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Kinostart "Sag nicht, wer du bist!"

Gefährliche Hetero-Fassade auf dem Land


Regisseur, Autor und Schauspieler in einem: Xavier Dolan spielt in seinem eigenen Film den schwulen Tom, der zur Beerdigung seines Lebenspartners in die tiefste frankokanadische Provinz reist (Bild: Kool Filmdistribution)

Xavier Dolan spielt selbst eine Hauptrolle in seinem vierten Film "Sag nicht, wer du bist!" – ein packendes Kammerspiel vor ländlicher Kulisse um Lebenslügen, Gewalt und Macht in Beziehungen.

Tom hat gerade seinen Lover Guy mit gerade mal 25 bei einem Unfall verloren, an dem er sich nicht ganz unschuldig fühlt. Zur Beerdigung fährt er in die tiefste frankokanadische Provinz. Dort leben Guys Mutter Agathe und Bruder Francis auf ihrem leicht heruntergekommenen Bauernhof. Agnes darf von Guys Homosexualität nichts erfahren, das stellt Francis unmissverständlich klar ("Sag nicht, wer du bist!").

Er zwingt Tom mit Gewalt dazu, die von ihm mit vielen Ausschmückungen errichtete Fassade eines angeblichen Heteros mit Freundin aufrecht zu erhalten. Dabei soll es nicht bleiben: Als Tom die Farm nach Tagen verlassen will, findet er sein Auto demontiert in der Garage vor. Nach einigem Widerwillen findet er allmählich Gefallen am Leben auf dem Land – und der Nähe zum undurchsichtig-aufbrausenden Francis. Ihr Spiel von Nähe und Anziehung findet ein abruptes Ende, als plötzlich die von Tom herbeigerufene "Freundin" auf dem Hof erscheint…

Weitere Geheimnisse sollen unbedingt bewahrt werden


Das Plakat zum Film: "Sag nicht, wer du bist!" startet am 21. August bundesweit im Kino

"Sag nicht, wer du bist!" ist die Adaption eines Vier-Personen-Stücks von Michel Marc Bouchard. In der Filmversion verwandelte es sich ein eindringliches Kammerspiel vor karger ländlicher Kulisse, das einen von Minute zu Minute mehr am Kragen packt. Die Machtverhältnisse zwischen den Hauptfiguren schillern. Und das verheimlichte Schwulsein des Verstorbenen bleibt nicht das einzige Geheimnis, das unter allen Umständen bewahrt werden will.

Das kanadische Wunderkind Xavier Dolan ("I Killed My Mother"/"Herzensbrecher") hat für seinen vierten Film am Drehbuch mitgeschrieben, Regie geführt und sich selbst gleich noch die Rolle des Tom gegeben. Eindringlich ist sein Zusammenspiel mit Lise Roy als die sich an geliebten Lebenslügen festklammernden Mutter und vor allem mit Pierre-Yves Cardinal als Francis, der sich nur ungern unter die roh-virile Oberfläche blicken lassen will.

Für Dolans vierten Streich gab es 2013 völlig zurecht den Preis der Filmkritik beim Filmfestival in Venedig. Und sein nächstes Meisterwerk steht schon in den Startlöchern: "Mommy" holte sich im Juli den Jurypreis beim Festival von Cannes. (to)

Youtube | Offizieller deutscher Trailer
Infos zum Film

Sag nicht, wer du bist! (Originaltitel: Tom à la ferme). Drama. Kanada 2013. Buch und Regie: Xavier Dolan. Darsteller: Xavier Dolan, Lise Roy, Pierre-Yves Cardinal, Évelyne Brochu. Laufzeit: 105 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. Verleih: Kool Filmdistribution. Bundesweiter Kinostart: 21. August 2014
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Sag nicht, wer du bist!
10 Bilder


#1 GerhardAnonym
#2 nervtötendAnonym
  • 20.08.2014, 10:18h
  • diese immergleichen klemmschwesterfilme nerven. gibt's auch mal einen film über geile, selbstbewusste und stolze schwule jungs? die wissen, was sie wollen, und spaß dabei haben?!

    positive role models sind gefragt: schwulsein ist geil!!

    und heterosexismus/-"norm" gehören auf den müllhaufen der geschichte, zusammen mit der gesellschaft, die sie hervorgebracht haben!!
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#3 Harry1972Profil
  • 20.08.2014, 11:29hBad Oeynhausen
  • Für mich ist das jetzt auch kein Film, den ich mir angucken muss.
    Zu sehr riecht mir das nach einem depressiven Problemstreifen, der ausgelutschte Klischees bemüht und irrationale Handlungen der Protagonisten benötigt, damit die Story irgendwie weiter geht.
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#4 ollinaieProfil
#5 Harry1972Profil
  • 20.08.2014, 15:41hBad Oeynhausen
  • Antwort auf #4 von ollinaie
  • Hmmm... habe ich gelesen und die dortige Beschreibung verstärkt lediglich meinen Eindruck.

