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  • 19.08.2014           28      Teilen:   |

USA

Gewebespende wegen Homosexualität abgelehnt


A.J. nahm sich im Juli 2013 das Leben, nachdem er in der Schule gemobbt worden war


Ein 16-Jähriger war gemobbt worden und beging Selbstmord – doch selbst nach seinem Tod wird er wegen seiner Homosexualität diskriminiert.

Welches Leid Homophobie im Gesundheitswesen anrichtet, zeigt ein Fall aus den USA: Sheryl Moore aus der Kleinstadt Pleasant Hill im US-Bundesstaat Iowa beklagt, ihr vergangenes Jahr verstorbener 16-jähriger Sohn A.J. habe sich auf dem Sterbebett gewünscht, dass seine Organe und sein Gewebe an andere Menschen gespendet werden sollten. Die Organe wurden gerne angenommen, aber seine Hornhaut durfte nicht transplantiert werden, bestätigte die Bundesgesundheitsbehörde FDA der geschockten Mutter. Grund sei laut FDA die Homosexualität des Jungen, dabei hatte er nach Angaben seiner Mutter noch nicht einmal Sex gehabt.

Die Geschichte war zunächst von der Lokalpresse aufgegriffen worden, bevor sie in den letzten Tagen landesweit Furore machte. In einem kurzen Interview mit der größten US-Zeitung "USA Today" erzählt die Mutter sichtlich bewegt von ihren Erfahrungen im Krankenhaus:

Ich habe mich gefragt, warum A.J.s Augen nicht gespendet wurden. Ich dachte, es hätte was mit der Art seines Todes zu tun. Aber man hat mir gleich gesagt: "Nein, der Grund ist sein Schwulsein". Ich dachte erst, ich hätte mich verhört. Ich sagte: "Entschuldigung?" Und sie antworteten: "Es gibt eine Anordnung der Bundesgesundheitsbehörde, die besagt, dass schwule Männer kein Gewebe spenden dürfen, zum Beispiel Augen". Ich wurde dann sehr wütend.



Zwar sei ihr im Spital erzählt worden, dass dieses Gesetz sehr alt sei und man es ablehne – aber befolgen müsse man es trotzdem.

Es ist verrückt, dass man den Wunsch meines sterbenden Sohnes wegen einer 30 Jahre alten Anordnung nicht erfüllen konnten. Noch verrückter ist, dass A.J. sechs Menschen mit seinen Organspenden das Leben retten konnte – mit seinem Herzen, seiner Lunge, seiner Nieren, seiner Leber. Aber seine Augen wurden nicht angenommen, weil das von einer anderen Behörde reguliert wird.



Hier das Interview als Video:



Besonders bitter: A.J. nahm sich das Leben, nachdem er in der Schule wegen seiner Homosexualität und seiner ethnischen Zugehörigkeit gemobbt worden war.

Auch in Deutschland sind den Verantwortlichen in den Gesundheitsbehörden männliche Homosexuelle suspekt. Schwule dürfen wegen ihrer sexuellen Orientierung wie auch in den USA kein Blut spenden. Zwar sind Organ- und Gewebespenden durch tote Homosexuelle willkommen, allerdings müssen die Angehörigen des Verstorbenen hierzulande einen diskriminierenden Fragebogen ausfüllen – in dem sie zugeben müssen, dass sich der Tote im "homosexuellen Milieu" bewegt habe (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: organspende, usa, iowa
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Reaktionen zu "Gewebespende wegen Homosexualität abgelehnt"


 28 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
19.08.2014
16:07:00


(+3, 5 Votes)

Von ehemaligem User yelimS


Bin ich zu blauäugig?

Wenn sie aus ungenannten - erratbaren - Gründen eine Gewebespende eines verstorbenen Schwulen ablehnen, wieso nehmen sie dann dessen Organe an?

Wenn in einer Cornea wegen Latenzzeit HI-Viren gemutmaßt werden, dann wären die doch wohl auch in den sonstigen Innereien drin?

Hoffentlich bin ich zu blauäugig.

Denn die Weißkittel werden sich ja nicht den Weihnachtsbaum behängen mit schwulem Spendergedärm? Oder Violinbögen bespannen?

Wenn ihnen die hetero-Spender ausgehen, können sie doch 100 PS als Mindestleistung für Motorräder festlegen und Scheibenbremsen verbieten?


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#2
19.08.2014
19:42:25


(+6, 6 Votes)

Von Hugo


Sollange die konservativen was zu melden haben, wird sich nichts ändern.


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#3
19.08.2014
20:51:16


(+5, 7 Votes)

Von sperling
Antwort zu Kommentar #1 von yelimS


wenn ich es richtig verstehe, gibt es für "organe" (lunge, leber usw.) und für "gewebe" (aus irgendeinem grund beinhaltet das die augen) verschiedene richtlinien, weil verschiedene behörden zuständig sind. mit logik hat das ganze nichts zu tun. die vermeintlich homofreundliche empörung über das blutspendeverbot übrigens auch nicht immer.


