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  • 18.08.2014           28      Teilen:   |

Interview im "Spiegel"

Erwin Teufel hat nichts gegen "solche Randgruppen"


Erwin Teufel war fast 15 Jahre CDU-Chef und Ministerpräsident im Südwesten


Der frühere Ministerpräsident macht die Gleichstellung von Homo-Paaren indirekt für soziale Härten von heterosexuellen Familien verantwortlich.

In einem im neuesten "Spiegel" veröffentlichten Interview spielt der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) wieder einmal Homo- und Heterosexuelle gegeneinander aus. Teufel antwortet auf eine recht eigenartige Frage, in der der "Spiegel"-Autor Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür lobt, dass sie die steuerliche Gleichstellung von verpartnerten Homo-Paaren durchgesetzt habe (in Wirklichkeit war diese Gleichstellung gegen ihren persönlichen Widerstand vom Bundesverfassungsgericht veranlasst worden).

Teufel erklärte herablassend:

Ich habe nichts gegen solche Randgruppen. Sie gehören zu unserer Gesellschaft. Aber Bund, Länder und Gemeinden müssen die Familie fördern. Familie ist, wo Kinder und später Enkelkinder sind.



Danach fährt der gebürtige Rottweiler fort, wie schlecht es heterosexuellen Familien in der Gesellschaft doch gehe. So beklagt der 75-Jährige, dass heterosexuelle Eltern für ein Schullandheim 200 Euro zahlen sollen – wohlgemerkt bei einer Frage, bei der es um die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben geht.

Später erklärte der CDU-Politiker auch, dass er eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD befürworten würde – eine Partei, die derzeit mit Stimmungsmache gegen Homosexuelle auf Wählerfang geht. Teufel:

Jeder von uns in der Union kennt einige AfD-Politiker und hat zu einzelnen gute Beziehungen. Die Politiker an der Spitze der AfD sind angesehene Hochschullehrer und ehemalige Verbandschefs. An diesen Menschen habe ich nichts auszusetzen. Und ich siedele die AfD derzeit auch nicht am rechten Rand an.



Erwin Teufel war von 1991 bis 2005 Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Der überzeugte Katholik lehnte jegliche Zugeständnisse beim Lebenspartnerschaftsgesetz ab und argumentierte unter anderem, es schade dem Kindeswohl, wenn Homo-Paare beim Adoptionsrecht wie Heterosexuelle berücksichtigt werden würden. (dk)

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Tags: erwin teufel, cdu, homo-ehe
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Reaktionen zu "Erwin Teufel hat nichts gegen "solche Randgruppen""


 28 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
18.08.2014
14:12:45


(+15, 15 Votes)

Von DenkerKA
Aus Karlsruhe (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 27.01.2012


"So beklagt der 75-Jährige, dass heterosexuelle Eltern für ein Schullandheim 200 Euro zahlen sollen wohlgemerkt bei einer Frage, bei der es um die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben geht."

Und warum geht es heterosexuellen Eltern deswegen schlecht(er)? Müssen homosexuelle Eltern die 200 Euro etwa nicht bezahlen wenn sie ihre Kids ins Schullandheim schicken?


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#2
18.08.2014
14:19:00


(+10, 12 Votes)

Von Abidin Haeberle


Er fühlt sich dieser Kunstrichtung verpflichtet:

Link zu www.queer.de


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#3
18.08.2014
14:35:32


(+7, 11 Votes)

Von -hw-
Antwort zu Kommentar #2 von Abidin Haeberle


Zu den Spätzle-Putins

"Vor Jahren wies ich mal auf einen Rohrmoser im Schloss Weikersheim (V.Beck/Moskau) hin. Er ist jetzt so tot wie Herr Rohrbacher. Aber die Geister!"

Link zu www.queer.de

"Ich will nicht darüber frohlocken, daß sie den Hauptvertreter des deutschen Schwulentums in Moskau ins Gesicht geschlagen haben, aber ich bin sicher, daß durch diesen Vorgang Rußland
neue Freunde, wenn nicht 10, dann 100 000 dazugewonnen hat..".
Prof. Dr. Günter Rohrmoser

Link zu www.queer.de


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#4
18.08.2014
15:13:24


(+9, 9 Votes)

Von KarriereNetzwerk


"Teufel antwortet auf eine recht eigenartige Frage, in der der "Spiegel"-Autor Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür lobt, dass sie die steuerliche Gleichstellung von verpartnerten Homo-Paaren durchgesetzt habe..."

"Kompassnadel" für ihn und den SPIEGEL!


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#5
18.08.2014
15:20:00


(+13, 15 Votes)

Von Kai Wagner
Antwort zu Kommentar #3 von -hw-


Wobei die Spätzle-Putins natürlich auch die politischen Kinder und Enkel sind, die Koalitionen mit der AfD andenken oder propagieren.


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#6
18.08.2014
15:49:45


(-2, 12 Votes)

Von Kinder-FAZ


Die Taz bezeichnet den brandenburgischen AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland als "klugen Konservativen" und "Glücksfall" für die Partei.

Der promovierte Völkerrechtler war in der Vergangenheit unter anderem Chef der hessischen Staatskanzlei, Mitarbeiter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Verfasser zahlreicher Texte für den Tagesspiegel, die FAZ, die Zeit und die Frankfurter Hefte. In der AfD propagiert Gauland einen außenpolitischen Kurs, der sich explizit an die Politik Otto von Bismarcks anlehnt und Konfrontationen mit Russland zu vermeiden versucht.

Link zu www.heise.de


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#7
18.08.2014
15:53:35


(+4, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Den gibts immer noch?


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#8
18.08.2014
17:15:30


(-13, 15 Votes)

Von Torsten_Ilg
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Herr Teufel hat offensichtlich mit seinen 76 Jahren leider auch (noch) nicht verstanden, dass es nicht darum geht der klassischen heterosexuellen Familie etwas wegzunehmen, sondern darum, diesen gesamtgesellschaftlich gesehen sehr wertvollen Lebensentwurf, um ein weiteres wertkonservatives Modell in Form der Regenbogenfamilie zu bereichern! Teufel war Mitglied des Europäischen Konvent. Andere europäische Spitzenpolitiker aus der ebenfalls dem bürgerlichen Spektrum zuzuordnenden AfD sehen das anders. Z.B. Ulrike Trebsius, Europaabgeordnete der AfD: "Die Gleichstellung empfinde ich als faire Gleichbehandlung (...) sollte das BVG eine weitere Gleichstellung fordern, so werde auch ich mich nicht dagegen stellen...". Ein Beleg dafür, dass im bürgerlich-liberalen und freiheitlichen Parteienspektrum noch eine ganze Menge Aufklärungsarbeit geleistet werden muss.


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#9
18.08.2014
17:33:27


(+11, 13 Votes)

Von adolphine
Antwort zu Kommentar #8 von Torsten_Ilg


" sehr wertvollen Lebensentwurf"

Was sind unwerte Lebensentwürfe?


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#10
18.08.2014
17:40:17


(-15, 17 Votes)

Von Torsten_Ilg
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #9 von adolphine


Die Wertigkeit von Ehe und Eingetragener Lebenspartnerschaft ist gleich. Wertvoll sind konservative Tugenden wie Verantwortungsgefühl, Liebe und Treue. Was ist daran schlecht? Die Beantwortung Deiner Frage ist nicht nötig, da sie das Ziel hat mich in eine Ecke zu drängen, in der ich nicht sein möchte.


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