    Für weite Sprünge reicht es leider auch gar nicht, wenn die triefenden Klischees jeden Gedankensprung ausbremsen.
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#6 ollinaieProfil
  • 20.08.2014, 16:15hSeligenstadt
  • Antwort auf #5 von Harry1972
  • Wenn jemand ein offen schwules Leben in Köln führt, auf Heimaturlaub ins Sauerland bezüglich seiner Sexualität die Klappe hält, ist das dann eine Klemmschwester?

    Was ist, wenn nicht Du (offen schwul) das bist, sondern dein Lover?

    Was ist, wenn Du davon keine Ahnung hattest und es erst nach ein paar Monaten herausbekommst?

    Ist das Klassisch? Sind das Klischees? Ich weiß nicht.

    Für mich hört sich die Handlung eher wie ein Psychothriller mit S/M-Komponente an, nicht wie ein klassischer "Schwulenproblemfilm".

    Mich hat die Beschreibung neugierig gemacht und ich werde mir den Film anschauen. Ob er gut oder doch nur ein Klischeefilm ist werde ich danach beurteilen.
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#7 Harry1972Profil
  • 20.08.2014, 16:44hBad Oeynhausen
  • Antwort auf #6 von ollinaie
  • Wenn jemand ein offen schwules Leben in Köln führt, auf Heimaturlaub ins Sauerland bezüglich seiner Sexualität die Klappe hält, ist derjenige sogar eine ganz besonders üble Klemmschwester.

    Ich bin in der westfälischen Provinz aufgewachsen und war damals "der einzige Schwule im Dorf", wenn ich das mal so sagen darf.
    Ich verachte Selbstverleugnung zutiefst und ich gehe davon aus, daß Menschen, die sich selbst verleugnen, auch sonst nicht ganz sauber ticken.
    Von daher müsste mein Liebhaber, der mich in dem Fall ja belogen hätte, dann ohne mich auskommen und zwar, nachdem ich ihn in seinem Dorf geoutet habe.
    Das ist gemein? Ist es tatsächlich und das mit vollem Recht.

    Ich wünsche Dir aber nichtsdestotrotz viel Vergnügen mit dem Film. Vielleicht berichtest Du später ja nochmal, wie er auf Dich gewirkt hat.

    Bist Du denn so einer, der in der Anonymität der Großstadt "offen schwul" lebt und es im Heimatdorf geheim hält?
    Wenn ja, dann sag mir doch, wie sehr Du schon davon zerfressen bist, denn so eine Nummer funktioniert einfach nicht, ohne enormen Schaden anzurichten.
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#8 faktenbasiertAnonym
  • 20.08.2014, 16:59h
  • Antwort auf #6 von ollinaie
  • "Wenn jemand ein offen schwules Leben in Köln führt, auf Heimaturlaub ins Sauerland bezüglich seiner Sexualität die Klappe hält, ist das dann eine Klemmschwester?"

    Ja, was denn sonst??!!
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#9 ollinaieProfil
  • 20.08.2014, 22:07hSeligenstadt
  • Antwort auf #7 von Harry1972
  • Ich schau mir auch mal einen Krimi an, ohne gleich Leute mit der Waffe zu bedrohen.
    Ich dachte, Du hättest genügend meiner Kommentare gelesen um zu wissen, das dem nicht so ist.

    Ausführlich:
    Anläßlich meiner Ladung zur Musterung des Kreiswehrersatzamtes, die nahmen damals nämlich keine Schwulen, hab ich mich geoutet, Ausbildungsbetrieb inbegriffen und ich hatte seit dem auch keine Arbeitsstelle wo das ein Problem gewesen währe.

    Ich arbeite in Frankfurt und wohne in einem Kaff mit 20.000 Einwohnern in dem ich auch die erste ELP des Ortes eingegangen bin:
    Mit einem Japaner der zunächst ein Problem damit hatte von mir außerhalb der Wohnung angefaßt oder gar geküsst zu werden, bis ich ihm vor die Wahl gestellt hatte sich locker zu machen oder auf mich zu verzichten.

    Ich bin Mitmensch im Queer-Hanau e.V., der Aufkleber ziert mein KFZ und bis jetzt hat jeder der es wissen wollte Auskunft über meine sexuelle Orientierung erhalten.

    Ich hoffe die Frage damit zu deiner Zufriedenheit beantwortet zu haben.
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#10 Harry1972Profil
  • 20.08.2014, 23:56hBad Oeynhausen
  • Antwort auf #9 von ollinaie
  • Ich hoffe, Du hast Dich nicht angegriffen gefühlt.
    Auch wenn ich viele Kommentare lese, habe ich nicht immer ein Bild vom Verfasser.
    Also musste ich nachfragen.

    Ich habe mich bei der Bundeswehr auch geoutet aber meinen Wehrdienst trotzdem abgeleistet.
    Damals war es in meinem Freundeskreis üblich, Zivildienst zu leisten aber ich wollte wissen, wie es beim Bund ist. Seit der Nazizeit hatte niemand aus meiner Familie mehr in der Armee gedient.
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