschwerde von jugendschutz.net zahlreiche der Foltervideos löschen können. Allerdings sind einige weiter online. (nb)

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Tags: russland, occupy, maxim martsinkewisch
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Reaktionen zu "Russland: Fünf Jahre Haft für Neonazi-Anführer"


 35 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
15.08.2014
17:57:12


(+6, 16 Votes)

Von Just me


Gefängnisstrafe von fünf Jahren?
Bei der gegenwärtigen russischen Regierung hätte ich eher erwartet, dass sie Martsinkewisch eine Flasche Wodka spendieren und ihm ein Ehrenmal errichten. Aber das wäre wohl etwas zu offensichtlich...


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#2
15.08.2014
18:45:22


(+4, 14 Votes)

Von Enyyo
Antwort zu Kommentar #1 von Just me


Eben, spricht doch sehr für die russische Justiz: mehr hätte er bei uns auch nicht bekommen.

Hoffen wir, dass dieses "knuffige Bärchen" es im Knast so ordentlich besorgt bekommt, dass er zwischenmännlichen AV zu schätzen lernt, der Drecksack!


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#3
15.08.2014
19:08:36


(-9, 13 Votes)

Von GeorgG


Das Gerichtsurteil zeigt, dass Russland ein demokratischer Staat ist. Wäre Russland so, wie es immer wieder von einigen Schreibern bei queer.de dargestellt wird, wäre diese ekelerregende Gruppe "Occupy Pedophilia" nicht verurteilt worden.


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#4
15.08.2014
19:09:33


(+5, 11 Votes)
 
#5
15.08.2014
19:15:19


(+8, 12 Votes)

Von Viktor


Wieviele Jahre Haft bekam der Mörder vonLiz Trubeshi aus Holon und um den 26-jährigen Nir Katz aus Givatayim ?


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#6
15.08.2014
19:21:35


(-7, 15 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Keinen Knast für Keinen.
Therapie und Opfer-Täter-Gespräche würden allen Beteiligten sicherlich mehr helfen. Leider zählt aber auch Russland nicht gerade zu den fortschrittlichsten Ländern in Sachen Rehabilitierung.


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#7
15.08.2014
19:45:07


(-2, 18 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Just me


Inhaltlich wird man wohl auf einer Linie mit denen gelegen haben.
Moskau duldet aber keine unabhängigen Netzwerke die sich dann verselbständigen außerhalb des eigenen Einflussbereiches.

Solche öffentlichkeitswirksamen Urteile fallen immer nach politischen Vorgaben.


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#8
15.08.2014
20:18:29


(+11, 15 Votes)

Von Just me
Antwort zu Kommentar #6 von reiserobby


Ich bin ja dafür, sich mehr auf die Opfer solcher Gewalttaten zu fokussieren, als auf die Täter. Aber dass du ernsthaft von den Opfern erwartest, dass diese sich mit den Tätern zu einem netten Gespräch treffen, um das Geschehene aufzuarbeiten, ist eine Verhöhnung der Opfer und ein Verkennen des erlittenen Unrechts. Hätte mir jemand sowas angetan, wäre ein Gespräch wohl das letzte, wozu ich bereit wäre. Solche Psychopathen gehören ganz klar weggesperrt - und zwar dauerhaft.


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#9
15.08.2014
20:41:34
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #3 von GeorgG


Ach so. Und die angeblich nicht-existente hetzjagd ist natürlich nicht durch das anti-homo-propaganda-gesetz initiert worden. Warum ziehst du nicht dahin, wenn es da doch so toll demokratisch ist?


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#10
15.08.2014
20:43:34


(+6, 20 Votes)

Von joerg Neubauer


Die Opfer der in den Medien verbreiteten Russophobie sind auch überrascht, dass dieses Jahr ein CSD in Petersburg stattgefunden hat - aber der von Grünen bewunderte Bürgermeister Vitali Klitschko den in Kiew untersagt und bezeichnet hat als "Unterhaltungsveranstaltung". Im Vorjahr fand der CSD in Kiew übrigens statt.


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