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Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) lässt keine Möglichkeit aus, den CSD zu kritisieren (Bild: Stadt Magdeburg)

Der Magdeburger OB lästert weiter über den CSD, Homophobie-Vorwürfe weist er aber empört als "billige Unterstellung" zurück. Mit einer weichen Entschuldigung versucht er, Kritik an seiner Haltung zu entkräften.

Lutz Trümper, der bereits mehrfach wegen seiner Homosexuellenfeindlichkeit kritisierte Oberbürgermeister von Magdeburg, hat am Mittwoch eine Erklärung veröffentlicht, in der er seine Aussagen über den CSD-"Saustall" verteidigt. Der SPD-Politiker hatte drei Tage zuvor gegenüber der lokalen Tageszeitung "Volksstimme" kritisiert, dass er seit seinem Amtsantritt vor 13 Jahren den Alten Markt nie so verwahrlost gesehen habe – allerdings fanden Journalisten den Platz nach dem Straßenfest am Samstag in einem "gesäuberten Zustand" vor und der CSD-Organisator erklärte den Tränen nahe, dass sein Team den Platz gewissenhaft gesäubert habe (queer.de berichtete).

Nach Ansicht des OBs war der Zustand des Alten Marktes aber trotzdem "nicht akzeptabel" und ein Vertragsbruch durch die CSD-Organisatoren. Er bestritt gleichzeitig, die Veranstaltung nur aus homophoben Gründen kritisiert zu haben: "Die billige Unterstellung, es ginge mir um den Inhalt der Veranstaltung, weise ich entschieden zurück".

Er ging im Anschluss bockig zum Gegenangriff über: "Ich benötige keinerlei Nachhilfe in Fragen der Toleranz gegenüber anderen Mitbürgern. Noch niemals ist ein Bürger der Stadt oder ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung von mir diskriminiert worden". Sich selbst stilisierte er dabei zum Opfer: Er kritisierte indirekt, dass er diskriminiert werde, weil Toleranz "in den meisten Fällen ein wechselseitiger Prozess" sei.

Ein wenig Selbstkritik

Der OB gestand in der Erklärung ein, dass seine CSD-Kritik via Lokalzeitung "nicht klug" gewesen sei und er "andere Möglichkeiten der Einflussnahme gehabt und diese inzwischen auch genutzt" habe. Er schloss das Schreiben mit den Worten: "Sollte sich jemand persönlich angegriffen fühlen, bitte ich hiermit formal um Entschuldigung".

Die CSD-Kritik des OBs war für viele keine Überraschung, da Trümper aus seiner Abneigung gegen das schwul-lesbische Event nie einen Hehl gemacht hatte. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2001 weigert er sich trotz Kritik aus der eigenen Partei, die CSD-Schirmherrschaft zu übernehmen – während er etwa als Schirmherr für den "Malwettbewerb der Magdeburger Verkehrsbetriebe", das "Große Waldfest", die "Kleingartenanlage Reichsbahnsparte Buckau", das "Festjahr des Heimatvereins Ottersleben" und selbst für die "Betonkanu-Regatta der Deutschen Zement- und Betonindustrie" gerne zur Verfügung stand. Er verhinderte auch, dass am Rathaus eine Regenbogenflagge gehisst wird, wurde aber später vom Stadtrat überstimmt. (dk)



#1 SebiAnonym
  • 21.08.2014, 10:41h
  • Das ist typisches Verhalten aller Fanatiker: sie selbst hetzen und beleidigen aufs übelste und wenn man das dann kritisiert, positionieren sie sich als die armen Opfer, denen ihre Rechte genommen werden.
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#2 RadixAnonym
#3 Harry1972Profil
#4 stephan
  • 21.08.2014, 11:23h
  • Welche armseligen, zurückgebliebenen und dummen Typen die SPD doch in Amt und Würden bringt! Dass die SPD sich nicht schämt mit solchen 'Spitzenpolitikern' anzutreten ... und nur eine formale Entschuldigung ... na danke!
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#5 schwarzerkater
  • 21.08.2014, 11:32h
  • habe die original-erklärung von trümper auf der offiziellen hp der stadt halle gelesen. klingt nach 'ner tiefbeleidigten leberwurst.
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#6 SmartakusProfil
  • 21.08.2014, 12:41hMöhnesee
  • Die Erklärung des Herrn Trümper ist inhaltlich und sprachlich so bescheiden, dass ich mich frage, wie kann so jemand in einer Großstadt Spitzenpolitiker werden.
    Die andere Frage ist, warum hat er so wenig "klug" (eigene Aussage) gehandelt. Es gibt nur eine Antwort: Er wollte ganz bewusst den CSD in die Schmuddelecke stellen und das war ihm ein so tiefes Bedürfnis, dass er jedes weitere Nachdenken vergessen hat.
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#7 Harry1972Profil
#8 yelimSEhemaliges Profil
  • 21.08.2014, 12:59h
  • »andere Möglichkeiten der Einflussnahme gehabt und diese inzwischen auch genutzt«

    Dunkel raunt es in die Welt hinaus.

    Ein wenig nachhallend "wartet nur bis meine große Schwester aus der Schule kommt."

    Daß man in Magdeburg so überwältigt ist von drei Plastebechern und ein paar Papierschnibbeln. Noch einmal das Beweisfoto des Bürgermeisters zu Rate ziehend, entkriecht meinem Hirn die Frage, ja kennt man denn dort kein Schützenfest?
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#9 Simon HAnonym
  • 21.08.2014, 13:05h

  • Derjenige, der andere beleidigt, herabwürdigt und diskriminiert, fühlt sich selbst diskriminiert.

    Typisches Beispiel von Täter-Opfer-Vertauschung. Das zeigt wieder mal, wie Homohasser ticken und in welcher Phantasiewelt die leben.
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#10 KrokodilstränenAnonym
  • 21.08.2014, 13:40h
  • Wie aus dem Ratgeber. Der Mann beherrscht sein Fach, das muss man ihm lassen.

    "2. Der Mimosen-Vorwurf
    'Es tut mir leid, wenn sich jemand verletzt gefühlt hat.'
    Die objektiv getätigte Beleidigung wird so in ein rein subjektives Gefühl umgedeutet. Die Botschaft: Obwohl gar nichts Schlimmes passiert ist, fangen diese überempfindlichen Tucken schon wieder an, weinerlich rumzuzicken. Achten Sie auf die Details: unbedingt 'wenn', nicht etwa 'dass'! 'Wenn' verschiebt gekonnt die objektive Realität in das Reich des abstrakt Möglichen: Gibt es denn überhaupt wirklich ein Problem?"

    derzaunfink.wordpress.com/2014/06/17/krokodilstranen-eine-ha
    ndreichung-fur-den-tag-danach/


    Es fehlen nur noch die 'schwulen Freunde der Familie'. Aber die entdeckt er sicher noch, wenn die Diskussion weitergeht.
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