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Erwin Teufel war fast 15 Jahre CDU-Chef und Ministerpräsident im Südwesten

Der frühere Ministerpräsident macht die Gleichstellung von Homo-Paaren indirekt für soziale Härten von heterosexuellen Familien verantwortlich.

In einem im neuesten "Spiegel" veröffentlichten Interview spielt der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) wieder einmal Homo- und Heterosexuelle gegeneinander aus. Teufel antwortet auf eine recht eigenartige Frage, in der der "Spiegel"-Autor Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür lobt, dass sie die steuerliche Gleichstellung von verpartnerten Homo-Paaren durchgesetzt habe (in Wirklichkeit war diese Gleichstellung gegen ihren persönlichen Widerstand vom Bundesverfassungsgericht veranlasst worden).

Teufel erklärte herablassend:

Ich habe nichts gegen solche Randgruppen. Sie gehören zu unserer Gesellschaft. Aber Bund, Länder und Gemeinden müssen die Familie fördern. Familie ist, wo Kinder und später Enkelkinder sind.

Danach fährt der gebürtige Rottweiler fort, wie schlecht es heterosexuellen Familien in der Gesellschaft doch gehe. So beklagt der 75-Jährige, dass heterosexuelle Eltern für ein Schullandheim 200 Euro zahlen sollen – wohlgemerkt bei einer Frage, bei der es um die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben geht.

Später erklärte der CDU-Politiker auch, dass er eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD befürworten würde – eine Partei, die derzeit mit Stimmungsmache gegen Homosexuelle auf Wählerfang geht. Teufel:

Jeder von uns in der Union kennt einige AfD-Politiker und hat zu einzelnen gute Beziehungen. Die Politiker an der Spitze der AfD sind angesehene Hochschullehrer und ehemalige Verbandschefs. An diesen Menschen habe ich nichts auszusetzen. Und ich siedele die AfD derzeit auch nicht am rechten Rand an.

Erwin Teufel war von 1991 bis 2005 Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Der überzeugte Katholik lehnte jegliche Zugeständnisse beim Lebenspartnerschaftsgesetz ab und argumentierte unter anderem, es schade dem Kindeswohl, wenn Homo-Paare beim Adoptionsrecht wie Heterosexuelle berücksichtigt werden würden. (dk)



#1 DenkerKAProfil
  • 18.08.2014, 14:12hKarlsruhe
  • "So beklagt der 75-Jährige, dass heterosexuelle Eltern für ein Schullandheim 200 Euro zahlen sollen wohlgemerkt bei einer Frage, bei der es um die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben geht."

    Und warum geht es heterosexuellen Eltern deswegen schlecht(er)? Müssen homosexuelle Eltern die 200 Euro etwa nicht bezahlen wenn sie ihre Kids ins Schullandheim schicken?
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#2 Abidin HaeberleAnonym
#3 -hw-Anonym
#4 KarriereNetzwerkAnonym
  • 18.08.2014, 15:13h
  • "Teufel antwortet auf eine recht eigenartige Frage, in der der "Spiegel"-Autor Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür lobt, dass sie die steuerliche Gleichstellung von verpartnerten Homo-Paaren durchgesetzt habe..."

    "Kompassnadel" für ihn und den SPIEGEL!
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#5 Kai WagnerAnonym
#6 Kinder-FAZAnonym
  • 18.08.2014, 15:49h
  • Die Taz bezeichnet den brandenburgischen AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland als "klugen Konservativen" und "Glücksfall" für die Partei.

    Der promovierte Völkerrechtler war in der Vergangenheit unter anderem Chef der hessischen Staatskanzlei, Mitarbeiter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Verfasser zahlreicher Texte für den Tagesspiegel, die FAZ, die Zeit und die Frankfurter Hefte. In der AfD propagiert Gauland einen außenpolitischen Kurs, der sich explizit an die Politik Otto von Bismarcks anlehnt und Konfrontationen mit Russland zu vermeiden versucht.

    www.heise.de/tp/artikel/42/42542/1.html
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 Torsten_Ilg
  • 18.08.2014, 17:15h
  • Herr Teufel hat offensichtlich mit seinen 76 Jahren leider auch (noch) nicht verstanden, dass es nicht darum geht der klassischen heterosexuellen Familie etwas wegzunehmen, sondern darum, diesen gesamtgesellschaftlich gesehen sehr wertvollen Lebensentwurf, um ein weiteres wertkonservatives Modell in Form der Regenbogenfamilie zu bereichern! Teufel war Mitglied des Europäischen Konvent. Andere europäische Spitzenpolitiker aus der ebenfalls dem bürgerlichen Spektrum zuzuordnenden AfD sehen das anders. Z.B. Ulrike Trebsius, Europaabgeordnete der AfD: "Die Gleichstellung empfinde ich als faire Gleichbehandlung (...) sollte das BVG eine weitere Gleichstellung fordern, so werde auch ich mich nicht dagegen stellen...". Ein Beleg dafür, dass im bürgerlich-liberalen und freiheitlichen Parteienspektrum noch eine ganze Menge Aufklärungsarbeit geleistet werden muss.
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#9 adolphineAnonym
#10 Torsten_Ilg
  • 18.08.2014, 17:40h
  • Antwort auf #9 von adolphine
  • Die Wertigkeit von Ehe und Eingetragener Lebenspartnerschaft ist gleich. Wertvoll sind konservative Tugenden wie Verantwortungsgefühl, Liebe und Treue. Was ist daran schlecht? Die Beantwortung Deiner Frage ist nicht nötig, da sie das Ziel hat mich in eine Ecke zu drängen, in der ich nicht sein möchte.
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