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#4
20.08.2014
08:03:59


(+4, 6 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008


Leider ist die mutter offensichtlich NICHT konsquent gewesen und hat die organspenden zurück genommen!
Sollen die auf abgrenzung bedachten heteros doch zu sehn, wo ihre austauschorgane herkommen.

Schluss mit der selbstausbeutung!
Keine organspende mehr für anonyme heteros durch schwule!
Machen wir ihr spiel: verfügungen das organe von schwulen nur auf schwule übertragen werden..
Lasst den blätterwald rauschen vor empörung und aufregung!

Haltet ihnen den spiegel vor!


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#5
20.08.2014
09:43:07


(+5, 5 Votes)

Von Finn


Wie degeneriert muss die Welt noch werden, ehe sich etwas ändert...


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#6
20.08.2014
12:57:07


(+5, 7 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von stromboli


Hier stehst du dann wieder vor dem gleichen Problem wie beim Streichen der Entwicklungshilfe: Es trifft die falschen.

Diejenigen die seine Organe erhalten haben und wahrscheinlich keine Ahnung von Transplantationsgesetzen haben.

Diejenigen aber die diese Gesetze zu verantworten haben sind vermutlich großteils schon tot, diejenigen die sie aufrecht halten benötigen die Organe nicht.
Was interessiert es wohl ein paar dogmatische Republikaner wenn ein paar Menschen sterben solange die eigenen dogmatischen Vorstellungen erfüllt bleiben?

Verfügungen die Organspenden einschränken sind zudem aus gutem Grund nicht gestattet.
Das ginge gigantisch nach hinten los.
Man stelle sich folgendes vor:
Sind sie bereit ihre Leber auch an Schwule, Neger, Latinos, Juden, Moslems, Frauen, Ausländer oder Vorbestrafte zu spenden? Bitte kreuzen sie an....


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#7
20.08.2014
13:15:07


(+10, 12 Votes)
 
#8
20.08.2014
13:55:47


(+5, 7 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #6 von seb1983


Diejenigen die seine Organe erhalten haben und wahrscheinlich keine Ahnung von Transplantationsgesetzen haben.

diejenigen die auf organe warten sollten ahnung darüber haben wie diese vergeben werden...
und schon sind wir wieder bei den mitläufern und profitanten des systems.

mir gehts um zeichen setzen.
Den wahnsinn auf die spitze treiben um ihm so die spitze zu nehmen.

Hätte die mutter dies im interview gemacht, wäre klar geworden was für erbärmliche scharlanterie mit der sexualzuordnung immer noch betrieben wird.
Das ist der spiegel in den die heterogesellschaft blicken soll.

Es ist eine politik der verweigerung, des nicht mehr mitmachen im system.
Wenns dann anfängt zu knirchen im getriebe, werden die betreiber ihr schmieröl rausholen und schmieren.. sprich diese selektierung endlich der vergangenheit anheim fallen lassen.
Denk an die organspenden schwarzer für weise..
da gab es ähnliche vorbehalte... lebensweise, drogensucht und was man sonst noch in den schwarzen hineindenken konnte.

Ums noch mal so zu formulieren wie vor 40 jahren in einem schwulenflugblatt..
"ihr bekommt uns so wie wir sind, nicht wie ihr uns wünscht!

Zu letzerem: natürlich möchte ich mitbestimmen wem meine körper , wenn verfügbar zugute kommt!
Mein tod macht mich nicht automatisch zu einem allgemeingut und schon gar nicht zu einer hochkapitalistisch gehandelten ware.

Das dies womöglich eingrenzungen mit sich führt, dessen bin ich mir bewusst. a
Aber auch die organspende ist kein allgemeingut das man so im bingoverfahren dann gewinnen darf.


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#9
20.08.2014
14:07:30


(+5, 9 Votes)

Von Judith Butler


Ich war entsetzt über das Etikett "White Privilege", hatte das noch nie gehört, nicht auf mich bezogen.

Link zu www.spiegel.de

Link zu www.queer.de


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#10
20.08.2014
14:16:24


(-3, 7 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #8 von stromboli


Diejenigen die warten werden sich sehr genau ansehen wie die Vergabeplätze geregelt werden.
Wo aber im Kleingedruckten steht wer nicht spenden darf und dass darunter dann auch Schwule fallen, das dann aber auch nur bei bestimmten Gewebearten. Fraglich ob sich viele dahin durcharbeiten.

tja das ominöse "System" und der pöse Kapitalismus... (man man, die haben ganz schön viel zu tun)

Genau dieser Organhandel, der gigantische Gewinne versprechen würde, ist bei Organspenden aus gutem Grund ausgehebelt:
Es darf kein Geld fließen und deine Organspende wird nach Dringlichkeit und Erfolgsaussicht vergeben.
Weder nach Rasse, Einkommen noch sexueller Orientierung. Kapitalistisch gesehen sind deine Organe daher wertlos, sie sind eine Ware die nicht gehandelt werden darf.
Ebenso sind sie kein Allgemeingut, wer sie nicht in den großen Eurotransplant Topf werfen will der lässt sich mit ihnen begraben.


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